Alle Artikel von Stephan Schwammel

Wolf Harlander: 42 Grad

Seit Januar hat es weder geschneit noch geregnet. Der Februar 2020 gilt als der wärmste Monat seit der Aufzeichnung von 1881. Die Temperaturen im März und April gelten eher als Sommertemperaturen als Frühjahr. Auf den Feldern ist die Saat vertrocknet. Erst Ende April hat es mal eine Woche Regen gegeben. Aber keine großen Mengen. Danach die große Trockenheit. Von Regen noch keine Spur. Die Medien berichten von Voraussagen, dass das Jahr 2020 noch heißer als 2018 und 2019 werden kann. Das dritte Jahr dann hintereinander, dass die Flüsse austrocknen lässt und der Grundwasserspiegel sinkt. Durch die Frühjahrstrockenheit haben die Landwirte kein Futter für ihre Tiere mehr. Zukaufen kann man nichts. Es wird jetzt schon vom bevorstehenden Wassermangel gewarnt und zum sparsamen Umgang gebeten. Genau jetzt, zur großen Trockenheit, am 30.06. 2020 hat Wolf Harlander sein Buch heraus gebracht Weiterlesen

Deon Meyer: Beute

Südafrika steht schon lange nicht mehr im Fokus der Krimileser. Mit diesem Roman sollte es sich ändern. Der Südafrikaner Deon Meyer hat wieder einen spannenden Kriminalroman geschrieben der unser Augenmerk auf dieses Land richtet. Beginnend mit einer Zugfahrt in einem der luxuriösesten Züge der Welt. Weiterhin, informiert man sich über das politische System Südafrikas nach dem Tod von Nelson Mandela. Der Roman berichtet über ausufernde Korruption und Misswirtschaft in dem Land. Spannung baut der Autor durch verschiedene Handlungsstränge in Südafrika und Frankreich auf. Weiterlesen

John Grisham: Die Wächter

Der Altmeister des amerikanischen Gerichtsromans hat wieder einen Roman abgeliefert, der sich aus meiner Sicht an einigen Fällen der amerikanischen Justiz anlehnt. Grisham bereitet vor unseren Augen ein System aus, das in seiner ganzen Schrecklichkeit für uns Mitteleuropäer nahezu unbegreiflich ist. Wenn bekannte Knastspitzel durch ihre Aussage Menschen in lebenslange Haft bringen können, wenn Gefängnisse zwar unter staatlicher Aufsicht, aber privater Führung Menschen unwürdig unterbringen, so hat das mit Menschenrechten nichts mehr zu tun. Das Land der Freien ist ein Land, das den Reichen ohne Wenn und Aber gehört. Dies macht Grisham sehr deutlich und deswegen ist dieses Buch sehr lesenswert. Weiterlesen

Leif Karpe: Der Mann, der in die Bilder fiel

Gastrezension: Dr. Ulrike Bolte

Leif Karpe führt uns in einem kriminalistischen Spannungsbogen in die Bildwelt der Impressionisten. Sein Protagonist Peter Falcon (Columbo alias Peter Falk lässt grüßen) wird vom Auktionshaus Chroseby in heikler Mission nach Paris geschickt: er soll einer Kunsthistorikerin Geld übermitteln, die aufgrund ihrer Recherchen über eine Fälscherwerkstatt im Gefolge van Goghs die Herbstauktion gefährden könnte. Ohne sein Zutun stürzt der „Bilderflüsterer“ in Szenarien wie dem Atelier des berühmten Fotografen Nadar, erfährt die zwiespältige, skandalöse Reaktion auf Manets „Frühstück im Grünen“ mit einer Nackten im Kreis bekleideter Männer. Weiterlesen

Jörg Diehl, Roman Lehberger, Fidelius Schmid: Undercover – Ein V-Mann packt aus

Undercover

Gastbeitrag: Ulrich Steiner

Die Geschichte von Deutschlands Top-V-Mann „Murat Cem“ eröffnet Einblicke in kriminelle und terroristische Milieus die man so nicht für möglich gehalten hätte. Ein junger Türke übernimmt fast 20 Jahre lang die Informationsbeschaffung für die Polizei in brisanten Fällen, bei denen die Ermittler nicht weiterkommen. Den Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016 hätte „VP01“ gerne verhindert, aber der Staatsschutz hat seine eigenen Regeln. Im Januar 2018 bekommt SPIEGEL-Redakteur Jörg Diehl eine Mail von „VP01“, der will sein Vermächtnis in die Öffentlichkeit bringen. Gemeinsam mit seinen beiden Journalisten-Kollegen Roman Lehberger und Fidelius Schmid folgt eine einjährige Interview- und Recherchezeit, das Ergebnis ist das Buch über den vermutlich erfolgreichsten Polizeispitzel der deutschen Kriminalgeschichte. Weiterlesen

