Alle Artikel von Lutz Reigber

Tödliche Ostfriesengeister, Elke Nansen, Waatstedt/Faber ermitteln Band 16

Welch eine Freude, endlich ist der neuste Kriminalroman von Elke Nansen, von meiner Lieblingsautorin da. Ein schaurig, schöner Ostfrieslandkrimi „Tödliche Ostfriesengeister“. Die Kriminalromane von Elke Nansen sollte man nicht verpassen, ich verpasse keinen. Mit Lobeshymnen und Superlativen sollte man bei Rezensionen vorsichtig sein, denn dann wird die nächste Veröffentlichung daran gemessen. Meine Hochachtung vor Elke Nansen, sie hat auch dieses Mal ein Meisterwerk ihrer morbiden Literatur in ein Buch verpackt. Nicht, dass es nur ein mitreißender, spannender Krimi ist, hat sie, wie in allen ihren Büchern viel Wissens- und Lesenswertes mit sehr interessanten Themen verbunden. Ob es die mystische Welt Ostfrieslands von den Erzählungen der Großeltern ist, die heute nicht mehr so bekannten Drückerkolonen, forensische Entwicklung, Traumata oder die traurige Geschichte des Umgangs der Nazi mit psychisch auffälligen Personen. Auch wenn man von vielen Sachen teilweise etwas gehört oder gelesen hatte, sind die Aufklärungen von Elke Nansen immer eine Bereicherung.

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Leonie Kramer, Wollwut, Der Handarbeitsclub ermittelt in seinem zweiten Fall

Malerische Region um Murnau, dem Staffelsee mit Blick auf Deutschlands höchstem Berg, die Zugspitze. Von vielen Künstlern geprägt. Allen voran Franz Marc „Der blaue Reiter“, welcher der Gegend aufgrund der wechselnden bläulichen Farb- und Lichtstimmungen, der dieser Region diese Bezeichnung verliehen, hat – „Das Blaue Land!“ Wassily Kadinsky und Gabriele Münter hinterließen bis Heute ihre Spuren. Dass sich die Autorin Leonie Kramer in diese künstlerische geschichtsträchtige Gegend verliebt hat, liest man in jedem Kapitel. Eine hervorragende Idee ihren interessanten Kriminalroman mit dem von den Künstlern schon erkannten Lichtspielen und Stimmungen mit ihrer farbenfrohen, leuchtenden Wolle zu vereinen. Es zeigt eine besondere Beziehung zum Blauen Land.

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Alexander Oetker, Revanche, Ein Aquitaine-Krimi, Luc Verlains geheimnisvollster Fall

Angeregt von dem prämierten, außerordentlichen Kochbuch über die Küche der Aquitaine von Alexander Oetker „Chez Luc“ bin ich Fan von Alexander Oetkers Kriminalromanen mit seinem Protagonisten Luc Verlain geworden. Bei seinem letzten Roman „Sternenmeer“ ging es um die Sternegastronomie. Die Rezension wurde am 13. Dezember 2022 im Eschborner Stadtmagazin veröffentlicht. Darin konnte ich die Authentizität der Beschreibungen bestätigen, weil ich selbst mal in dieser Mühle war. Bei seinem neusten Kriminalroman hat Alexander Oetker wieder ein Thema aufgegriffen, die wichtige Tätigkeit der „Maitre-nageur sauveteurs“ (Rettungsschwimmer) mit Unterstützung der CRS (Polizei) an der Atlantikküste. In Deutschland besser bekannt als „DLRG-Wachdienst. Auch hier kann ich mit meiner eigenen Erfahrung, sowohl im DLRG-Wachdienst, als auch durch meinen Aufenthalt in der Aquitaine, mit den Erlebnissen, der riesigen Wellen und der gefährlichen Unterströmung, das Beschriebene beurteilen. Die Wichtigkeit der Rettungsschwimmer kann ich nur bestätigen und ich rate ihnen, hören sie auf die netten Personen. Die Unterströmung ist an dieser Küste so gefährlich, die sie nicht beherrschen können.

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Vierich/Vilgos, Aroma Gemüse,Der Weg zum perfekten Geschmack

Kochen ist Wissenschaft – Wissen schafft Kochen. Nach Aroma „Die Kunst des Würzens“ nun mehr als zeitgemäß für unsere zukünftige Ernährung – Vegan, das Buch „Aroma Gemüse – Der Weg zum perfekten Geschmack“. Vorweg, auch wenn die Bücher, die „Kunst des Würzen“ und „Aroma Gemüse“ von den beiden Autoren Vierich und Vilgos sehr wissenschaftlich aufgemacht sind, sind sie keineswegs überfordernd oder mühsam. Diese beiden Bücher sind spannend, informativ und aufklärend. Meiner Meinung nach zwei außerordentliche Bücher. Sie gehören als muss zur gastronomischen Ausbildung und für jeden Hobbykoch und Genießer eine Freude. Sie schaffen, die Zusammenhänge zu verstehen. Ich bedaure, dass es zu der Zeit meiner Ausbildung solche Bücher nicht gab. Geschweige denn, die Kenntnisse überhaupt vorhanden waren.  Man hatte in der Richtung noch gar nicht geforscht. Man brachte uns die Techniken des Kochens bei, vom Braten, Schmoren, Dünsten, Blanchieren, Marinieren, Einlegen etc. Aber was dabei passiert, was welche Aktion bewirkt, darüber hat keiner etwas gesagt. Dank an Ferran Adria, der spanische kreativ Koch, der uns in seinem Restaurant elBulli von 1984 bis 2011 die Molekularküche eröffnet hat. Die biochemischen und physikalischen chemischen Prozesse bei der Zubereitung und beim Genuss im Gaumen von Speisen und Getränken. Diese Erkenntnisse leben heute in unseren Küchen. Und nun für jedermann zugänglich, dank der beiden Autoren Vierich und Vilgos „Aroma Gemüse – Der Weg zum perfekten Geschmack“.

