Alle Artikel von Lutz Reigber

Catherine Nixey: Heiliger Zorn, Wie die frühen Christen die Antike zerstörten

Ich habe mich immer gefragt, warum sind alle Tempel der Antike zerstört der Serapeum oder Ruinen wie die Akropolis. Haben die Barbaren mit der Einnahme Roms diese Tempel zu Steinbrüchen gemacht, um ihre spärlichen Behausungen zu bauen? Wie ist es passiert, dass die Antike Kultur mit ihren Philosophen und schon weitreichenden wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Mathematik, Physik, Astronomie in Vergessenheit geraten konnte. Wo sind die Schriftrollen von der Bibliothek in Alexandria geblieben.  Es gibt sehr wenig Literatur darüber und selbst bei Google oder Wikipedia wird man immer nur auf Schriften vom Judentum oder Christentum hingewiesen. Wenig weißt auf die Kultur der Antike hin. Weiterlesen

Hans-Joachim Noack: Die Weizäckers

Die Weizsaeckers Eine deutsche Familie von Hans-Joachim Noack

Keine andere Familie hat die deutsche Geschichte der letzten 100 Jahre wohl mehr geprägt als die Weizäckers. Das interessante oder mal viel einfacher ausgedrückt, das Schöne an Biographien, es hat sich einer daran gemacht, recherchiert, nachgelesen, erzählen lassen und aufgeschrieben. So erfährt man immer etwas über eine Person und hier sogar über eine ganze Familie den „Weizäckers“. Kann es einer besser machen als Deutschlands Kanzlerbiographen Hans-Joachim Noack. Hans-Joachim Noack schreibt nicht nur das Recherchierte, das Gelesene oder Erzählte. Hans Joachim Noack ist durch seine Tätigkeit als Journalist ganz nah an die Weizäckers ran gekommen. Man kann ihn sozusagen als Zeitzeugen, wenn nicht sogar als Weggefährten sehen. Speziell zu unserem Bundespräsidenten Richard von Weizäcker. So ist es auch nicht verwunderlich, dass zum Schluss der Familienbiographie das Hauptaugenmerk auf Richard von Weizäcker liegt. Weiterlesen

Wolfgang Herles: Vorwiegend Festkochend, Kultur und Seele der deutschen Küche

Vorwiegend festkochend von Wolfgang Herles

Sag mir was du isst und ich sage dir wer du bist! Dieser alte und bekannte Spruch wird so leichtfertig dahin gesagt. Doch keiner weiß eigentlich, was da alles hinter steckt. Jetzt hat dieser Spruch ein Bild oder besser gesagt ein ganzen Buch bekommen „Vorwiegend Festkochend“. Wolfgang Herles, einer unserer renommiertesten Fernsehjournalisten, hat sich daran gesetzt und aufgeschrieben von der Kultur und Seele der deutschen Küche. Weiter schreibt er schon auf dem Klappentext: Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an die deutsche Küche. Was dem Deutschen schmeckt, was sie kochen, über das Essen reden und schreiben ist Ausdruck ihrer Kultur und Seele. Weiterlesen

Elke Nansen: Tödliches Wangerooge, Ostfrieslandkrimi

Eigentlich schon erwartet. Jetzt ist er da, der siebte Band der erfolgreichen Ostfrieslandkrimiserie von der Erfolgsautorin Elke Nansen „Tödliches Wangerooge“. Wer noch kein Fan von Elke Nansen ist und mit diesem Krimi einsteigt, wird sich garantiert noch die Vorgängerbücher besorgen. Was ich auch nur empfehlen kann. Zwar ist jeder Band für sich abgeschlossen, doch läuft durch alle ein roter Faden mit, von dem Ermittlerduo Richard Faber, Rike Waatstedt und Opa Knut, sowie dem ganzen Team vom Emder Kommissariat. Gekonnt ist Elke Nansen eine dramatische Inszenierung gelungen mit einer großen Tragik des Gewesenen. Wofür man selbst Verständnis findet. Weiterlesen

Alan Ducasse, Christpoh Saintagne & Paule Neyrat: Ducasse Nature II

Wenn einer der weltbesten Köche wie Alan Ducasse sich schon zum zweiten Mal dem Prinzip „Nature“ zuwendet und von sich selbst sagt, dass das seine Lebensphilosophie erklärt, kann man ihm getrost folgen. Weg von der Ganzjahresküche. Nicht das ganze Jahr, Erdbeeren, Spargel oder Avocados. Weg von dem importierten Fleisch und Gemüse aus Übersee. Weg von der Überfischung der Meere. Lieber aus kontrolliertem, nachhaltigen Fischfang. Alan Ducasse „Cuisine naturelle“ bedeutet Genuss nach den Jahreszeiten. Möglichst nur was in dieser Jahreszeit wächst. Produkte aus der Region. Nachhaltig kurze Wege. Doch macht Alan Ducasse das nicht zum Dogma. Er sagt selbst, warum sollen wir nicht die herrlichen Früchte wie Zitronen und Orangen genießen. Sie wachsen leider nicht in unserem Klima. Weiterlesen

