Schlagwort: Kriminalroman

Inge Löhnig: Ich bin Dein Tod

Ich bin dein Tod! Diese Warnung schriftlich oder per Mail erhalten, leichtfertig als Scherz abgetan, das hat tödliche Folgen. Inge Löhnig hat wieder zugeschlagen. Ein Krimi der besonderen Art. Ein Krimi in dem man mehr Verständnis für den Täter entwickelt und wenig Mitleid mit den Opfern hat. Ist das Rechtens? Worum geht es? Kommissar Dühnfort hat eine neue Stelle in der Abteilung Operative Fallanalyse dem OFK angetreten. Er muss sich als erstes bei den neuen Kollegen bewähren. Er selbst leidet unter den Spitzen der neuen Kollegen und, dass er vom operativen Geschehen ausgeschlossen ist. Als Profiler wird er mit seinem Team zur Fallanalyse zu mehreren Tatorten gerufen. Immer wenn die Kollegen nicht weiter wissen werden sie darum gebeten, ihre  Sichtweite mit in die Ermittlungen einfließen zu lassen. Bald erkennt er, dass ein Zusammenhang von den sehr unterschiedlichen Tatorten und Ausführungen der Morde besteht. Doch sein neuer Chef will von einem Serienmörder nichts wissen. Weiterlesen

Garry Disher: Hope Hill Drive

Wenn Garry Disher seinen Protagonisten Constable Hirschhausen um die Weihnachtszeit im australischen Ausblick auf Streife schickt, spürt man die unbarmherzige Sonne Australiens beim Lesen auf der Haut. Wir lernen die Menschen dieser gottverlassenen Gegend intensiv kennen und fragen uns unwillkürlich wie kann man dort leben und überleben. Der Constable stolpert unwillkürlich immer intensiver in immer intensivere Vergehen und Verbrechen. Die Lebensweise und Mentalität der Bewohner spiegelt sich in den desolaten Zuständen dieser Gegend. Unwillkürlich fragt man sich welche Chancen haben  eigentlich Menschen, die in diesem Umfeld aufwachsen müssen. Disher gelingt es wieder eine Geschichte hoch spannend und absolut realitätsnah zu erzählen. Weiterlesen

Donna Leon: Geheime Quellen, Commissario Brunettis neunundzwanzigster Fall

Die Autorin ist mit Ihren Büchern weltweit vertreten. Außer in Italien. Dabei hält sie den Italienern einen Spiegel vor und zeigt die gesamtgesellschaftlichen Schwächen der Nation. Umweltschutz, Wasser sparen, Datenschutz sind nicht die herausragenden Eigenschaften der Italiener. Das Gerichtswesen liegt im Argen. In diesem Krimi stöhnt der Commissario über die Hitze und die vielen Menschen. In nächsten Krimi, so liest man, werden ihn die Menschen fehlen. Der Krimi ist wie aus dem italienischen Leben, vor Corona, locker, empathisch und gehaltvoll. Weiterlesen

Thomas Christos: 1965 – Der erste Fall für Thomas Engel

Die 1960er Jahre wurde in der Kriminalliteratur bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dies waren die Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs. Die Jugend war es satt die Regeln des patriarchalischen und Führersystems zu befolgen. Das löste bei der bürgerlichen Mehrheit Deutschlands erhebliche Unruhe aus. Diese war gehorsam gewohnt, bzw. war ihr eingeprügelt worden. Deswegen wurden beispielsweise langhaarige Männer grundlos verprügelt. Die „Negermusik“ schon den Nazis ein Graus, wird versucht zu unterdrücken. Beatles, Rolling Stones sind die Idole der Jugend. Aber die Altnazis sind noch immer an der Macht und setzen diese gnadenlos durch. Der Autor zeichnet hie ein spannendes und genaues Bild dieser Zeit. Weiterlesen

Frank Goldammer: Zwei fremde Leben. Interview mit dem Autoren

Als gebürtiger Dresdner hat Goldammer wieder seinen Roman in seiner Heimatstadt angelegt. Als in der DDR aufgewachsener hat er erlebt was es hieß in einem Land zu leben in dem der Staat alles für seine Bürger kontrollierte und bestimmte. Das begann schon, und hier setzt der Autor an, bei der Geburt. Da wurden schon Kinder von Eltern die nicht systemkonform waren in Staatsobhut genommen. Der Staat wollte ja dem Sozialismus ergebene Menschen „züchten“. Diese Linientreuen Staatsbürger mit höheren Funktionen hatten alle Möglichkeiten der Lebensführung, sprich Westprodukte und Reisemöglichkeiten. Goldammer zeigt in seinem Werk sehr deutlich diese Atmosphäre der Unterdrückung und Bespitzelung durch den Staat. Ein Roman der in einem deutschen Staat spielt, den es heute nicht mehr gibt, dessen mentalen Auswirkungen noch heute deutlich zu spüren sind. Weiterlesen

