Erst kürzlich sagte ich zu meinem besten Freund, den ich jetzt seit 46 Jahren kenne: »Du, der Bruce Willis hat genau die gleiche Krankheit wie du.« Worauf er mir antwortet. »Och, ja, der im Stirb-langsam-Film«, kommt dann von ihm. Er erinnert sich an Bruce Willis und den Film, auch wenn seine Aussprache schwer zu verstehen ist. Er weiß auch, wer ich bin, und ich kenne ihn gut genug, um zu verstehen, was er meint. Denn mein bester Freund hat seit etwa vier Jahren die Diagnose: Frontotemporale Demenz. Leider war er fast zehn Jahre jünger als Bruce Willis, der mit 67 Jahren an FTD erkrankte.
Das ist auch der Grund, warum ich dieses Buch unbedingt lesen und besprechen wollte. Wahrscheinlich muss man einen Angehörigen sein oder lieben Menschen kennen, der mit FTD oder Alzheimer geschlagen ist, um das Buch überhaupt zu lesen. Ich kann nur sagen, dass ich tief beeindruckt bin von Emma Heming Willis, der Autorin, Bruce Willis’ Ehefrau, seiner Freundin, der Mutter seiner Kinder, seiner Pflegerin und seiner Fürsprecherin. Sie hat ein sehr einfühlsames Buch geschrieben und beschreibt vor allem die Gefühle sehr gut, die sie durchleben musste, um für sich einen Status quo zu erreichen, in dem die Krankheit einen nicht mehr begräbt und völlig überfordert. Wie es scheint, ist auch Emma Willis, genau wie die Ehefrau meines besten Freundes, mit der Krankheit ihres Mannes über sich hinausgewachsen. Auch hat Emma Willis sehr hilfreiche Ratschläge gegeben und an vieles in ihrem Buch gedacht, über das wir im Umfeld unseres Kranken noch nicht nachgedacht haben. Was aber wahrscheinlich am wichtigsten an diesem Buch ist, sind die ehrlichen Worte, wenn es um Zorn, Wut, Hilflosigkeit, Verwirrung und Machtlosigkeit geht. Niemand steckt so etwas einfach weg und die vielen Tränen, die bis dahin fließen, machen das Leid nicht einfacher. Aber er gibt Hilfe, und auch diese beschreibt Emma Willis fantastisch und nicht nur aus der Perspektive einer reichen Hollywood-Ehefrau.
Ein großartiges Buch, dass ich allen Angehörigen, Freunden und Menschen, die einen mit FTD oder Alzheimer erkrankten Menschen lieben, nur wärmstens empfehlen kann. Denn es macht klar: Man ist nicht allein in solchen Situationen und muss sich nach Hilfe umsehen! Ich gratuliere Ihnen zu diesem Buch, Frau Willis!
Tom Saller hat einen sehr warmen Stil, eine Geschichte zu schreiben. Er ist als Autor neutral, weckt aber in seinem Roman ›Und Hedi springt‹ tiefe Gefühle beim Leser. Vor allem bei einer Frau wie mir, die in den Sechzigern geboren wurde, und die als emanzipierte Frau durchs Leben gehen durfte. Jedoch wurde ich von meiner Großmutter erzogen, die nur unmerklich älter war als Hedi. Von ihr weiß ich, wie alleinstehende Mütter, Menschen mit anderer Hautfarbe und sexuellen Präferenzen von der Gesellschaft und besonders den Männern dieser Zeit unterjocht wurden. Und die junge Hedi, ein Flüchtlingsmädchen, die Kriegsende alle Menschen verloren hat, lässt sich auf einen jungen Burschen ein. Hans schwängert sie und haut ab. Sich alleine durchzuschlagen, gleicht einer Sisyphus-Arbeit. Denn die bigotte Moral, die noch aus Nazi-Zeiten nachwirkte, die Religion und vor allem der Egoismus, wenn es um das letzte Stück Brot geht, helfen Hedi nicht. Es sind die Ausgegrenzten, mit denen Hedi sich ein Leben aufbaut, mit denen sie Liebe und Wärme erfährt und so ihren Sohn Sigi großzieht. Doch immer wenn man glaubt, es geschafft zu haben, dreht sich das Rad des Lebens weiter. Plötzlich steht Hans, der Vater ihres Sohnes, wieder vor der Tür und führt sich auf, als hätte er Rechte.
„Der Rache Glanz“ von Maud Ventura ist für mich ein literarisches Erlebnis, das noch lange nachhallt. Schon auf den ersten Seiten spürt man, mit welcher Sorgfalt und Intensität Ventura ihre Figuren zeichnet – sie sind vielschichtig, verletzlich und voller Widersprüche, genauso wie wir Menschen eben sind. Besonders beeindruckend finde ich, wie die Autorin es schafft, den Leser durch die emotionalen Untiefen ihrer Protagonistin Cleo zu führen. Jede Seite offenbart neue Facetten von Sehnsucht, Schmerz und der unbändigen Lust auf Vergeltung.
Carnivora – Fleischfresser – allein das Bild auf dem Umschlag, eine halbe Seite Kuhkopf, eine halbe Seite Menschenkopf lässt schon erahnen: Hier geht es um ein brisantes Thema der Zukunft.
