Schlagwort: Kochbuch

Ottolenghi Test Kitchen, Shelf Love, Neue Rezepte aus der Speisekammer

Wenn man Rezensionen verfasst, benötigt man immer einen guten Einstieg. Bei diesem Buch von Ottolenghi und seinem Team, dem OTK Ottolenghi Test Kitchen habe ich gleich drei verschiedene Aufmacher.

Einstieg 1: Für Personen denen Yotam Ottolenghi kein Begriff ist, fragen sich, was ist das denn für ein Buch. Optisch mit seinem Orange und Pink. Titel Shelf Kitchen schwer zu verstehen, nicht einladend mit optisch köstlichem Gericht. Mein Chefredakteur, der als erster das Buch in die Hand bekommen hat, fragte mich, was ist das? Meine Antwort: Ja, das ist Yotam Ottolenghi, seine Bücher sind in der Szene so bekannt, dass er sich das erlauben kann.“

Einstieg 2: Ich sammele alles was es an Kochbüchern, Rezeptheftchen und auch an handgeschrieben Aufzeichnungen von Großmutter, Urgroßmutter, älteren Nachbarinnen oder Großtanten zu finden ist. Gerade die handgeschriebenen Rezepte, zum Teil in Sütterlin geschrieben, haben viele interessante Tipps und Tricks drin. Diese Handhefte wurden in den Küchen eingesetzt, beim Kochen gelesen, dazugeschrieben und waren meistens in Folie eingewickelt. Was macht das Yotam Ottolenghi? Er hat den Umschlag wasserfest und somit abwaschbar gemacht. Auch er möchte, dass man das Buch nicht ins Regal stellt, sondern in der Küche benutzt und bietet sogar Platz zum Eintragen von eigenen Verbesserungen, Zutaten, etc.

Einstieg 3: Ich koche aus und mit Leidenschaft und es bereitet mir Freude, die Familie mit leckeren Essen zu verwöhnen. Was ich nicht mag, sind überfüllte Kühlschränke. Daher ist unser Kühlschrank immer gut aufgeräumt.  Wie sagt dann aber meine Frau immer: Wenn ich in den Kühlschrank schaue, finde ich nichts zum Essen. Mein Mann geht in die Küche, schaut in den Kühlschrank und hat ein leckeres Gericht zusammen. Genauso hat Yotam Ottolenghi mit seinem Team jetzt dieses Kochbuch verfasst. Nichts eingekauft, mit dem Vorhandenen ein Essen gezaubert. Hierzu will Yotam Ottolenghi uns mit diesem Buch animieren. Räumt die Speisekammer und den Kühlschrank auf und macht was draus. Weiterlesen

Seyda Taygur: Sissys Kitchen Meet & Eat

Wenn der Spiegel Seyda Taygur in ihrer Bestseller-Autorenliste führt, muss doch etwas dran sein. Das zweite Buch von der Foodbloggerin – Influencerin ist nach dem großen Erfolg ihres ersten Buches Sissys Kitchen Lecker kochen für deine Lieblingsmenschen, erschienen. Dieses Mal Sissy Kitchen 70 unwiderstehliche und einfache Rezepte für jeden Tag. Anders als im ersten Buch bewegt sie sich jetzt mehr in Europa und nur ein kleiner Teil aus ihrer Heimat der Türkei.

 

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Semi Hassine: Bock auf Handfestes Essen

Bock auf handfestes Essen von Semi Hassine

Einfach gut von Currywurst bis Shakshuha. Das nenn ich mal gelungene Integration. Semi Hassine spricht in seinem Vorwort, hier genannt Inthro: Wir hier im Pott sind alle einfach gestrickt. Firlefanz gibt´s woanders und so versteht sich unsere handfeste Küche für Familien, mit starken Männern, sanften Frauen und strammen Kindern. Wohlgemerkt Semi Hassine ist tunesischer Abstammung und schreibt dann weiter: Als waschechter Osnabrücker und Wahl–Hattinger lebe ich unsere Region auf den Tellern, die unsere Welt bedeuten. Tradition zu wahren und die DNA des Potts sind die besten Zutaten. Zum Traditionellen habe ich Neues hinzugefügt, um die kulturelle Vielfalt unserer Heimat kulinarisch zu fassen. Wir sind heute ein Pott mit vielen Zutaten. Teile des Inthro´s musste ich originalgetreu wiedergeben. Denn es beschreibt dieses Kochbuch. Weiterlesen

Cettina Vicenzino: „Toscana in meiner Küche”

Bei Kochbüchern versuche ich meistens mir erstmal über die Autorenbilder einen ersten Eindruck zu verschaffen. In dem Buch „Toscana in meiner Küche“ gibt es vielleicht ein bis zwei Bilder von Cettina Vicenzino. Dann aber versteckt und auch nicht beschriftet. Cettina Vicenzino hat es gar nicht nötig ihre Bücher mit hoch retuschierten Bildern zu schmücken. Ihre Art Kochbücher zu schreiben, besser gesagt, zu kreieren, spricht für sie! Sie schreibt nicht einfach Rezepte auf, sie beschreibt. Sie selbst sagt, meine Kochbücher sind Lesebücher. Die Rezepte muss man im Zusammenhang, mit den Geschichten und den Menschen, die dahinter sind, verstehen. Gleichzeitig kommt eine Ehrlichkeit dazu. Dafür kann man Cettina nur mögen. Ich nenne sie ab sofort nur noch Cettina, denn diese Seelenverwandtschaft braucht kein SIE! „Toscana in meiner Küche“ sie gibt zu, dass sie keine Toskanerin ist und die Rezepte nicht unbedingt traditionell sind. Weiterlesen