Luca Ventura: Mitten im August, Der Capri-Krimi

Eine der Sehnsuchtsinsel der deutschen ist Capri. Nun hat auch diese Insel einen Regionalkrimi der in deutscher Sprache erschienen ist. Auf der Insel die sehr viele Menschen besuchen bleibt halt auch die Kriminalität nicht stehen. Die Insel und die angrenzenden zwei Schwesterinseln haben natürlich auch unterirdisch sprich im Meer Besonderheiten, die Ozeangraphen interessieren und untersuchen. Insgesamt bietet der Krimi, einen Überblick, über die Schönheiten und Besonderheiten der Insel. Die Abhängigkeit vom Festland sprich Kriminaldirektion in Neapel wird deutlich herausgearbeitet. Ein Kriminalroman, der locker weg zu lesen ist, und uns Lust macht diese Inselgruppe zu besuchen und auch dort zu verweilen. Weiterlesen

Tim Frühling: Hessentagtod

Das Fest der Hessen, der Hessentag ist eine feste Größe unter den Festen der Republik. Er zieht viele Hunderttausende in die jeweilige Festtagsstadt. Das Land gibt einige Millionen für Infrastrukturmaßnahmen aus und deshalb läßt sich die Politik und die Stadt feiern. Das kommt sehr authentisch in diesem Krimi rüber. Eine Hessenkönigin hat der Autor kreiert und die Wahl wird zum Mittelpunkt des Geschehens. Mit sehr viel Hessenflair bereitet der Autor seine Geschichte aus die natürlich mit einem Opfer aus der Riege der Bewerberinnen endet. Da die Bewerberinnen aus verschiedenen Regionen des Hessenlandes kommen, werden diese Regionen auch ins Rampenlicht gerückt. Viele Hessen werden sich im Roman mental wiederfinden. Weiterlesen

Gioacchino Criaco: Die Söhne der Winde

Africo, im Aspromonte ist eine der ärmsten Gegenden Italiens. Hier wird man entweder Mafioso oder wandert aus. Wie das Leben dort aussieht schildert uns einer der von dort kommt. Die Situation der Menschen hat sich über die Jahrhunderte nicht wesentlich verbessert. Warum das so ist wird hier deutlich erklärt. Die Gegend ist ein großer Obst und Gemüsegarten. Er gehört aber nur wenigen. Die Anderen dürfen aber für wenig Geld in diesem Garten schuften. Alle bedienen sich bei den Armen: die Grundbesitzer, die Lastwagenfahrer und die Mafiosi. Die Jugend hat die Möglichkeit zu lernen wird aber von der Konsumgesellschaft auf den leichten Weg geführt. Der Autor zeichnet ein überzeugendes Bild Kalabriens. Weiterlesen

Thomas Engström: East of Inferno

Die Thriller-Serie um Ex-Agent Ludwig Licht geht mit diesem Buch zu Ende. Leider bin ich jetzt erst auf diesen Agenten Ludwig Licht aufmerksam geworden, weil er aus dem gewohnten Agentengenre deutlich heraus sticht. Licht ist sozusagen der gegen Bond. Sozusagen James Bond auf Ecstasy. Schräg, aber gut! Der vorliegende Band spielt in Georgien, Tiflis. Ein Schauplatz, der sehr selten ist und auch von einem gewissen exotischen Reiz. Selten bekommt man Einblicke in die Lebensweise von Georgiern, die teilweise noch unter dem Diktat der ehemaligen Sowjetunion stehen. Der Autor zeigt auf, welche Seilschaften es nach seiner Meinung immer noch gibt. Dies ist nachvollziehbar und macht diesen Roman so spannend. Weiterlesen

Aeneas Rooch: Mein wasserdichtes Baby

Als ich diesen Titel in der Vorschau sah, wurde ich neugierig, da als frisch gewordener Großvater, natürlich ein Interesse besteht zu verstehen wie das mit dem Enkel weitergeht. Viele Schritte in der Entwicklung meines Enkels kann ich nun voraussehen, weil der Autor diese Entwicklungsschritte wissenschaftlich und detailgenau erklärt. Spannend ist es auch zu lesen, wenn der Autor die Frage aufwirft: sollen Eltern Schnuller ablecken? Wenn wir wissen, dass viele Kinder Allergien haben könnte es doch sein, dass wir es mit den hygienischen Bedingungen die wir unseren Kindern zumuten übertreiben und es daher vielleicht sinnvoll erscheint mit den körpereigenen Abwehrkräften unsere Kinder zu Konditionieren. All diese Fragen beantwortet uns der Autor. Weiterlesen