Kategorie: Buchbesprechungen

Luca Ventura: Mitten im August, Der Capri-Krimi

Eine der Sehnsuchtsinsel der deutschen ist Capri. Nun hat auch diese Insel einen Regionalkrimi der in deutscher Sprache erschienen ist. Auf der Insel die sehr viele Menschen besuchen bleibt halt auch die Kriminalität nicht stehen. Die Insel und die angrenzenden zwei Schwesterinseln haben natürlich auch unterirdisch sprich im Meer Besonderheiten, die Ozeangraphen interessieren und untersuchen. Insgesamt bietet der Krimi, einen Überblick, über die Schönheiten und Besonderheiten der Insel. Die Abhängigkeit vom Festland sprich Kriminaldirektion in Neapel wird deutlich herausgearbeitet. Ein Kriminalroman, der locker weg zu lesen ist, und uns Lust macht diese Inselgruppe zu besuchen und auch dort zu verweilen. Weiterlesen

Busengewunder, Lisa Frühbeis und ein Interview mit der Autorin

Fast schelmisch oder besser gesagt verschmitzt sind Lisa Frühbeis’ illustrierte Geschichten über den täglichen Kampf der Frau in unserer Gesellschaft. Dabei sind ihre Beobachtungen des feministischen Alltags messerscharf wiedergegeben und liebevoll gezeichnet. Es ist eine echte Freude sich durch diesen Comic zu blättern und zu schmökern. Dabei kommen einem viele Lacher, einige Ahas und als Frau auch mal ein bisschen Wut. Großartig, wer Franziska Beckers feministische Comics kennt und liebt, wird sich die Sahnestückchen von Lisa Frühbeis nicht entgehen lassen.

Weiterlesen

Franz Keller: Ab in die Küche! Wie wir die Kontrolle über unsere Ernährung zurückgewinnen

Als ich den Titel las, dachte ich: „Ach schon wieder so ein Gesundbuch mit dem Dogma, sich ja richtig zu ernähren!“ Ich habe trotzdem zu diesem Buch gegriffen, weil es von Franz Keller ist. Ich habe Franz Keller zwar nie persönlich kennen gelernt, doch habe ich seinen Werdegang immer mit großem Interesse verfolgt. Mit großem Interesse und später mit großer Freude habe ich dieses Buch studiert, denn Lesen kann man das nicht nennen. Es ist kein Gesundbuch und auch kein dogmatisches Verzicht- oder Diätbuch. Nachdem Franz Keller sein Restaurant „Adler Wirtschaft“ in Hattenheim an seinen Sohn abgegeben hat, lebt er auf seinem (Bio-) Bauernhof, auf dem er Gemüse und Obst für sein Restaurant anbaut und Tiere artgerecht aufzieht. Weiter kann er auf ein vielfältiges Lebens- und Erfahrungsreichtum zurückgreifen. Weiterlesen

Tot bist du perfekt, J P Delyney

Was passiert, wenn du aufwachst, und denkst ein Krankheit überlebt zu haben, nur um festzustellen, dass deine Erinnerungen virtuell sind. Dein Körper eine Maschine mit Gedanken und Gefühlen einer Verstorbenen. Ins Leben geholt von ihrem Ehemann, der mit dem Verlust seine Frau einfach nicht leben konnte. Für den Multimillionär und das EDV-Genie Tim Scott ist es kein Problem, denn seine Firma entwickelte die ersten Roboter. Du bist jetzt Abbie oder auch nicht! Warum kannst du dich nicht an alles erinnern, zum Beispiel an deinen Tod.

Hochspannung bei einer visionären Geschichte, um die Zukunft der Menschheit mit Robotern. Maschinen mit Gefühlen und Ethik und Menschen voller Schlechtigkeit und Abgründe. Tolles Thema für einen erstklassigen Thriller!

Weiterlesen

Tim Frühling: Hessentagtod

Das Fest der Hessen, der Hessentag ist eine feste Größe unter den Festen der Republik. Er zieht viele Hunderttausende in die jeweilige Festtagsstadt. Das Land gibt einige Millionen für Infrastrukturmaßnahmen aus und deshalb läßt sich die Politik und die Stadt feiern. Das kommt sehr authentisch in diesem Krimi rüber. Eine Hessenkönigin hat der Autor kreiert und die Wahl wird zum Mittelpunkt des Geschehens. Mit sehr viel Hessenflair bereitet der Autor seine Geschichte aus die natürlich mit einem Opfer aus der Riege der Bewerberinnen endet. Da die Bewerberinnen aus verschiedenen Regionen des Hessenlandes kommen, werden diese Regionen auch ins Rampenlicht gerückt. Viele Hessen werden sich im Roman mental wiederfinden. Weiterlesen

Trotzdem, Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge

Trotzdem von Ferdinand Schirach

Zwei Philosophen sprechen über die Corona Pandemie und wie bisher mit ihr umgegangen wurde. Ob die Schritte vertretbar sind mit unserem Grundgesetz, unserem Recht auf Freiheit und welche Folgen sie haben könnte.

