Kategorie: Buchbesprechungen

Alexander Herrmann, Aufgegabelt – Das Kochbuch

Eine kulinarische Entdeckungsreise! Die beliebte Fernsehsendung aufgegabelt vom Bayrischen Rundfunk mit Alexander Herrmann geht schon in die zehnte Staffel. Erst jetzt, eigentlich müsste man fragen, endlich oder warum erst jetzt, kommt das Begleitbuch heraus. In seiner Sendung begibt sich der gebürtige Franke Alexander Herrmann auf einen Streifzug durch die bayrischen Lande, besucht unterschiedliche Betriebe, Manufakturen, Landwirte, Pflanzenzuchtbetriebe und sogar liebevoll gemeint Kräuterhexen, die ihn dazu verführen doch auch mal Lindenblätter zu probieren. Er sagt von sich selbst, dass das eine ganz neue Erfahrung für ihn war. Dass dieser persönliche Kontakt mit diesen Menschen voller Enthusiasmus und Liebe zu ihren Produkten eine besondere Erkenntnis mit sich bringt, veranlasst Alexander Herrmann immer in seine Studioküche zu gehen und kreativ mit dem Aufgegabelten umzugehen. Das Ergebnis ist dieses Buch, 65 Rezepte der Jubiläumsstaffel und seine Lieblingsrezepte der vorrangegangenen Sendungen. 
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Megan Hunter: Die Harpyie

Der Titel von Megan Hunters Roman „Die Harpyie“ führt uns in die Welt der Mythologie. Soviel war mir klar, doch sicherheitshalber habe ich gegoogelt: „Eine Harpyie ([deutsch ‚reißender Sturm‘) ist ein geflügeltes Mischwesen der griechischen Mythologie in Vogelgestalt mit Frauenkopf.“ Das kann nichts Gutes verheißen. Zumal Hunter ein künstlerisches Ende für ihre Geschichte wählt und es der Interpretation der Lesenden überlässt, zu deren eigenen Schluss zu kommen. Ein Anruf, ein Satz – ihr Mann betrügt sie mit meiner Frau – verändert das Leben zweier Ehepaare, das beschauliche Familienleben in einem englischen Mittelschicht-Vorort, reißt sorgfältig aufgebaute Schutzmauern ein und lässt die Bestie, vielmehr die Harpyie, in Lucy von der Leine. Mit drei Bestrafungen, die sich Lucy aussuchen darf und dafür aus der Mythologie schöpft, soll das Weiterlesen

Marion Griffith-Karger: Tod am Aegi

Ich bin sozusagen Späteinsteiger, denn obwohl Marion Griffiths-Karger den ersten Niedersachsen-Krimi „Tod am Maschteich“ bereits 2010 veröffentlichte, bin ich erst jetzt auf die Autorin aufmerksam geworden. Dieses Jahr erschien der von den Fans herbeigesehnte siebte Band dieser Reihe – der siebte Fall für Erste Hauptkommissarin Charlotte Wiegand. Liegt es an der „sieben“, der verflixten sieben, dass die Protagonistin Wiegand unter erschwerten Bedingungen ermitteln muss? Ihr Lebensgefährte Bergheim und bester Mann in ihrem Team hat kurz entschlossen ein Sabbatical genommen, um das von seinem Onkel ererbte Haus in Amelinghausen bei Lüneburg wieder in Schuss zu bringen. Und schon befinden wir uns mitten im zweiten Erzählstrang. Aber der Reihe nach. Gerade noch freute sich Weiterlesen

Elke Nansen, Tödlicher Ostfriesenschmaus, Ostfrieslandkrimi

Woran denkt man bei einem Ostfriesenschmaus. Natürlich an Muscheln, Krabben, Labskaus und Co. Was kommt bei Elke Nansen raus? Die Insel Norderney hat sich vor Sylt das diesjährige Gourmet-Festival auf die Insel geholt. Die durchsetzungsstarke Tourismusbeauftragte Frau Udoff hat dazu die zurzeit angesagtesten Köche aus Spanien, Frankreich, England und aus Hamburg den Japaner Ido Kamamura verpflichtet. Was für ein Thema! Elke Nansen muss sich in dieser Feinschmeckergastronomie sehr gut auskennen, wenn sie nicht sogar darin gearbeitet hat.  Dieses Insiderwissen von dem Tonfall, die Hierarchie, der bedingungslose Gehorsam der Köche, das cholerische Verhalten der Patrons, die sexistischen Äußerungen, Anmachen bis hin zu Bedrängnissen. Auf dem Rückumschlag: „Warum sind diese Köche eigentlich alle so durchgeknallt?“ Sicherlich eine ganz persönliche Anmerkung von Elke Nansen.

