Alle Artikel von Elke Rossmann

Jeden Tag Gemüse, Kochbuch, Stefanie Hiekmann,

Ach nee, schon wieder ein Vegetarier-Kochbuch? Nein, ganz im Gegenteil, die vegetarische Küche wird immer wichtiger und viele der jungen Leute machen es uns bereit richtig vor. Auch bei meiner Generation hat sich mit dem Fleischkonsum einiges verändert. Einmal die Woche geht auch, ist gut für den Körper und schonend für Tiere und Umwelt. Die notorischen Dinosaurier am Fleischgrill kommen auch noch dahinter. Bei Frau Hiekmann geht es darum, das Beste aus Gemüse herauszuholen und vor allem keine Langeweile aufkommen zu lassen. Mit Pairing-Tabellen, die Saisongemüse mit Früchten, Kräutern, Gewürzen und jeweils einem raffinierten Trick zusammenbringen, hat man schon mal ein wunderbares Grundgerüst. Nun wird in Zubereitungsarten unterteilt: aus der Pfanne, dem Ofen, dem Topf, aus der Schüssel, auf die Hand und am Ende was Süßes. Was will man mehr? Die Rezepte sehen und hören sich lecker an und am wichtigsten für viele Küchenmeister: Es sollte nicht zu kompliziert werden. Sowohl Zutaten, als auch die Basics bekommt man in allen Läden und muss gar nicht erst in spezielle Asia- oder Biomärkte. Die ideale Sache für dieses Kochbuch ist wohl ein wöchentlicher Gemüsekasten direkt vom Bauern. Denn egal, was Saison hat, ein Rezept lässt sich in diesem Kochbuch finden. Und bei fast jedem der Gerichte wird Ersatzgemüse vorgeschlagen, wenn mal gerade keine Jahreszeit für Spitzkohl und Co. ist.

Mir hat das Kochbuch sehr zugesagt, ich werde mich an allem versuchen und freue mich zusätzlich auf selbstgemachte Mayonnaisen und Dips. Es ist auch ein wunderbares Geschenk für die vegetarisch lebende Freundin oder den Freund.

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Schatteneis, Anne Nørdby, Grönlandthriller

Schatteneis ist nicht nur ein Thriller. Der Roman verbindet die traurige Geschichte der Inuit, nachdem die Dänen sie ähnlich strikt zur Kultur bekehren wollten, wie damals die Ureinwohner in Kanada und Alaska, mit gruseligen Serienmorden in Kopenhagen. Marit Rauch Iversen, selbst ein adoptiertes Inuit-Kind, arbeitet für die Polizei als Super-Recognizerin und hätte niemals gedacht, dass gerade ihre Adoptiveltern mit diesen Untaten zu tun hatte. Und anscheinend hat es ein Serienmörder genau auf die alten Geheimbunde, die aus Ärzten, Politikern und Polizisten bestand abgesehen. Noch bevor sie ihren Stiefvater fragen kann, wird er auf grausame Weise ermordet. Stück für Stück deckt Marit die Staatsgeheimnisse auf und stolpert über eine noch schlimmere Angelegenheit. Dem Absturz eines amerikanischen Militärflugzeugs in den Achtzigern in der Arktis, welches mit Atomsprengköpfen bestückt war. Bis auf eine dieser gefährlichen Bomben wurden damals alle gefunden und hier kam ihre leibliche Mutter ins Spiel. Denn wer sollte im ewigen Eis wohl besser eine Bombe suchen als eine Inuit. Aus dem Thriller, der mit rituellen Serienmorden beginnt, wir immer mehr eine Spionagestory, die sowohl den Osten mit der damaligen DDR, als auch die CIA nicht außen vorlässt.

Eine tolle, bis zum Schluss spannende Geschichte, die viel Historisches verarbeitet, aber so geschickt eingebunden, dass man sich als Leser nie belehrt fühlt. Super Sommer-Ferien-Unterhaltung, die bei den momentanen wüstenähnlichen Temperaturen über frostiges Schatteneis erzählt.

