Schlagwort: Historischer Kriminalroman

Harald Gilbers: Hungerwinter, Ein Fall für Kommissar Oppenheimer, Band 5

Wir sehen in diesen Tagen Bilder und Filme aus den letzten Tagen des Krieges und dem Elend der nachfolgenden Jahre. Harald Gilbers hat diese Jahre literarisch in einigen Kriminalromanen verarbeitet. Dabei verbreitet er das Gefühl mit uns durch die Ruinen von Berlin zu wandern und Menschen zu begegnen, die entweder auf der Flucht, in Kellerlöchern oder sonst wie auf ihre bloße Existenz reduziert, leben. In seinen Romanen blendet der Autor auch nicht die politischen Hintergründe die es zu dieser Zeit in den verschiedenen Sektoren in Berlin gegeben hat. Die Sowjets versuchen über die Gewerkschaften die Parteien Einfluss zu nehmen. Die Amerikaner versuchen durch eine Charmeoffensive die Herzen der Berliner für sich zu gewinnen. Dabei geht es Ihnen aber darum qualifizierte Menschen für sich an Land zu ziehen um ihre Rüstungsprojekte fortzuführen. Alte Nazis werden dabei gerne genommen. Weiterlesen

Thomas Ziebula: Der rote Judas

Wenn wir über Kriegsverbrechen Deutscher Soldaten reden, dann ist uns meist nicht bewusst, dass diese Verbrechen eine lange unrühmliche Tradition haben. Das macht uns dieser historische Kriminalroman deutlich. Als die deutsche Reichswehr 1914 über das neutrale Belgien herfiel um die französischen Grenzbefestigungen zu umgehen, richtete sie unter der Zivilbevölkerung Grausamkeiten an. Deshalb verlangten die Siegermächte die Auslieferung von verbrecherischen Soldaten im Versailler Vertrag. Darum geht es in diesem Roman.

 

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Alex Beer: Unter Wölfen

Ich gestehe, ich bin ein Fan des historischen Kriminalromans. Warum, weil diese Genre, wen es gut geschrieben und recherchiert wurde spannend und lehrreich ist. Frau Beer ist eine der Autorinnen, die neben der historischen Recherche auch ein unglaubliches Gespür für Atmosphäre hat. In diesem Roman macht sie die Stimmung die 1942 herrschte geradezu greifbar. Die geschürte Angst mit denen man ein ganzes Volk in den harten Händen der Diktatur festhält. Den Hass mit dem man schon die Kinder geimpft hat und auf der anderen Seite, die bedrückende Angst um sein Leben, die der Juden. Al das verbunden mit einem spannenden Kriminalfall, das macht dieses Buch so lesenswert. Weiterlesen

Michael Jensen: Totenland

Ein historischer Kriminalroman der Spitzenklasse. Er vereint mehrere sehr interessante Aspekte in sich. Zum Einen schildert er die letzten Kriegstage und die Opfer die er unter der Zivilbevölkerung angerichtet hat. Zum Zweiten deckt er die psychischen Befindlichkeiten der Opfer und der Täter auf. Der Polizist als Opfer der beiden Kriege in die er gezwungen wurde und die Täter in den Reihen der SS und politisch handelnden. Mitläufertum ist angesagt, nur nicht auffallen und versuchen seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. All das schafft der Autor in bemerkenswerter Weise ohne dabei den Spannungsbogen der Kriminalhandlung zu vergessen. Weiterlesen

Boris Meyn: Sturmzeichen, Historischer Kriminalroman

Meyen hat die Zeit vor 90 Jahren wahrhaft anschaulich aufleben lassen. 1929 war die Zeit als der Nationalsozialismus massiv in Erscheinung getreten ist. Als kleine Partei hat die NSDAP vom Kampf der Sozialdemokraten gegen Kommunisten profitiert. Von Profiten haben einige Banker und Kriminelle geträumt und windige Geschäfte angeleiert. Da haben sich die Polizeikräfte und eine Journalistin heftig eingemischt. Der Autor versteht es die Atmosphäre aufzunehmen und daraus einen starken Roman zu machen. Lokalkolorit gepaart mit fundierten historischen Kenntnissen machen diesen Roman sehr lesenswert.

