Schon der Titel macht klar: Al Dente As F*ck will kein ehrfürchtig flüsterndes Standardwerk für die Vitrine sein. Bruna Bonaca und Emanuele Mazzaroppi – die beiden Köpfe hinter Pastology – treten als zwei sympathisch kompromisslose Pasta-Freaks auf. Ihr Ton ist frech, ihre Haltung rebellisch, doch beim Teig hört der Spaß auf: Hier zählen Präzision, Fingerspitzengefühl und die Bereitschaft, Mehl, Wasser und Ei wirklich zu verstehen. Ich habe schon sehr viele Bücher über Pasta, Nudeln und Teigwaren gelesen, und mich oft gefragt: Benötigen wir das noch? Es waren gute, schlechte, besondere, interessante und auch sehr gute Bücher dabei. Doch nun liegt ein Buch vor mir: „AL DENTE AS F*CK von Bruna Bonaca und Emanuele Mazzaroppi. Diese beiden sind keine Köche, sie sind Pasta-Freaks. Ihre manische Passion nur selbstgemachte Nudeln aus perfektem Teig, perfekter Formung, richtiger Salzmenge und perfektem Garpunkt – Al Dente, nur dann kann die Pasta die Sauce tragen. Schon beim Lesen ist man gefangen von ihrem beiderseitigen Enthusiasmus im Umgang mit Mehl/Grieß und Wasser oder Mehl und Ei. Dazu die handwerkliche Geduld, das Ertasten, Erfühlen des Teiges, wie wichtig die richtige Konsistenz ist. Ich selbst habe Köche nicht nach ihrem Können beurteilt, sondern danach, ob sie ein Gefühl für ihre Gerichte entwickeln. Diese schmecken trotz handwerklicher Fehler automatisch. Bei den anderen Köchen machen die Gerichte noch nicht mal satt, weil man sie nicht aufisst. Lassen Sie sich von Bruna Bonaca und Emanuele Mazzaroppi verführen und mitreißen.
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Bruna Bonaca wurde in Brasilien geboren und wuchs in Italien auf. Während eines Tiermedizinstudiums arbeitete sie im renovierten Drei-Sterne-Restaurant Le Calandre und entdeckte ihre Leidenschaft für Gastronomie. Anschließend besuchte sie die Kochschule in Cadzand und sammelte Erfahrung im Zwei-Sterne-Restaurant Pure C. Später übernahm sie das Fun-Dining-Konzept Ukly Duckling in Knokke.
Während der Coronazeit verpflichtet, zu Hause zu bleiben, aber mit zu viel Mehl daheim, gründete sie gemeinsam mit Emanuele Mazzaroppi 2021 „Pastalogy“. Aus dem zunächst als Leidenschaftsprojekt gestarteten Unternehmen entwickelte sich eine international bekannte Pasta-Marke. 2024 wurden beide für ihre handgemachte Pasta mit dem Gault & Millau Culinary Innovators Award ausgezeichnet.
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Emanuele Mazzaroppi ist italienischer Koch und Pasta-Spezialist aus Rom. Er wuchs im Bistro seiner Eltern auf und kam dadurch schon früh mit der italienischen Küche in Berührung. Mit 18 Jahren ging er nach London, um seine gastronomische Ausbildung zu vertiefen, und sammelte anschließend Erfahrungen in renommierten europäischen Sternerestaurants – unter anderem bei Gordon Ramsay in London, im Tetedoie in Lyon und im IL Tino in Italien. Später arbeitete er im Zwei-Sterne-Restaurant Pur C und im ebenfalls mit zwei Sternenausgezeichneten De Jonkman in Brügge.
Zwei Freaks – die größte Stärke des Buches liegt in der Konzentration auf den Weg vom Grundteig zur fertigen Form. Drei Teigvarianten mit und ohne Ei bilden das Fundament, aus dem Schritt für Schritt mehr als zwanzig Pastasorten entstehen. Damit behandeln Bonaca und Mazzaroppi Nudeln nicht als bloße Träger einer Sauce, sondern als eigenständiges Handwerk. Kneten, Ruhenlassen, Ausrollen und Formen werden zu einer zusammenhängenden Praxis: Konsistenz muss ertastet, Spannung aufgebaut und Dicke kontrolliert werden. Gerade diese körperliche Seite der Pastaherstellung vermittelt das Duo mit überzeugender Begeisterung. Dabei ergänzen sich die beiden Freaks scheinbar ideal. Ihre Erfahrung aus italienischen Familienküchen und anspruchsvoller Restaurantgastronomie sorgt dafür, dass überlieferte Technik nicht verklärt, sondern geprüft und für die heimische Küche übersetzt wird. Die Anleitungen versprechen Orientierung bei der Wahl des passenden Teiges und führen von breiten Pappardelle bis zu gefüllten, sorgfältig verschlossenen Caramelle. Das ist ambitioniert, wirkt aber nicht wie eine artistische Leistungsschau: Das Buch möchte, dass man selbst die Ärmel hochkrempelt. Nachdem man nun ausführlich und eindringlich Teige und Formen erlernen konnte, folgen 45 Gerichte von italienischen Klassikern mit bewusst unorthodoxen Ideen und dem Mut, durch die Welt zu gehen. Pasta sind international. Neben Tagliatelle mit Ragù oder Tortellini in Brühe stehen etwa Orecchiette mit Kimchi und schwarzem Trüffel, Trofie mit Mapo-Tofu-Sauce oder Cappelletti im Banh-mi-Stil. Entscheidend ist, dass die Experimente nicht von der Pasta ablenken. Im besten Fall zeigen sie vielmehr, wie Form, Füllung und Sauce gemeinsam gedacht werden können. Der etwas freche, aber sympathische Ton und die markante Food-Fotografie geben dem Buch Energie. Doch gerade die demonstrative Besessenheit der Autoren ist ansteckend: Fehler erscheinen nicht als Niederlage, sondern als Teil eines Lernprozesses, an dessen Ende man Teig nicht nur nach Rezept, sondern nach Gefühl beurteilt. Ein mitreißendes Buch, Pasta selbst herzustellen. Achtung, ihre Küche bekommt Mehl ab. Von mir eine besondere Empfehlung!
