Schlagwort: Humor

Horvath und die verschwundenen Schüler, Marc Hofmann

Dass Marc Hofmann Lehrer ist, merkt man sofort und man vermutet, er hat einen ausgezeichneten Humor, um mit seinem Beruf umzugehen. So begegnet auch Hofmanns Protagonist, Gregor Horvath, seines Zeichens ebenfalls Gymnasiallehrer, den Widrigkeiten, Hormonüberschüssen und der völligen kurzfristig, pubertätsbedingten Verblödung seiner Schüler der elften Klasse mit stoischer Ruhe. Selbst wenn bei einer Klassenfahrt zu einer abgelegenen Scharzwaldhütte gleich in der ersten Nacht ein Schüler spurlos verschwindet. Als sich jedoch ein dubioses Rockerpärchen bei ihnen einnistet und draußen im Wald dunkle Gestalten herumschleichen, wird es selbst dem coolen Pauker zu viel. Er informiert seine Freundin oder doch besser Ex-Freundin Betty von der Kripo Freiburg, die auch sofort erscheint. Nur in dem Moment ist eine weitere Schülerin verschwunden. Jetzt wird es haarig für Horvath und so einfach kommt er aus der Nummer nicht mehr raus.

Geistreich, schlagfertig und mitten aus dem Schulleben geschrieben, lacht man bei diesem Krimi so manches Mal laut auf. Zusätzlich ist der Lehrer-Krimi, der in den düsteren Höhen des Schwarzwalds spielt, spannend und richtig spritzig!

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Wedding sehen und sterben, Heiko Werning

Man muss nicht unbedingt ein Berlinfan sein, um die Geschichten von Heiko Werning aus dem Wedding zu lieben. Der Autor ist ein grandioser Beobachter und erzählt seine Anekdoten mit so viel Witz und Herz, dass man das Buch gar nicht aus der Hand legen möchte. Seine Weddinger Mitmenschen sind liebevoll beschrieben und zum Schreien komisch, sodass man sich fast wünscht, ein Teil von ihnen zu werden. Obwohl er kein Blatt vor den Mund nimmt, ist Heiko Werning nie spöttisch oder gar sarkastisch. Er ist einfach nur ein unglaublich begabter, netter und witziger Beobachter.

Wenn Vladimir Kaminer gekonnt voller Humor über seine russischen Mitbewohner erzählt, kann Heiko Werning mit seinen Geschichten über die Weddinger Originale definitiv mithalten. Kein Wunder, dass auch Frank Goosen von ihm sagt: »Das ist so witzig und genau beobachtet, dass man es gerne selbst geschrieben hätte.«

Ein Buch, das viel Spaß macht und einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert!

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Francine und die total heiße Phase, Wechseljahre für Anfängerinnen, Francine Oomen

Ich war 52 und fand es gar nicht komisch, ich SELBST zu sein. Damit beginnt Francine Oomens geniale Geschichte, ein Comic, ein illustriertes Fachbuch und eine Autobiographie über die schwierige Zeit der Wechseljahre. Ich wünschte nur, dass ich dieses Buch früher in der Hand gehalten hätte, es hätte mir viel Sorgen erspart. Denn nicht nur werden einige der sehr beängstigenden Veränderungen von Kopf, Körper und Seele in dieser Zeit fachmännisch erklärt, man hat auch das Gefühl nicht alleine damit zu sein. Die Autorin trifft den Punkt so genau, dass ich nicht nur zustimmend schmunzelte, sondern auch immer wieder erleichtert aufatmete. Alles gar nicht so schlimm, geht vorbei! Wie schön, dass dieses Thema so ohne Wenn und Aber offen angegangen wird. Feminismus hin oder her, die Wechseljahre werden leider immer noch zu oft totgeschwiegen.

Meine Damen, aber auch meine Herren, denn Sie sind auch betroffen von den hormonellen Veränderungen, gönnen Sie sich dieses fantastische Buch. Denn dann kann man auch als Anfänger mit den Wechseljahren endlich umgehen. Von mir eine hundertprozentige Empfehlung!

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Busengewunder, Lisa Frühbeis und ein Interview mit der Autorin

Fast schelmisch oder besser gesagt verschmitzt sind Lisa Frühbeis’ illustrierte Geschichten über den täglichen Kampf der Frau in unserer Gesellschaft. Dabei sind ihre Beobachtungen des feministischen Alltags messerscharf wiedergegeben und liebevoll gezeichnet. Es ist eine echte Freude sich durch diesen Comic zu blättern und zu schmökern. Dabei kommen einem viele Lacher, einige Ahas und als Frau auch mal ein bisschen Wut. Großartig, wer Franziska Beckers feministische Comics kennt und liebt, wird sich die Sahnestückchen von Lisa Frühbeis nicht entgehen lassen.

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Der kleine Gartenversager, Vom Glück und Scheitern im Grünen, Stefan Schwarz

Man kann herzlich lachen und vor sich hin schmunzeln, beim Lesen dieses hübsch illustrierten Büchleins. Aus seiner fünfzehnjährigen Erfahrung als Pächter einer Parzelle im Kleingartenverein Leipzig erzählt Stefan Schwarz und vergisst dabei nicht, ordentlich über sich selbst zu lachen. Ob es nun die seelisch-psychologische Analyse von verkümmerten Radieschen ist oder das militärische Potential der Tomate „Harzfeuer“, die kleinen Geschichten sind entzückend. Nicht nur ein stolzer Gartenbesitzer in einer Kleingartenanlage wird seine Freude daran haben, auch Reihenhausbesitzer mit Badelaken großen Gärtchen werden begeistert sein.