Lopé Ariyo: Hibiskus, Einfach köstlich nigerianisch kochen

Wenn ich ehrlich bin, ich hatte gar keine Ahnung von nigerianischer Küche. Hibiskus kenne ich von den schönen Sträuchern in meinem Garten, die den ganzen Sommer über blühen. Die Blüten halten nur einen Tag, aber es gehen jeden Tag neue auf. Ab und zu muss man mal die verwelkten Blüten aufsammeln. Vor wenigen Jahren gab es dann als ganz neue Innovation marinierte Hibiskusblüten in einem Sektcocktail.  Ehrlich gesagt, Geschmacksache! Jetzt hat eine junge England-Nigerianerin ein Kochbuch mit dem Titel „Hibiskus“ geschrieben. Eine Hommage an die Heimat ihrer Eltern „einfach, köstlich nigerianisch. Weiterlesen

Japaneasy, Tim Anderson -So einfach ist Japanische Küche –

Japanisches Essen ist lecker. Da denkt man an Sushi, Sashimi und Udon-Nudelsuppen. Also Sashimi mache ich noch selber, doch bei Sushi schmeiße ich bereits das Handtuch. Zu kompliziert, zu aufwendig und meine Güte, wo bekommt man die Zutaten her?

Mit den Vorurteilen räumt Tim Anderson jetzt auf und beweist in seinem Kochbuch Japaneasy wie einfach es ist japanisch zu kochen! Ich habe die Probe aufs Exempel gemacht und wer sagt es denn, es war nicht schwer und schmeckte so Umami!

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Marie-Pierre Moine, Gui Gedda: Die Küche der Provence

Fast jeder kennt den Begriff Provence.  Auch wenn man noch nicht da war, verbindet man es mit Bildern aus den Medien, die unendlichen lila Lavendelfelder, soweit das Auge reicht. Doch wo liegt es denn wirklich.  Die Provence liegt im Süden Frankreichs und grenzt an Italien. Was beide Länder gegenseitig kulturell befruchtet hat. Im Westen grenzt es an das Rhone-Delta mit seinen Roseweinen, im Süden liegt es an dem Mittelmeer und beschert der provenzalischen Küche ihren Fischreichtum und im Norden wird die Provence von den Haut-Alpes eingeschlossen. Die klassische französische Küche, sowie die daraus entstandene Novelle Cuisine ist uns über Paris bekannt. Doch die Provence hat immer ihre eigene beständige Küche behauptet. Weiterlesen

Sandra Haslbeck: Frischer Kuchen auf Vorrat gebacken im Glas; Mindestens 6 Monate haltbar!

Kuchen im Glas! Klar geht das! Aber warum und was soll das? Immer diese dummen Vorverurteilungen. Man sollte doch erstmal richtig lesen! Ach, da steht es doch, was mich dazu bewegt hat das Buch in die Hand zu nehmen und mit Interesse zu lesen.Ich zitiere mal aus dem Buch, Seite 10, denn besser kann man es nicht beschreiben: Das Einkochen von Marmelade erfreut sich seit jeher großer Beliebtheit. Aber kaum jemand weiß, dass man auch Kuchen im Glas auf diese traditionelle Art zubereiten und dadurch natürlich haltbar machen kann. Nach dem Backen und Verschließen der heißen Gläser entsteht im Glasinnern ein Vakuum, das dafür sorgt, dass das Gefäß luftdicht versiegelt wird und der Kuchen über eine lange Zeit frisch und saftig bleibt. Weiterlesen

Josh Niland: Der ganze Fisch, Rezepte von der Flosse bis zur Kieme

Haptisch fast sich das Buch schon sehr interessant an. Vorne ein ganzer Fisch und hinten ein Fisch in seinen Einzelteilen absetzt. Beim darüberstreichen, ein Spiel für die Hände. Zusätzlich mit einem sehr lesenswerten Goldband belegt, bedruckt mit Begeisterungssprüchen von namhaften Köchen, darunter Jamie Oliver „Ein überwältigendes Meisterwerk“ oder Yotam Ottolenghi „Mein Kochbuch des Jahres“ oder Nathan Outlaw „Ein sehr, sehr besonderes Buch…. ein Game Changer!“ oder Kylie Wong, mit der für mich umfassenden Aussage „Josh Nilands kompromisslose Disziplin in Kombination mit seiner ganzheitlichen und nachhaltigen Fischküchen–Philosophie führt zu einer Revolution im Denken, Fühlen und Zubereiten.“ Mein persönlicher Zusatz du dieser Aussage „und Schmecken!“ Weiterlesen

Christoph Schulz, Julian Hölzer: Kochen fürs Klima. Wie du dich nachhaltig und umweltbewusst ernährst

Ich als (bis zu diesem Buch) eingefleischter Fleischfan – ich stamme aus einem Forsthaus und den Rehbraten meiner Mutter, der unvergleichlich gut geschmeckt hat, koche (kochte) ich heute noch nach. Jedes Jahr die Weihnachtsgans war ein Muss und einen schönen gegrillten Schweinbauch habe ich jedem Rinderfilet vorgezogen. Dann hat man mir das Angebot gemacht, eine Rezension über dieses Buch „Kochen fürs Klima“ zu schreiben. Ich habe es widerwillig mit den Worten zugesagt: „Ich mag zwar nicht so gerne Weltverbesserbücher, aber ich lerne gerne dazu!“ Jetzt habe ich den Salat und sogar gleich auf dem Teller. Ich wollte zwar nicht, habe aber, sogleich nach der Lektüre, tatsächlich meinen Speiseplan umgestellt. Zugegeben, ganz ohne Fleisch werde ich es sicherlich nicht machen. Das möchte ich auch nicht. Doch mein Speiseplan besteht zu 90% vegan und zu 5% vegetarisch, über die restlichen 5% schweige ich jetzt. Weiterlesen