Schlagwort: Krimialroman

Jürgen Heimbach: Die Rote Hand

Frankfurt 1959, in dieser noch vom Krieg zerstörten Stadt, tummeln sich Kriegsgewinnler Geheimdienste und andere üble Gestalten. Einen Bombenanschlag auf einen Waffenhändler in Frankfurt nimmt der Autor zum Anlass, daraus eine auf Tatsachen beruhende spannende Geschichte zu schreiben. Die rote Hand hat tatsächlich existiert. Es war der Deckname des französischen Geheimdienstes, der in Deutschland Waffenschieber und Waffenhändler bedroht hat, die Waffen an die algerische Widerstandsbewegung geliefert haben.  Eine spannende Geschichte die in einer Atmosphäre spielt, die jeder der in Frankfurt einmal gelebt hat, nachvollziehen kann. Weiterlesen

Gerhard Henschel: SOKO Heidefieber, ein überregional Krimi

Ein fulminantes Werk, das jegliche Grenzen sprengt und alle genreüblichen Bestandteile enthält. Ein Kriminalroman, der wie ein ungebremster, mit Sprengstoff beladene Literatur D-Zug durch die bundesrepublikanische Landschaft rast. Dabei achtet der Autor auf sprachliche und regionale Genauigkeit auch wenn er seine Helden von Griechenland über die Türkei nach Albanien schickt. Gerhard Henschel der Autor hat keine Ängste vor großen Namen, so verarbeitet er die crème de la crème der Boulevardblätter, und auch das bekannteste deutsche Hotel das „Adlon“ mit verbaler Akrobatik. Die Morde an den Regionalkrimiautoren sind von seltener und überdrehter Schaurigkeit, sodass echte Gänsehaut nur von Lachsalven des Lesers vertrieben werden. Der Showdown am Ende des Romans ist von solch brachialer Gewalt, dass das Zwerchfell vor Erschütterung gut beherrscht werden sollte. Henschel erweist sich als echter Sprachakrobat. Weiterlesen

Jan Weiler: Kühn hat Hunger

Jan Wiler löst die „Männlichkeitsfrage“ mit einen fantastischen Krimi. Wann ist der Mann ein Mann, fragt schön Grönemeyer. „Weck die Bestie, du Sau“ ruft der Held des Romans und macht eine fürchterliche Diät. Das es um das Thema Diät bei Männern, dreht ist der vordergründige Teil des Romans. Der tief gehende Teil beschäftigt sich mit dem Problem des „Mann“ werdens. Was ist, wenn „Mann“ nicht die Kurve zum anderen Geschlecht bekommt? Das alles ist verwoben mit einem Fall, in dem es um unglücklich liebende (Incels, involutary celibate), eigentlich einsame Männer geht, die die Schuld dafür, den Frauen zuschieben. Der Roman ist komisch und klug, der zum Nachdenken anregt, ein Porträt des überforderten Mannes, der seine Rolle neu finden muss. Weiterlesen

Leo Heller: Schöner Sterben in Bembeltown

Der hessische Jerry Cotton ist on the Road. Er brettert nicht mit einem Jaguar E durch die Apfelweinluft geschwängerte City Frankfurt sondern hat einen Opel GT unter dem Hintern. Im Gegensatz zu Jerry lässt der ausgefuchste Detektiv auch bei den Schönen und Reichen Damen Frankfurt nix anbrennen. Perfide Kunsträuber liefern ihm und seinen Hausmeisterinnen einen Kampf auf Leben und Tod. Wir zittern mit ihm vor Begeisterung wenn er den heißen 4 Zylinder seines GT anwirft und sich in die Höhle der Esoterikbewegung begibt um sein Selbst im hier und jetzt zu finden. Ob er fündig wird? Lesen sie selbst! Weiterlesen

Dennis Lehane: Alles was heilig ist.

Wieder ein Krimi der mit Bostoner Lokalkolorit sehr spannend daherkommt. Das Ermittlerduo fällt von einem Extrem ins Andere. Das schnelle Geld lockt. Wenn ein schwerkranker und sehr reicher Mann um Hilfe bittet und mit 50.000$ winkt werden die zwei doch weich. Sie werden aber bald erkennen müssen, dass der Job lebensgefährlich für sie daher kommt.

 

 

 

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