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John Ironmonger, Der Wal und das Ende der Welt,

Abenteuerlich, beunruhigend, ergreifend, der Kollaps unserer Zivilisation

Reichen drei nicht erhaltene Mahlzeiten aus, um eine Revolution zu erhalten? Reichen drei nicht erhaltene Mahlzeiten aus, um in die Anarchie zu verfallen? Was passiert, wenn auf der Welt ein kleines Rädchen nicht mehr funktioniert und die Lieferketten zusammenbrechen? Wie schnell beginnt der Kampf ums Überleben, um Lebensmittel, Essen, Öl, Benzin, Wasser? Ist es Überlebensnot oder Egoismus jeder gegen jeden? Keinem kann man mehr vertrauen, denn der könnte dich besiegen, im schlimmsten Fall töten. Oder wirst du selbst zum Anarchisten? In diesem Buch von John Ironmonger „Der Wal und das Ende der Welt“ begibt sich der Autor in ein Szenario, wo so etwas passieren könnte. Hervorragend konzipiert über Thomas Hobbes „Leviathan“ angelehnt an das biblisch-mythologische Seeungeheuer Leviathan, in dem Hobbes, der jedem Menschen den Charakter und den von Natur aus gegebenem Erhaltungstrieb zusagt, um zu überleben. Sozusagen der Selbsterhaltungstrieb ist fähig zum äußersten zu gehen. Zusätzlich klärt John Ironmomger uns auf über den schändlichen Handel der Banken mit Leerverkäufen. Das Setzen der Aktien auf den Niedergang einer Firma in Kauf nehmend die Arbeitsplatzverluste mit ihren Schicksalen, die Insolvenzen, um daraus für sich Gewinne zu generieren. Damit nicht genug, gepaart mit einer Diskussion eines jungen Bänkers und einem sturen Pfarrer, die das ganze Geschehen aus weltlicher und kirchlicher Sicht betrachten. Zusammengeführt in einem wunderbaren Roman, dramatisch, mitfühlend um einen jungen Analysten und einem vergessenen Fischerdorf am Rande der Welt von Cornwall.

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Karsten Dusse, Achtsam Morden durch bewusste Ernährung

Fazit: Mein bester Lebens-Ernährungsberater, verpackt in einem humorvollen Krimi. Es gibt mittlerweile 5 „Achtsam Morden“ Romane von Karsten Dusse und jeder ist einzigartig und mehr als lesenswert. Greift man zu einem dieser Romane, greift man garantiert zu einer gelungenen, humorvollen und bildenden Lektüre. Herrlich Böse, mit erfrischendem Wortwitz über alltägliche Situationen und spritzigen Dialogen mit der Exfrau, Mitarbeitern und Delinquenten. Ein inspirierender lustiger Lese-Spaß. Und dieses Mal nicht nur Lebensberater, sondern auch Ernährungsberater. Ich habe schon viele Diät- und Ernährungsbücher bearbeitet, doch wie es hier Karsten Dusse in seinem humorvollen Krimi verpackt hat, ist es so verständlich und nachvollziehbar dargestellt, dass man sofort mitmachen möchte.

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Michael Sterner, So retten wir das Klima, Energiewende einfach erklärt mit praktikablen Lösungen

Um diesem Buch mehr Wertigkeit zu geben sollte ich erwähnen, das Buch ist von Prof. Dr. Sterner geschrieben. Ebenso fange ich mit zwei seiner prägenden Aussagen an: Jede jetzt nicht investierte Million, auch als Kredit, in den Klimawandel kostet uns später mehrere Milliarden!Wenn wir die Milliarden, die wir weltweit zur Eindämmung des Coronavirus in den Klimawandel gesteckt hätten, müssten wir heute nicht um die Rettung der Welt reden! Ich bewundere Herrn Prof. Sterner. Seit Jahrzehnten forscht er an unserer klimatischen Entwicklung. Seit Jahrzehnten informiert und berät er Politik und Wirtschaft, warnt vor den Folgen und bietet machbare und bezahlbare Lösungen an.  Doch wer hört ihm zu und handelt danach? Wie kann man diese ewigen Enttäuschungen ertragen? Und wenn man ihn dann sieht bei seinen Vorträgen oder Interviews im Fernsehen, kommt er immer wohlgemutes und zuversichtlich rüber. Hochachtung!

