Alle Artikel von Stephan Schwammel

Stefan Friesenegger: Alles über Fake-Uhren

Der Autor Friesenegger ist ausgewiesener Experte im Erkennen von gefälschten Uhren. In diesem Werk das ordentlich Bebildert ist, erklärt er zunächst die Begriffe Fake, Plagiat, Klon oder Fälschung bei Uhren. Er zeigt wie man Fälschungen erkennt. Das fängt oft bei der Schließe an und hört nicht beim Leuchtverhalten auf. Bei einigen Marken weist der Autor auf Besonderheiten hin bei denen man Fälschungen erkennen kann. In einem Kapitel setzt sich Friesenegger auch mit psychologischen Fragen auseinander. Warum kaufen Menschen Fälschungen? Drückt man Identität durch das Tragen von gefälschten Uhren aus. Ein Buch das sich intensiv mit der Welt der schönen und teuren Uhren und deren „Blender“ auseinander setzt. Weiterlesen

dame & dusa, Anna Taube, dame & dusa (Illustr.):Die kleine Qualle auf der Suche nach dem Poch

Es geht ums Herz, ein Kinderbuch das mindern erklärt wer ein Herz hat und wie es schlägt. Ein nicht leichtes Unterfangen weil Lebewesen verschiedener Herzen und Herztöne haben. Sehr schön sind die Grafiken in denen die kleine Qualle auf die verschiedensten Fische trifft und in deren Lebensumgebungen diese Zusammentreffen stattfinden. Die Bilder sind sehr stimmungsvoll und die Kinder achten sehr wohl auf die verschiedensten Fische. Das Poch übt schon einen Reiz aus zu erkunden woher das pochen kommt. Die Suche auf Grund des Meeres ist spannend. Weiterlesen

Gerald Richter, Marian Kretschmer: Die sieben Leben des Stefan Heym (Graphic Novel)

Aus einer Idee wurde ein Buch, das außerordentlich kraftvoll in seiner grafischen Gestaltung und tiefgehend in der Schilderung eines Mannes ist, der in verschiedenen politischen Systemen aufgewachsen und sie schriftstellerisch begleitet hat. Die Bilder begleiten die Texte in unaufdringliche Art und Weise und sind dann dominierend wenn sie die Gefühle der Protagonisten ausdrücken. Einige ganzseitige Bilder könnten auch für sich alleine stehen. Am oberen Rand der Blätter ist eine Zeitschiene zu sehen die die betreffende Periode betreffen. Texte aus den Büchern und Schriften des Schriftstellers Stefan Heym fließen in die bebilderten Texte ein machen das Werk auch für junge Menschen interessant und lesbar. Auch für ältere Leser*innen ist das Buch interessant, weil es die jüngere Geschichte der Menschen beleuchtet und ins Gedächtnis ruft. Weiterlesen

Kai Oppermann: Der Flunkerfunkelstein oder die Elster, die nicht stehlen wollte

Kinderbücher sollte man zusammen mit Kindern anschauen. Diese haben ganz andere Schwerpunkte in ihrer Betrachtung als Erwachsene. Bei den hier vorliegenden Bilder und Geschichten Buch musste ich erst erklären was eine Elster ist und warum diese Vögel gerne blinkende Sachen stibitzen. Nachdem dies geklärt war, wurde die Geschichte gut aufgenommen und die Bilder intensiv betrachtet. Dabei fiel auf, dass die Rückseite des Buchdeckels mit den vielen kleinen Bildern von Elstern mit ihrem Diebesgut lange und sehr intensiv, und wie ein Memory mit den einzelnen Vögeln betrachtet wurde. Das Buch wurde an mehreren darauffolgenden Abenden vom Co-Rezensenten zum vorlesen gewünscht. Weiterlesen

