
Wiglaf Droste, Sänger, Autor, Journalist, Enfant terrible und vor drei Jahren hätte man ihn noch als Querdenker bezeichnet, als dieses Wort einen positiven, lobenden Klang hatte. Seine Schriften sind endlos, mal anklagend, mal zynisch, mal witzig und vor allem bitter. Droste wurde sogar ein eigener Stil, die neue Textform der polemischen Satire angedichtet. Ob das Cholerische an ihm vom Trinken oder Weltverdruss oder einer symbiotischen Verbindung vom beiden kam, sei dahingestellt. So waren seine Worte oft schneidend und noch öfter zutreffend. Es ist nicht einfach ein Leben in ein Buch zu packen, doch mit Chaos, Glück und Höllenfahrten kam der Tiamat Verlag einem solch intensiven Leben, wie dem Wiglaf Drostes sehr nahe. Die autobiografische Schnitzeljagd, die aus eigen Texten und Texten von Kollegen, Verlegern und Freunden besteht, hinterlässt ein gewisses Gesamtbild von Droste, das den so vielfältigen Charakter wohl ziemlich gut trifft. Weiterlesen


Matteo Strukul hat wieder zugeschlagen. Nach der erfolgreichen, vierteiligen Reihe über die berühmte Medici-Dynastie führt der Autor seine Leser:innen erneut in die Renaissance und konfrontiert sie gleich mit sieben Familiendynastien, denen im Kampf um Macht, Reichtum und Gebietserweiterung jedes Mittel recht ist. Sie sind Meister der Verschwörung, Intrigen liegen ihnen im Blut und sie gehen keiner blutigen Auseinandersetzung aus dem Weg. Wer zu einer dieser Familien gehört, braucht keine Feinde mehr. Überleben ist alles! Verhasster Ehefrauen entledigt man sich wie Heinrich VIII.: Rübe runter. Das ist wie Game of Thrones auf Italienisch, nicht weniger zimperlich, aber vordergründig kultivierter. Und der Papst spielt auch immer mit. Wer sich für das Buch entscheidet, begibt sich auf eine rasante, spannende Reise in die Vergangenheit Italiens, auf der er auf eine atmosphärische Dichte und lebendige und überzeugende Charaktere trifft. 




