Alle Artikel von Lutz Reigber

Mercedes Lauenstein, Juri Gottschall, Splendido Aperitivo, Italienisch entspannt in den Feierabend,

Es gibt bereits vier Splendio Bücher: Splendido – Italienisch kochenmit besten Zutaten, Splendido – italienische Produktkunde und Rezepte, Splendido –Primavera und Estate – italienische Küche Frühling und Sommer, Splendido – Autunno und Inverno – italienische Küche Herbst und Winter

Alle Bücher bestechen durch hohe Kompetenz, ausführliche Erklärungen, Geschichte, ausgewählte Rezepte und Produkte, mit der Besonderheit der Einfachheit der italienischen Küche, wodurch sie zu Weltruhm gekommen sind. Dieses verkörpern Mercedes Lauenstein und Juri Gottschall in ihren Büchern exzellent. Und nun das fünfte Buch „Splendido Aperitivo“. Es ist ganz frisch herausgekommen und ich musste mir dieses Buch sofort besorgen. Angetriggert durch die Vorgängerbücher kann das Aperitivo-Buch nur wieder ein besonderes Highlight sein. Ich nehme es vorweg, es stimmt. Eine Freude, darin zu lesen über die Geschichte des Aperitivo, Ursprung bis zur heutigen Genusskultur, die Herstellung der verschiedenen Mix-Getränke und die daraus entwickelten Speisenbeigaben. Wohlgemerkt kein Abendessen, nur ein Mundbissen zum Aperitivo. Obwohl, man kann die kreativen Mundbissen ohne weiteres auch in einer Menüfolge einbauen.

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Eva Almstädt Ostseehölle, Pia Korittki ermittelt

Es ist schon der 21. Fall von Eva Almstädt mit ihrer Kommissarin Pia Korittki. Eva Almstädt gelingt mit „Ostseehölle“ wieder ein fesselnder Kriminalroman, der weit über das Genre hinausgeht und gesellschaftlich relevante Themen wie den Missbrauch von Schutzbefohlenen, sowie Mobbing unter Kindern ins Zentrum rückt. Die Autorin lässt ihre Protagonistin in der Vergangenheit von Chormitgliedern forschen und deckt dabei immer mehr dunkle Geheimnisse auf, sodass bald alle ein Motiv hatten, das eine Chormitglied in der Marienkirche in Lübeck als Leiche zurückzulassen. Durch ihren präzisen, atmosphärischen Schreibstil werden die emotionalen und psychologischen Folgen von Missbrauch eindringlich dargestellt – insbesondere die Ohnmacht und das Schweigen der Betroffenen, die oft aus Angst und Scham verharren. Almstädt vermeidet dabei jede Sensationslust und legt den Fokus auf die Perspektive der Opfer, deren Verletzlichkeit und innere Konflikte authentisch und nachvollziehbar beschrieben werden.

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Rüdiger Bertram und Saskia Gaymann, Knallharte Steinzeit – Kleines Mammut, große Gefahr,Ein Vorlesebuch für Kinder ab 5 Jahre

Auch als Erwachsener macht es Spaß, Kinderbücher zu lesen und dann seinen Kindern oder Enkelkindern die Bücher pointiert mit Gestik und Mimik vorzulesen. Die staunenden Augen und die Aufmerksamkeit der Kinder und Enkelkinder erfreuen einen doch selbst. Hilfreich ist so ein einfühlsames Buch mit seinen interessanten Themen. „Knallharte Steinzeit“ hat mich von der ersten Seite an begeistert und berührt. Rüdiger Bertram gelingt es, ein längst vergangenes Zeitalter so lebendig und greifbar zu machen, dass Kinder wie Erwachsene gleichermaßen mitgerissen werden. Die Figuren sind liebevoll gezeichnet und voller Charme – man spürt in jeder Zeile, wie viel Herzblut und Humor in dieser Geschichte stecken. Besonders berührt hat mich, wie die Hauptfiguren Krähe – ein Mädchen, frech mit rotem Wuschelkopf – und Wolf – ein Junge mit braunem, zerzaustem Haar und freiem Oberkörper – mit den Herausforderungen ihrer Zeit umgehen: Mit eigenen Überlegungen, Wagemut und einer guten Portion kindlicher Neugier führen sie uns durch das Leben in der Steinzeit.