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Juli Gold, Wächterin der Zeit, Christine Weißenborn, Jugendbuch ab 12 Jahre

Juli Gold, die Wächterin der Zeit, ist einfach ein wunderbares Abenteuer-Märchen-Fantasy-Buch mit all den Wohlfühl-Zutaten, die man von guten Jugend- und Kinderbüchern kennt. Den Anfang nimmt die Geschichte mitten in New York, wo Juli mit ihrem, ihr immer fremder werdenden Vater Johan lebt. Seit ihre Mutter vor einem Jahr spurlos verschwand, ist nichts mehr wie es war. Nur gut, dass ihre Oma in der kleinen Gärtnerei in Coney Island immer noch der liebste Mensch ihres Lebens ist. Denn Juli hat es auch sonst nicht einfach, keiner mag sie so richtig, weil sie einfach anders ist. Anstatt mit Facebook und Shopping ihre Zeit zu vergeuden, liebt sie es zu träumen und die Natur über alles. Ihr einziger Freund ist der Bäcker Maurice, dessen neuer Geselle ihr am Abend des 13. Geburtstags noch ein paar besondere Kekse vorbeibringt. Nachdem sie von ihrem Vater ein Smartphone bekommen hatte, das ihr vollkommen egal ist, konnte sie wenigstens mit ihrer Oma richtig feiern. Und die schenkt ihr ein echt tolles Zelt, das einmal ihrer Mutter, Dike gehörte. Kurzerhand lädt Juli den Bäckergesellen Janko ein, bei ihr im Garten im Zelt zu übernachten. Doch dieses Zelt ist nicht, was es scheint, denn kaum sind die Reißverschlüsse zu, bricht draußen ein ungeahnter Sturm los. Als sie ihre Köpfe endlich wieder herausstrecken, sind sie irgendwo in einer herrlichen Landschaft, die mit der heißen, vibrierenden New Yorker Stadtmitte so gar nichts mehr zu tun hat. Dieses herrliche Land wirkt wie aus der Zeit gefallen und die beiden Schwestern, die sie dort kennenlernen, sind genau wie das Picknick mit ihnen einfach nur wunderbar. Und da die Sommerferien gerade angefangen haben, beschließen Juli und Janko, etwas länger in diesem Zauberland zu bleiben. Hätten sie geahnt, dass sie in das größte und gefährlichste Abenteuer ihres Lebens gestolpert sind, wären sie ganz schnell wieder abgehauen. Doch dieses Land braucht Hilfe und alle haben nur auf Juli gewartet.

Trolle, Monster, gute Hexen, Geheimnisse, Zeitgeister und einen unbeschreiblicher Schurke gilt es zu bewältigen. Dabei kommen wunderbare Frühstücke, Imbisse und Picknicks nie zu kurz, sodass man das Gefühl bekommt, man reist wieder mit Hobbits zum dunklen Herrscher. Denn knuspriges Weißbrot, goldene Butter und süßer Honig gehörten im Herrn der Ringe genauso wie in Juli Gold einfach dazu. Es geht um Freundschaft, Mut, Verrat und am Ende um …

Es macht richtig Spaß, dieses Buch zu lesen. Für mich gibt es nur ein einziges kleines Manko, denn der Knesebeck Verlag ist vor allem berühmt durch seine wunderbaren Illustrationen. Auch das Buchcover von Juli Gold ist hübsch, doch das abgebildete Mädchen hat mit der Juli Gold im Buch so gar nichts zu tun. Denn ihr Blick ist unfreundlich und das spitze Gesicht mit dem schmalen Mund mehr als abweisend. Leider, denn Juli ist so ein tolles Mädchen, da hätte man sich ein bisschen mehr Mühe geben müssen. Aber das tut einer wunderbar erzählten Geschichte keinen Abbruch, denn all die jungen Leser erschaffen sich ihre Juli Gold einfach im Kopf! Weiterlesen