Ideal als Geschenk für Kleingartenfreunde oder einfach nur für sich selbst!

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Jussi Adler-Olsen: Miese kleine Morde

Einen gänzlich neuen Jussi Adler Olsen lernen wir mit seinem neuesten Werk kennen. Eine rabenschwarze humorvolle Novelle von Einem der Frauen und Männer verhilft, seine/n Angetraute/n los zu werden. Eine rabenschwarze Geschäftsidee entwickelt ein von seiner Frau Sitzengelassener und als Langweiler betitelter Mann. Er mordet fröhlich vor sich hin und wir warten, welche Ereignisse sich auf den Letzten, der 120 Seiten ergeben. Weiterlesen

Phil Hubbe: Der siebte Sinn (Hardcover); Behinderte Cartoons 7

Wer die Cartoons von Phil Hubbe anschaut, wird bei vielen erkennen, dass der Mann auf viele Barrieren in den Köpfen der Menschen hinweist. Der Cartoonist weist mit Humor auf die Schwachstellen in der bundesrepublikanischen Integration von Menschen mit Behinderungen hin. Nicht Behinderte fragen oft:“ darf der das, ist das nicht zu hart“. Ich denke, Menschen die wissen von was sie reden, dürfen das, auch wenn das Lachen manchmal im Halse stecken bleibt. Der an MS-Erkrankte Karikaturist Phil Hubbe bringt bereits seinen siebten Band aus der Reihe „Behinderte Cartoons“ heraus. Weiterlesen

Sophie Hénaff: Das Revier der schrägen Vögel

Nun kommt endlich der Nachfolgeband von Kommando Abstellgleis. Kommissarin Anne Capestan führt weiterhin ihre Schrottbrigade. Ein Revier, das aus Alkoholikern, Spielern, Pechvögeln, Schwulen und mittlerweile auch einem Polizeihund besteht. Die Weihnachtszeit steht vor der Tür und die schrägen Vögel des Reviers langweilen sich. Dann wird Capestan erstaunlicherweise zu einem aktuellen Mordfall gerufen. Wobei schnell klar wird, warum man sie involviert. Erstens ist der Tote ein Polizist und zweitens Anne Capestans noch Schwiegervater. Wenn sich einer mit dem Fall die Finger verbrennen kann, dann ihre Loser. Doch wie immer werden diese unterschätzt, denn aus dem Mord wird schnell eine Serie und das Kommando Abstellgleis lässt nicht locker.

Ich habe mich wieder kaputt gelacht! Die Brigade bekommt Zuwachs in Form von D‘ Artagnan oder besser gesagt einem Polizisten, der sich dafür hält und einer cleveren Polizeiratte, die beide herrlich in das Team der schrägen Vögel passt.

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Der Fengshui-Detektiv, Nury Vittachi

Fengshui, wie würde man das erklären? C.F.Wong ein Meister in dieser Kunst vielleicht so: „Die Harmonie zwischen Ying und Yang in einem Gebäude, die es ermöglicht das Chi frei fließen zu lassen.“ Seine siebzehnjährige Praktikantin aus Australien, die er nicht ganz freiwillig einstellen musste, vielleicht so: „Streichen Sie die Wände lachsfarben, rücken sie das Sofa vors Fenster und trinken Sie ein Glas Orangensaft jeden Tag.“ Zwei Welten treffen aufeinander und das ist ein Vergnügen, denn Fengshui Meister Wong und seine so verwirrende Praktikantin richten nicht nur die schlechten atmosphärischen Störungen in Wohnungen und Gebäuden Singapurs, sie lösen auch ganz nebenbei Verbrechen. Zum Schreien komisch, weise und auch etwas lehrreich sind die wundervollen Krimis um Mr. Wong und Miss McQuinie. Auch wenn die Serie um den Fengshui-Detektiv bereits aus dem Jahre 2003 stammt, sind sie dennoch aktuell und unbedingt lesenswert.

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Schwarzwasser, Andreas Föhr

Föhr, Schwarzwasser - 978-3-426-65421-7_Druck

Fasching ist auch am Tegernsee die vierte Jahreszeit und mit genug Alkohol im Blut, landet man schon einmal in einem fremden Haus, um seine Liebste zu beeindrucken. So auch Polizeiobermeister Kreuthner, dessen Hof nicht vorzeigbar ist, weil ihm seine Schnapsbrennerei explodierte. Außerdem hat er gerade wegen überhöhter Geschwindigkeit seinen Führerschein abgeben müssen. Doch wofür hat man Freunde, die einem den Schlüssel für ein tolles Anwesen geben und den Großvater des Chefs, der einen auch noch dort hinfährt. Für Kreuthner hätte es eigentlich ein tolles Tête-à-Tête mit Fräulein Hundsgeiger werden können, wäre da nicht die Leiche eines Mannes im Schlafzimmer und eine junge Frau, von der Kreuthner erst einmal eine Kugel an den Kopf bekommt!

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