
Eine kleine Insel im Nordland. Ein Bunker unter im Keller und Notfallübungen, falls die Fremdlinge kommen. So existiert die Familie seit Juno, mittlerweile sechszehn, denken kann. Mit Mutter, Vater und ihrem kleinen Bruder Boy lebt sie in ständiger Angst. Selbst der alte Onkel Olé, der ihnen jeden Montag die Post bringt, darf die Kinder nie zu Gesicht bekommen. Denn damals, als Juno klein war, hat Vater gegen gewaltige Menschen ausgesagt und steht seitdem auf der Todesliste. Doch dann entdeckt Onkel Olé Juno am Wasser. Kurz darauf rudert Vater auf die andere Seite des Sees und kommt schwer verletzt zurück. Hat Juno ihr Geheimnis gefährdet, kommen die Fremdlinge jetzt?
Das Roman Debüt des versierten Autors von Hörspielen ist ein spannender Thriller, der mit vielen Wendungen glänzt und keine Gefangenen macht.
Wir schreiben das Jahr 1928. Die Autorin entführt uns in die Welt der Zeitungsverlage und der Meinungsmacher. Alfred Hugenberg hat schon früh erkannt dass man mit einer Meinungsführerschaft Bevölkerung lenken kann. Indem er sämtliche Produktionsstufen der Zeitung zur Erstellung in einer Hand versammelte, drei Filmgesellschaft in der Hand hielt und mit der Wirtschaftsstelle für die Provinzpresse ca. 1600 Zeitungen beeinflusste war er der Meinungsmacher. Als Gegenspieler waren es die Ullsteins und die Verlagsgruppe Scherl die ihm Paroli geboten. Das ist der Grundstoff auf dem diese Kriminalgeschichte basiert. Ein investigativer Journalist von Ullstein wird ermordet. Leo Wechsler hat hier seinen achten großen Fall, der unter die Haut geht.
Pascal Engman führt seine Serie um die nicht immer gesetzestreu handelnde und den geisthaltigen Getränken nicht abgeneigte Kommissarin Vanessa Frank und den ehemaligen Elitesoldaten Nicolas Peredes konsequent in Stil und Form fort. Wie schon im ersten Fall müssen sich die Ermittler mit einem sozialkritischen Thema, das Schweden seit Jahrzehnten beschäftigt und spaltet befassen: Flüchtlinge! Am Anfang seiner Geschichte steht ein Prolog, der neugierig macht, wie die Story weitergeht und ob Molly diesen Kuriereinsatz überlebt. Die Struktur des Romans sowie die kurzen Kapitel erhöhen die Spannung. Der Mord am Justizminister zeigt, wie sehr sich die schwedische Gesellschaft und die Art der Kapitalverbrechen seit den ersten Sjöwall/Walhö Krimis verändert hat.
Letztes Jahr vor Weihnachten hatten wir schon von dem gemeinsamen Buchprojekt von Ingo Siegner, dem Kinderheim Kleine Strolche und dem cbj Verlag berichtet. Damals ging es um ein kleines Pixibuch, das Kindern den Einstieg in ein Heim erleichtern soll, mit dem Titel: Matti wird ein kleiner Strolch.
1954 war es eine Sensation, die auch international für Aufsehen erregt hat, als der damalige Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz der Bundesrepublik Republik Deutschland, Otto John, in die Sowjetzone gereist ist und von dort dubiose Pressekonferenzen gab. Adenauer ,als Kanzler setzt um diesen Fall zu lösen, einen ihm bekannten Ermittler ein, der auch mit einer linksradikalen Journalisten verbandelt ist. Der Roman gibt doch sehr die Atmosphäre und die politischen Verhältnisse des Jungen Deutschland wider. Die Amerikaner, die konservativen Akteure und die Organisation Gehlen mischen hier mit, um ihre Pfründe abzusichern. Die Organisation Gehlen ist die Nachfolgeorganisation der „ Fremde Heere Ost“ des Naziregimes und genießt die Unterstützung der Amerikaner. Die Sowjets üben auf ihrem Territorium ein gnadenloses Regime aus, dass über Leichen geht. Spannende Unterhaltung. 

Siggi Buckmann seines Zeichens Richter beim Amtsgericht, hat seinen Idealismus, die Welt zu verbessern, bereits seit einiger Zeit vor dem Gerichtssaal abgelegt. Bürokratie und Berufungsverfahren, die seine Urteile aufheben sind an der Tagesordnung. Die üblen Kerle kommen immer wieder davon. Als jedoch der heroinabhängige Obdachlose Fredi an einer tödlichen Mischung stirbt, werden Siggis juristische Lebensgeister noch einmal geweckt. Denn Fredi hat einmal etwas für den Richter getan, dass der ihm niemals vergessen wird. So startet er mit einem befreundeten sehr fähigen Drogenfahnder, einem Oberstaatsanwalt und seinem türkischstämmigen Referendar ein fast aussichtsloses Unterfangen. Er will den Clan-Chef der örtlichen Drogenmafia drankriegen. Wer kann schon ahnen, dass er damit das Leben seiner Freunde und auch seiner eigenen Familie gefährdet. Doch aufgeben ist nicht, zur Not greift man zum letzten Mittel, denn wenn ein Richter nicht weiß, wie man mordet, wer dann?