Maifliegen, Andrew O’Hagan, Ullstein

Maifliegen ist ein inniges und berührendes Buch über eine schottische Männerfreundschaft. Es ist eine Geschichte, die manchmal mit viel Komik, tieferschweifenden philosophischen und politischen Gedanken und am Ende auch mit ans Herz gehenden Worten erzählt wird. Dennoch betritt man dieses Terrain, als Frau und als nicht in dieser Zeit in England und Schottland aufgewachsener Mensch, mit einigem Erstaunen. Denn das in der ersten Hälfte des Buches beschriebene Wochenende auf dem New Musical Festival des Punkrocks in Manchester 1986 fiel in Thatchers Amtszeit. Und der umgreifende Thatcherismus hatte bereits die Arbeiterklasse erfasst. Armut, Verelendung und tiefgreifender sozialer Verfall waren in den Stahlindustriestädten Manchester und Glasgow bereits an der Tagesordnung. In dieser Zeit der allgemeinen Hoffnungslosigkeit und Depression wachsen Tully, Noodles und ihre Freunde auf. Und wie es bei Jugendlichen um die achtzehn Jahre nun mal so ist, können Partys, Mädchen und Musik das Leben in ein Abenteuer verwandeln, das nur in der Ekstase und dem vibrierenden Taumel der Jugend erlebt werden kann.

So beschließen die sechs Freunde aus der schottischen Küstenkleinstadt, für ein Wochenende ins großartige Manchester zu fahren und alle ihre geliebten Bands auf dem Punkfestival zu sehen. Und dieses Wochenende wird unvergesslich, ist es doch das letzte, bevor die Jungs fürs Leben flügge werden. Alle von ihnen beginnen, geläutert oder auch nicht, danach ihr echtes Leben und werden erwachsen. Dreißig Jahre später erhält James, Tullys bester Freund, den er nur Noodels nannte, einen Anruf. Es sind keine guten Neuigkeiten, die diese beiden Freunde wieder näher aneinander schweißt.  Und für Noodles wird Tullys Bitte zu einer existenziellen Frage nach dem Umgang mit dem Leben.

Mir hat das Buch sehr gefallen, aber es war mir auch nicht so fremd, da ich Manchester in den neunziger Jahren recht gut kannte. Ich erinnere mich, meistens nur als Beobachter an die überwältigende Musik, die alkoholischen Exzesse und an die unglaublichen Szenen auf den allgegenwärtigen nach Urin stinkenden Partymeilen. Hat man das gesehen, weiß man einfach, egal wie verrückt dieses Wochenende für die Jungs auch ausgeht, das hat Hand und Fuß und ist nicht der Fantasie des Autors entsprungen. Gefallen hat mir auch die einfühlsame Art, wie im zweiten Teil des Buches mit Leben und Sterben umgegangen wird. Wobei mein Herz viel bei Tullys Frau Anna war, die fast hilflos zusehen muss, wie die beiden Kerle ihr Ding durchziehen. Lassen Sie sich überraschen, es ist auf jeden Fall ein Buch, das nicht spurlos an dem Leser vorbeigeht.

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Reden um nicht zu ersticken, Uschi Waser – die Lebensgeschichte einer Jenischen in der Schweiz, Silvia Süess

Zitat: „Ich sage immer, meine Kindheit war absolut menschenunwürdig. Mit vierzehn Jahren habe ich bereits in 27 unterschiedlichen Heimen und Pflegefamilien gelebt. Das bedeutet, ich bin 54-mal verschoben worden. Zwischendurch war ich immer mal wieder bei meiner Mutter. Doch auch dort war ich Gewalt, Demütigung und noch sexuellem Missbrauch durch den Stiefvater ausgesetzt.“ Zitat Ende

Auch die Schweiz hat ihre Leichen im Keller, wenn es um Verbrechen gegen die Menschlichkeit geht. Gemäß einem Artikel der Neuen Zürcher Zeitung vom 15. Mai 2026 wurde am 19.02.2025 im Bundesrat der Schweiz verlautet, dass die Verfolgung von Jenischen und Sinti diesen Tatbestand des heutigen Völkerrechts erfüllt. Den Sieg errangen Betroffene, eine von ihnen ist Uschi Waser. Passiert ist seither nichts, ist weiter im Artikel zu lesen. Es heißt dort: „Falls sich die Politik durchringt, das Geschehene untersuchen zu lassen, wird der Modus der Aufarbeitung zu klären sein “ … „Bis heute ist nicht einmal geklärt, wer warum als ›Vagant‹ galt und ins Visier der Behörden geriet. Und was unter Jenischen und Sinits verstanden wurde.“

