Todesspur, Andreas Gruber, Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez ermitteln Nr. 8

Während die BKA-Führung mit ihrem Präsidenten, der „Eisernen Faust“ Drohmeier, endlich mal Maarten S. Sneijder und seinem skurrilen Team freundlich gesinnt ist, wächst die Gefahr von außen. Bei der Observation einer Zielperson geht so ziemlich alles schief, was schiefgehen kann. Ein Haus brennt nieder, Dr. Paul Conrad, die Schlüsselperson der neuen RAF-Generation, kann fliehen und Sneijders Team liefert sich eine wilde Verfolgung mit den Terroristen. Doch die Umstände werden immer schwieriger und plötzlich verliert sich jede Spur zur R4F, wie sich die vierte Generation der RAF nennt. Sneijder und Nemez bleibt nichts weiter übrig, als sich undercover in Mallorca als Doktor Pacula und Tochter auszugeben. In einer pikfeinen Luxusferienanlage, soll der Misanthrop Sneijder einen Mentalcoach mimen und den Superreichen das Glücklichsein lehren. Wer Sneijder kennt, weiß, dass das keine besonders gute Idee ist. Zeitgleich in Kufstein will Lea Fuchs Geburtstag mit ihrer Cousine Vicky feiern, da ihr Lebenspartner Gernot zu seiner kranken Mutter ins Pflegeheim im Schwarzwald gerufen wurde. Doch Vicky stürzt unglücklich und liegt tot auf der Treppe. Da Lea früher als Polizistin schon einmal wegen fahrlässiger Tötung angeklagt wurde, vertuscht sie kurzerhand den Unfall. Vickys Leiche wird kurzerhand im neuen Anbau des Wintergartens vergraben und Lea reist mit Vickys Reisepass und ihrem Ticket kurzerhand nach Mallorca, um Vickys Person dort für immer verschwinden zu lassen. Und ab da beginnt eine abstruse, aber durchaus glaubwürdige Verwechslungsgeschichte, in der Lea, als Vicky, genauso wenig Ahnung hat wie Sneijder, Nemez und die Profikillerin der R4F, die als Assistentin von Pacula fungiert. Alle tappen irgendwie im Dunkeln und müssen ohne Netz und doppelten Boden agieren.

Das war mal wieder ein Maarten S. Sneijder, der so richtig gut war. Andreas Gruber hat sich da eine Verwechslungsgeschichte einfallen lassen, die es in sich hat. Und Hut ab, vor seiner Protagonistin Lea Fuchs, die zwar leicht einen an der Klatsche hat (sie spricht andauernd mit ihrem toten Zwilling), aber sonst eine ziemlich schlagkräftige und skrupellose Frau sein kann. Das muss selbst Sneijder am eigenen Leib erfahren. Nun, das war der vorletzte Maarten S. Sneijder, und man kann nur gespannt sein, was uns der Autor im letzten Band bieten wird. Denn es wird bestimmt nicht einfach den coolen Thriller ›Todesspur‹ zu toppen.

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Messias, Science-Fiction, Andreas Brandhorst

Ein Mann in einem Businessanzug, er ist sympathisch und will anscheinend nur das Beste für die Menschen. Wer ist er? Ein Gott? Ein Alien? Ein Schwindler? Alles fing mit einer Art Polarlichtern über Südamerika an und dann wird eine Lichtquelle auf dem Mond lokalisiert. Kurz danach taucht Simon auf und er kann Wunder vollbringen? Dabei geht es jedoch nicht darum Wasser in Wein zu wandeln, es geht um ein Lazaruswunder. Welche Macht kann Tote wiederbeleben? Er muss ein Messias sein, und es dauert nicht lang, bis die Mehrheit der Menschheit hinter Simon steht, der nichts verlangt als Frieden.

Das beängstigt die Mächtigsten der Mächtigen. Jeder große Religionsführer, inklusive des Papstes, fürchtet zu Recht den Verlust des Status quo. Aber nicht nur die Religionen verlieren ihre Gläubigen, auch Regierungschefs verlieren ihre Bürger, die Reichen ihre Arbeitstiere und die Gangster ihre Opfer, als Simon Terra Nova ausruft. Die neue Welt, in der alle Menschen glücklich leben werden. Da dauert es nicht lange, bis Auftragskiller für Unsummen den einen Auftrag bekommen: Tötet Gott!

