Alle Artikel von Lutz Reigber

New Wave Wine, Europas Winzer für die Zukunft, Janek Schumann, Wolfgang Staudt

Da lese ich gerade das Buch, von dem Mann, der als einer der besten Weinkenner Deutschlands gilt, er war jahrelang Chefredakteur des Vinum, von seinem Versuch einen eigenen Weinberg zu besitzen und einen großen Wein zu produzieren. Es ist ein herrlich ehrliches Buch. Es handelt vom Scheitern eines Weinkenners und der daraus resultierenden Demut und Respekt vor den Winzern, die es schaffen, jedes Jahr einen sehr guten Wein zu produzieren. Warum erwähne ich das? Um sein Scheitern zu begreifen, geht, jetzt erwähne ich doch mal seinen Namen, Carsten Sebastian Henn zu den, seiner Meinung nach, besten Weingütern Deutschlands, die, wie zu lesen ist meistens von der jüngeren Generation schon übernommen oder beeinflusst werden und hilft mit im Weinberg. Vom Binden der Triebe, dem Ausbrechen, dem Weinschnitt und der neuen Bewirtschaftung im Bioweinbau. Richtig gelesen. Winzer, die nicht die Abkehr vom konventionellen Weinbau betreiben, werden die Zukunft verpassen. Warum erwähne ich Herrn Henn. Ich habe jetzt das Buch von Janek Schuhmann und Wolfgang Staudt in der Hand „New Wave Wine“, Europas Winzer der Zukunft! Und was finde ich darin, genau die Winzer die Herr Henn besucht, sind im Buch von Janek Schuhmann und Wolfgang Staudt. Das ist kein Zufall, das von drei Personen, die sich auskennen müssen, die Empfehlung kommt.

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Curry, die 120 besten Rezepte von Indien bis Afrika, Vivek Singh

The Guardian: Die besten Currys aller Zeiten: Curry als Gewürz und später als süßlich, scharfes Gericht mit Lamm oder Geflügel und Früchten verfeinert haben die britischen Koloniallisten von Indien mit nach England und somit nach Europa gebracht. Doch wer mal den indisch-asiatischen Raum bis hin in die Südsee bereist hat, wird sie kennen, die Buden oder Garküchen an den Straßen oder besser gesagt, an den noch nicht mal befestigten Wegen. Zum Teil sehen sie auch nicht vertrauenserweckend aus, aber genau da, ja richtig genau da, sollte man hingehen und das „Curry of he day“ genießen. Die Zutaten sind meistens nicht zu erfahren, ein Curry of the day, ist eine Mischung von dem was man hat. Sie werden überrascht sein, wie köstlich es schmeckt und dass es keine Verdauungsprobleme gibt. Denn alles was richtig durchgegart ist, verträgt unser Organismus. Ich bin nie enttäuscht worden und würde sie auch jederzeit dort mit hinnehmen. Allein das Verbreitungsgebiet mit den vielen ethnischen Unterschieden zeigt die Vielfältigkeit von Currys.

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Einfach griechisch Kochen, Katerina Dimitriadis, Käts Lieblingsrezepte aus ihrer Heimat

Haben sie gewusst, dass der deutsche touristische Aufschwung auf Mallorca erst eingetreten ist, nachdem sich ein spanischer Gastronom nach Deutschland begeben hatte, dort die deutsche Kultur und Gastronomie sich angesehen hatte und daraufhin in seinem spanischen Lokal Schnitzel und deutsches Bier anbot. Von da ab war der Zustrom der deutschen Urlauber nicht mehr zu stoppen. Die Erkenntnis daraus ist, auch wenn wir in die Fremde reisen, wollen die Menschen trotzdem ihre Heimatküche genießen. Umgekehrt und daher auch dieses Buch ging es Katerina Dimitriadis. Ihre Eltern sind als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen. Die Mutter hat die griechische Küche ihrer Heimat weiter gekocht. Katerina Dimitriadis nennt sich selbst Kät. Dann machen wir das jetzt auch. Also, Kät aufgewachsen in Deutschland, wollte als junges Mädchen, genauso wie ihre deutschen Freundinnen, lieber Schnitzel als griechische Küche.