Christian Langer (Hrsg.): WIR HABEN DIE WAHL! – INTERNATIONALE CARTOONS ZU DEMOKRATIE UND RECHTSSTAAT

Zugegeben, ich bin ein großer Freund des politischen Cartoons. Dankenswerterweise hat der Lappan Verlag über die Jahre seine Reihe „Beste Bilder“ mit politischen Cartoons der letzten Jahre in der Bundesrepublik veröffentlicht. Nun ist das Jahr 2024 ein Superwahljahr in verschiedenen Ländern dieser Welt. Zu diesen Wahlen haben Cartoonisten einiges zu sagen. Zusammen mit dem Hamburger LawCom.Institute, das sich international für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie einsetzt, hat der größte deutsche Cartoon-Verlag, LAPPAN, einige der besten und meinungsstärksten politischen Karikaturist*innen der Welt versammelt, um im Superwahljahr auf das wichtigste Gut unserer Zeit hinzuweisen: Demokratie! Von Themen wie Wahlrecht und Gewaltenteilung bis zur Freiheit und individueller Verantwortlichkeit ist WIR HABEN DIE WAHL! Weiterlesen

Florian Illies: „Zauber der Stille. Caspar David Friedrichs Reise durch die Zeiten“

Gastrezension: Dr. Ulrike Bolte

Fundiert, in gewohnter Manier, gelingt es Florian Illies mit dem „Zauber der Stille“ die Biographie Caspar David Friedrichs collagenartig mit zeitgenössischen Ereignissen oder Ausblicken in die Zukunft wie der Rezeptionsgeschichte zu verflechten. Thematisch gegliedert in die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde, Luft ( zu denen Illies möglicherweise durch die Pastellmalereifolge von der Malerin Rosalba Carriera angeregt wurde) erfahren wir im ersten Kapitel von den verheerenden Bränden zu Lebzeiten, die sein Werk dezimierten wie der Brand seines Geburtshauses in Greifswald, den späteren Verlusten zu Kriegszeiten wie in den Berliner Flaktürmen oder dem verheerenden Feuer, dem der Glaspalast in München zum Opfer fiel 1931  mit 110  Bildern der Romantik.  Aus dieser Erfahrung heraus entwickelt Friedrich ein Feuerleitsystem als Brandschutz für Greifswald anhand der Kirchenglocken. Ein weiteres Element der Kulturgeschichte sind die schmalen Friedrichbändchen, die die deutschen Wehrmachtsoldaten in den Schützengräben über dem Herzen in den Brusttaschen tragen – doch das Buch kann sie ironischerweise nicht vor Kugeln und Granaten schützen. Weiterlesen

Phil Hubbe: Vorsicht, Stufe!: 20 Jahre Behinderte Cartoons | Cartoons über Inklusion und das Leben mit Behinderungen

Als ich am 21.5.2003 in die Ausstellung mit Karikaturen von Phil Hubbe im Rathaus von Eschborn eingeführt habe, hatte ich meinen Lieblingswitz über Behinderte erzählt, um die Minen der Anwesenden bei dieser ungewöhnliche Ausstellung zu entkrampfen. Diese Ausstellung war seinerzeit Teil einer Veranstaltungsserie mit Musik, Filmen, und Workshops. Diese Veranstaltungsserie fand anlässlich des von der UN verkündeten Jahres der Menschen mit Behinderungen statt. Die Veranstaltungsserie war ein großer Erfolg und war Treibsatz für viele Aktivitäten von und mit Menschen mit Behinderungen. Die Ungläubigkeit war unter den Anwesenden ziemlich groß, das man über Menschen mit Behinderungen Witze machen kann. Weiterlesen