Ein spannender Science-Fiction-Roman, erzählt aus verschiedenen Perspektiven. Einmal dem idealistischen Wissenschaftler Jayden, der schon als Kind vom Erstkontakt mit Aliens geträumt hat. Nathan, der wohl gefährlichste Killer der Welt. Rhea, eine junge Astronautin auf ihrem Weg zum Mond. Eric, Simons erster Jünger und von den Toten zurückgeholter Selbstmörder, und Pius, seines Zeichens Papst, der einen Machtverlust nicht akzeptiert und zum Äußersten geht. Na, konnte ich Sie für das Buch interessieren?

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Ali Güngörmüs „Meze“, Mediterrane Rezepte zum Teilen

Wir können heute fast überall hinreisen, fremde Kulturen erleben und erfreuen uns an dem Neuen und adaptieren es in unsere Kultur. Italien mit Pizza und Pasta, unser Highlight, kann man sich gar nicht mehr aus unserer Esskultur wegdenken. Und wer jemals in einer Tapas-Bar in Spanien war, wünscht sich diese Kultur bei uns um die Ecke. Wenn man das maleinen Abend lang, von Tapas-Restaurant zu Tapas-Restaurant, jedes Mal ein 0,1er Wein und eine andere Tapa, wünscht man sich diese Kultur bei uns um die Ecke.  Jetzt kommt das östliche Mittelmeer mit Ali Güngörmüs mit Meze. Die Esskultur in den Ländern der Levante besagt, dass man viele, also sehr viele Mundbissen/Gerichte –Meze, auch Mezze geschrieben – auf den Tisch stellt und jeder bedient sich an allem. Es geht um die gesellige Gemeinschaft! Ich kann nur jedem empfehlen, wenn er dazu eine Einladung hat, bestimmt ja zu sagen.

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Ben Mantle, „Der allertollste Bruder der Welt“ , Bruderliebe mit Stolpersteinen, für Kinder ab 4 Jahre

Wenn man als reiferer Mensch nicht unbedingt die Erziehungsverantwortung für Kinder hat, macht es Freude, kleine Kinder zu beobachten und zu sehen, wie sie miteinander umgehen. Dass die Kleineren die größeren Geschwister nachahmen ist logisch und somit lernen sie voneinander, ohne dass die Eltern eingreifen.

Bei uns gegenüber ist ein junges Pärchen mit zwei kleinen Kindern eingezogen. Da wir in einer Spielstraße wohnen, spielt sich das Leben bei uns vor der Haustür ab und wir dürfen an dem Aufwachsen der beiden Mädchen (5 Jahre und 3 Jahre) teilhaben. Da die Fünfjährige sehr geschickt ist, hat sie früh Fahrradfahren ohne Stützräder gelernt. Die Kleine kam natürlich auch gleich und sagte: „ICH AUCH!“. Macht die große Schwester ein Puzzle, kommt die Kleine mit ihrem: „ICH AUCH!“ Wenn das dann der der älteren Schwester zu viel wird oder sie sich nur gestört fühlt, lehnt sie ihre Schwester mit dem üblichen Geschrei ab. Zuletzt passierte es dann, dass die Kleine zum Puzzle dazu gestoßen ist und gleich von Anfang an meinte: „NUR GUCKEN!“ Genau solche Situationen hat Ben Mantle in diesem Buch, „Der allertollste Bruder“, verständlich dargestellt und sehr anschaulich selbst illustriert.

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Ninas Monster, falsch geliefert, Rüdiger Bertram, Kinderbuch ab 8 Jahren

Wenn man klein und ängstlich ist und die Eltern noch nicht mal ein Auto haben, dann kann das Leben schwer sein, denkt Nina. Auf dem Weg zur Schule ist der böse Hund, der sie täglich ankläfft, und in der Schule wird sie gehänselt, weil sie morgens zu Fuß zum Unterricht kommt. Außerdem spielt sie nicht gerade gut Basketball. Da kann man schon traurig werden oder auch wütend. Da wünscht man sich am besten ein Monster, mit langen Zähnen, das den Schulkameraden und auch den blöden Hund so richtig Angst macht. Ist es dann ein Zufall, dass ausgerechnet der Katalog einer Monsteragentur Nina bei einem Sturm ins Gesicht weht? Da gibt es gefährliche, heimtückische, große, aber auch kleine und ängstliche Monster. Nein, ängstlich ist Nina selbst, sagt sie sich, da braucht sie den großen unheimlichen Walter, doch der kostet 999,99 Euro. Selbst wenn Nina den in Raten vom Taschengeld zahlt, braucht sie zehn Jahre, um Walter abzuzahlen, und auf Raten verschickt die Firma Franken & Stein kein Monster. Gut, dass es Oma gibt, die hat immer die besten Ideen. Endlich hat das Warten ein Ende! Doch dann kommt anstatt Walter, das Gruselmonster, die kleine, gelbe und plüschige Monster-Mimi, die zu allem Überfluss noch mehr Schiss hat als Nina. Da ist guter Rat teuer!

