Kategorie: Filmkritiken

AD ASTRA – ZU DEN STERNEN

Gute Schauspieler sind oft gefragt. Gerade konnten wir Brad Pitt in „ Once Upon a Time“ in Hollywood bewundern und nun beglückt er uns mit der Figur des Mayor Roy McBride in „Ad Astra“. Ad Astra aus dem griechischen bedeutet „Zu den Sternen“.

Fazit: Absolut sehenswert. Wenig Action, dafür psychologische Zwischentöne, gespielt von einem grandiosen Bratt Pitt. Wer sich auf die ungewöhnlich ruhige Erzählweise von Regisseur James Gray einlässt, darf sich auf einen besonderen Science-Fiction Film freuen, der noch lange nach dem Abspann im Gedächtnis bleibt.

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Golden Twenties, Film Rezension von Lutz Reigber

Die Biographie der heutigen Jugend

Sophie Kluges Langfilmdebüt handelt von der 25jährigen Ava, die nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums nicht recht weiß, wie es weiter gehen soll. Erst mal zieht sie zu ihrer beschäftigten Mutter. Ihr Kinderzimmer ist zur Abstellkammer degradiert und sie muss sich nun den Raum mit dem nicht benutzten dominanten Crosstrainer teilen.  Die Mutter kommt erst nach Tagen wieder mit ihrer neusten Errungenschaft, ein Lover, der vom Alter her eher zu Ava passen würde. Die Jobsuche zeigt sich wenig erfolgversprechend. Ohne Praktikum keine Stelle. Und zur Krönung der Ironie: Kommen sie doch wieder, wenn sie mehr Erfahrung gesammelt haben. Zusätzlich muss sich Ava mit den Problemen der ehemals besten Freundin abgeben, obwohl sie selbst sich noch nicht gefunden hat. Gott sei Dank bekommt sie eine Hospitanten-Stelle am Theater. Erträgt stoisch die Marotten von Regisseur, Assistentin und Schauspieler. Gleichzeitig erfreut sie sich an dem Interesse des jungen Schauspieler.

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Die Berufung – Ihr Kampf um Gerechtigkeit

Nach einer wahren Begebenheit

In den Fünfzigern als Jurastudentin nach Harvard zu kommen, ist etwas sehr Besonderes für eine Frau. Doch die geniale Ruth Ginsburg schafft es, trotz eines Babys und eines kranken Mannes. Nach ihrem Abschluss sucht sie in New York eine Anstellung, doch muss feststellen, dass Frauen in dem Beruf immer noch nicht gefragt sind. Selbst als sie in den 70iger Jahren als Professorin unterrichtet, ist die Diskriminierung allgegenwärtig. Sie will das mit allen Mitteln ändern und sieht ihre große Chance, das Gesetzbuch endlich von der Unterdrückung der Frau zu befreien, indem sie den Fall eines diskriminierten Mannes annimmt. Der alleinstehende Sohn pflegt seine demente Mutter und hatte steuerlich eine zusätzliche Pflegekraft eingestellt. Doch das wurde ihm nicht zugestanden, da er ein Mann ist. So beginnt Ruth ihren Kampf gegen das Patriarchat der Richter, Staatsanwälte und ihrer Kollegen.

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Friedhof der Kuscheltiere

Stephen King steht für Horror, Horror vor dreißig Jahren. So ist die Neuverfilmung vom Friedhof der Kuscheltiere seiner Zeit angepasst. Für Kinoliebhaber der jüngeren Generation, die weder den 1983 frisch erschienenen Roman, noch die erste Verfilmung gesehen haben, ist der Film ganz prima. Spannend mit dem Hände-vor-die-Augen-Effekt, weil man die schlimmsten Szenen nur durch die Fingerritzen schauen kann. Ein typischer Abendfüller, den man mit der besten Freundin oder mit mehreren ansieht. Definitiv sehenswert. Weiterlesen

Willkommen in Marwen

Basierend auf einer wahren Begebenheit

Die berührende Geschichte eines Mannes, der fast zu Tode geprügelt wurde und nur ganz langsam und auf unglaubliche Weise zurück ins Leben findet. Die Animationstechnik in dem Film ist etwas gewohnheitsbedürftig, da ein Großteil der Geschichte von einer Art Barbiepuppen dargestellt wird. Dennoch verfehlt es die Wirkung nicht, weil man nach kurzer Zeit, genauso mit den Puppen fühlt, wie mit Mark Hogancamp, der sich nur durch seine Miniaturwelt dem schlimmen Trauma seines Lebens stellen kann. Ein Film der die Gefühle bewegt!

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Escape at Dannemora – Flucht von Dannemora

Basierend auf einer wahren Begebenheit

Ein Gefängnisausbruch? Kann man damit Zuschauer noch auf die Couch locken? Haben wir mit Clint Eastwoods Ausbruch von Alcatraz nicht schon den ultimativen Fluchtfilm gesehen? Nein, denn jetzt kommt die wahre Geschichte über die Flucht von zwei Schwerverbrechern aus einem Gefängnis im Bundesstaat New York. Was die Miniserie so interessant macht, ist die so perfekt eingefangene Stimmung. Denn nicht nur bei den Bildern aus dem Gefängnis überkommt den Zuschauer das Gruseln, auch bei dem Leben der normalen Bürger in dieser Kleinstadt überläuft einen ein Schauer. Dort will man nicht tot über dem Zaun hängen und das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum die Gefängnisangestellte Tilly sich entscheidet, zwei Mördern bei der Flucht zu helfen!