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Claire Douglas: Girls Night

Atmosphärisch dicht, mit Spannung, interessanten Charakteren und Lokalkolorit geht Autorin Claire Douglas der zentralen Frage dieses Thrillers auf den Grund: wie können drei junge Mädchen sich in Luft auflösen? Um eine Antwort auf diese Frage zu erhalten, muss die Mauer des Schweigens eines ganzen Dorfes Stück für Stück durchbrochen werden, was nicht ungefährlich ist, wie Jenna, eine Journalistin, feststellen muss. Denn es wird offensichtlich, wie quälend der vor 20 Jahren eingetretene Verlust immer noch für die Bewohner ist, und dass sie etwas zu verbergen haben. Für meinen Geschmack manchmal etwas zu blauäugig, gerät Jenna immer wieder in brenzlige Situationen, während sie versucht, Licht ins Dunkel zu Weiterlesen

Doch das Messer sieht man nicht, I.L. Callis, Emons Verlag

Nach den ersten Zeilen dachte ich recht schnell an Babylon Berlin, die erfolgreich verfilmte Serie nach den Büchern von Volker Kutscher. Doch I.L. Callis rückt bei ihrem Kriminalroman viel stärker die Frauenrollen in den Vordergrund. Die Hauptrolle spielt die junge, attraktive Journalistin Anaïs Maar. Aufgewachsen in wohlhabenden Verhältnissen, erfuhr sie Bildung und Umgangsformen. Auch wenn Josefine Baker gerade in den Revuen Furore macht, ist Anaïs Leben in Berlin von 1927 nicht immer einfach, denn auch sie ist schwarz. Um ihren Frustrationen Platz zu machen, boxt sie leidenschaftlich, was ihr Sicherheit und Mut gibt. Diese Zivilcourage bemerkt auch ihr Redakteur und beauftrag sie, über die Serie von Prostituiertenmorden zu schreiben. Der Ripper von Berlin steht Jack the Rippen in nichts nach. Er ist ähnlich grausam und auf eine mysteriöse Weise unsichtbar. Jedoch zieht Anaïs mit ihren Artikeln den Psychopathen in ihren Bann und unterschätzt die Gefahr.

Der Roman lebt durch seine Authentizität, denn Frau Callis legt dem Boxtrainer, den Straßenjungen oder auch der Gelegenheitsdirne Finchen immer die richtigen Worte in den Mund. Und das zum Teil auf deftigen Berlinerisch. So begleitet der Leser Anaïs durch ein Berlin, kurz vor dem Zusammenbruch einer jungen Demokratie. Dort herrscht exzessiver Genuss, ob Sex, Alkohol oder Drogen. Glamour und Reichtum stehen verhungernden Kindern, politischen Straßenschlachten, Kriminalität und unermesslicher Armut gegenüber. Und wenn wir dem spannenden Kriminalroman folgen und mit Anaïs nach dem Ripper suchen, haben wir Leser ihr gegenüber einen Vorteil. Wir wissen von Anfang an, wie grauenvoll die Geschichte mit diesen Berlinern und den Menschen in Deutschland weiterging!

