Ewald Arenz , „FÜNF, SECHS, SIEBEN, ACHT“, Roman

Ewald Arenz’ Bücher erzählen von Liebe, Freundschaft, Familie, Verlust, nicht Verstandenwerden, Alleingelassensein oder älter werden, ohne anklagend nur situationsbedingte, sehr menschliche Gegebenheiten einfühlsam und deutlich, als hätte Ewald Arenz dieses alles selbst erlebt. Man ist als Leser leicht geneigt, den Autor in der Rolle der Protagonisten zu suchen oder zuzusehen. In seinem neusten Buch von Ewald Arenz „FÜNF, SECHS, SIEBEN, ACHT“ geht es um das Älterwerden, den Verlust des Jobs, die Flucht nach der Suche nach einer verlorenen Liebe und die Frage: Kann man das akzeptieren oder muss man kapitulieren? Ich selbst habe schon in viel geringeren Jahren erkennen müssen, dass die Jugend ihre eigenen Ambitionen hat, sich mit ihren Ansichten, und Argumenten durchzusetzen. Ich war tätig in einem großen Medienkonzern. Und von Zeit zu Zeit gab es Produktionssitzungen, bei denen natürlich immer die eine oder andere Nachwuchskraft dazugekommen ist und Ältere durch Positionswechsel oder Verrentung nicht mehr dabei waren. Ich war so an die 40 und ein junger Produktionsassistent hat uns sogenannten Erfahrenen erklärt, wo es langgeht. Ich war ganz perplex und habe nichts dazu gesagt. Zurück mit etwas Abstand habe ich mich gefragt: „War ich auch mal so?“ Ja! Eventuell sogar noch etwas forscher, ich wollte ja zeigen, dass ich es kann. Ewald Arenz hat in diesem Buch die Situation hervorragend dargestellt.

Autorenfoto: Copyright ® Ilka Birkefeld

Ewald Arenz, 1965 in Nürnberg geboren, hat englische und amerikanische Literatur und Geschichte studiert. Er arbeitet als Lehrer an einem Gymnasium in Nürnberg. Seine Romane und Theaterstücke sind mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. Mit ›Alte Sorten‹ (DuMont 2019) stand er auf der Liste »Lieblingsbuch der Unabhängigen« 2019 und sowohl als Hardcover wie als Taschenbuch auf den Spiegel-Bestsellerlisten. Sein Roman ›Der große Sommer‹ (DuMont 2021) war 2021 »Lieblingsbuch der Unabhängigen«. Dieserund alle weiteren Romane standen ebenfalls wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Zuletzt erschien im Hardcover ›Katzentage‹ (DuMont 2025). Der Autor lebt mit seiner Familie in der Nähe von Fürth.

Ewald Arenz, „FÜNF, SECHS, SIEBEN, ACHT“, ein Buch über Älterwerden, Liebe, Verlust und Stolz. Anton, 60 Jahre alt, ist Stepptänzer. Ja, er ist nicht mehr so schnell wie früher, aber mit seiner Erfahrung und Ausdruckskraft tanzt er – noch – allen davon. Wer sollte ihm also die Stelle als Choreograf an einer Theaterbühne streitig machen? Doch die neue Intendantin sieht das anders und engagiert ausgerechnet Emma, Antons Tochter. Anton ist verletzt, wütend, traurig und zugleich stolz auf seine Tochter. Zeigen kann er ihr das nicht.

Die Absage spült etwas in ihm hoch, das er nicht länger verdrängen kann: das Gefühl des Älterwerdens. Plötzlich spürt er die eigene Endlichkeit und fragt sich, ob er sein Leben richtig gelebt hat. Eine Frage, die ihn wieder an eine alte große Liebe denken lässt. Jo war damals einfach spurlos verschwunden. Hätte er mit ihr ein besseres Leben gelebt? Es ist Emma, die auf Jos Spur stößt. Mit ihr reist er nach Irland. Alte Konflikte zwischen Vater und Tochter brechen wieder auf. Für Anton wird es eine Reise zu sich selbst und er begreift: Zu Ende ist es erst, wenn es zu Ende ist. Bis dahin will das Leben gelebt werden. Ewald Arenz’ Schreibstil ist ruhig, einfühlsam und sehr nah an den Figuren. Er zeigt Menschen aus dem normalen Leben mit ihren Widersprüchen, Sehnsüchten, Verletzungen und Ängsten, ohne sie zu bewerten. Seine Geschichten verbinden Gefühle mit Natur und Alltag. Zwischenmenschliche Gegebenheiten, Blicke und Erinnerungen werden zu Ausdruck und Nähe, Veränderungen und Hoffnung. Seine Stärke liegt darin, seine Protagonisten menschlich und verständnisvoll darzustellen.

Ewald Arenz „FÜNF, SECHS, SIEBEN, ACHT“, ISBN: 978-3755800576,           Gebundenes Buch mit Hochprägung, Relieflack, farbigem Vorsatzpapier, Seiten 256, € 25,00, erschienen am 16. Juni 2026.

 

 

 

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