Großes Kino mit einer unwiderstehlichen Patricia Arquette als Aufseherin der Gefängnis-Schneiderei Tilly Mitchell und den beiden Insassen gespielt von Benicio del Toro und Paul Dano

 

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Die Libelle

Die Libelle ist eine Mini-Serie mit sechs Teilen, die nach einem Spionage-Thriller von John le Carré verfilmt wurde. Sie spielt authentisch im Jahre 1970 und es geht um den israelischen und palästinensischen Terror. Nach einem Bombenanschlag, bei dem der kleine Sohn eines jüdischen Attaché in Deutschland getötet wird, setzt der Geheimdienstchef des Mossads Kurtz alles daran die Mörder, zwei palästinensische Brüder zu finden. Dafür setzt er zur Rekrutierung seinen Spitzenmann Becker auf eine junge, idealistische und leicht gelangweilte britische Schauspielerin Charlie an. Erst denkt Charlie, dass sie als Doppelagentin die Rolle ihres Lebens spielen wird, doch dann geht ziemlich alles schief. Sie verliebt sich in Becker, sympathisiert mit den Palästinensern und kommt dem Mann, der für den Bau der Bomben verantwortlich ist viel zu nahe. Gefangen wie in einem Spinnennetz kann Charlie irgendwann nur noch agieren und verliert den Glauben an Recht und Unrecht, an Moral und Menschlichkeit.

Ein großartiger Spionage-Thriller mit einem exzellenten Alexander Skarsgard, der den undurchschaubaren, kalten Verführer spielt. Auch Florence Pugh zeigt eine Spitzenleistung als die, in ihren Gefühlen zerrissene Charlie.

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UPGRADE

Der erste Terminator 1984 zeigte uns bereits, was passiert, wenn Maschinen den Menschen übernehmen. Es folgten Filme wie RoboCop 1987 und natürlich vor genau zwanzig Jahren dann die unvergleichliche Matrix Trilogie.

Was kann uns dann ein Film wie Upgrade noch Neues zeigen? Nun, ich war ganz positiv überrascht über den Film, und zwar aus zwei Gründen: Erstens, die so wahrscheinliche Technologie, von der ich uns gar nicht mehr so weit entfernt sehe. Und zweitens, dass Gut und Böse in dem Film nicht so eindeutig sind. Und damit meine ich nicht die Mörder, die erbarmungslos gejagt werden. Sondern die Ambivalenz des digitalen Chips STEM, der im Körper eines Menschen ein Eigenleben entwickelt. Er ist weder gut noch böse, er handelt eher wie ein Kind mit brutalem Schwarz- und liebevollem Weiß-Denken. Doch mit einem ganz klaren Ziel, seine eigene Identität mit allen Mitteln zu erhalten.

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The Cloverfield Paradox

The Cloverfield Paradox, Science-Fiction DVD und Blu-ray.

Erst einmal muss ich klarstellen, dass ich die zwei vorhergehenden Cloverfield-Filme nicht kannte, als ich den angeblichen dritten Teil der Chronik sah. Das vorausgesetzt, fand ich diesen Science-Fiction gar nicht so schlecht und kann die zum Teil Overkill-Kritiken nicht verstehen. Denn es handelt sich um einen soliden Scifi, der Paralleluniversen und deren plötzliche Vermischung mit verheerenden Folgen thematisiert. Es ist ein eigenständiger Film, der keine Vorkenntnisse der anderen Cloverfield-Filme braucht und sehr unterhaltend ist. Daniel Brühl spielt seine Rolle gut wie immer und es fehlt auch nicht an Schockmomenten, die mich an Alien erinnerten.

Meiner Meinung ist er für Scifi-Fans absolut sehenswert!

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Auslöschung

Auslöschung (Annihilation), DVD und Blu-ray des Kinofilms, Universal, Paramount

Natalie Portman setzt Standards bei ihren Filmen. Wie ich finde, hat sie und ihre fünf Kolleginnen, die auch bei dem Science-Fiction Auslöschung mitspielen, die Erwartungen vollständig erfüllt. Sehr erfreulich war, dass fast die gesamte Handlung von sechs Schauspielerinnen getragen wird und daher wenig in heldenhaftes Geballer ausartet. Trotz der Tiefsinnigkeit des Scifis lässt eine spannende Action nichts zu wünschen übrig. Ich würde mich anderen Kritikern anschließen und den Film als eine gelungene Mischung aus Avatar, Odyssee im Weltall und Jurassic Park bezeichnen.

Der Film ist sehr sehenswert und wirklich schade, dass man den Science-Fiction nach seinem Start in den USA, Kanada und China nie in die europäischen Kinos brachte. Er wurde leider sofort in 2018 an Netflix verkauft und ging an dem typischen Kinopublikum wie mir einfach vorbei. Immerhin ist er jetzt ab dem 14.3.2019 auf DVD und Blu-ray zu sehen.

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