Tolles Kinderbuch, wenn es um Unsicherheiten, Ängste vor der Schule, dem Leben und vor allem um Monster geht. Die Zeichnungen sind lustig, und niedlich und passen genau zur Geschichte. Für alle Kinder ab 8 Jahren zum langsamen Lesen, oder vielleicht liest es die Oma einfach vor. Ein kindgerechtes Buch, von dem man viel lernen kann und das einfach Spaß macht.

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Patrick McGee, Apple in China, Von der Werkbank zum Würgegriff – wie sich der iPhone-Konzern in eine gefährliche Abhängigkeit begeben hat.

Robert D. Kaplan: „Dieses Buch als spannend zu bezeichnen, würde die Bedeutung fast schmälern. Es ist ein Buch, wie es nur einmal in einer Generation erscheint.“

Als Sachbuch bezeichnet man Biografien, Dokumentationen, Beschreibungen, Aufklärungen, etc. Doch wenn man mal „Apple in China“ in der Hand hat, liest man einen Krimi. Spannender kann man nicht die Entwicklung, den Aufstieg, die Produktionsweise mit sehr hohem Qualitätsanspruch von Steve Jobs, mit größter Gewinnmarge, bis hin zur Abhängigkeit von China, beschreiben. Patrick McGees „Apple in China“ ist ein faszinierender Einblick in die Welt des Tech-Giganten Apple und seine Verflechtung mit China. Der Investigativ-Journalist McGee hat jahrelang für die Financial Times Apple und seine Entwicklung begleitet. In diesem Buch zeigt er deutlich die Entwicklung und den Aufstieg von Apple zum Technologie-Giganten und die damit verbundenen Risiken, wenn man die Produktion auf nur ein Land wie China konzentriert.

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Oscar Wilde, die Comic-Biografie, Tommaso Vitiello, Licia Cascione

Oscar Wilde war wohl der berühmteste schwule Autor seiner Zeit (1854–1900). Ein Vorreiter, der seine sexuelle Neigung, als so normal ansah, wie wir es heute tun. Der für seine Homosexualität ins Gefängnis musste und trotz seiner vielen Erfolge danach verarmt und von der Gesellschaft geächtet in Paris starb. Aber Wilde war wesentlich komplexer, nicht nur der arme, geniale, schwule Autor, dem so viel Unrecht angetan wurde. Er war auch ein Provokant, arrogant im Umgang mit fast jeder Person, aber besonders der sogenannten englischen Gesellschaft. Und leider war er recht rücksichtslos gegenüber den Menschen, die ihn liebten, was früher oder später zu seiner Vereinsamung und Mittellosigkeit führte. Mit Zitaten wie: »Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.« Oder: »Wenn mir die Menschen zustimmen, habe ich immer das Gefühl, ich müsse falschliegen.« Und: »Man solle seinen Feinden immer vergeben, denn nichts ärgere sie so sehr.«Daran merkt man schon, wie dieser brillante Schriftsteller durchs Leben ging.

Was mir so gut gefällt, ist, dass genau dieser Mensch in der Graphic Novel so gezeichnet wurde. Man ist als Leser nicht immer auf der Seite des eleganten Lebemanns, besonders wenn man die Sicht seiner Ehefrau einnimmt. Daher kann man es nicht anders sagen: Tommaso Vitiello hat seinem Wilde die richtigen Worte in den Mund gelegt und die Illustratorin Licia Cascione zeichnet den teils naiven, recht selbstsüchtigen, aber dennoch zutiefst verletzlichen Schönling so, wie ich mir Oscar Wilde immer vorgestellt habe.

Eine tolle Comic-Biografie oder Graphic Novel, um etwas über Oscar Wildes Leben und Werk zu erfahren. Und vielleicht bekommt man Lust, auch mal eines seiner Werke, wie zum Beispiel ›Das Bildnis des Dorian Gray‹, zu lesen.

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Methusalem kauft Artischocken, Marco Presta, Roman

Och nein, ist dieses Buch wirklich schon zu Ende? Kennen Sie das, liebe Leser, ein Buch, von dem man sich wünscht, dass es immer so weitergeht! Zu solchen Büchern gehört „Methusalem kauft Artischocken“. Es ist eine fesselnde, bizarre und vor allem kluge Geschichte über einen einhundertdreiunddreißig Jahre alten Mann in Rom. Und ja, ich glaube, es braucht einen Italiener, um solch einen wunderbaren Roman zu schreiben. Marco Presta hat mit diesem Buch eine Jahrhundertgeschichte geschrieben, die nicht nur mit privaten und geschichtlichen Rückblicken verzaubert, sondern auch die heutige Gesellschaft scharf beobachtet. Mit viel Liebe und Geduld stattet er seinen alten Mann Enrico aus, mit Verantwortungsbewusstsein und Pflichtgefühl seinen Ispettore Gizzi, der sich im Laufe der Geschichte noch ganz anders entwickelt, und dann gibt es da Eunice. Bei der Haushälterin braucht es Zeit, sie zu durchschauen.