Aber das hilft den Betroffenen nicht. Uschi Waser geriet schon als Baby in die Mühlen der Behörden. Ihre Mutter, ein Kind von zwölf Geschwistern einer jenischen Familie, konnte weder lesen noch schreiben und wurde vom Hilfswerk verfolgt. In Armut aufgewachsen, wurde auch sie als Mündel von Alfred Siegfried, einem wegen sexuellen Missbrauchs verurteilten Lehrer, der das Hilfswerk »Kinder der Landstraße« 1926 lancierte, betreut und als Vormund vieler jenischer Kinder unter anderem Uschi Waser und ihrer Mutter eingesetzt. Erst im Erwachsenenalter bekommt Uschi Waser Zugang zu ihren Akten, die ihr schweres Trauma erklärt und ihren großen Willen einleitet, gegen die ehemalige Pro-Juventute-Stiftung vorzugehen. Denn diese verfolgte die Jenischen und Sintis aus rassistischen Gründen, und besonders hatten jenische Mütter und ihre Kinder darunter zu leiden. Das wirklich Dramatische dabei ist, dass die Schweizer Behörden diese Stiftung unterstützten und das sogenannte Hilfswerk erst 1973, aufgrund journalistischer Recherchen, die das rassistische, unmoralische und zerstörerische Treiben der Verantwortlichen aufdeckten, auflösten.

Uschi Waser fängt nach ihrem Zusammenbruch als erwachsene Frau an, für das Recht der Jenischen zu kämpfen. Zitat: „Ich sehe mich nicht als Aktivistin, sondern als jenische Stimme, die nicht aufhört, auf das große Unrecht hinzuweisen, das uns angetan worden ist. Dabei geht es nicht nur um Pro Juventute – alle haben mitgemacht, der Staat, die Kantone, die Gemeinden, die Kirche und die Justiz. Es ist mir sehr wichtig, dass ich nicht als einzelnes Oper angesehen werde, denn diese Geschichte betrifft ganz viele andere.“

Wie Sie sich schon denken können, ist es keine einfache Literatur. Doch gerade hier in Deutschland ist über die Jenischen wenig bekannt. Das Thema Pro Juventute und die Verbringung von Tausenden von Kindern, von Sterilisation und Internierung in der Schweiz und der Rolle, die die einzelnen Kantone dabei spielten, muss jedoch besonders in der Schweiz erst einmal untersucht und geklärt werden, wie es im Artikel der NZZ heißt.

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Red Winter, Cameron Sullivan, Fantasy-Mystery-Horror

Als Erstes musste ich an den französischen Film „Pakt der Wölfe“ denken, der die Jagd und Tötung der sogenannten Bestie von Gévaudan ganz wunderbar in Szene gesetzt hat. Und tatsächlich handelt ein großer Teil der Geschichte über den roten Winter von dieser Jagd und dem Biest. Doch so ganz anders als im Kinospektakel „Pakt der Wölfe“ verfilmt, geht es im Buch viel mystischer zu. Und ich denke, was dieses Buch ebenso reizvoll macht, ist der Fakt, dass es die Bestie vom Gévaudan wirklich gab. Seine Angriffe 1764 kosteten über drei Jahre etwa 100 Menschen, besonders Kindern, Jugendlichen und Frauen, das Leben. Im wahren Leben wurde die Bestie erlegt, auch wenn man aus den Aufzeichnungen nicht sicher sein kann, ob es sich um einen großen Wolf oder ein aus Afrika mitgebrachtes besonders mächtiges Exemplar einer Streifenhyäne handelte. Ein Tier, das seiner Gefangenschaft in Frankreich entkam und in der Wildnis sein Unwesen trieb. Doch kommen wir jetzt zu „Red Winter“, seines Zeichens ein Fantasy-Mystery-Roman, fast ein Thriller in diesem Genre. Denn die Hauptperson Sebastian Grave ist selbst ein an einen Dämonen gebundenes Wesen, das alterslos ist und seit Jahrhunderten durch die Welt zieht. Er kennt das alte Rom, Jeanne d’Arc Lebensweg und viele historische Ereignisse aus persönlichem Erleben. Sebastian wird gebeten, sich an der Jagd im Gévaudan zu beteiligen, und er ahnt nicht, dass er sowohl der Liebe seines Lebens als auch dem größten Horror seiner Existenz begegnen wird.

