Schlagwort: Historischer Kriminalroman

Ian McGuire: Der Abstinent

Dieser außergewöhnliche Kriminalroman spielt im Jahre 1867 und schildert das Verhältnis zwischen Engländern und Iren. Als Protagonisten schildert der Autor einen irischen Polizeibeamten der wegen Trunksucht nach Manchester versetzt wird und einen irisch stammenden amerikanischen Soldaten. Der Polizist soll in England irische Verschwörer entdecken und der Soldat soll unter der englischen Bevölkerung für Unruhe sorgen, damit sich Irland von England abspalten kann. Als tatsächliche geschichtliche Grundlage nimmt der Autor die Hinrichtung von drei irischen Fanians, die unter der irischen Einwohnerschaft von Manchester für großen Aufruhr sorgt. Der Roman sorgt für großes Kopfkino das aufgrund der Erzählweise an die Kriminalfilme der fünfziger und sechziger Jahre in schwarz-weiß erinnert. Weiterlesen

Thomas Ziebula: Abels Auferstehung

Nachdem uns der Roman „rote Judas“ gut gefallen hat, war ich auf den neuen Roman von Thomas Ziebula gespannt. Das Warten hat sich gelohnt denn der neue Band ist noch spannender und atmosphärisch dichter als der Vorhergehende. Die politische Situation 1920 in Leipzig ist geprägt von den Ewiggestrigen und den Kriegsverlierern sprich Kriegsversehrte, Witwen und hungrigen Kindern. In diesen unsicheren Zeiten haben es Frauen schwer sich zu behaupten. Die investigative Journalistin Marlene Wagner will den Tod eines Soldaten aufklären und löst einen Strudel von Gewalt aus. Mit den Toten muss sich nun der Kriegsheimkehrer und psychisch stark angeschlagene Kriminalinspektor Paul Stainer beschäftigen und bekommt von Seiten rechtsnationaler Burschenschaftler Knüppel zwischen die Beine geworfen. Diesem Band werden wir durch die Kneipen und Gaststätten des alten Leipzigs geführt und können am Ende des Buches zum Showdown vor Spannung nicht aufhören zu lesen. Weiterlesen

Alex Beer: Unter Wölfen – Der verborgene Feind

Unter WoelfenDer verborgene Feind von Alex Beer

Wenn ein Jude im Jahre 1942 in Nürnberg der Stadt der Reichsparteitage überleben will, muss er sich entweder verstecken oder wie im vorliegenden Buch die Person eines Standartenführers der SS einnehmen. Isaak Rubinstein ist in diesem Werk zum zweiten Mal als Sonderermittler tätig und muss sich gegenüber mehreren Bedrohungen erwehren. Zum einen stellt ihm eine attraktive Blondine nach, zum andern deren eifersüchtiger Verehrer und schlussendlich auch der Kriminalpolizist der eine Mordserie aufklären muss. Die Autorin versteht es, die Atmosphäre aus Angst, Denunziantentum und Judenhass zu vermitteln. Und in dieser Atmosphäre steckt nun dieser gelernte Antiquar und muss sich seine Haut erwehren. Wie auch schon im ersten Werk der Autorin fiebert die Leserschaft mit dem „Hobbakriminalisten “ Adolf Weissmann. Weiterlesen

Dieter Aurass: Rheinlandbastard

Bislang kam die Zeit um 1920 und das Rheinland in dieser Zeit wenig in Kriminalromanen vor. Deutschland hatte den Krieg verloren und musste hohe Reparationszahlungen an Frankreich leisten dass es im Krieg verwüstet hatte. Da Deutschland zahlungsfähig war besetzte Frankreich das Rheinland. Zu den Besatzungssoldaten gehören auch Afrikaner.Das sorge für Zündstoff. Der Roman spielt Koblenz das durch die Festung Ehrenbreitstein dominiert wird. Hier sitzt der französische General der durch Morde an seinen Soldaten aufgeschreckt wird. Er veranlasst das sein Mordermittler mit einem deutschen Kommissar zusammenarbeitet. Je mehr Morde passierten desto enger wird die Zusammenarbeit zwischen den Mordermittlern. Der Autor zeigt uns, wie die Menschen in dieser Zeit dachten und handelten. Die aufkommenden faschistischen Tendenzen bleiben dabei nicht unberücksichtigt. Gut recherchiert und mit Sicherheit werden wir von den beiden Ermittlern noch lesen. Weiterlesen

