
Physik und Chemie sind Wissenschaften, an die die meisten von uns keine so tollen Erinnerungen haben. Oft hat man sich in der Schule durchgequält! Dabei beschäftigen sich die Physik und die Kosmologie mit hochspannenden Themen. Vor allem aber mit Dingen, von denen jeder von uns schon etwas gehört hat, und sei es bei den Star Trek- oder Star Wars-Filmen. Diese Filme sind, wenn man sie mal näher betrachtet, doch recht wissenschaftlich verwirklicht worden. Da hat vieles Hand und Fuß, würde Mister Hawkings wohl sagen. Aber mal ehrlich, schwarze Löcher, kosmische Hintergrundstrahlung, der Urknall, Lichtgeschwindigkeit und die Relativitätstheorie sind keine Unbekannten. Was wohl die Krux bei solchen Themen ist: Wie können sie erklärt werden, damit es auch Nicht-Wissenschaftlern einleuchtet? Jean-Luc Lehners hat den Dreh raus, denn er ist nicht nur verständlich, er erzählt von den Wundern seines Berufs so anschaulich, dass man sich in einer spannenden Geschichte wiederfindet. Plötzlich werden manche Dinge logischer und auch der, der schon einmal mit Schrödingers Katze im Physikunterricht geärgert wurde, hat plötzlich einen Heureka-Effekt.
Ich gebe zu, mir haben die Physik und speziell die Kosmologie, die erklärt, wie alles aus dem Nichts entstehen konnte und den Anfang von Raum und Zeit bestimmte, mit diesem Buch richtig viel Spaß gemacht. Mit Jean-Luc Lehners ist es ein Vergnügen, in die Tiefen des Universums einzutauchen, wenn auch nur theoretisch. Ein Buch für alle Generationen, Alt und Jung, aber vor allem für jeden, der gerne mal nach dem Warum fragt.
Also, das ist ja mal ein echt cooles Buch. Denn es ist ein Buch, das einen in das ultimative Computer-Game bringt. Da braucht man gar nicht online zu sein, sondern nur das Buch zu lesen, um sich mit Monstern, geheimen Kräften und völlig verrückten Dingen auseinanderzusetzen. Gustav hat nicht nur einen bescheuerten Namen, er ist auch ein Loser. Na ja, niemand mag ihn wirklich, und seit sein bester Freund Wilhelm umgezogen ist, wird das Leben in der Schule nicht einfacher. Eines Tages kommt eine Neue: Ruby. Aber die ist noch eigenartiger und dann haben sich zwei Loser gefunden. Ruby lädt Gustav ein, mit ihr Deepworld zu spielen. Ein Online-Rollenspiel, das sich durch VR-Brillen und Sensoren am Körper wie die Wirklichkeit anfühlt. Nur in dieser Wirklichkeit gibt es Monster, Zauberer, Quests und wundersame Belohnungen. Das erste Mal kommen sich Ruby und Gustav etwas näher und so erfährt er von Rubys Bruder, der im Koma liegt. Doch Ruby erzählt ihm nicht die ganze Wahrheit, und als das Spiel sie beide plötzlich gefangenhält, versteht Gustav endlich, dass Rubys Bruder Luca wegen Deepworld krank wurde. Natürlich fragt er sich, ob er selbst nur Mittel zum Zweck ist und Ruby in Deepworld folgen sollte, um ihr auf der Suche nach Luca zu helfen. Koste es, was es wolle!
»Diese Frau habe ich für mich erschaffen. Niemand kommt mit heiler Haut aus der eigenen Geschichte heraus. Ich habe es getan, um hierherzukommen, und es gibt nichts dagegen zu sagen. Absolut nichts. Habe ich gelogen? Habe ich Opfer gebracht? Habe ich betrogen? Natürlich habe ich das! Und hier bin ich. Ich kann tief in mich hineinblicken, aber könnt ihr es? Hier bin ich. Hier ist ein Mensch. Könnt ihr das akzeptieren?« Mit diesem Zitat fast am Ende des neuen Buchs ›Hinter dem Nebel‹ von Krimigroßmeister Christoffer Carlsson wird bereits viel über diese Geschichte erzählt. Es ist ein superber Krimi, ein Thriller, eine Lebensgeschichte und vielleicht irgendwie auch eine Biografie. Auf jeden Fall ist es aber mehr als nur ein spannender Kriminalroman. So ein Buch ist Literatur und diese von der besseren Art. Wenn Sie Christoffer Carlsson kennen, dann lesen Sie auch diesen Roman, denn der Autor wird mit den Jahren mit jedem seiner Bücher immer besser. Falls Sie ihn noch nicht kennen, fangen Sie unbedingt damit an, liebe Leser.

