
Also, dieser Thriller hat es in sich, denn er spielt mit dem Leser eine ganze Weile, bis der große Schock kommt, und dann ist plötzlich alles anders als gedacht. Für mich hätte die Wende gerne ein paar Seiten früher kommen können, denn der Anfang hat Längen und am Ende überschlagen sich die Ereignisse. Aber keine Frage, es ist richtig gute Spannungsliteratur.
Viola hat einen scheußlichen Unfall im baufälligen Weinkeller neben dem neu erworbenen Landhaus. Sie verliert ein Bein dabei und kann sich nicht mehr erinnern, was passiert ist. Für die agile junge Frau ist es nicht einfach, sich an diese Behinderung zu gewöhnen. Vor allem, weil ihr Mann plötzlich mehr behütend als notwendig und ihr außerdem eine knallharte Pflegerin zur Seite stellt, die sie keinen Schritt alleine machen lässt. Als er sich dann immer mehr von ihr zurückzieht, kommt sie auf die Idee, ihn mit einem Tracker zu beobachten. Eines dieser Dinger in seinem Schuh geklebt und plötzlich weiß Vio, wo Adam sich aufhält. Und von dem Tag an, erwischt sie ihn ununterbrochen beim Lügen. Aber nicht nur Adam bekommt so ein Ding verpasst, auch eine ihrer Freundinnen, die sich eigenartig verhält, und die gruselige Pflegerin. In dem Moment wird klar: Hier läuft eine Verschwörung, und zwar auf Vios Kosten. Daher trainiert sie mit ihrem einen Bein heimlich und ist plötzlich wesentlich mobiler, als es ihrem Mann, der sie langsam aber sicher als selbstmordgefährdet darstellt, lieb wäre. Nur wer ist dieser Fremde, der um ihr Haus schleicht? Hat Adam jemanden engagiert, sie zu töten?
Man kommt fast an die Stelle, an der man Vio ein Telefon in die Hand drücken will und darauf hofft, dass sie ihre Schwester, einen Arzt oder sogar die Polizei anruft. Und dann passiert es, nämlich das Gegenteil, mit dem man gerechnet hat, und ab da nimmt dieser Thriller einen rasanten gänzlich anderen Verlauf. Von mir eine hundertprozentige Leseempfehlung!
Ein Hörspiel, das unter die Haut geht! Schon nach den ersten Minuten des Hörbuchs war ich komplett gefangen. „Todesfrist“ hat mich von Anfang an gepackt – mit seiner düsteren Atmosphäre, seiner klugen Story und dieser beklemmenden Spannung, die einen einfach nicht mehr loslässt. „Todesfrist“ ist für mich einer der besten Thriller, die ich je gehört habe – intensiv, intelligent und unglaublich spannend. Ein absolutes Muss für alle, die Gänsehaut lieben. Doch Vorsicht, die ersten Minuten waren nichts für schwache Nerven. Gott sei Dank ging es dann etwas entspannter zu – was man entspannt nennen kann.

David Baldacci kämpft seit fast 30 Jahren unermüdlich und unverdrossen gegen die Langeweile im Bücherregal. Mit seinen Thrillern, die in über 40 Sprachen übersetzt wurden, und den unterschiedlichen Helden seiner Geschichten hat er sich eine treue Fangemeinde erschrieben, die sicherlich den zweiten Fall für den Ex-Army-Ranger Travis Devine sehnsüchtig erwartet hat. Devine, der nach seiner militärischen Laufbahn als Privatermittler tätig ist, gerät durch seinen neuen Auftrag in gefährliche Fahrwässer und sieht sich selbst am Abgrund –sowohl im wahrsten Sinne des Wortes als auch im übertragenen Sinne: Spionage auf höchstem Niveau, Staatsgeheimnisse, die in falsche Hände geraten und persönliche Rachefeldzüge. Dazu zahlreiche Geheimnisse und eine verschwiegene und verschworene Fischerdorfgemeinschaft in Maine,
Als 2018 der elfte Band, Preis der Lüge aus der Myron Bolitar Serie erschien, schrieb ich die folgende Rezension: Welche ein Trio-Infernale sind doch Harlan Coben, Myron Bolitar und Winsor Horne Lockwood der Dritte.


Du kannst der Vergangenheit nicht entfliehen! Ein Hoch an Lina Bengtsdotter, besser, imposanter beeindruckender kann man nicht das Leben und das Erwachsen werden in einem kleinen Dorf in Schweden beschreiben. Da Lina Bengtsdotter in so einer Kleinstadt aufgewachsen ist, hoffe ich nur, dass es nur ein Roman ist und nicht doch autobiographisches dran ist. Die Geschichte spielt in dem schwedischen Dorf Silverbro. In solchen kleinen Orten ist das Gemeinschaftsgefühl stark ausgeprägt, jeder kennt jeden. Bei den Gegebenheiten und Situationen in den einzelnen Häusern kennt man sich aus. Man trifft sich im selben Pub, beim selben Wirt. Duldet die Andersdenkenden, die Abgerutschten, verdrängt die Gerüchte über häusliche Gewalt bis hin zum Missbrauch. Man weiß es, aber spricht nicht drüber. Man mischt sich nicht ein. Die Jugend wächst damit auf, sucht den Halt in den Freundschaften, privaten Feten und im Alkohol. Die Erwachsen erzählen von den vielen Mythen und Sagen, auch von Silverbro, von dem vor Jahren verschwundenen Mädchen Sofia, die nie wieder aufgetaucht ist.