Blutrote Tulpen, Ibon Martín

Aufgrund der schrecklichen Ermordung einer Radioreporterin wird eine spezielle Polizeieinheit im Baskenland gegründet, die Unidad Especial de Homocidios de Impacto, deren Chefin Ana aus Gernika wird. Sie und ihr junger Kollege Aitor bilden zusammen mit der Kommissarin Julia, der Psychologin Silvia und einem eher unangenehmen, arroganten Zeitgenossen von Interpol, Txema, das Team. Die Arbeit lässt nicht auf sich warten, denn schon bald gibt es eine zweite Tote. Eigentlich nahm man an, dass die ältere Dame aus dem Fenster fiel, bis auch bei ihr eine Tulpe gefunden wird, genau wie bei der Reporterin Natalia. Das Morden geht weiter, bis eine Spur in die Vergangenheit zu einem Kloster führt, indem die Nonnen aber wenig kooperativ sind.

Spannende Unterhaltung aus dem Baskenland, mit komplexen Hintergründen. Ein toller Thriller, der richtig gerockt hätte, wenn der Autor sich 100 Seiten gespart hätte. Doch das schmälert die Geschickte keineswegs.

Autorenfoto: Copyright ® Asis G. Ayerbe

Ibon Martín wurde 1976 in Donostia geboren. Er studierte Journalistik und begann seine literarische Karriere zunächst mit einem Reiseführer über das Baskenland, darauf folgten mehrere Kriminalromane. 2019 wurde er zu einem der herausragendsten Thriller-Autoren Spaniens gekürt. »Blutrote Tulpen« ist der Auftakt einer neuen Thriller-Reihe des Autors.

1979 junge Frauen der Umgebung werden plötzlich für ein Jahr in ein Kloster geschickt, angeblich nach Lourdes, um dort Gutes zu tun. Sie kommen als andere Menschen zurück. 2018, ein perfider Mörder tötet ältere Frauen und hinterlässt eine rote Tulpe. Die Frauen sind sehr unterschiedlich und es fällt Anas Team schwer, eine rote Linie zu erkennen. Doch wie es scheint, waren all diese Frauen einmal als junge Mädchen im Kloster in Lourdes. Und dann sind da noch die Erinnerungen des kleinen Jungen von 1985, der von seiner Mutter furchtbar behandelt wird und dessen Vater viel zu oft auf See ist, um ihm beizustehen. Diese Rätsel muss das Team der UEHI lösen, dabei kriselt es auch bei ihnen. Txema tut sich schwer damit Ana als seine Chefin zu akzeptieren, außerdem war er mit seiner Kollegin Julia vor Jahren zusammen, bevor er zu Interpol nach Brüssel ging. Das er damals seine schwangere Freundin einfach zurückließ, war ihm gar nicht klar, weil er sich weigerte, ihre Anrufe anzunehmen. Auch Ana kommt ihr spielsüchtiger, gewalttätiger Vater immer wieder dazwischen, sodass sie während der Ermittlung zurück nach Gernika muss, um ihre Mutter zu unterstützen.

Ein Thriller um einen Serienmörder, um Gewalt gegen Kinder und Frauen und die Profitsucht heuchlerischer Nonnen. Dabei ist erwähnenswert, das Ibon Martín starke Frauencharaktere agieren lässt, die sich gerade von den gewalttätigen Machos nicht verschrecken lassen. Tolle Unterhaltung!

Blutrote Tulpen, Ibon Martín, Heyne Verlag, Klappenbroschur, Seiten 512, ISBN: 978-3-453-42557-6, Euro 14,99, erschienen August 2021.

 

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