Schlagwort: Rassismus

Dieter Aurass: Rheinlandbastard

Bislang kam die Zeit um 1920 und das Rheinland in dieser Zeit wenig in Kriminalromanen vor. Deutschland hatte den Krieg verloren und musste hohe Reparationszahlungen an Frankreich leisten dass es im Krieg verwüstet hatte. Da Deutschland zahlungsfähig war besetzte Frankreich das Rheinland. Zu den Besatzungssoldaten gehören auch Afrikaner.Das sorge für Zündstoff. Der Roman spielt Koblenz das durch die Festung Ehrenbreitstein dominiert wird. Hier sitzt der französische General der durch Morde an seinen Soldaten aufgeschreckt wird. Er veranlasst das sein Mordermittler mit einem deutschen Kommissar zusammenarbeitet. Je mehr Morde passierten desto enger wird die Zusammenarbeit zwischen den Mordermittlern. Der Autor zeigt uns, wie die Menschen in dieser Zeit dachten und handelten. Die aufkommenden faschistischen Tendenzen bleiben dabei nicht unberücksichtigt. Gut recherchiert und mit Sicherheit werden wir von den beiden Ermittlern noch lesen. Weiterlesen

Esi Edugyan: Washington Black

Ein Buch das geradezu für die gegenwärtige Rassismus Diskussion gemacht ist. Sklaverei, Ausbeutung, Kolonialismus, Menschenverachtung, all dies spielt in diesem Roman eine dominierende Rolle. Ein schwarzer Junge berichtet von seinen Erlebnissen auf einer Zuckerrohrplantage und wird von einem Besitzer für Experimente gebraucht. Mit ihm geht er auch auf Reisen. Dabei trifft er auf die unterschiedlichsten Menschen und macht erstaunliche Erfahrungen. Ein Abenteuerroman, der spannende und tiefe Einblicke in koloniale Denk- und Handlungsweisen ermöglicht. Weiterlesen

Jodi Picoult: Der Funke des Lebens

Ein Roman, der ungeheuer vielschichtig ist. Zunächst einmal geht es oberflächlich um eine Geiselnahme in einer Abtreibungsklinik im Staate Mississippi. Es geht um zwei Väter und zwei Töchter dieser Väter und um die zufällig anwesenden Frauen und dem einen Arzt in dieser Klinik. Vor dieser Klinik haben sich wie immer Abtreibungsgegner positioniert. In der Klinik haben sich Frauen aufgehalten, die entweder vor oder nach einer Abtreibung dort warten. Die Autorin erzählt den Handlungsverlauf rückwärts. Beginnend mit der Geiselnahme und den dramatischen Verläufen bei der Geiselnahme bis hin zu dem morgen am dem sich alle aufmachen um zu dieser Abtreibungsklinik zu gelangen. Dieses Buch spiegelt die innersten Gefühle bei allen Beteiligten wider. Keiner der abtreibungswilligen Frauen hat oder will diese Abtreibung aus leichtfertigen Motiven. Alle sind aus wirtschaftlichen oder anderen sehr wichtigen persönlichen Gründen zu diesen Schritten gezwungen. Das Buch spiegelt aber auch den Rassismus und die dadurch entstandene wirtschaftliche Not in einem eindrucksvollen Kontext. Ein hochaktuelles Werk das brillant geschrieben ist. Weiterlesen

James Carlos Blake: Red Grass River

Mit diesem Buch machen sie einen Sprung in Amerikas Süden. Da wo des Teufels Garten ist, in die Everglades. Sie hören die Moskitos und das plätschernde Gespräch der Alten vom Liars Club. Die erzählen eine Geschichte. Die Geschichte zweier Familien um die Jahre 1920, eine blutige Geschichte bei der es um Korruption, Liebe und Hass geht. Blake spricht bildgewaltig zu uns, der Leserschaft und wer einmal in den Everglades war kann die Atmosphäre geradezu körperlich spüren. Die Gewalt ist fast auf jeder Seite spürbar und man sieht plötzlich die Bilder alter schwarz weiß Gangsterfilme mit James Cagney (Public Enemy) in denen es zu heftigen Schusswechseln kommt. Beste amerikanische Leseunterhaltung. Weiterlesen

Dennis Lehane: Dunkelheit, nimm meine Hand, Ein Fall für Kenzie & Gennaro

Mit einer Reihe von Neuübersetzungen wurde den Werken des Krimiautoren Dennis Lehane Rechnung getragen. Angepasst an heutige Redewendungen und Sprüchen erschließen sich die Zustände des heutigen Amerika recht deutlich. Ein Lob gilt daher auch dem Übersetzer. Der Autor zeigt in seinen Werken Mystic River, Der letzte Drink, ein Land, in dem täglich mit Waffengewalt Banden und auch die Polizei Rechte, in welcher Art auch immer durchgesetzt werden. Weiß gegen Schwarz und anders herum, die Kämpfe sind gnadenlos. Lehane nimmt hier kein Blatt vor den Mund. Mit seinen beiden Detektiven in Boston dringt er tief in die Unterwelt und des organisierten Verbrechens ein. Ein Meister der schreibenden Zunft nimmt uns in seinen Werken quasi mit in ein Land, das scheinbar immer mehr zu den Waffen greift.

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Don Winslow: Way down on the High Lonely

way-downWieder ein echter Höllenritt durch das Genre des Actionkrimis. Diesmal schickt Don Winslow wieder seinen Helden Neal Carey ins „Feuer“. Was so als leichter Auftrag daherkommt, erweist sich als echte Schlacht mit, was man so als Weißes Faschistisches Amerika, bezeichnet. Die Auseinandersetzungen finden umrahmt von den hohen und wilden Gebirgen Nevadas statt. Winslow ist nichts für allzu schwache Nerven. Er hat aber immer großartige Helden.

 

 

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