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Stefan Friesenegger: Alles über Fake-Uhren

Der Autor Friesenegger ist ausgewiesener Experte im Erkennen von gefälschten Uhren. In diesem Werk das ordentlich Bebildert ist, erklärt er zunächst die Begriffe Fake, Plagiat, Klon oder Fälschung bei Uhren. Er zeigt wie man Fälschungen erkennt. Das fängt oft bei der Schließe an und hört nicht beim Leuchtverhalten auf. Bei einigen Marken weist der Autor auf Besonderheiten hin bei denen man Fälschungen erkennen kann. In einem Kapitel setzt sich Friesenegger auch mit psychologischen Fragen auseinander. Warum kaufen Menschen Fälschungen? Drückt man Identität durch das Tragen von gefälschten Uhren aus. Ein Buch das sich intensiv mit der Welt der schönen und teuren Uhren und deren „Blender“ auseinander setzt. Weiterlesen

Cecilia Rabess: Alles gut

Kann Liebe alles überwinden? Sind es die Gegensätze, die sich anziehen? Kann man trotz kontroverser politischer Ansichten zusammen glücklich werden? Und – ist wirklich „alles gut“? Cecilia Rabess begleitet in ihrem faszinierenden, komplizierten Debütroman ihre Protagonisten Jess, schwarz und Demokratin und Josh, weiß und Republikaner durch die Zeit der Wahl von Trump zum Präsidenten. Beide kennen sich von der Uni und treffen bei Goldman Sachs wieder. Schlagfertig und wortgewandt diskutieren und streiten sie über kritische Betrachtungen weißer Privilegien, Klassenbewusstsein und darüber, ob es besser im Leben ist glücklich zu sein oder recht zu haben. Trotzdem bleibt vieles ungesagt, wird für später aufgehoben und unter den Teppich Weiterlesen

Magdalena Ahrer: Limettensommer

Magdalena Ahrer legt mit „Limettensommer“ ein beachtenswertes, gelungenes Romandebüt vor. Für fast noch einen Teenager ist sie früh gereift, mit einer ausgezeichneten Beobachtungsgabe gesegnet und kann ihre Eindrücke geschickt in Worte fassen. Sie formuliert präzise, schwafelt nicht rum, sondern kommt auf den Punkt. Ihre Charaktere – die jungen, wie die alten – sind glaubwürdig und lebendig, allen voran Ophelia, die 15-jährige Protagonistin und Ich-Erzählerin. Ophelia ist ein Scheidungskind und aufgrund der angespannten finanziellen Situation ihrer Mutter dazu verdammt, die Schulferien zu Hause zu verbringen. Dass es die Ferien ihres Lebens werden und sie einen riesengroßen Schritt in Richtung Erwachsenwerden macht, kann sie nicht einmal ahnen. Dank der Autorin und ihrer Fantasie werden es spannende, interessante, ganz besondere Tage, in denen Ophelia viel über das Leben, die Liebe, die Beziehung zu anderen und letztlich über sich selbst lernt. Weiterlesen

Dr. med. Nikola Klün, Kompass Kinderernährung, Gesund und gut versorgt in jeder Altersstufe

Mit Rezepten und Tipps für die täglichen Herausforderungen beim Essen. Mein Zusatz dazu: und dem Umgang mit Kindern!

Kompass für die Kinderernährung – brauchen wir das? Wissen denn Eltern nicht, wie man Kinder gesund ernährt? Das ist ja das Dilemma. Plötzlich ist das Kind da. Man ist Eltern mit viel, sehr viel Verantwortung, der man natürlich gerecht werden will. Wie man ein Baby erst stillt und dann später mit der sogenannten Beikost ernährt, erfährt man noch in den Schwangerschaftsvorbereitungskursen. Ob von der Hebamme erklärt und gezeigt, lanciert und gesponsert von der Industrie ist erstmal dahingestellt. Auch die Industrie hat gelernt ohne Zucker und mit sehr wenig Salz zu arbeiten. Es ist trotzdem eine sinnvolle Information und Anleitung und hilft auf jeden Fall für den Start in eine gesunde Ernährung. Wenn die Muttermilch abnimmt und das Baby sich an die zusätzliche Kost – die Beikost – gewöhnen muss. Die Zeit ist erstmal gerettet. Frau Dr. med. Nikola Klün schreibt als Kinderärztin und Ernährungsmedizinerin aus ihrer persönlichen Erfahrung, was sie mit ihren beiden Kindern, die unterschiedlicher im Essverhalten nicht sein konnten. Wie diese beiden Kinder jeweils auf das angebotene Essen reagiert und verhalten haben und mit welchen Mitteln sie das in Griff bekommen hat, ohne Druck.

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