Harald Gilbers: Hungerwinter, Ein Fall für Kommissar Oppenheimer, Band 5

Wir sehen in diesen Tagen Bilder und Filme aus den letzten Tagen des Krieges und dem Elend der nachfolgenden Jahre. Harald Gilbers hat diese Jahre literarisch in einigen Kriminalromanen verarbeitet. Dabei verbreitet er das Gefühl mit uns durch die Ruinen von Berlin zu wandern und Menschen zu begegnen, die entweder auf der Flucht, in Kellerlöchern oder sonst wie auf ihre bloße Existenz reduziert, leben. In seinen Romanen blendet der Autor auch nicht die politischen Hintergründe die es zu dieser Zeit in den verschiedenen Sektoren in Berlin gegeben hat. Die Sowjets versuchen über die Gewerkschaften die Parteien Einfluss zu nehmen. Die Amerikaner versuchen durch eine Charmeoffensive die Herzen der Berliner für sich zu gewinnen. Dabei geht es Ihnen aber darum qualifizierte Menschen für sich an Land zu ziehen um ihre Rüstungsprojekte fortzuführen. Alte Nazis werden dabei gerne genommen. Weiterlesen

Thomas Ziebula: Der rote Judas

Wenn wir über Kriegsverbrechen Deutscher Soldaten reden, dann ist uns meist nicht bewusst, dass diese Verbrechen eine lange unrühmliche Tradition haben. Das macht uns dieser historische Kriminalroman deutlich. Als die deutsche Reichswehr 1914 über das neutrale Belgien herfiel um die französischen Grenzbefestigungen zu umgehen, richtete sie unter der Zivilbevölkerung Grausamkeiten an. Deshalb verlangten die Siegermächte die Auslieferung von verbrecherischen Soldaten im Versailler Vertrag. Darum geht es in diesem Roman.

 

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Alex Beer: Unter Wölfen

Ich gestehe, ich bin ein Fan des historischen Kriminalromans. Warum, weil diese Genre, wen es gut geschrieben und recherchiert wurde spannend und lehrreich ist. Frau Beer ist eine der Autorinnen, die neben der historischen Recherche auch ein unglaubliches Gespür für Atmosphäre hat. In diesem Roman macht sie die Stimmung die 1942 herrschte geradezu greifbar. Die geschürte Angst mit denen man ein ganzes Volk in den harten Händen der Diktatur festhält. Den Hass mit dem man schon die Kinder geimpft hat und auf der anderen Seite, die bedrückende Angst um sein Leben, die der Juden. Al das verbunden mit einem spannenden Kriminalfall, das macht dieses Buch so lesenswert. Weiterlesen

Michael Jensen: Totenland

Ein historischer Kriminalroman der Spitzenklasse. Er vereint mehrere sehr interessante Aspekte in sich. Zum Einen schildert er die letzten Kriegstage und die Opfer die er unter der Zivilbevölkerung angerichtet hat. Zum Zweiten deckt er die psychischen Befindlichkeiten der Opfer und der Täter auf. Der Polizist als Opfer der beiden Kriege in die er gezwungen wurde und die Täter in den Reihen der SS und politisch handelnden. Mitläufertum ist angesagt, nur nicht auffallen und versuchen seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. All das schafft der Autor in bemerkenswerter Weise ohne dabei den Spannungsbogen der Kriminalhandlung zu vergessen. Weiterlesen

Boris Meyn: Sturmzeichen, Historischer Kriminalroman

Meyen hat die Zeit vor 90 Jahren wahrhaft anschaulich aufleben lassen. 1929 war die Zeit als der Nationalsozialismus massiv in Erscheinung getreten ist. Als kleine Partei hat die NSDAP vom Kampf der Sozialdemokraten gegen Kommunisten profitiert. Von Profiten haben einige Banker und Kriminelle geträumt und windige Geschäfte angeleiert. Da haben sich die Polizeikräfte und eine Journalistin heftig eingemischt. Der Autor versteht es die Atmosphäre aufzunehmen und daraus einen starken Roman zu machen. Lokalkolorit gepaart mit fundierten historischen Kenntnissen machen diesen Roman sehr lesenswert.

 

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Alex Beer: Der dunkle Bote, ein Fall für August Emmerich historischer Kriminalroman,

Wien in dunklen Zeiten. Herbst 1920. Das Bürgertum verheizt seine Möbel, die Kinder erfrieren auf den Gassen. Das rechte Gesox ködert mit Hassparolen und dann gibt’s da noch Tote die einfach ermordet werden. Alex Beer hat wieder einmal bewiesen dass sie diese Zeit authentisch auf Papier bannen kann. Wer dann noch von den guten alten Zeiten sprechen kann dem ist nicht zu helfen. Nationalstolz, dass transportiert Beer geschickt zwischen den Zeilen, ist der Anfang. Das Ende ist Elend und Hunger.

 

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