
Den großen Reiz, den dieser Krimi auf den Leser ausübt, ist, dass er in einem Sommerlager der Samen spielt. Vor zehn Jahren verschwand dort eine junge Frau, die Tochter des norwegischen Veterinärs. Er war mit ihr zu Mittsommer hergeflogen, um sich um die Rentierkälber zu kümmern. In der Nacht verschwand Linnéa und tauchte nie mehr auf. Zehn Jahre später kehrt die Polizeistudentin Ravna aus Oslo zurück zu ihrer Familie, um bei der Kälbermarkierung zu helfen, denn auch sie ist eine Sami. Es ist mehr ein Zufall, dass sie beim Einfangen von streunenden Rens abstürzt und in eine Höhle fällt. Beim Versuch sich zu befreien, stößt sie auf ein Skelett und anhand der Kleidungsreste weiß Ravna sofort, es ist Linnéa. Sie war damals neun Jahre, aber hatte dieses wunderschöne Mädchen kennengelernt. Eine Mischung aus spannenden Kriminalfall, ursprünglicher Sami Magie und Tradition, sowie dem ewigen Überlebenskampf der Naturvölker in der heutigen Zeit. Elisabeth Herrmann hat sich richtig in die Mentalität der Samen gekniet und rausgekommen ist ein fantastischer glaubwürdiger Thriller, bei dem man als Leser das Gefühl hat, immer direkt dabei zu sein. Erste Sahne!
Der Kriminalroman führt uns in das Berlin der zwanziger Jahre. Es ist deutlich abzusehen wie sich die Nationalsozialisten lieb Kind mit den bürgerlichen Gesellschaftsschichten. Diese meinen das ungehobelte Pack schon in den Griff zu bekommen und fördern die braune Schlägertruppe. Im Roman wird sehr schön geschildert, wie in den zwanziger Jahren der Okkultismus und die Sterndeuterrei Platz greift. Da der Berliner Kommissar die Möglichkeit hat in der jungen Republik herum zu reisen, bekommt er die politischen Strömungen auch in der Provinzen mit. Die völkische Bewegung, die zur Zeit auch in unserer Republik ihre Unterstützer findet, ist der Bodensatz aus dem sich die faschistische Partei in Deutschland ihre Gläubigen Mitglieder zieht. Wird deutlich, welche Parallelen es zur deutschen Gegenwart gibt. 

Urte Zimmermanns Werk entspricht nicht nur der Tendenz, bei Gartenbüchern mit aquarellierten Illustrationen zu arbeiten, was bei einer Grafikerin und Malerin auch gar nicht so abwegig ist, sondern könnte mit dem ersten journalartigen Gartenbuch gleich einen neuen Trend setzen. Mir gefällt das. Warum ist nicht schon früher jemand auf diese Idee gekommen? Bei allem Neuem setzt die Autorin dennoch auf Bewährtes: Struktur und Index. Die Grundlagen zum Gärtnern im Ziergarten sowie die Anleitungen zur Anlage eines Ziergartens sind für Anfänger und Fortgeschrittene gleichsam interessant und lehrreich. Man merkt, Zimmermann kann auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen und hat sich selbst durch einige Gartenratgeber gearbeitet: „Mein Blumengarten“ ist praxisorientiert, gut verständlich, dabei kurz und knapp geschrieben. Die verwendeten Symbole machen das Ganze übersichtlich und vereinfachen das Leben bei der Zusammenstellung eines Beetes. Es macht Freude das Buch in die Hand zu nehmen. Die Illustrierung ist ein Stimmungsbooster. Das Neue und was aus dem Buch ein Journal macht sind die To-Do-Listen, die Platz für die Notierung der anstehenden Arbeiten, Ideen aber auch für Pflanzpläne bietet. „Mein Blumengarten“ ist ein pro-aktives Gartenbuch und ein praktischer Begleiter auf dem Weg zu einem blühenden Paradies. Viel Erfolg und Freude bei der Umsetzung! 


Mit diesem Band geht die dreiteilige Reihe um die sehr unterschiedlichen Ermittler, ein einarmiger Soldat, Jean Michael Cardell, und ein traumatisierter Zwillingsbruder, Emil Winge, zu Ende. Die Romane werden ein Schlaglicht auf eine Vergangenheit Schwedens deren Trauma bis heute noch nachwirkt. Es ist die Zeit als Schweden völlig sowohl wirtschaftlich, politisch und sozial heruntergekommen ist. Ein Paria unter den Europäischen Staaten. Soziopädische Gesellschaften haben die Bevölkerung und den Staat unter Kontrolle. Alkoholismus in der zerstörerichsten Form macht von niemanden halt und lässt familiäre Bindungen nicht zu. All dies wird mit geradezu seziererischen Betrachtungsweise geschildert. Der Autor lässt uns aber auch über seine Protagonisten über diese Zustände philosophieren und nachdenklich zurück. 