Schlagwort: Trilogie

18/4 Der Hauptmann und der Mörder, Zhou Haohui

Nachdem wir vor Kurzem erst einen Thriller aus Korea besprochen haben, hier nun ein waschechter chinesischer Thriller. Auch hier muss ich wiederholen, dass er Roman natürlich von der chinesischen Lebensweise gefärbt ist, wie sollte er nicht, denn der Autor wurde 1977 in Yangzhou geboren und lebt auch dort.

Die Story über einen Serienkiller, der sich in Selbstjustiz übt und das Sonderkommando 18/4, welches versucht ihn zur Strecke zu bringen ist durchweg spannend und gut geschrieben. Dem amerikanisch, europäisch und vor allem nordeuropäisch geprägten Thriller-Liebhaber wird auffallen, dass der chinesische Krimi recht männerlastig ist und von einem obrigkeitlichen Verhalten im Polizeiapparat dominiert wird. Das jedoch sind Realitäten in China. Wer viel im asiatischen Raum tätig war, liest darüber hinweg. Denn es geht um die Geschichte an sich und die ist ziemlich gut. Ich warte ungeduldig auf die zwei Folgebände, 18/4 Der Pfad des Rächers und 18/4 Die blinde Tochter, die demnächst bei Heyne erscheinen werden.

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Scholomance II, Der letzte Absolvent, Naomi Novik

Und weiter geht es im zweiten Teil mit der dunklen, magischen Zauberschule und ihren tödlichen Monstern. El ist lebend in der Abschlussklasse angekommen. Erstaunlicherweise hat sie Freunde gefunden und muss wohl oder übel zugeben, auch ihr Herz für Orion den Schulstar entdeckt. Da die Schüler der großen Enklaven, der Zaubersiedlungen auf der Welt, mittlerweile ihr magisches Potenzial kennen, reißt man sich darum, ihr einen Platz in der Siedlung anzubieten. Doch El, mürrisch und starrköpfig, wie sie nun mal ist, will das alles nicht. Eigentlich ist sie gerade richtig glücklich mit ihren Freundinnen und Orion. Als die neuen Frischlinge an die Schule kommen, hat einer eine Nachricht von ihrer Mutter: Halt dich fern von Orion Lake!

Wie es nun einmal mit Naomi Noviks Reihen ist, man wird süchtig danach. So ist auch der zweite Teil der Scholomance gruselig schöne Unterhaltung für Teenager und jung gebliebene Erwachsene. Und trotz aller Spannung dreht es sich natürlich um die großen Themen der Welt: Liebe, Freundschaft, Solidarität und Macht. Beim ersten Teil schrieb ich, Harry Potter meets Steven King, doch jetzt muss ich unbedingt noch die Tribute von Panem mit in den Vergleich aufnehmen. Tolle Unterhaltung! Der dritte Teil wird von mir bereits heiß ersehnt.

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Geiger, Gustav Skördeman

Was passiert, wenn eine Schläferin nach mehr als dreißig Jahren im Alter von knapp siebzig den Anruf erhält, auf den sie immer gewartet hat? Nun, dann passiert es, dass sie ihrem eigenen Ehemann, mit dem sie vierzig Jahre verheiratet ist, Kinder und Enkelkinder hat, einfach eine Pistole an den Kopf setzte und abdrückt. Mit diesem Anruf wird etwas in Gang gesetzt, auf das einige Leute lange gewartet haben und es ist etwas wirklich Großes!

Und etwas wirklich Großes hat Gustav Skördeman auch mit dem ersten Teil seiner Debüt-Trilogie abgeliefert. Eine wirklich außergewöhnliche Idee, die das Thema DDR Spionage in Schweden aufgreift, es aktuell macht und keine zwischenmenschliche Niedertracht auslässt. Und das, obwohl die DDR seit über dreißig Jahren nicht mehr besteht. Der Autor lässt den Kalten Krieg wieder aufleben und scheut sich nicht eine richtig alte Frau als Killer loszuschicken. Es ist hochinteressant, wie die achtziger Jahre wieder aufblühen. Skördeman beschreibt vor allem spannende, kontroverse, Frauengestalten, die einen in Atem halten und erzählt seine Geschichte mit einem nicht abreißenden Spannungsbogen.

Großes Kopfkino und ein wahrer Lesegenuss! Schon jetzt bekenne ich mich als Fan der Geiger Trilogie.

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