Obwohl ich recht gut war in Chemie, war das Periodensystem mit seinen damals nur 106 Elementen eine echte Herausforderung. Man muss sich das mal vorstellen: Wir haben damals die Gruppen und Perioden noch auswendig gelernt. Ist dadurch viel hängen geblieben? Nicht wirklich! Auch hatten wir damals noch nicht das Verständnis der quantenmechanischen Auswirkungen auf unser statisches Atommodell und die kinetische Wirkung der Elektronen. Aber dadurch ist das Periodensystem mit den Jahren eigentlich noch komplizierter geworden.
True Crime hat eine fast morbide Anziehung auf uns Menschen, und zwar für Personen aller Couleur und auch jeden Alters. Und es ist kein Phänomen, das mit CSI, New York, Las Vegas oder Miami in die Freizeitunterhaltung Einzug hielt. Bereits meine Oma saß beim Gläschen Kellergeister schon 1968 vor dem Fernsehen und sah sich Zimmermanns Aktenzeichen XY – ungelöst an. Als ich dann alt genug war, durfte ich auch mitschauen. Was dieses Buch gerade so spannend macht und sich von den vielen anderen Sachbüchern zu dem Thema unterscheidet, ist die Zeitspanne, von der Helmut Eigener redet. Es geht um Fälle, die in den Jahren von 1962 bis 2014 stattfanden und in denen er als Cold Case-Ermittler arbeitete. Nicht jeder Fall konnte gelöst werden, auch wenn er mehr als einmal aufgerollt wurde. Manche scheiterten trotz genügend Indizien an juristischen Fragen und in manchen der Fälle war der Mörder bereits verstorben. Manche Taten konnten aufgeklärt werden und den noch überlebenden Angehörigen konnte durch die Verhaftung des Täters endlich ein Abschluss gewährt werden. Anhand der beschriebenen Fälle und ihres Alters erklärt Helmut Eigner sehr anschaulich, wie sich die Forensik, die juristischen Verfahren und besonders durch den Einzug des Internets und der sozialen Netzwerke, sich die Ermittlungen der Kriminalbeamten und Kriminalbeamtinnen grundlegend verändert haben.
Dieses Kochbuch war für mich eine echte Herausforderung, und die bestand darin, es überhaupt erst aufzuschlagen. Hat man den ersten Schritt jedoch gemacht, ist man im Traumland des Genusses. Die Rezepte sind allein nur beim Lesen eine Freude und man möchte alles unbedingt probieren. Man versteht sofort, was der Koch meint, wenn er sagt: Genuss ist, wenn man sich selbst nicht mehr hört. Wenn man plötzlich mal kurz weg ist, sich verliert und verändert wiederkommt. Und beim Lesen und Betrachten der Rezepte schlemmt man schon mal auf platonischer Ebene. In dieser Hinsicht gebe ich diesem Kochbuch zehn von zehn Sternen und drei Sonderfunkel. Aber – und natürlich kommt ein Aber, wenn man meinen ersten Satz liest: Ich frage mich nämlich, warum man ein solch fantastisches Kochbuch schmälert mit so zum Teil abstoßenden Fotos. Warum inszeniert sich Max Strohe auf dem Cover wie ein völlig in der Midlife-Crisis steckender Mitvierziger mit pubertären Anwandlungen? Er empfängt die Leser mit einem Mittelfinger rechts, einer Kippe in der linken Hand und einem T-Shirt mit der Message: No one is thinking about you! Ich finde so etwas als Leser nicht cool noch hip, sondern reichlich abtörnend. Das gilt auch für einige Fotos seines jungen Teams. Ist denn Provokation die Lösung, um auch junge Menschen auf einen sinnlichen Umgang mit Essensgenuss zu bringen? Nein, das glaube ich nicht. Denn so sinnlich die Rezepte in diesem Kochbuch sind, so feinsinnig ist auch die Fotografie der Resultate: ansprechend, einladend und irgendwie verführend. Leider ist das Cover zu vergleichen mit einem Löffel Kartoffelpüree, das auf einen angeschlagenen, dreckigen Teller geklatscht wurde, da hilft es dann auch nicht, wenn Sommertrüffel drin sind.