Caroline Bernard „Ich bin Frida. Eine große Geschichte von Liebe und Freiheit “

Gastrezension: Ulrike Bolte

Die Literaturwissenschaftlerin Caroline Bernard alias Tania Schlie fokussiert ihre Romanbiographie über die mexikanische Malerin Frida Kahlo auf die Zeit von August 1938 bis März 1939. In dieser Zeitspanne wird ihre künstlerische Entwicklung verortet hin zu einer selbständigen Künstlerin mit einer eigenen Formensprache, der ersten Einzelausstellung in New York bis zur Entdeckung der europäischen Ismen und ihrer Avantgarde in der Kunstmetropole Paris. Am sensibelsten sind bei Bernard die Stellen, an denen sie die Verve des zeichnerischen Prozesses und dessen malerische Umsetzung erläutert. Fridas lebenslange Hassliebe (und Konkurrenz) zu Diego Rivera, ihre Abhängigkeit von ihm, aber auch dessen Zuspruch, Unterstützung und Ermunterung prägen sie ebenso wie die notorische Untreue ihres Mannes. Sie versucht, sich aus dieser Beziehung zu lösen, genießt die Liebe zu anderen Männern. Dabei wirkt die Entscheidung zwischen „Liebe und (künstlerischer) Freiheit“ voraussehbar, da sie für viele Künstlerinnen zutrifft und deren Geschichte verwässert. Fridas Geschichte ist geprägt durch den schweren Busunfall im September 1925, bei der eine Stange ihr Becken durchbohrt, sie zu monatelanger Bettruhe im Korsett zwingt und zu zahlreichen Fehlgeburten führt. Rivera, der bekannteste Maler Mexikos mit seinen Wandmalereien („murales“) bringt ihr in der Rekonvaleszenzzeit die Malerei nahe, die zunehmend wichtiger wird und zu einer eigenen Ausdruckskraft führt, aber auch wie in der „Time“ als „Gynäkologische Bilder“ kritisiert wird. Weiterlesen

Leo Heller: Der Gemüseflüsterer von Mainhatten

Wieder lässt der Autor Heller seinen Detektiv McBride durch die Rhein Main Region mit dem Kultauto Opel GT brettern und einen verzwickten Fall um ein Kochrezept zu lösen. Es ist nicht nur ein Kochrezepte sondern dass Menü verspricht dem Esser ein um 50 Jahre längeres Leben. Im vorliegenden Roman geht es esoterisches und veganes Leben. Dabei wollen sinistere Kräfte dieses Rezept an sich reißen und hinterlassen eine mörderische Spur die der Detektiv nicht stoppen kann. Der Autor Leo Heller hat mir auf der diesjährigen Buchmesse verraten, dass er immer wenn ihm langweilig ist sich an den Schreibtisch setzt und seinen Detektiv die aberwitzigen Abenteuer erleben lässt. Wie schon im ersten Roman „Schöner sterben in Bembeltown“ wählt er ein besonderes Thema aus. Im vorliegenden Roman ist es die Esoterik und veganes Leben dass er intensiv betrachtet und in einer unnachahmlichen Art überdreht und durch den Kakao zieht. Da der Detektivin einem Volksbildungswerk Esoterik Kurs gelernt hat das man mit dem Gemüse sprechen soll, spricht er in einem Supermarkt mit Zwiebeln aus dem hessischen Ried, die bei seinen Sprüchen rot werden. Der Ansatz ist einfach genial. Eine Krimikomödie die alles und jeden auf die Schippe nimmt und dabei äußerst klug übertriebene esoterische und Vegane Lebensweisen zerlegt.

Weiterlesen

Stiftung Warentest: Hilfe, ich habe geerbt!

Das Erbe ist ein Geschenk. Es ist nicht erarbeitet. Wer dies begreift wird sich über ein Erbe freuen. Sollte er das nicht tun, kann er/sie das Erbe ausschlagen. Unter diesem Aspekt ist das vorliegende Buch ein wertvoller Ratgeber. Um aber nach dem Tode des Angehörigen keinen Streit entstehen zu lassen, ist es sinnvoll, dass vom Erblasser/in Regelungen getroffen werden die weitmöglichst harmonisch sind. Da das Erbrecht viele juristische Regelungen enthält ist es sinnvoll im Buch nach zu lesen was für einen persönlich gelten soll. Diese Vorstellungen sollte man unbedingt mit einem versierten Rechtsanwalt*in absprechen und in eine rechtsgültige Form gießen. Folgende Fragen sind dann zu regeln: Erbe annehmen oder ausschlagen? Gerechte Aufteilung und Streit vermeiden. Fälligkeit und Berechnung der Erbschaftssteuer. Weiterlesen