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Harald Rüssel & Söhne, Wilde Zeitenküche, Wilde Genussrezepte von Wald und Wiese mit Fleisch, Fisch, Kräutern und Pflanzen – natürlich regional

Ich selbst bin in einem Forsthaus aufgewachsen und habe dadurch einen Bezug zur Jagd. Meine Mutter hat das erlegte Wild bestens zubereitet. Vielleicht habe ich daher auch die Leidenschaft fürs Kochen entwickelt. Deshalb hat mich Harald Rüssels Wilde Zeiten Küche tief berührt. Das Buch ist weit mehr als eine bloße Sammlung von Rezepten – es ist ein liebevoll gestaltetes Zeugnis dafür, wie eng Naturverbundenheit und kulinarischer Genuss miteinander verknüpft sind. Die stimmungsvollen Bilder erinnern mich an eigene Erlebnisse im Wald: das frühe Licht, der Respekt vor dem Wild, die Dankbarkeit für jedes Tier, das sorgfältig verwertet wird. Doch habe ich mich auch gefragt: Meint Harald Rüssel den Titel „Wilde Zeiten Küche“ vielleicht zweideutig, ein Hinweis auf die neue Situation in seinem Betrieb? Harald Rüssel hat nämlich seine beiden Söhne Maximilian und Frederik, beide ausgebildete Konditoren und Köche, nach den Wanderjahren, in den heimischen Betrieb „Landhaus Rüssel St. Urban“ zurückgeholt. Dass die beiden eigene Ideen und Änderungen mitbringen, führt zu wilden Zeiten. Wie sagt Harald Rüssel selbst: Die Kraft der Jugend – Next Generation: Bleibt alles anders! Ich habe dabei sehr geschmunzelt. Den Stolz auf die beiden Söhne und ihre Ideen kann man auch herauslesen.

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Simon Traver, „Heute keine Zeit? – Koch das!“, 60 Rezepte voller Geschmack

Zusätzlich lädt ein Button ein, dieses Buch zu nehmen, mit den Worten: „Ein ehrliches Kochbuch für alle, die es eilig haben – aber trotzdem gut essen wollen“. Den Einführungstext sollte man unbedingt lesen. Sehr aufschlussreich erzählt uns Simon Traver, wie es zu der Idee zu diesem Buch gekommen ist. Angetrieben von dem für ihn (und auch für mein Empfinden) nervigen Wort „Essen muss gesund sein!“ Simon Traver sagt: Gesund heißt doch nicht fad und langweilig. Gesund heißt doch nicht Kalorien zählen. Gesund ist, was zufrieden macht, und wenn ein Teller mit köstlicher Pasta ein Lächeln ins Gesicht zaubert, dann ist das genau richtig. Da Simon Traver sich seit 10 Jahren vegetarisch ernährt, hat er seine Rezepte ganz ohne Fleisch und Fisch kreiert. Meiner Meinung nach gehörte hierfür ein Hinweis auf das Cover. „Heute keine Zeit? Koch das!“ sind Rezepte, die schnell zuzubereiten sind, einfach zusammengestellt und köstlich schmecken. Wer hat denn schon immer Zeit oder Lust, Stunden in der Küche zu verbringen?

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Lissa Lehmenkühler, Pe Grigo, Alle Tiere auf Wort-Schatz-Suche, ein Mitmach-Bilderbuch zum Buchstaben-Entdecken, ab 4 Jahre

Ach, ich bin ja in meine Kindheit versetzt. Wer kennt sie nicht, die Buchstabensuppe? Eine kräftige Brühe, bei meiner Mutter immer mit Gemüsewürfeln und darin die Buchstabennudeln. Wir Kinder saßen immer vor unserer Suppe und jeder hat versucht, zuerst seinen Namen zu finden und dann andere Wörter zu bilden. Alle schön auf den Tellerrand gelegt und ganz zum Schluss genüsslich verspeist. Daraus ein Lese-Lernspiel zu machen, ist Lissa Lehmenkühler bestens gelungen, und Pe Grigo hat mit einer kindgerechten, lustigen Illustration wunderbar dazu beigetragen.