Haben Sie den Horrorfilm ›Der Ring‹ gesehen? Er wurde im Jahr 2002 mit Naomi Watts verfilmt, doch das Original stammt aus Japan und basiert auf einem Roman des Autors Kōji Suzuki. Und damit nicht genug: Er soll aufgrund wahrer Ereignisse zur Legende aus dem vierzehnten Jahrhundert geworden sein. Und genauso ist das in Japan: viel Mystik, Aberglaube und eine gewisse Spiritualität, die nicht mehr unbedingt auf religiöser Frömmigkeit basiert. So handeln die sogenannten Kaidans, Gruselgeschichten auch heute noch von Totengeistern, Dämonen und Kobolden. Und jetzt kommt der eklatante Unterschied japanischer Horrorgeschichten zu denen, die wir im Westen und vor allem aus dem US-amerikanischen Kino kennen. Es benötigt keines Blutbades und Gemetzels, um den Leser das Grauen zu lehren. So spielt auch der Schrein mit dem unausgesprochenen, allgegenwärtigen Grusel, dem sich die Protagonisten nicht entziehen können. Es passieren kleine unerklärliche Dinge, doch erst einmal gibt es keinen Toten. Es schleicht sich etwas ein in dieses Buch, diese Geschichte, sodass der Leser sich bald fühlt wie Minami, die Protagonistin im ›Schrein‹. Der wahre Grusel spielt sich im Kopf ab und das Unheimliche, das Böse schleicht sich in den Alltag, das Leben und die Seele der Charaktere. Dadurch, dass in Japan so viele unausgesprochene Regeln gelten und man nie mit der Tür ins Haus fällt, werden solche Gefühle auch nicht rege ausgetauscht, und so muss jeder der Protagonisten selbst entscheiden, ob er verrückt wird oder wirklich Geister hinter ihm her sind. Nicht jedermanns Sache, ich liebe diese japanischen Gruselgeschichten und auch Thriller und Krimis, gerade wegen der kulturellen Unterschiede.
Alle Kinder und gerade die bis acht Jahre jubilieren, wenn das Wort Schnodder, Popel oder Ohrenschmalz ausgesprochen wird. Nicht umsonst gab es bei Harry Potter die Gummibärchen (Jelly Beans) mit Ohrenschmalz- und Popel-Geschmack. Aber wo kommt das ganze Zeug in unserem Körper her und wofür ist es gut, dass wir Menschen manchmal eine schleimige Angelegenheit sind? Das von Clayton Hanmer so fantastisch illustrierte Kinderbuch nimmt uns mit kindgerechten, einfach zu verstehenden Texten von Rachel Poliquin genau dorthin mit auf eine Besichtigung, in die Drüsenfabrik unseres Körpers. Mit der Fabrikdirektorin und ihrem Assistenten besuchen wir die Mundmaschine mit ihren Speicheldrüsen, verstehen, was ein Glibbersack ist, entgehen in der Rotzdusche gerade noch so einem Nieser und verstehen, was Tränenkugeln sind. Und wenn wir dann in die Schaltzentrale, den Hypothalamus, kommen, verstehen wir so langsam, was für ein komplizierter Mechanismus unser eigener Körper ist. Vor allem aber leuchtet uns jetzt ein, wofür Rotz, Schleim, Glibber, Schweiß, Tränen und Ohrenschmalz eigentlich gut sind. Denn ohne diese manchmal ekeligen Ausscheidungen von Drüsen, wären wir ziemlich aufgeschmissen und wahrscheinlich ständig nur krank.