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John Vaillant, Die Bestie, Wie das Feuer von unserem Planeten Besitz ergreift

Feuer, Feuer, Feuer…. Stürme, Orkane, Hurricane…Überschwemmungen, Überflutungen, Hochwasserwarnungen… Dürre und Trockenheit überall auf der Welt berichten die Nachrichten davon. Schlimmer noch, wenn man selbst betroffen und Leidtragender ist. An die Leugner: „Der Klimawandel ist auch bei uns!“ Ab 1770 erkannte man die ersten Zusammenhänge unserer Atmosphäre. Im laufe der Zeit kam die Erkenntnis, dass wir auf der Erde in einer Blase leben. Zitat aus dem Buch, Seite 312: zu begreifen, dass wir in einem geschlossenen Behälter existieren…und noch schwieriger ist es, zu akzeptieren, dass der Mensch einen Affront heraufbeschwören könnte…die scheinbar unbegrenzten Weiten zu beeinträchtigen. Schon 1907 verfasste Savante Arrhenius eine wissenschaftliche Abhandlung über Möglichkeit einer von Menschen verursachten Erderwärmung durch den Treibhauseffekt, bedingt durch den Verbrauch von fossilen Brennstoffen. In den 50ern, 60ern, und 70ern haben Wissenschaftler unsere Politiker die die Folgen der Erderwärmung in Kenntnis gesetzt und was es bedeutet, wenn die Pole und Gletscher schmelzen. Nur welcher Politiker oder CEO will unliebsame Äußerungen oder gegen die Wirtschaftlichkeit handeln. Nur das Ego des Jetzt zählt. Dazu fällt mir eine für mich sehr gelungene Karikatur ein: Ein Vater sitzt auf einem verbrannten Hügel, beide schauen über die verbrannte Erde bis zum Horizont. Der Vater sagt zu seinem Sohn: Was sollten wir den machen, etwa auf Konsum verzichten? Trotz vielversprechender Ansätze, angeführt durch „Friday for future“ zum gemeinsamen Klimawandel, hat die Welt sich wieder dem unsinnigen Kriegen hingegeben. In der Ukraine, Israel, Syrien, Jemen, Sudan, Äthiopien, Armenien, selbst im Kosovo. Andersrum könnte man vielleicht noch etwas retten. Wie alles begann „Die Bestie“ von John Vaillant

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Tim Mälzer, Vierundzwanzigsieben Kochen

Hier spricht oder schreibt einer aus meinem Herzen. Besser kann man es nicht sagen. Die Globalisierung, unsere Reisefreudigkeit und die Assimilation der Völker hat eine Geschmacksvielfalt hervorgebracht, dass man jeden Tag andere kulinarische Genüsse genießen kann. Und nun zu Tim Mälzer, ich zitiere aus diesem Buch 24/7: Geschmacks-Lumump wohin man blickt. Heute ist die kulinarische Vielfalt riesig. Die großartigen Produkte sind fast immer und überall erhältlich. Doch gefühlt gibt es grade eine Tendenz (das unterschreibe ich!) zur geschmacklichen Vereinheitlichung: Yuzu, Ponzu, Harissa, Tahin, Shizo und Umani (nicht zu vergessen Miso, ist von mir). Davon oft zu viel, zu komplex. Mehr soll mehr sein. Es entsteht ein Sammelsurium aus Aromen, die den echten Geschmack der Zutaten verdecken und das Wesentliche vermissen lassen. Doch genau darauf gilt es sich zurückzubesinnen. Zitat Ende. Recht hat er! Vierundzwanzigsieben kochen ist Tim Mälzers Beitrag „Das Einfache“ zeitgemäß in unseren Alltag zu integrieren. Ohne Stress, den haben wir im Berufsleben genug. Dafür mit viel Freude schnell, schnelle Gerichte für die quengelnden Kinder oder unerwarteten Besuch, ohne großen Einkauf, einfach, was der Kühlschrank oder Keller hergibt, auf den Tisch.

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Ellen Sandberg, Keine Reue

Erinnerungen können gefährlich sein!

Auf der Rückseite des Cover steht: Ellen Sandberg, jeder Roman ein fesselndes Leseerlebnis. Das kann man mehr als unterschreiben. Ellen Sandberg schafft es in ihren Romanen Gegebenheiten, Familienporträts, das Zusammenleben und Fehlverhalten der Gegenwart und Vergangenheit realistisch darzustellen. Die Schrecken der Vergangenheit aufzudecken und wieder ins Gedächtnis zu rufen. Nicht umsonst sind alle ihre Bücher auf der Spiegel Bestsellerliste. Jeder Band ist völlig anders. Autark und abgeschlossen. Keine Serienprotagonisten. Man freut sich schon im Vorfeld auf jedes neue Buch, mit welchem Thema überrascht uns Ellen Sandberg denn dieses Mal. Jeder Band informativ und spannend zusammengestellt. Gut, dass Ellen Sandberg seit 2017 jedes Jahr ein neues Werk herausbringt. Man muss nur noch zugreifen und lesen.

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