Al DENTE AS F*CK, Bruna Bonaca, Emanuele Mazzaroppi, Riva Verlag, ISBN: 978-3-7423-3016-1, Hardcover, Seiten 165, € 26, erschienen August 2026.
Man muss sich bei diesem ersten Teil einer neuen pseudo-japanischen Fantasiereihe stets vor Augen halten, dass es Mister Tamakis erster Roman ist. Ich vermute, er war Drehbuchautor in Hollywood, denn für ein Debüt ist der erste Teil seiner Fantasie-Trilogie wirklich ausgezeichnet. Es erinnerte mich an die Romane des Otori-Clans von Lian Hearn, die wirklich genial waren. Auch wenn der Autor sich mit den vielen japanischen Namen, Bezeichnungen und auch den Beschreibungen der Ländereien manchmal über den Horizont des Lesers hinauswagt – da helfen auch kein Namensglossar am Ende und keine Karte am Anfang –, so kommt man Seite für Seite tiefer in diese Welt der Fantasie hinein. Die Protagonisten, vor allem die Guten unter ihnen, sind sorgfältig gewählt und zeichnen sich am Anfang der Geschichte fast alle durch Unsicherheit aus. Ein wunderbarer Auftakt für eine große Trilogie, denn wir kennen das von Epen wie ›Der Herr der Ringe‹ oder auch ›Game of Thrones‹, dass die wahren Helden erst nach langem Ringen, ihre wahre Kraft und mutig ihr Schicksal finden.
Es fängt ganz klein an. Man probiert einen Whisky, oh … das ist aber interessant. Bekannte und Freunde bieten plötzlich Whisky an, man bekommt immer mehr Gefallen daran, man geht zu Whisky-Verkostungen und Whisky-Messen, bis man meint, unbedingt Irland, Schottland und speziell Isle of Islay zu besuchen. Man geht zu den bekanntesten Destillerien: Ardbeg, Laphroaig, Bruichladdich, Lagavulin, Bowmore, Bunnahabhain und viele mehr. Ein Traum, sich dort durchzuprobieren, und dann kommt es: Man kann flaschenweise die Whiskys erwerben oder halbe oder ganze Fässer kaufen, ganze, dort lagern lassen, bis sie die Lagerzeit erreicht haben, lässt sie in einem bestimmten Fass, Rotweinfass-Finish, Sherryfass, Portweinfass etc. und bekommt dann seinen Whisky geliefert. Entweder man trinkt alles selbst, verschenkt ihn an Freunde oder versucht ihn zu verkaufen. Bleibt ein Gewinn übrig? Und wie ist es mit dem Erwerben von Whiskys aus aller Welt: Japan, Dänemark, Irland, Wales, Deutschland? Lohnt es sich dort, bestimmte Mengen sich zuzulegen und nach entsprechenden Jahren wieder zu veräußern, gerade wenn der spezielle Jahrgang limitiert oder eine Sonderedition ist? Gibtes eine Börse für meinen als Anlage gehorteten Whisky? Hier die Antwort für jeden Whiskyfan von Philipp Racher „Whisky – Flüssiges Gold“. Mit Whisky-Investments nachhaltig Vermögen aufbauen oder Whisky – Meine Aktie!

Immer mal wieder stellen wir auch ein etwas älteres Buch vor. Dieses Mal ist es einer der mittlerweile doch sehr bekannten Krimis von Alex Beer aus der Reihe um die Detektei von Mathilde Voss und Felix Blom. Die beiden sind gebrannte Kinder, die im kalten Winter 1879 kaum das Holz zum Heizen haben. Felix Bloom, der Schatten von Berlin, war ein Meisterdieb und lebte in sehr gehobenen Verhältnissen, bis er drei Jahre in Moabit absitzen musste. Mathilde Voss fand den Absprung aus einem der beliebtesten Bordelle in Berlin. Doch ihre Detektei läuft nicht, denn das Büro liegt in einem der ärmsten Viertel. Hunger und Kälte zwingen Sie nun, aktiv auf ihre Kunden zuzugehen. Daher schleichen Sie sich gut gekleidet auf eine noble Hochzeit ein und tatsächlich können sie einen Auftrag ergattern. Auf dem Berliner Friedhof wurde in eine Gruft eingebrochen, ein Sarg geschändet, aber nichts gestohlen. Man ist bereit, gut zu zahlen, wenn die Frage des Warums für die schockierte Witwe geklärt werden kann.
„Archäologie ist mehr als graben. Wenn sie wirklich erklären will, wie der Alltag früher aussah, muss sie sich den Erfahrungen der Menschen widmen.“ Sam Kean

War es gruselig, diese Dokumentation zu sehen? War es berührend und hat es tiefes Mitleid hervorgerufen? Hat es Angst gemacht? Haben wir da eine Zukunft gesehen für einsame, kranke, zutiefst verletzte, alte und behinderte Menschen? Vielleicht die einzige Zukunft, die KI haben sollte?