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René Anour, Tödliches Déjà-Vu, ein Fall für Commissaire Campanard, Provence-Krimi Teil III

Nach „Tödlicher Duft“, „Tödliches Gebet“ und nun „Tödliches Déjà-Vu“ ermittelt der sympathische Commissaire Louis Campanrad weiter in der Provence. Nirgendwo passt sein neues Thema besser hin als in die Provence mit der atemberaubenden Landschaft, dünn besiedelt, das goldene Licht über den lilafarbenen Lavendelfeldern mit den summenden Bienen und den vielen Insekten. Heute weiß man, dass wir ohne Bienen nicht überleben können. In einigen Landstrichen in China sind durch den aggressiven Einsatz von Pestiziden die Bienen schon ausgerottet. Dort werden Menschen mit Pinseln eingesetzt, mühsam die Blüten per Hand zu bestäuben. Unsere Chemiekonzerne, die Pestizide entwickeln, müssen daher sehr aufwendige Tests durchführen, bevor sie ihre Produkte überhaupt zum Einsatz bringen dürfen. Die Landwirte mit ihren riesigen Monokulturen, von für uns schönen Lavendelfeldern, benötigen diese aber. Sollte ein Befall durch Bakterien oder Zikaden auftreten, sind die Felder verloren. Von René Anour ein sehr gut ausgewähltes Thema und mehr als anschaulich in eine sehr spannende Geschichte gesetzt.

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Alexander Oetker, Strand-Gut, Ein Aquitaine-Krimi, Luc Verlains überraschendster Fall

Es ist bereits der 10. Fall mit dem sympathischen Commissaire Luc Verlain und seiner Chefin und Frau Anouk. Diesmal erwartet Luc Verlain eine besondere Überraschung: Es gibt einen Toten in Europas größtem FKK-Resort Euronat. Dieses Resort darf man eigentlich nur ohne Kleidung betreten. Muss auch die Polizei die Hüllen fallen lassen oder darf sie in Uniform oder Zivil ermitteln? Fällt man dann nicht zu sehr auf? Wie immer wird der Kriminalroman von Alexander Oetker begleitet von wunderbaren landschaftlichen Beschreibungen, inklusive der Speisen des Aquitaine und Savoir vivre, bei der Sommerhitze mit einem gekühlten Glas Wein aus dem Graves. Wie nicht anders zu erwarten, ist auch dieser Krimi gut recherchiert, spannend geschrieben mit unerwarteter Wendung. Wer noch kein Fan von Alexander Oetker ist, fängt mit diesem Buch „Strand-Gut“ an, und sie werden bestimmt die Vorgängerbücher und die Nachfolgenden verschlingen.

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Aldo Sohm mit Christine Muhlke „Einfach Wein“, genießen und perfekt kombinieren

„Einfach Wein“ von Aldo Sohm und seiner Co-Autorin Christine Muhlke ist ein außergewöhnliches Buch, das sowohl Einsteiger als auch erfahrene Weinliebhaber anspricht. Der vielfach ausgezeichnete Sommelier vermittelt auf sympathische und leicht verständliche Weise alles Wissenswerte rund um das Thema Wein und wie man das mit dem Essen kombiniert. Laut Aldo Sohm ist er der Überzeugung (und das will er mit diesem Buch uns näherbringen), dass der richtige Wein ein Essen erst richtig perfekt macht, da es zur besseren Stimmung führt. Dieses Buch ist ein Leitfaden von der Kunst und Wissenschaft der Kombination von Wein und Speisen oder Speisen und Wein! Was passt zusammen und was geht gar nicht? Aldo Sohm führt uns in kleinen, übersichtlichen Schritten dahin.

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Ali Güngörmüs „Meze“, Mediterrane Rezepte zum Teilen

Wir können heute fast überall hinreisen, fremde Kulturen erleben und erfreuen uns an dem Neuen und adaptieren es in unsere Kultur. Italien mit Pizza und Pasta, unser Highlight, kann man sich gar nicht mehr aus unserer Esskultur wegdenken. Und wer jemals in einer Tapas-Bar in Spanien war, wünscht sich diese Kultur bei uns um die Ecke. Wenn man das maleinen Abend lang, von Tapas-Restaurant zu Tapas-Restaurant, jedes Mal ein 0,1er Wein und eine andere Tapa, wünscht man sich diese Kultur bei uns um die Ecke.  Jetzt kommt das östliche Mittelmeer mit Ali Güngörmüs mit Meze. Die Esskultur in den Ländern der Levante besagt, dass man viele, also sehr viele Mundbissen/Gerichte –Meze, auch Mezze geschrieben – auf den Tisch stellt und jeder bedient sich an allem. Es geht um die gesellige Gemeinschaft! Ich kann nur jedem empfehlen, wenn er dazu eine Einladung hat, bestimmt ja zu sagen.

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