Stefanie Hiekmann: KOCH WAS DRAUS, Was Spitzenköche aus 5 Zutaten zaubern

Wie bekommt man 10 Spitzenköche dazu ihre Geheimnisse zu verraten, neue Gerichte zu kreieren und die dann noch für den privaten Gebrauch umsetzbar sind? Wer sollte das erreichen, wenn nicht Stefanie Hiekmann. Sicherlich ist Frau Hiekmann nicht nur durch ihre sympathische Art bei den Sterneköchen bekannt, sondern auch durch ihre beiden Bücher „Nachgefragt“: 30 Spitzenköche verraten ihre Küchengeheimnisse und „ Aufgedeckt“: Geheimnisse der Spitzenköche. Doch wie bekommt man noch mehr. Stefanie Hiekmann stellt ihnen eine neue Herausforderung: 5 Zutaten und kreiere 3 verschiedene Gerichte! Weiterlesen

Dror Mishani: D R E I

Der Sensationsbestseller aus Israel. Auf dem Klappentext stand mit Recht „ Spoiler-Gefahr“! Eigentlich darf man über diesen Roman nichts verraten. Wie soll man als Rezensent etwas schreiben, wenn man doch nichts sagen darf. Eine wirklich prekäre Lage. Vorab kann ich eins sagen: Literarisch wertvoll! Und obwohl der Roman ein Krimi sein soll, mag ich ihn nicht als solches bezeichnen. Der Roman beginnt sehr ruhig und ohne große Entwicklung oder Spannung. Doch kann man sich der Einfühlsamkeit, der Gedankenwelt, der Empfindungen und Überlegungen des Dror Mishani nicht entziehen. Man ist gefangen in dem Leben der Figuren. Man legt das Buch bis zum Schluss nicht mehr aus der Hand. Weiterlesen

Sabine Weigand: Die Englische Fürstin, Zwischen Glanz und Rebellion

Vorab möchte ich ein paar persönliche Worte schreiben. Diese Rezension habe ich als Mann verfasst. Warum sollten nicht auch Männer über ein sogenanntes Frauenbuch eine Rezension schreiben. Erstens hat mich das Buch geschichtlich interessiert. Zweitens sind meine Großeltern väterlicherseits selbsterlebte Zeitzeugen. Mein Großvater war Leibjäger beim Bruder von Kaiser Wilhelm und mit diesen zur Eisbärenjagd in Spitzenbergen, zur Kaiserkrönung in Japan, auf der Rückfahrt zur Stippvisite beim Boxeraufstand in China. Meine Großmutter kam aus höherem Hause, hatte aber keinen Adelstitel mehr, da ihre Mutter einen Bürgerlichen geheiratet hatte. Sie wurde aber noch in einer Schule für höhere Töchter ausgebildet. Sie konnte wirklich auf Anhieb noch umfallen. Ich kann mich noch an die Bilder von dem Bruder des Kaisers und meinem Großvater erinnern. Leider waren wir Kinder damals zu jung, um zu begreifen, dass man das erlebte meiner Großeltern aufschreiben sollte.

Dieses Buch wird zwar als Roman angeführt, doch es ist weit mehr als das. Ein wahres Zeitgeschehen. Sabine Weigand hat hier von einer realen Person geschrieben. Sie hat die Biographien, Zeitungsberichte, Tagebucheintragungen, Briefe und Aussagen von Zeitzeugen mit aufgeführt. Dazu sogar Originalbilder verwendet. Beim Lesen vermischt sich alles so gekonnt, dass man immer weiterlesen will. Man möchte wissen, wie das wirkliche Leben  von Daisy am Hofe des Kaisers und den Wirren des Ersten Weltkrieges und danach weiter geht. Tatsachen, keine Fiktion. Weiterlesen

Marc Raabe: Zimmer 19,

Wer von Marc Raabe den ersten Teil der Marc Raabe Trilogie „Schlüssel“ gelesen hat, konnte es sicherlich kaum erwarten, dass der zweite Teil um Kommissar Babylon und der Polizeipsychologin Sita Johanns heraus kommt. Ich kann jetzt schon sagen, man wird in keinster Weise enttäuscht. Marc Raabe ist ein Meister der Verwicklung und Entwicklung. Die vier Geschichten zum Teil in verschiedenen Zeiten machen dieses Buch mehr als kurzweilig. Jede Geschichte bindet einen in der Entwicklung. Auch wenn es eine  gewisse Konzentration benötigt um den einzelnen Abläufen zu folgen und wie sie doch zusammen gehören. Weiterlesen

Romain Puertolas: Der Kleine Kaiser ist zurück

Ob Timur Vermes Erfolgssatire „Er ist wieder da!“  in der Gestalt des Diktators Adolf Hitler den Anstoß gegeben hat, ist nicht belegt. Auf jeden Fall ist die Idee, den Kleinen Kaiser wieder auftreten zu lassen, eine weitere gelungene Satire. “ Der kleine Kaiser ist zurück!“ angeblich starb Napoleon Bonaparte am 5. Mai 1821 mit 51 Jahren an Magenkrebs. Und angeblich ist er seziert worden und danach eingeäschert. Doch wie die Geschichte es will, wurde ein anderer armer Teufel für Napoleon verbrannt. 200 Jahre später fischt ein norwegischer Fischer zwei große Eisklumpen aus dem Meer und lässt diese behutsam auftauen. Heraus kommt Napoleon mit seinem Lieblingspferd Le Vizier. Weiterlesen