Kategorie: Filmkritiken

Film: Drei Schritte zu Dir

Ein guter auf die Leinwand gebrachter Jugendfilm, nachdem sogar ein Buch entstand. Unheilbare Krankheiten sind schon bei Erwachsenenfilmen heikel und oft schwer in bewegten Bildern aufzufangen. Noch schwieriger wird das Thema bei Kinder- und Jugendfilmen. Drei Schritte zu Dir hat jedoch diese Problematik gut eingefangen, ohne dass der Film zu schwülstig wird oder nur im Tal der Tränen endet. Definitiv ist es ein Film, von denen Teenager lernen können, der Mut und Hoffnung macht und ganz nebenbei sehr schön anzusehen ist.

Weiterlesen

Film: Yesterday

Ein witziger und gleichzeitig anrührender Film für einen Familienabend. Aber er funktioniert nur, wenn man die Beatles und ihre Musik kennt!

Denn stellen Sie sich vor, sie werden eines Tages wach und sind anscheinend der einzige Mensch, der sich an die Beatles und ihre Musik erinnert. Für alle anderen Menschen hat es die Gruppe nie gegeben. Wenn Sie dann auch noch ein erfolgloser Musiker sind, dann ist der Weltruhm vorprogrammiert. Es macht einfach nur Spaß sich diesen Film anzusehen. Sie sollten sich das Vergnügen unbedingt gönnen!

Weiterlesen

Der Fall Collini, Verfilmung des Romans von Ferdinand von Schirach

Die Verfilmung des Romans von Ferdinand von Schirach

Hier kann man mit gutem Gewissen von einer genialen Verfilmung eines genialen Buches reden. Der Film ist genau wie das Buch mit leisen Tönen versehen, der ihn so besonders macht. Außerdem wurden eine Handvoll Schauspieler ausgesucht, die nicht hätten besser gewählt werden können.

Vor allem ist hier Elyas M’Barek zu erwähnen. Wer hätte nach seinen stereotypen Besetzungen in Fack yu Göhte und Türkisch für Anfänger damit gerechnet, dass ein ernsthafter Charakterschauspieler hinter diesem Talent steckt. So verkörpert er den unerfahrenen Anwalt Caspar Leinen mit einer Sensibilität, die den Zuschauer tief bewegt.

Großartiger Film. Ein bewegendes Kinoerlebnis, der wieder einmal zeigt, dass große Literaturverfilmungen, mit dem richtigen Regisseur und exzellenten Schauspielern absolut möglich sind. Am 2. Oktober endlich auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Weiterlesen

AD ASTRA – ZU DEN STERNEN

Gute Schauspieler sind oft gefragt. Gerade konnten wir Brad Pitt in „ Once Upon a Time“ in Hollywood bewundern und nun beglückt er uns mit der Figur des Mayor Roy McBride in „Ad Astra“. Ad Astra aus dem griechischen bedeutet „Zu den Sternen“.

Fazit: Absolut sehenswert. Wenig Action, dafür psychologische Zwischentöne, gespielt von einem grandiosen Bratt Pitt. Wer sich auf die ungewöhnlich ruhige Erzählweise von Regisseur James Gray einlässt, darf sich auf einen besonderen Science-Fiction Film freuen, der noch lange nach dem Abspann im Gedächtnis bleibt.

Weiterlesen

Golden Twenties, Film Rezension von Lutz Reigber

Die Biographie der heutigen Jugend

Sophie Kluges Langfilmdebüt handelt von der 25jährigen Ava, die nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums nicht recht weiß, wie es weiter gehen soll. Erst mal zieht sie zu ihrer beschäftigten Mutter. Ihr Kinderzimmer ist zur Abstellkammer degradiert und sie muss sich nun den Raum mit dem nicht benutzten dominanten Crosstrainer teilen.  Die Mutter kommt erst nach Tagen wieder mit ihrer neusten Errungenschaft, ein Lover, der vom Alter her eher zu Ava passen würde. Die Jobsuche zeigt sich wenig erfolgversprechend. Ohne Praktikum keine Stelle. Und zur Krönung der Ironie: Kommen sie doch wieder, wenn sie mehr Erfahrung gesammelt haben. Zusätzlich muss sich Ava mit den Problemen der ehemals besten Freundin abgeben, obwohl sie selbst sich noch nicht gefunden hat. Gott sei Dank bekommt sie eine Hospitanten-Stelle am Theater. Erträgt stoisch die Marotten von Regisseur, Assistentin und Schauspieler. Gleichzeitig erfreut sie sich an dem Interesse des jungen Schauspieler.