 

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Alex Beer: Der dunkle Bote, ein Fall für August Emmerich historischer Kriminalroman,

Wien in dunklen Zeiten. Herbst 1920. Das Bürgertum verheizt seine Möbel, die Kinder erfrieren auf den Gassen. Das rechte Gesox ködert mit Hassparolen und dann gibt’s da noch Tote die einfach ermordet werden. Alex Beer hat wieder einmal bewiesen dass sie diese Zeit authentisch auf Papier bannen kann. Wer dann noch von den guten alten Zeiten sprechen kann dem ist nicht zu helfen. Nationalstolz, dass transportiert Beer geschickt zwischen den Zeilen, ist der Anfang. Das Ende ist Elend und Hunger.

 

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Vlastimil Vondruska: Das Bestiarium von Mähren

Diesen spannenden historischen Kriminalroman zeichnet sich besonders dadurch aus in dem er die gesellschaftlichen Verhältnisse deutlich macht. Die Inquisition gilt quasi als unantastbar. Bischöfe generieren sich als weltliche und geistliche Oberherren. Lehensherren können Ihre Leibeigenen auch erschlagen wenn sie einen Grund dafür finden. Dies macht der Autor sehr deutlich. Er zeigt auch die Landschaft von Böhmen und Mähren mit dichten Wäldern und das harte Leben der Bauern. Weiterlesen

Niklas Natt och Dag: 1793

Schwadenkrimis orientieren sich meist an den kriminellen Handlungen. Bei diesem wahrhaft historischen Krimi, ist die Handlung Auswuchs einer Gesellschaft, die am Rande des Zusammenbruchs steht. Korruption und Misswirtschaft im Zusammenspiel mit einer Volksdroge die eine Gesellschaft zu debilen Masse verkommen lässt: Alkohol. Das Verbrechen das es aufzuklären gilt ist grausam, genau so grausam wie die Obrigkeit mit Bürgern und Bauern umgeht. Absolutismus ohne funktionierende Rechtsordnung macht den Weg frei für absolute Unterdrückung. Das Buch ist herausragend recherchiert. Weiterlesen

Frank Goldammer: Vergessene Seelen. Ein Fall für Max Heller

Deutschland hat scheinbar vergessen! Vieles was der Dresdner Autor uns in seinen realistischen Beschreibungen drastisch vor Augen führt, ist erst 70 Jahre her. Not, Zerstörung und damit Elend, Verwahrlosung sind das Ergebnis rassistischer und engstirniger Politik. Deswegen ist das vorliegende Buch ein Mahner! Es mahnt die handelnden Personen zur Weitsicht und zur Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Spannend und ausdrucksstark ist das dritte Buch mit Max Heller als Oberkommissar in einer besetzten Stadt. Weiterlesen

Viktor Glass: Schüssler und die verschwundenen Mädchen

Ein Kriminalroman der auch ein Sozialreport sein könnte. Glass schildert die Lebens-u. Arbeitsbedingungen der Dienstmädchen, Mägde und der Arbeiter. Das das kein Zuckerschlecken war, sieht man daran, dass die Menschen nicht alt wurden. Krankheiten durch Unterernährung und Auszehrung waren Standard. Die sozialen Errungenschaften durch Gewerkschaften gab es noch nicht. Herrschaften machten sich diese Umstände zu nutze, und gingen gnadenlos mit der Dienerschaft um. Menschenhandel, ähnlich wie heute, nur nicht so international, gab es auch schon. Ein exellenter Einblick in das Jahr 1890 und dazu noch spannend.

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