„Kochen ohne Grenzen“ von Oz Ben David und Jalil Dabit ist weit mehr als ein gewöhnliches Kochbuch. Es ist ein leidenschaftlicher Appell für kulturelle Offenheit, kulinarische Neugier und das Überwinden von Grenzen – ob sie nun auf Landkarten existieren oder in den Köpfen der Menschen. Die beiden Autoren, die jeweils israelische und palästinensische Wurzeln haben, verbinden in diesem Werk ihre persönlichen Geschichten mit einer Vielfalt an Rezepten aus dem Nahen Osten und der Mittelmeerregion. Sie besitzen ein gemeinsames Restaurant, das allein schon durch ihre Offenheit und Freundlichkeit, für alle Personen da zu sein, ein besonderer Treffpunkt ist. Ob es die LGBTIQ*-Gemeinde ist oder der Hetero-Bürger, alle fühlen sich hier wohl. Essen verbindet über alle Grenzen und Ressentiments hinaus, auch wenn ein unsäglicher Krieg zwischen Israel und Palästina wütet. Hier sind es alles Freunde. Essen verbindet. Von sich selbst sagen die beiden: Für uns geht es nur darum, gutes Essen zuzubereiten und Gastgeber mit vollem Herzen zu sein.
„Mord an Backboard“ ist weit mehr als ein gewöhnlicher Krimi – dieses Buch nimmt die Leserschaft mit auf eine intensive Reise voller Geheimnisse, Zweifel und zwischenmenschlicher Spannung. Von der ersten Seite an spürt man die Unsicherheit und Angst, die sich wie Nebel über das Schiff legt, als ein grausamer Mord die Harmonie der Crew zerstört. Die einfühlsame Darstellung der handelnden Personen lässt einen regelrecht mitfiebern und mitleiden. Nach einem Einbruch in ein Museum ist ein Gemälde verschwunden, dafür ist eine Leiche zurückgelassen worden. Freya Lookwood und ihre Tante Carole ergreifen die Initiative und wollen mit ihrer Detektei den Fall aufklären. Die Spur führt auf ein Luxuskreuzfahrtschiff, das voller exzentrischer Antiquitätenhändler ist. Zusätzlich ist das Schiff voller gestohlener Schätze. Dass sich Freya und ihre Tante in eine gefährliche Lage begeben haben, ist offensichtlich. Wie gefährlich es wirklich ist, erkennt sie, als sie auf den legendären Verbrecherkönig und seine Komplizen trifft.
Alexander Herrmann ist in der deutschen Kochszene ein anerkannter Spitzenkoch. Sowohl als Sternekoch, Fernsehkoch und charismatische Persönlichkeit begeistert er seit Jahren ein großes Publikum. In seinem Kochbuch „Ich lieb’s – Meine 120 Lieblingsrezepte & persönlichen Geschmacksgeheimnisse“ nimmt er die Leserinnen und Leser mit auf eine ganz persönliche Genussreise. Das Buch verspricht nicht nur eine Sammlung kreativer Rezepte, sondern auch Einblicke in Herrmanns Küchenphilosophie und kulinarische Geheimnisse. Perfektion, Emotion und Persönlichkeit sind die Begriffe mit der Alexander Herrmann sein Buch eröffnet. Natürlich ist Perfektion sein ganz persönlicher Anspruch. So hat er auch seine Rezepte gestaltet, mehrfach ausprobiert, akribisch gewogen, Temperaturen und Zeiten gemessen. Die Emotionen sagt Alexander Herrmann sind das allerwichtigste beim Kochen, Essen und vielen anderen Dingen. Meine persönliche Auffassung dazu: wenn man ohne Liebe kocht, gelingt kein Gericht. Die Liebe kann man weder messen noch beschreiben, nur schmecken! Neu war die Deutung der Persönlichkeit. Hier fordert Alexander Herrmann einen auf, seine ganz persönliche Note in die Gerichte zu bringen. Dann sind sie auch authentisch.
Liebe Leser, hier ist noch das passende Weihnachtsgeschenk, das Sie suchen, für jemanden, der alles hat. Denn Sie machen den Liebsten oder die Liebste damit glücklich. Wenn man aus vollem Hals schallend lachen kann, dann hat ein Geschenk seinen Zweck erfüllt. Dieses Buch ist aber auch besonders für Eltern, Großeltern und alle, die beruflich mit Kindern zu tun haben, eine wahre Freude. Wenn Kinder zwischen sechs und zehn Jahren mit ihren Worten und vor allem ihren hübschen Zeichnungen das Familienleben erklären, dann kann man schon mal Tränen lachen.
Schon bei der Ankündigung dieses besonderen Kalenders war mein Gefühl, den musst du dir bestellen. Meine Erwartungen sind mehr als übertroffen. Die optische Aufmachung regt einen schon an. Beim Aufschlagen strahlen die Seiten in satten Farben, die Reproduktionen sind so detailreich, dass man fast das Pinsel- oder Meisel-Gefühl der Künstlerinnen und Künstler spüren kann. Jeden Tag ein neuer Name, ein neues Kunstobjekt, ob gemaltes Bild, Foto oder Skulptur.