Sehr kluge Gedanken, die in dem per Instant-Messaging-Dienst zwischen Alexander Kluge in München und Ferdinand von Schirach in Berlin organisiertem Gespräch, ausgetauscht wurden. Ein kleines Buch, das Hoffnung gibt, denn es sieht sich die historischen Katastrohen an und die doch positiven Erneuerungen, die damals dadurch entstanden. So sind die beiden Denker sich einig, dass auch das Virus uns an eine Zeitwende gebracht hat. Beides ist jetzt möglich, das Strahlende und das Schreckliche.

Weiterlesen

Gioacchino Criaco: Die Söhne der Winde

Africo, im Aspromonte ist eine der ärmsten Gegenden Italiens. Hier wird man entweder Mafioso oder wandert aus. Wie das Leben dort aussieht schildert uns einer der von dort kommt. Die Situation der Menschen hat sich über die Jahrhunderte nicht wesentlich verbessert. Warum das so ist wird hier deutlich erklärt. Die Gegend ist ein großer Obst und Gemüsegarten. Er gehört aber nur wenigen. Die Anderen dürfen aber für wenig Geld in diesem Garten schuften. Alle bedienen sich bei den Armen: die Grundbesitzer, die Lastwagenfahrer und die Mafiosi. Die Jugend hat die Möglichkeit zu lernen wird aber von der Konsumgesellschaft auf den leichten Weg geführt. Der Autor zeichnet ein überzeugendes Bild Kalabriens. Weiterlesen

Thomas Engström: East of Inferno

Die Thriller-Serie um Ex-Agent Ludwig Licht geht mit diesem Buch zu Ende. Leider bin ich jetzt erst auf diesen Agenten Ludwig Licht aufmerksam geworden, weil er aus dem gewohnten Agentengenre deutlich heraus sticht. Licht ist sozusagen der gegen Bond. Sozusagen James Bond auf Ecstasy. Schräg, aber gut! Der vorliegende Band spielt in Georgien, Tiflis. Ein Schauplatz, der sehr selten ist und auch von einem gewissen exotischen Reiz. Selten bekommt man Einblicke in die Lebensweise von Georgiern, die teilweise noch unter dem Diktat der ehemaligen Sowjetunion stehen. Der Autor zeigt auf, welche Seilschaften es nach seiner Meinung immer noch gibt. Dies ist nachvollziehbar und macht diesen Roman so spannend. Weiterlesen

Die stummen Wächter von Lockwood Manor, Jane Healey

Wenn es um die unheimliche Stimmung des Hauses geht, ist der Roman ein Versuch in Richtung Rebecca von Daphne du Maurier. Nur Lockwood Manor ist nun mal nicht Manderley. Es liest sich dennoch gut und auch spannend, obwohl die Beschreibungen um die Tierexponate des Museums manchmal etwas langatmig sind.

Es ist eine der etwas gruseligen Geschichten über ein altes, englisches Herrenhaus, dass im Endeffekt gar nichts für den Horror, der darin stattfand, kann. Denn es sind wie immer nur Menschen, die für die tragischen Traumata und Verletzungen der Schwächsten unter uns verantwortlich sind. Und so greift die Autorin am Ende zwei wichtige Themen auf, bei denen ich erstaunt war, sie in einem Buch wie Die stummen Wächter von Lockwood Manor zu finden. Und genau dieser Umstand macht den Roman so lesenswert.

Weiterlesen

Claudia Zaltenbach: T O F U, Yuba & Okara

Wenn ich ganz ehrlich bin, mein erster Mozzarella hat mir auch nicht geschmeckt. Ich fand ihn fade, geschmacklos und uninspirierend. Erst nachdem ich ihn mit guten Tomaten (leider gibt es in den wenigsten Restaurants gute Tomaten, selbst beim Italiener nicht) und etwas gutem Olivenöl gekreuzt habe, kam ich in den Genuss. Seitdem bin ich Mozzarella-Fan und habe sogar einige eigene Rezepte kreiert. Als Involtini in Parmaschinken eingewickelt, lauwarm, mit einem frischen Tomaten – Olivenölfond übergossen. Ein Gedicht!

Genauso habe ich über Tofu gedacht, fade, geschmacklos, trocken. Wer will das den Essen? Ich kann gar nicht verstehen, was die Vegetarier und Veganer daran finden. Auch eigene Kreationen waren für mich nicht der Bourner. Irgendetwas musste ich falsch gemacht haben. Vielleicht hätte ich wie Claudia Zaltenbach auch mal Japan, China und Korea besuchen sollen und mich ebenso wie sie in Tofu –Restaurants überraschen lassen. Weiterlesen