Sullivan Cameron wartet mit Geschichten über Götter und Dämonen auf. Verbindet Sagen mit Horror und lässt Märchen einfließen. Selbst vor Engeln macht er nicht halt, und das Ergebnis seiner Melange ist eine spannende und streckenweise sehr humoristische Erzählung. Definitiv ist der Roman flott geschrieben, mit herrlichen Dialogen zwischen dem Dämon Sarmodel und Sebastian, sodass man sich amüsiert und gruselt. Der Autor fängt seine Leser ein in dem Jahrhundert, das definitiv mit der französischen Revolution endete. Sehr lesenswert, wenn Sie für dieses Genre einen Faible haben.

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Flut aus schwarzem Stahl, Anthony Ryan, vom Großmeister der Fantasy geschrieben

Voller Begeisterung hatte ich die Trilogie des Schreibers Alwyn Scribe gelesen und besprochen. Nach über 2000 Seiten verließ ich die westlichen Herzogtümer der Albermaine und dachte, nie zurückzukehren. Weil ich weiß, dass Anthony Ryan einer der Großmeister der Fantasy ist, fing ich mit seiner nächsten Trilogie, ›Die Flut aus schwarzem Stahl‹ an, nur um mit großer Freude festzustellen, wieder von Ascarlia und den Fjordlanden zu hören. Diese Geschichte spielt nach den großen Kriegen des Bundes und der dem Wahnsinn verfallenen Märtyrerin Evadine, deren Ende wir kennen. Auch Alwyn Scribe wird am Rande erwähnt. Der wahre Schauplatz ist jedoch der Norden, mit den drei Königinnen, die ein hartes und kluges Regiment über ihr Reich führen. Obwohl der Norden recht wohlhabend ist, kommt es anscheinend zu Aufständen und regelrechten Brandschatzungen. Doch wer sind diese Krieger, die mit ihren Tätowierungen und Langschiffen so exotisch wirken? In dieser Zeit begleiten wir verschiedene Protagonisten. Thera und Felnir, ein zutiefst verfeindetes Geschwisterpaar, das sowohl im Dienste der Schwesterköniginnen, als auch des Tielwalds auf die Reise geschickt wird. Und die dritte Erzählung ist die von Ruhlin, der mich immer wieder an Alwyn erinnerte. Ein scheuer junger Mann, an dem auf den ersten Blick nichts Besonderes zu finden ist, der jedoch im Laufe seines Abenteuers jedoch zur wahren Bestimmung aufsteigt.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie Anthony Ryan eine völlig logische Welt aufbaut, die weder Mittelerde noch den Königslanden aus Game of Thrones in etwas nachsteht. Krieger, kluge Regentinnen, Gelehrte, falsche Gläubige und vor allem Legenden und alte Magie schlagen jeden Leser dieses Genres in den Bann. Für mich wird auch diese Trilogie ein Muss. Es ist schon erstaunlich, dass 700 Seiten einem nur so durch die Finger rinnen, wenn die Geschichte, die darauf erzählt wird, so unglaublich gut und spannend ist. Ein Hoch auf Anthony Ryan und seine Welt der Ascarlia. Weiterlesen

Der Anfang von Raum und Zeit, Jean-Luc Lehners, ein spannendes Sachbuch über die Galaxien

Physik und Chemie sind Wissenschaften, an die die meisten von uns keine so tollen Erinnerungen haben. Oft hat man sich in der Schule durchgequält! Dabei beschäftigen sich die Physik und die Kosmologie mit hochspannenden Themen. Vor allem aber mit Dingen, von denen jeder von uns schon etwas gehört hat, und sei es bei den Star Trek- oder Star Wars-Filmen. Diese Filme sind, wenn man sie mal näher betrachtet, doch recht wissenschaftlich verwirklicht worden. Da hat vieles Hand und Fuß, würde Mister Hawkings wohl sagen. Aber mal ehrlich, schwarze Löcher, kosmische Hintergrundstrahlung, der Urknall, Lichtgeschwindigkeit und die Relativitätstheorie sind keine Unbekannten. Was wohl die Krux bei solchen Themen ist: Wie können sie erklärt werden, damit es auch Nicht-Wissenschaftlern einleuchtet? Jean-Luc Lehners hat den Dreh raus, denn er ist nicht nur verständlich, er erzählt von den Wundern seines Berufs so anschaulich, dass man sich in einer spannenden Geschichte wiederfindet. Plötzlich werden manche Dinge logischer und auch der, der schon einmal mit Schrödingers Katze im Physikunterricht geärgert wurde, hat plötzlich einen Heureka-Effekt.

