Soul Painting – was ist das, habe ich mich gefragt. Denn: malt man nicht immer mit der Seele? Neugierig wie ich bin, wollte ich dem Thema auf den Grund gehen. Was mir gleich zu Beginn gefällt: Clara Morgenthau widmet »dieses Buch allen Menschen, die durch Soul-Painting ihrer unerschöpflichen Kreativität und inneren Freude begegnen«. Die Autorin scheut sich nicht, ihre Visionen und Gefühle mit ihren Leserinnen und Lesern zu teilen und sehr bald wird klar, hier geht es nicht nur ums Malen. Sehr ist die Autorin von ihren Aufenthalten in Indien geprägt und Meditation und Yoga sind fester Bestandteil ihres Tagesplans. Wer sich der Reiseleitung Clara Morgenthaus anvertraut, wird über intuitives Malen sowie die Kraft von Glaubenssätzen nach der Sedona-Methode erfahren, lernen, dass man den Schlüssel zur eigenen Kreativität selbst in der Hand hat. Herausfinden, Wünsche in Ziele umzuwandeln und welche Materialien benötigt werden, um loszumalen. Die Anleitungen sind leicht verständlich geschrieben und werden wirksam durch Fotos ergänzt. Damit Geist und Seele gut genährt werden, verrät uns die Autorin 3 ihrer Lieblingsgerichte. Die Anwendung dieses Buches ist eine Therapie. Ein Stück Lebenshilfe, Wünsche in Ziele umzuwandeln. Clara Morgenthau hat es wunderschön auf den Punkt gebracht: »Kreativität ist Mut – Mut, etwas Neues auszuprobieren und unseren inneren Kritiker für einen Augenblick zu vergessen«.

Foto: Detlev Müller
Clara Morgenthau ist seit ihrer frühsten Kindheit bereits kreativ. Sie wuchs in Frankfurt Main auf. Nach ihrem Diplom lebte sie in Hamburg, zog mit ihrem VW Bus durch Süd-Europa, war in Italien bei einem Wanderzirkus und lebte über einige Jahre hinweg immer wieder monatelang in einem indischen Ashram im Bundesstaat Gujarat, wo sie meditierte. Malen und Musik haben sie ihr ganzes Leben lang schon begleitet. Ihr Ideenreichtum und ihr Zugang zu einer schier unerschöpflichen Kreativität sind unverzichtbar, wenn sie Menschen auf ihre einfühlsame und erfrischende ART & Weise von Herz zu Herz etwas vermittelt. Die Methode, die sie anderen Menschen Nahe bringt, aus dem inneren Wesenskern heraus zu agieren, ohne den Verstand oder den Intellekt zu nutzen, aus dem Herzen, der Seele zu Malen, nennt sie „Soul-Painting“. Clara glaubt daran, dass alles miteinander verbunden ist. Dieser ganzheitliche Ansatz zieht sich wie ein roter Faden durch ihr gesamtes Wirken. So fließt in ihre Arbeit auch immer eine natürliche Spiritualität ein, die sie täglich durch Meditation und Yoga lebt. Alles, was sie auf ihrem kreativen, künstlerischen und spirituellen Weg erfährt und selbst lernt, gibt sie voller Freude weiter, ohne etwas zurückzubehalten. Ihre größte Freude ist es, wenn sie durch das Medium von Kreativität andere Menschen inspiriert, ihrem wahren Wesenskern zu begegnen und ein glückliches Leben zu leben.
EMF – Gebunden – 128 Seiten – €20,00 – ISBN 978-3-7459-0906-7
Ein Gartenbuch der besonderen Art. Und das in jeder Hinsicht. Die verspielt, elegante Aufmachung könnte nicht gegensätzlicher sein zu der klaren Strukturierung des Inhalts. Hier schreibt der Akademiker. Als Professor wahrscheinlich Kummer mit den Studierenden gewohnt, gibt Stefan Rebenich eine „hinführende“ Einleitung. Seinen philosophischen Exkursionen hinke ich manchmal etwas hinterher und muss mich anderweitig schlaumachen. Das schreckt mich nicht ab, im Gegenteil, es spornt mich an und sehr schnell wird mir klar, was für einen Schatz ich in Händen halte. Es ist ein Buch, das mich künftig begleiten wird, griffbereit, um immer wieder etwas nachzulesen oder auch um ein wenig zu blättern. Schon der Aufmachung wegen. Es ist ein haptisches Vergnügen über die glatten Seiten zu streichen und das Auge erfreut sich an den zartgrünen Illustrationen. Dankenswerterweise hat der Autor gänzlich auf Fotos verzichtet. Und nebenbei erfahre ich viel Wissens- und Überdenken Wertes. Wie etwa der Satz: Der Garten ist der Spiegel unserer Seele. Oder, dass der Garten nicht kurzfristigen Moden unterworfen sein sollte. Und, dass ich von keinem so viel für meinen Garten lernen kann, wie von Vincent van Gogh: „Ich suche jetzt das Wesentliche zu übersteigern und das Alltägliche absichtlich vage zu belassen.“ 


Matteo Strukul hat wieder zugeschlagen. Nach der erfolgreichen, vierteiligen Reihe über die berühmte Medici-Dynastie führt der Autor seine Leser:innen erneut in die Renaissance und konfrontiert sie gleich mit sieben Familiendynastien, denen im Kampf um Macht, Reichtum und Gebietserweiterung jedes Mittel recht ist. Sie sind Meister der Verschwörung, Intrigen liegen ihnen im Blut und sie gehen keiner blutigen Auseinandersetzung aus dem Weg. Wer zu einer dieser Familien gehört, braucht keine Feinde mehr. Überleben ist alles! Verhasster Ehefrauen entledigt man sich wie Heinrich VIII.: Rübe runter. Das ist wie Game of Thrones auf Italienisch, nicht weniger zimperlich, aber vordergründig kultivierter. Und der Papst spielt auch immer mit. Wer sich für das Buch entscheidet, begibt sich auf eine rasante, spannende Reise in die Vergangenheit Italiens, auf der er auf eine atmosphärische Dichte und lebendige und überzeugende Charaktere trifft. 
Bedarf es in dieser gefährlichen Zeit, in der Europäer auf der Flucht vor Kriegswaffen sind, wirklich noch eines weiteren Buches über die Queen? Vielleicht gerade deswegen! Hat sie nicht in ihrer 70jährigen Regentschaft gezeigt, dass sie eine ausgezeichnete Diplomatin ist, die die Friedensprozesse u.a. in Afrika begleitete. Ein Staatsoberhaupt, das sich für die Transformation des British Empire zum Commonwealth einsetzte und die Gemeinschaft darauf einschwor, mit der Wahl ihres Thronfolgers zu ihrem Nachfolger als Head of Commonwealth, dessen Fortbestand zu sichern. Eine Person, die laut Stellenbeschreibung unparteiisch und unpolitisch zu sein hat und – nicht, weil sie eine Frau ist – keine Meinung zu haben hat. Dennoch möchte man glauben, dass diese kleine große Frau in ihrem kleinen Finger mehr diplomatisches Gespür hat als alle, die im Augenblick in diplomatischen Missionen unterwegs sind. Denise Schweida hat sehr persönliche Würdigungen zum 70. Jahrestag der Thronbesteigung ihrer Majestät zusammen getragen. Teils auf persönlichen Begegnungen beruhend, teilen sie alle eine Gemeinsamkeit: die Bewunderung für eine außergewöhnliche Frau. 