Martin Walker: Connaisseur; Der zwölfte Fall für Bruno, Chef de police

Wieder gelingt es dem Autoren einen spannungsgeladenen Roman abzuliefern, der auch als Reiseführer und auch als Kochbuch Verwendung finden kann. Es ist die unnachahmliche Art wieder Schotte Walker seine Geschichte erzählt und dabei immer tiefer in die Geschichte Frankreichs, und die Art des Lebens im Périgord eindringt. Wie immer, wenn Bruno recherchiert, tauchen die vertrauten Freunde aus den vorhergehenden Romanen auf und sind an den Lösungen der Fälle beteiligt. Es ist immer wieder eine Freude, in diesen Zeiten, in denen man nicht reisen kann, sich virtuell in anderen Landstrichen und Gesellschaften zu bewegen. Weiterlesen

Deon Meyer: Beute

Südafrika steht schon lange nicht mehr im Fokus der Krimileser. Mit diesem Roman sollte es sich ändern. Der Südafrikaner Deon Meyer hat wieder einen spannenden Kriminalroman geschrieben der unser Augenmerk auf dieses Land richtet. Beginnend mit einer Zugfahrt in einem der luxuriösesten Züge der Welt. Weiterhin, informiert man sich über das politische System Südafrikas nach dem Tod von Nelson Mandela. Der Roman berichtet über ausufernde Korruption und Misswirtschaft in dem Land. Spannung baut der Autor durch verschiedene Handlungsstränge in Südafrika und Frankreich auf. Weiterlesen

Martin Calsow: Kill Katzelmacher u. Interview mit Autor

Dieses Buch könnte als Lehrbuch für den Geschichtsunterricht in Gymnasien herhalten. Die Dichte der Atmosphäre, die erzeugt wird, ist unnachahmlich. Die Melange der Akteure ist unglaublich aber nachvollziehbar wahr. Es mischen in diesem historischen Kriminalroman New Yorker Polizisten, Frontsoldaten als ehemalige Polizisten, Juden, Mitglieder der SS, die Kirche und Schwarzhändler mit. Mit dem New Yorker Polizisten Marcus Feinstein, Jude, der als First Leutnant das Münchner Morddezernat leitet, ist ihm der ehemalige Frontsoldat Steinmüller zur Seite gestellt. Zusammen verfolgen sie das Netz ehemaliger SS Schlächter. Die Rattenlinie, der Exit der Naziverbrecher, beginnt in Bayern und führt bis nach Südamerika. Spannend ist es zu lesen, wer, wie und warum in diesem mörderischen Spiel mitmischt. Dabei haben die US-Amerikaner, die große Furcht vor den Russen haben, kein großes Interesse die erfahrenen „Russlandkenner“ von der SS dingfest zu machen. Die führenden Köpfe werden gehängt die anderen schöpft die OSS später die CIA ab. Einige Szenen des Buches sind schon sehr hart, orientieren sich aber an tatsächlichen Gegebenheiten. Weiterlesen

Frank Goldammer: Juni 53

Es ist nunmehr 30 Jahre her, dass die innerdeutsche Grenze der Vergangenheit angehört. Dabei vergessen wir meistens, dass es bereits im Juni 1953 zu einem Aufstand der Arbeiter und Angestellten der DDR kam. Dieser Aufstand wurde blutig niedergeschlagen und es gab viele Tote. Das ist die Rahmenhandlung in der der fünfte Fall für Max Heller spielt. Wieder wird sein kriminalistisches Gespür auf eine harte Probe gestellt, da es einen Widersacher des Ministeriums für Staatssicherheit gibt. Der Autor Frank Goldammer nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und zeigt mit aller Deutlichkeit, die das damalige Regime mit seinen Bürgern umgegangen ist. Hoch spannende Literatur die auch der jetzigen Generation deutlich machen kann was es heißt in einer Diktatur zu leben. Weiterlesen

Elke Nansen: Tödliches Wangerooge, Ostfrieslandkrimi

Eigentlich schon erwartet. Jetzt ist er da, der siebte Band der erfolgreichen Ostfrieslandkrimiserie von der Erfolgsautorin Elke Nansen „Tödliches Wangerooge“. Wer noch kein Fan von Elke Nansen ist und mit diesem Krimi einsteigt, wird sich garantiert noch die Vorgängerbücher besorgen. Was ich auch nur empfehlen kann. Zwar ist jeder Band für sich abgeschlossen, doch läuft durch alle ein roter Faden mit, von dem Ermittlerduo Richard Faber, Rike Waatstedt und Opa Knut, sowie dem ganzen Team vom Emder Kommissariat. Gekonnt ist Elke Nansen eine dramatische Inszenierung gelungen mit einer großen Tragik des Gewesenen. Wofür man selbst Verständnis findet. Weiterlesen