Ich gebe zu, mir haben die Physik und speziell die Kosmologie, die erklärt, wie alles aus dem Nichts entstehen konnte und den Anfang von Raum und Zeit bestimmte, mit diesem Buch richtig viel Spaß gemacht. Mit Jean-Luc Lehners ist es ein Vergnügen, in die Tiefen des Universums einzutauchen, wenn auch nur theoretisch. Ein Buch für alle Generationen, Alt und Jung, aber vor allem für jeden, der gerne mal nach dem Warum fragt.

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Deepworld, Anja Reumschüssel, Jugendbuch ab 10 Jahren

Also, das ist ja mal ein echt cooles Buch. Denn es ist ein Buch, das einen in das ultimative Computer-Game bringt. Da braucht man gar nicht online zu sein, sondern nur das Buch zu lesen, um sich mit Monstern, geheimen Kräften und völlig verrückten Dingen auseinanderzusetzen. Gustav hat nicht nur einen bescheuerten Namen, er ist auch ein Loser. Na ja, niemand mag ihn wirklich, und seit sein bester Freund Wilhelm umgezogen ist, wird das Leben in der Schule nicht einfacher. Eines Tages kommt eine Neue: Ruby. Aber die ist noch eigenartiger und dann haben sich zwei Loser gefunden. Ruby lädt Gustav ein, mit ihr Deepworld zu spielen. Ein Online-Rollenspiel, das sich durch VR-Brillen und Sensoren am Körper wie die Wirklichkeit anfühlt. Nur in dieser Wirklichkeit gibt es Monster, Zauberer, Quests und wundersame Belohnungen. Das erste Mal kommen sich Ruby und Gustav etwas näher und so erfährt er von Rubys Bruder, der im Koma liegt. Doch Ruby erzählt ihm nicht die ganze Wahrheit, und als das Spiel sie beide plötzlich gefangenhält, versteht Gustav endlich, dass Rubys Bruder Luca wegen Deepworld krank wurde. Natürlich fragt er sich, ob er selbst nur Mittel zum Zweck ist und Ruby in Deepworld folgen sollte, um ihr auf der Suche nach Luca zu helfen. Koste es, was es wolle!

Ein echt tolles und spannendes Kinder- und Jugendbuch. Denn Deepworld ist wie ein Computerspiel, nur viel besser erzählt. Und es geht um Freundschaft, Liebe, Verlust und die Angst, nie dazuzugehören. Toll, ich werde Deepworld auf jeden Fall weiterschenken und weiß schon jetzt, dass die jungen Computerfreaks ihre Freude mit diesem Buch haben werden.

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Hinter dem Nebel, Christoffer Carlsson, Kriminalroman

»Diese Frau habe ich für mich erschaffen. Niemand kommt mit heiler Haut aus der eigenen Geschichte heraus. Ich habe es getan, um hierherzukommen, und es gibt nichts dagegen zu sagen. Absolut nichts. Habe ich gelogen? Habe ich Opfer gebracht? Habe ich betrogen? Natürlich habe ich das! Und hier bin ich. Ich kann tief in mich hineinblicken, aber könnt ihr es? Hier bin ich. Hier ist ein Mensch. Könnt ihr das akzeptieren?« Mit diesem Zitat fast am Ende des neuen Buchs ›Hinter dem Nebel‹ von Krimigroßmeister Christoffer Carlsson wird bereits viel über diese Geschichte erzählt. Es ist ein superber Krimi, ein Thriller, eine Lebensgeschichte und vielleicht irgendwie auch eine Biografie. Auf jeden Fall ist es aber mehr als nur ein spannender Kriminalroman. So ein Buch ist Literatur und diese von der besseren Art. Wenn Sie Christoffer Carlsson kennen, dann lesen Sie auch diesen Roman, denn der Autor wird mit den Jahren mit jedem seiner Bücher immer besser. Falls Sie ihn noch nicht kennen, fangen Sie unbedingt damit an, liebe Leser.

Es ist kein Wunder, dass die Bücher von Carlsson jedes Mal Bestseller werden, denn solch großartigen Geschichten kann sich niemand entziehen.

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