Weiterlesen

Die Berufung – Ihr Kampf um Gerechtigkeit

Nach einer wahren Begebenheit

In den Fünfzigern als Jurastudentin nach Harvard zu kommen, ist etwas sehr Besonderes für eine Frau. Doch die geniale Ruth Ginsburg schafft es, trotz eines Babys und eines kranken Mannes. Nach ihrem Abschluss sucht sie in New York eine Anstellung, doch muss feststellen, dass Frauen in dem Beruf immer noch nicht gefragt sind. Selbst als sie in den 70iger Jahren als Professorin unterrichtet, ist die Diskriminierung allgegenwärtig. Sie will das mit allen Mitteln ändern und sieht ihre große Chance, das Gesetzbuch endlich von der Unterdrückung der Frau zu befreien, indem sie den Fall eines diskriminierten Mannes annimmt. Der alleinstehende Sohn pflegt seine demente Mutter und hatte steuerlich eine zusätzliche Pflegekraft eingestellt. Doch das wurde ihm nicht zugestanden, da er ein Mann ist. So beginnt Ruth ihren Kampf gegen das Patriarchat der Richter, Staatsanwälte und ihrer Kollegen.

Weiterlesen

Friedhof der Kuscheltiere

Stephen King steht für Horror, Horror vor dreißig Jahren. So ist die Neuverfilmung vom Friedhof der Kuscheltiere seiner Zeit angepasst. Für Kinoliebhaber der jüngeren Generation, die weder den 1983 frisch erschienenen Roman, noch die erste Verfilmung gesehen haben, ist der Film ganz prima. Spannend mit dem Hände-vor-die-Augen-Effekt, weil man die schlimmsten Szenen nur durch die Fingerritzen schauen kann. Ein typischer Abendfüller, den man mit der besten Freundin oder mit mehreren ansieht. Definitiv sehenswert. Weiterlesen

Willkommen in Marwen

Basierend auf einer wahren Begebenheit

Die berührende Geschichte eines Mannes, der fast zu Tode geprügelt wurde und nur ganz langsam und auf unglaubliche Weise zurück ins Leben findet. Die Animationstechnik in dem Film ist etwas gewohnheitsbedürftig, da ein Großteil der Geschichte von einer Art Barbiepuppen dargestellt wird. Dennoch verfehlt es die Wirkung nicht, weil man nach kurzer Zeit, genauso mit den Puppen fühlt, wie mit Mark Hogancamp, der sich nur durch seine Miniaturwelt dem schlimmen Trauma seines Lebens stellen kann. Ein Film der die Gefühle bewegt!

Weiterlesen

Escape at Dannemora – Flucht von Dannemora

Basierend auf einer wahren Begebenheit

Ein Gefängnisausbruch? Kann man damit Zuschauer noch auf die Couch locken? Haben wir mit Clint Eastwoods Ausbruch von Alcatraz nicht schon den ultimativen Fluchtfilm gesehen? Nein, denn jetzt kommt die wahre Geschichte über die Flucht von zwei Schwerverbrechern aus einem Gefängnis im Bundesstaat New York. Was die Miniserie so interessant macht, ist die so perfekt eingefangene Stimmung. Denn nicht nur bei den Bildern aus dem Gefängnis überkommt den Zuschauer das Gruseln, auch bei dem Leben der normalen Bürger in dieser Kleinstadt überläuft einen ein Schauer. Dort will man nicht tot über dem Zaun hängen und das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum die Gefängnisangestellte Tilly sich entscheidet, zwei Mördern bei der Flucht zu helfen!

Großes Kino mit einer unwiderstehlichen Patricia Arquette als Aufseherin der Gefängnis-Schneiderei Tilly Mitchell und den beiden Insassen gespielt von Benicio del Toro und Paul Dano

 

Weiterlesen

Die Libelle

Die Libelle ist eine Mini-Serie mit sechs Teilen, die nach einem Spionage-Thriller von John le Carré verfilmt wurde. Sie spielt authentisch im Jahre 1970 und es geht um den israelischen und palästinensischen Terror. Nach einem Bombenanschlag, bei dem der kleine Sohn eines jüdischen Attaché in Deutschland getötet wird, setzt der Geheimdienstchef des Mossads Kurtz alles daran die Mörder, zwei palästinensische Brüder zu finden. Dafür setzt er zur Rekrutierung seinen Spitzenmann Becker auf eine junge, idealistische und leicht gelangweilte britische Schauspielerin Charlie an. Erst denkt Charlie, dass sie als Doppelagentin die Rolle ihres Lebens spielen wird, doch dann geht ziemlich alles schief. Sie verliebt sich in Becker, sympathisiert mit den Palästinensern und kommt dem Mann, der für den Bau der Bomben verantwortlich ist viel zu nahe. Gefangen wie in einem Spinnennetz kann Charlie irgendwann nur noch agieren und verliert den Glauben an Recht und Unrecht, an Moral und Menschlichkeit.

Ein großartiger Spionage-Thriller mit einem exzellenten Alexander Skarsgard, der den undurchschaubaren, kalten Verführer spielt. Auch Florence Pugh zeigt eine Spitzenleistung als die, in ihren Gefühlen zerrissene Charlie.

Weiterlesen