Schlagwort: England

Denise Schweida (Hg.): God Save The Queen

Bedarf es in dieser gefährlichen Zeit, in der Europäer auf der Flucht vor Kriegswaffen sind, wirklich noch eines weiteren Buches über die Queen? Vielleicht gerade deswegen! Hat sie nicht in ihrer 70jährigen Regentschaft gezeigt, dass sie eine ausgezeichnete Diplomatin ist, die die Friedensprozesse u.a. in Afrika begleitete. Ein Staatsoberhaupt, das sich für die Transformation des British Empire zum Commonwealth einsetzte und die Gemeinschaft darauf einschwor, mit der Wahl ihres Thronfolgers zu ihrem Nachfolger als Head of Commonwealth, dessen Fortbestand zu sichern. Eine Person, die laut Stellenbeschreibung unparteiisch und unpolitisch zu sein hat und – nicht, weil sie eine Frau ist – keine Meinung zu haben hat. Dennoch möchte man glauben, dass diese kleine große Frau in ihrem kleinen Finger mehr diplomatisches Gespür hat als alle, die im Augenblick in diplomatischen Missionen unterwegs sind. Denise Schweida hat sehr persönliche Würdigungen zum 70. Jahrestag der Thronbesteigung ihrer Majestät zusammen getragen. Teils auf persönlichen Begegnungen beruhend, teilen sie alle eine Gemeinsamkeit: die Bewunderung für eine außergewöhnliche Frau. Weiterlesen

Felix Francis: Puls

Wenn der Autor Francis heißt, dann hat man die Gewissheit, dass man es mit Pferderennen in England zu tun hat. Umso erstaunter liest am Anfang, dass die Protagonistin eine Notfallärztin unter Magersucht und Essstörungen leidet. Als dann ein bewusstloser Notfallpatient aus der Rennbahn Chaltenham eingeliefert wird, weiß man, dass man richtig ist. Langsam und hoch spannend entwickelt sich der Plot. Francis versteht es die Krankheit Magersucht und ihre Auswirkungen realitätsnah zu vermitteln. Da die Notärztin auch Rennärztin, also Dienst auf der Pferderennbahn tut, bekommen wir mit, was es heißt ein Jockey zu sein und welche Risiken hier eingegangen werden. Auch ohne dass man sich für Pferdesport interessiert, wird hier eine spannende Geschichte mit sehr realen Hintergründen erzählt. Weiterlesen

Carsten Sebastian Henn, „Der Gin des Lebens“

Wem Carsten Sebastian Henn ein Begriff ist, weiß sofort, wer dort etwas schreibt und wo die Verbindung herkommt Kriminalroman mit einem Fachthema zusammen zu bringen, in diesem Fall mit Gin. Was macht guter Gin aus? Es sind nicht nur Krimis die er beschreibt. Zu seinem Fachthema gehört die Geschichte, die Herstellung, Zusammensetzung, Rezeptur und Cocktails, alles über Gin. Es ist unglaublich was dieser Mann über das Getränk Gin zu sagen weis. Und für die, denen Carsten Sebastian Henn nichts sagt, hier die Beschreibung des Autors.

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Ian McGuire: Der Abstinent

Dieser außergewöhnliche Kriminalroman spielt im Jahre 1867 und schildert das Verhältnis zwischen Engländern und Iren. Als Protagonisten schildert der Autor einen irischen Polizeibeamten der wegen Trunksucht nach Manchester versetzt wird und einen irisch stammenden amerikanischen Soldaten. Der Polizist soll in England irische Verschwörer entdecken und der Soldat soll unter der englischen Bevölkerung für Unruhe sorgen, damit sich Irland von England abspalten kann. Als tatsächliche geschichtliche Grundlage nimmt der Autor die Hinrichtung von drei irischen Fanians, die unter der irischen Einwohnerschaft von Manchester für großen Aufruhr sorgt. Der Roman sorgt für großes Kopfkino das aufgrund der Erzählweise an die Kriminalfilme der fünfziger und sechziger Jahre in schwarz-weiß erinnert. Weiterlesen

Ken Folett: Kingsbridge

Wer den Begriff Schmöker kennt dem sei gesagt, hier liegt einer vom Großmeister des Historienromans vor. Die 1024 Seiten sind voll von Spannung, historischen Details über eine Zeit in dem das Recht des Stärkeren gnadenlos herrschte. Wie immer bringt Folett den Kampf Gut gegen Böse, List gegen Offenheit in eindrucksvoller Weise zu Papier und weis sein Lesepublikum zu fesseln. Der Autor beleuchtet die Zeit vor seinen Bestsellern, Säulen der Erde und den anderen Büchern die insgesamt 38 millionenfach verkauft wurden. Die Jahrtausendwende war keine lustige Zeit. Wer auf der falschen Seite der Insel geboren wurde war leicht ein Sklavendasein beschieden und wer seine Pacht nicht zahlen konnte fand sich in Lohnsklaverei wieder. Natürlich kommt bei Folett die Liebe nicht zu kurz. Ein rundherum gelungenes Werk. Weiterlesen

