
Every day ist ein recht berühmtes Jugendbuch, das in der neuen Ausgabe als Graphic Novel aufgelegt wurde. Die Illustrationen von MBD sind klar, minimalistisch und auf die Emotionen der Personen abgestimmt, die keine Schnörkel brauchen. Auf jeden Fall ist diese Umsetzung sehr gut gelungen. Was die Geschichte angeht, ist es eine utopische Geschichte eines Wesens, das sich A nennt und jeden Tag im Körper eines anderen gleichaltrigen Menschen aufwacht. Bei dem Vorgang unterdrückt er den wahren Charakter der Person und nimmt ihn bis Mitternacht in Besitz. Dabei ist es egal, welches Geschlecht, welche Hautfarbe, welche sexuellen und emotionalen Präferenzen die ursprüngliche Person hat. Das ist A’s Leben, es kannte nie ein anderes. Aus dem Grund versuchte es, jetzt im Teenageralter auch der Liebe aus dem Weg zu gehen, denn sie hat keine Zukunft. Denn A kann nicht bestimmen, in welchem Körper es wieder erwacht. Doch die Liebe passiert trotzdem. An einem Tag, da A im Körper eines afroamerikanischen Jugendlichen erwacht, der eine Freundin hat, Rhiannon. Die Beziehung des wahren Justin mit Rhiannon ist nicht besonders gut. A macht jedoch den einen Tag, in Justin Körper in Rhiannons Leben zu etwas sehr besonderen. So sind beide verliebt, doch am anderen Morgen ist A weg und der wahre Justin erinnert sich kaum an gestern …
Bestimmt ein philosophisches, nachdenkliches Jugendbuch, das sehr geeignet ist für den Schulunterricht. Für meinen Geschmack an manchen Stellen zu Amerikanisch, was aber bei einem US-amerikanischen Autor nicht anders zu erwarten ist. Für einen Jugendlichen, heranwachsenden Teenager eine gute Graphic Novel, um sich mit Themen wie Rassismus, gleichgeschlechtlicher Liebe und dem Menschsein in der Gesellschaft gedanklich zu beschäftigen.

Bereits mit ihrem ersten Krimi »Der 13. Brief«, zeigte Lucie Flebbe was für ein Potential in ihr steckt und gewann eine Leserschaft, die sich stetig vergrößert. Während die Autorin in ihren vorangegangenen Kriminalgeschichten die Privatdetektivin Lila Ziegler und die Kommissarin Eddie Beelitz in Bochum ermitteln ließ, wird es in ihrem neuesten Krimi politisch und für ihre Protagonistin Mieke Jentsch entwickelt sich die vermeintliche berufliche Chance zur lebensgefährlichen Falle. Schritt für Schritt findet die zur Klinikchefin avancierte Mieke Erklärungen für die Ereignisse, die im Zusammenhang mit der Privatisierung von mehreren Kliniken stehen und deren Wurzeln Jahrzehnte zurückliegen. Wie passt die Künstlerin Ocean O‘Donn ins Bild? Und hätte sie, Mieke, das Ganze ohne die Hilfe von Samis Vater Mo überlebt? Versiert erzählt Flebbe ihre Geschichte, die von den gut ausgearbeiteten – teils
Wie wichtig Sie mit der richtigen Ernährung vorbeugen, die Heilung unterstützen und neue Kraft schöpfen.
Fundiert, in gewohnter Manier, gelingt es Florian Illies mit dem „Zauber der Stille“ die Biographie Caspar David Friedrichs collagenartig mit zeitgenössischen Ereignissen oder Ausblicken in die Zukunft wie der Rezeptionsgeschichte zu verflechten. Thematisch gegliedert in die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde, Luft ( zu denen Illies möglicherweise durch die Pastellmalereifolge von der Malerin Rosalba Carriera angeregt wurde) erfahren wir im ersten Kapitel von den verheerenden Bränden zu Lebzeiten, die sein Werk dezimierten wie der Brand seines Geburtshauses in Greifswald, den späteren Verlusten zu Kriegszeiten wie in den Berliner Flaktürmen oder dem verheerenden Feuer, dem der Glaspalast in München zum Opfer fiel 1931 mit 110 Bildern der Romantik. Aus dieser Erfahrung heraus entwickelt Friedrich ein Feuerleitsystem als Brandschutz für Greifswald anhand der Kirchenglocken. Ein weiteres Element der Kulturgeschichte sind die schmalen Friedrichbändchen, die die deutschen Wehrmachtsoldaten in den Schützengräben über dem Herzen in den Brusttaschen tragen – doch das Buch kann sie ironischerweise nicht vor Kugeln und Granaten schützen. 
„Antoine des Gommiers“ ist der dritte Roman von Lyonel Trouillot, der im Litradukt Verlag erschienen ist und der ebenfalls von Peter Trier übersetzt wurde. Es ist ein erstklassig geschriebener Roman, der in vielerlei Hinsicht beeindruckt. Sprachlich ein Genuss, Dank einer überaus gelungenen Übersetzung. Denn sogar Beschreibungen von Horror und Gewalt bergen eine gewisse Poesie und Schönheit, wie auf Seite 22: „Am Boulevard Jean-Jacques Dessalines nährt nicht einmal mehr die Illegalität ihren Mann. Nachts bleiben nur einige Geschäfte, die noch illegaler als die vom Tag sind… Ansonsten ist der Boulevard Jean-Jacques Dessalines eine lange Gerade, bewohnt von der Angst, einigen Schreien und dem Lärm der Schüsse. Wenn es also anderswo besser ist, dann ist das keineswegs erstaunlich“. Auch wenn die Geschichte 
Hat sich Simone Meier in ihren voran veröffentlichten Romanen im hier und heute bewegt, greift sie in ihrem heute erschienenen Roman „Die Entflammten“ die historische Lebensgeschichte der Jo van Gogh-Bonger auf. Sie verwebt – auf unterschiedlichen Erzähl- und Zeitebenen – die fiktive Familiengeschichte der Ich-Erzählerin Gina, Studentin der Kunstgeschichte mit schriftstellerischen Ambitionen mit der realen Geschichte von Vincent van Goghs Schwägerin, die mit Vincents jüngerem Bruder Theo verheiratet ist. Sehr schnell wird klar: hinter jedem Mann – ob erfolglos, depressiv, oder mit Syphilis infiziert – steht eine starke Frau! Ginas Mutter ermutigt und unterstützt ihren Mann darin, ein Buch zu schreiben und finanziert mit ihrer Arbeit den