Erst die Besuche in der Heimat ihrer Eltern, bei den Großeltern haben sie zu ihrer eigentlichen Herkunft gebracht. Und daher ihre Liebe und Heimatverbundenheit zur griechischen Küche.

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Tacos, Burritos und Co., Thomasina Miers

Mexikanische Küche für Zuhause: Bekannt ist die mexikanische Küche für Tacos, Burritos, Salsa und Guacomole. Dann steht das auch noch als Buchtitel. Doch wer dieses Lebenswerk von Thomasina Miers liest, so muss man dieses Buch bezeichnen, es ist von Thomasina Miers eine Liebeserklärung an die mexikanische Küche, ist überrascht, wie vielfältig die mexikanische Küche ist und nicht nur aus Tacos und Burritos besteht.

 

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Frische Gemüseküche, James Strawbridge

Grüner Genuss nach Jahreszeiten – Anbau, Verarbeitung und mehr als 135 Rezepte.

James Strawbridge ist zur Gemüseküche gekommen, weil er auf einem kleinen Hof aufgewachsen ist. Auf einem kleinen Hof war man früher Selbstversorger. Und wer sich mit eigenem angebautem und geerntetem Gemüse und Obst auskennt, weiß, man hat auf einmal von der jeweiligen Sorte viel zu viel. Da schießt der Salat hoch. Die Bohnen, die im Übermaß geerntet werden müssen, damit sie bei Überreife nicht hart und trocken werden. Die Kohlrabis in Reih und Glied, die man ernten muss, bevor sie holzig werden. Oder die Gurken und Zucchini, die immer größer werden, dann aber an Geschmack verlieren. Natürlich freut man sich in der Jahreszeit, wenn man das jeweilige erste Gemüse oder Obst ernten kann. Ich kenn es noch aus eigner Erfahrung, dass wir Geschwister uns gestritten haben, wer die ersten Radieschen ernten durfte. Oder die ersten Süßkirschen hatten keine Chance reif zu werden, da waren sie schon in einem unserer Mäuler verschwunden. Doch dann kommt die Zeit des Übermaßes und jeden Tag Bohnen nach dem gleichen Rezept hat man schnell über. Hier ist dann Kreativität gefragt mit neuen, originellen, geschmackvollen Rezepten bis hin zur Haltbarmachung für Später oder wie es bei uns zu Hause war, für den Winter.

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Tödliches Ostfriesenherz, Elke Nansen

Besser kann man es nicht machen und auch noch pünktlich zur Urlaubssaison für unsere Nordsee- oder Ostseeküste – Urlaubslektüre. Es ist wieder da, das neuste Buch von Elke Nansen „Tödliches Ostfriesenherz“. Man muss es einfach lesen! Ja! Jetzt sitze ich hier und möchte eine Rezension schreiben über das 13. Werk in der Reihe von Elke Nansens Tödlichen Ostfrieslandkrimis und mir fällt nur ein Satz ein, um alles zu sagen: Man muss es lesen! Auch will ich nicht irgendwelche Superlative aufrufen, wie genial, ihr bestes Werk, sie hat sich wieder selbst übertroffen. Das wäre zu einfach und auch ungerecht ihren 12 anderen Büchern und den hoffentlich folgenden gegenüber. Alle ihre Bücher sind in der Machart und Themenbesprechung etwas Besonderes und man sollte sich die Zeit nehmen, auch alle mal zu lesen. Elke Nansen schafft es immer wieder, heikle, sozialkritische Themen, die das Leben schreibt, in ihren leicht morbiden Kriminalromanen zu verarbeiten. Eigentlich ist es ein Lese-Muss.

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Genussregion Südtirol, Mirko Mair (Hrsg.)

Elf befreundete Köche interpretieren ihr Heimatküche Armin Comploj, Armin Gruber, Andrea Irsara, Mirko Mair, Arnold Nussbaumer, Markus Peintner, Matthias Schenk, Daniel Werth, Othmar Raich, Daniel Wolfsgruber und Stephan Zippl.

