Maria Nikolai „Die Schokoladenvilla-Backstube“, Rezepte zum dahinschmelzen

Es musste ja passieren und mit Recht, das Backbuch zu den Romanen von Maria Nikolai „Die Schokoladenvilla“. Schon beim ersten Durchblättern von „Die Schokoladenvilla-Backstube“ hatte ich das Gefühl, nicht einfach nur ein Backbuch in den Händen zu halten, sondern in die Welt von Maria Nikolai zurückzukehren. Das Buch verbindet über 50 süße und herzhafte Rezepte mit Bildern, Anekdoten, Interviews, ausgewählten Textpassagen und der erstmals veröffentlichten Geschichte „Böhmische Sinfonie“. Für mich entsteht dadurch ein liebevoll gestaltetes Lese- und Backvergnügen, das weit über eine gewöhnliche Rezeptsammlung hinausgeht.

Autorinnenfoto: Copyright ® Nadine Willmanns

Maria Nikolai, bürgerlich Gudrun Maria Krickl, wurde am 16. Februar 1968 in Baden-Württemberg am Fuße der Hohenzollernburg geboren. Sie studierte Betriebswirtschaftslehre und arbeitete anschließend unter anderem in den Bereichen Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Personalwesen. Das Schreiben begleitet sie schon seit ihrer Kindheit. Bereits als Schülerin verfasste sie Geschichten, Gedichte und Theaterstücke. Familie und Beruf waren zuerst vorrangig, sodass sie erst Bücher mit historischem Hintergrund noch unter ihrem Namen Gudrun Maria Krickl veröffentlichte. 2018 kam der Durchbruch als Romanautorin mit der Familiensaga „Die Schokoladenvilla“ in drei Bänden und anschließend die Bodenseesaga „Little Germany“

Wer die Romane von Maria Nikolai kennt, wird sie hier kulinarisch weiterleben, und wer sie nicht kennt, bekommt zu den süßen Delikatessen einen Einblick in ihre Bücher und ihre Welt.  In „Die Schokoladenvilla“ träumt Judith Rothmann im Stuttgart des Jahres 1903 davon, nicht nur neue Schokoladenkreationen zu entwickeln, sondern eines Tages auch die Familienfabrik zu führen. Der entsprechende Romanauszug gewinnt hier eine neue sinnliche Ebene: Man liest nicht mehr nur vom Duft der Schokolade, sondern kann ihn mit den Rezepten gewissermaßen selbst in die eigene Küche holen. Ähnlich geht es in den Passagen weiter. Die fachliche Handschrift der renommierten Konditormeisterin Dorte Schetter verleiht dem Buch für mich eine Glaubwürdigkeit. Die Rezepte wirken nicht wie dekoratives Beiwerk zu den Romanen, sondern wie ernst genommene Konditoreikunst, die zugleich zum Nachbacken einlädt. Zusätzlich ist es eine Freude, die persönliche Familiengeschichte Maria Nikolais, die Interviews und die kleinen Einblicke in ihren Alltag mitzuerleben. So habe ich beim Lesen nicht nur überlegt, welches Gebäck ich als Nächstes ausprobieren möchte, sondern mich zugleich an Figuren, Schauplätze und Stimmungen aus ihren Romanen erinnert. Für jedermann ist „Die Schokoladenvilla – Backstube“ ein atmosphärisches Genussbuch. Es lohnt sich, in die Welt von Maria Nikolai und ihre süßen Versuchungen einzutauchen.

Die Schokoladenvilla-Backstube, Maria Nikolai, Südwest, ISBN 978 3 517 10465 2, gebundenes Buch, Seiten 192, € 26,00, erschienen am 16.09.2026.

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