Aber egal, wie sehr Ihnen die einzelnen Charaktere gefallen, Sie werden an den Lippen von Enrico hängen und sich irgendwie wünschen, diesen Mann kennenzulernen. Auch wenn man kaum versteht, aber nur kaum, warum er so von der Welt gehasst wird.

Literarisch eine Praline, der Inhalt ist eine cremige Ganache aus einer wunderbaren Geschichte und der Blick auf die heutige Gesellschaft ist das Chili, welches dieses Buch abrundet. Probieren Sie diesen Roman und er wird Ihnen auf der Zunge zergehen!

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Künstliche inteligenz ist, wenn Papa immer so tut Als op er Alles Weis, Hartmut Ronge, Kinder erklären die Welt

Vor drei Tagen stellte ich bereits den Titel ›Eltern heisen Eltern weil sie Elter sind‹ vor. Heute möchte ich gerne auch noch dieses kleine Buch vorstellen. Es ist das gleiche Prinzip, der Kindermund erklärt die Welt mit hübschen Zeichnungen der Kleinsten. Auch dabei bleibt kein Auge trocken, denn allein, wenn Sie sich den Titel ansehen, wissen Sie, was ich meine. Die kleinformatigen Bücher sind gebunden und dafür, dass sie so viel Freude bereiten, haben sie einen erschwinglichen Preis. Ideale kleine Geschenke, falls Sie noch dringend etwas suchen.

Auch aus diesem Buch gebe ich Ihnen ein kleines Beispiel. Die Zeichnung zeigt ein großes Gebäude mit technischen Dingen, die man durch die Fenster sehen kann. Eine hübsche, sehr gekonnte Kinderzeichnung mit folgendem Text:

ich war in einem Muhseum aber da waren gar keine Küe‹ Zitat Ende

Na, wenn das keinen Lacher oder ein großes Schmunzeln wert ist, dann weiß ich auch nicht. Auf jeden Fall wünsche ich viel Spaß mit der Welt, erklärt von Kindern!

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Im Zeichen der Kobra, Der Raub der Totenmaske, Kinder-Jugendbuch ab 11 Jahren

Dies ist der Auftakt zu einer neuen Kinder- und Jugendbuchreihe von Fabian Lenk. Das Buch hat alles, was ein spannendes Jugendbuch ausmacht. Abenteuer, Magie, eine Kriminalgeschichte und der unverwüstliche Zusammenhalt von drei Geschwistern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Als Yana, Yamon und Anouk ihren Onkel, Professor Klawitter, in ein Pharaonengrab im Tal der Könige begleiten, fällt ihnen eine alte Papyrusrolle in die Hand. Der Text scheint eine Art magische Formel zu sein, denn kaum hat Anouk sie ausgesprochen, verwandelt sie sich in eine Raubkatze. Bei erneutem Sprechen der Formel, ist sie wieder ein Mensch. Natürlich können die Zwillinge Yana und Yamon sich nicht zurückhalten und versuchen es ebenfalls. Yamon nimmt die Gestalt eines Hundes an, der Anubis, den Totengott, darstellt und Yana wird ein Falke wie der Kriegsgott Horus, während Anouk zur Katzengöttin Bastet wird. Überglücklich über ihre neuen großartigen Fähigkeiten, sich zu verwandeln, merken sie nicht, dass man sie in der Grabkammer belauscht hat. So hat auch der Verbrecher Dragor dieses Geheimnis entschlüsselt. Er jedoch verwandelt sich in hunderte kleiner Mistkäfer, die bei den alten Ägyptern als Skarabäus verehrt wurden. Aber was ein echter Krimineller ist, der kann sogar die Verwandlung zum Mistkäfer für seine Raubzüge verwenden. Nur hat er nicht mit seinen tierischen Gegnern gerechnet, die ihn durch ganz Kairo verfolgen, um den gestohlenen Schatz aus dem Museum wiederzubekommen.

Eine schöne neue Serie, die mich an Bücher wie ›Fünf Freunde‹ erinnert, nur dass diese drei Geschwister mit ihren magischen Gaben, viel besser für alle Abenteuer gewappnet sind.

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