Südtirol, auch heute noch eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen. Angelockt von der urbanen Landschaft, den Menschen und der bodenständigen Küche. Und was das Schönste ist, trotz des Jahrzehnte währenden Tourismusstromes hat sich die Gastronomie ihre Bodenständigkeit erhalten, mit herzlicher Gastlichkeit, regionalen Gerichten und kulinarischen Highlights. Highlight, passt dieser Anglizismus eigentlich nach Südtirol? Ja! Elf Freunde sollt ihr sein! Ein Begriff aus dem Fußball. Ob das hier so gewollt ist oder war es Zufall, dass der Gastronom vom Restaurant Sichelburg, in Pfalzen und Herausgeber dieses Buches „Genussregion Südtirol“ Mirko Mair, genau zehn befreundete Kollegen – nein kulinarische Freunde und Spitzenköche, dazu gewinnen konnte dieses Buch zu einem Südtiroler Highlight zu machen.

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Der Mann, der auf einen Hügel stieg und von einem Weinberg herunterkam, Casten Henn

Wer sich einmal auf Bücher von Carsten Henn eingelassen hat, ist begeistert von seinem ehrlichen humorvollen Schreibstil. Auch wenn dabei leichte Kriminalromane sind, bringt er sehr viel Wissenswertes, also Lesenswertes rüber. Wie beim „Gin des Lebens“ oder „Rum und Ehre“. Allein das Lesen der Titel bringt einem zum Schmunzeln. Ebenfalls von ihm, kein Krimi, „111 Weine, die man getrunken haben muss“. Genial! Hierzu empfehle ich meine Rezension im www.Eschborner-stadtmagazin.de. Nehmen sie sich die Zeit. Und jetzt sein neustes Werk. Das Buch vom Scheitern im eigenen Weinberg von einem der bestens deutschen Weinnasen/Kenners, mit abgeschlossenen Weinbaustudium und zu damaliger Zeit Chefredakteur des Vinum. Ein herrlich ehrliches Buch, offen, tiefgründig zum Teil sogar philosophisch. Die Geschichte einer Selbstfindung.

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Die Buchhändlerin, Ines Thorn

Gendermäßig würde ich als eine männliche Person bezeichnet. Lese ich jetzt ein Frauenbuch? Was ist überhaupt ein Frauenbuch? Bücher in denen die Geschichte sich um Frauen und mit Frauen dreht?  Sind Biografien über Frauen Frauenbücher? Dürfen Männer Frauenbücher lesen? Oder ist es gerade gut, wenn jetzt emanzipierte Männer Bücher von emanzipierten Frauen lesen?

Ich habe jedenfalls mit Freude den neusten Roman von Ines Thorn „Die Buchhändlerin“ gelesen. Eine Geschichte über den Werdegang und den Wünschen einer jungen Frau vom Ende des Nationalsozialismus bis in die fünfziger Jahre. Und am Ende war ich enttäuscht, nicht über das Buch, das ist großartig, nein, dass es zu Ende war. SCHADE!

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Alte Sorten, Ewald Arenz

„Sie hatte den Weinberg damals gar nicht so gesehen. Er war nur Landschaft gewesen. Ohne Bedeutung. Es war nicht derselbe Weinberg, in dem sie jetzt stand. Dieser Weinberg war wirklich. Sie war wirklich geworden in dieser Zeit. Vielleicht waren es all die Berührungen mit der Erde gewesen. Wann hatte sie jemals die Hände in der Erde gehabt? Wann Bienen auf der Haut? Wann hatte sie in einem Baum gestanden? Ja. Vielleicht war es das.“

Aus Ewald Arenz „Alte Sorten“. Der Umschlag schmückt einen Ast aus einem Birnbaum mit zwei Birnen, die nach einer alten Sorte aussieht. Wenn ich nicht das Wort Roman gelesen hätte, dann hätte ich das Buch für ein Sachbuch über alte Obstsorten erwartet. Man wird doch immer wieder positiv überrascht, wenn man ein Buch in die Hand bekommt, den Autor einem unbekannt ist, man fängt an zu lesen und ist von den ersten Seiten an gefangen, von der Geschichte, der Sprache und Darstellungen. Man hört nicht mehr auf weiterzulesen.

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