Mind Games, Leona Deakin

Mind Games von Leona Deakin

Das Debüt einer Psychologin die als Profilerin bei der englischen Polizei gearbeitet hat, schraubt die Erwartungen natürlich hoch. Und Leona Deakin enttäuscht in keiner Weise. Der Schreibstil ist gut und flüssig und wird sich bestimmt im Laufe der Serie noch enorm verbessern. Ein solider spannender Thriller, bei dem man erst auf den letzten hundert Seiten eine gewisse Ahnung bekommt. Wahrscheinlich aber auch nur, wenn man ein Thriller-Spezialist ist.

Wir freuen uns auf die Fortsetzung der Reihe und sind sehr gespannt.

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Die stummen Wächter von Lockwood Manor, Jane Healey

Wenn es um die unheimliche Stimmung des Hauses geht, ist der Roman ein Versuch in Richtung Rebecca von Daphne du Maurier. Nur Lockwood Manor ist nun mal nicht Manderley. Es liest sich dennoch gut und auch spannend, obwohl die Beschreibungen um die Tierexponate des Museums manchmal etwas langatmig sind.

Es ist eine der etwas gruseligen Geschichten über ein altes, englisches Herrenhaus, dass im Endeffekt gar nichts für den Horror, der darin stattfand, kann. Denn es sind wie immer nur Menschen, die für die tragischen Traumata und Verletzungen der Schwächsten unter uns verantwortlich sind. Und so greift die Autorin am Ende zwei wichtige Themen auf, bei denen ich erstaunt war, sie in einem Buch wie Die stummen Wächter von Lockwood Manor zu finden. Und genau dieser Umstand macht den Roman so lesenswert.

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Rebecca Gablé: Hiobs Brüder

Der Verlag hat sich entschlossen, das vorliegende Buch als Taschenbuch herauszugeben. Wieder ist es der Autorin gelungen die Zeit um 1150 n.Chr. lebendig werden zu lassen. Diesmal hat sich die Autorin mit der Zeit vor der Krönung Henry Plantagenet als englischer König, beschäftigt. Deutlich wird hier in dem Roman die Furcht vor dem Anderssein herausgearbeitet. Menschen mit Behinderungen werden gnadenlos weggesperrt und dem Hungertod preisgegeben. Auch das Verhältnis zwischen Juden und Christen ist ein wichtiger Punkt in diesem Roman. Im Roman vergisst natürlich die Autorin nicht, rechtschaffene Helden ins Feld zu führen und so ein wundervolles stimmiges Werk zu schaffen. Weiterlesen

Kate Atkinson: Deckname Flamingo

Ein echter englischer Agentenroman. Der Roman atmet geradezu britisches Understatement. Keine hektischen Aktionen dafür aber ein unendliches Verwirrspiel der handelnden Personen. Wer gehört zu den Guten und wer spioniert für den Feind. Es ist die Zeit des 2. Weltkrieges und des kalten Krieges. Spione überall und keiner weiß wem er trauen kann. Dazu hat die Autorin diese unübertroffene ironische britische Art zu Papier gebracht. Es macht Spass mit der Protagonistin zu rätseln wer denn die bösen Buben sind. Zum Schluss ist man selbst überrascht. Kate Atkinsons unvergleichlicher Spioninnen-Roman – Lesevergnügen auf höchstem Niveau. Weiterlesen

Rebecca Gablé: Teufelskrone, Ein Waringham-Roman

Lange haben die Freunde der Waringhams waren müssen bis neue Geschichten der Familie erschienen sind. Diesmal aus der spannenden Zeit des Richard Löwenherz und seines Bruders John. Dabei kommen beide nicht so weg wie und dies die vielen Filme über die Brüder weiß machen wollen. Löwenherz ist ein Abenteurer der sein Königreich England nur als Zahlmeister für seine Kreuzzüge nutzt und die englische Bevölkerung auspresst. John Plantagenet ist mehr Engländer und auch nicht sehr freundlich zu seinen Baronen. Das alles packt die Geschichtenerzählerin Gablé in einen spannenden Roman. Wir verfolgen den jungen Yvain of Waringham durch die harte Zeit des Knappen und gehen mit ihm auf das Festland in Schlachten gegen Phillip von Frankreich. Die über 900 Seiten sind schnell verschlungen. Weiterlesen