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Felix Bloom, Der Schatten von Berlin, Zweiter Teil der Serie von 2023, Alex Beer

Immer mal wieder stellen wir auch ein etwas älteres Buch vor. Dieses Mal ist es einer der mittlerweile doch sehr bekannten Krimis von Alex Beer aus der Reihe um die Detektei von Mathilde Voss und Felix Blom. Die beiden sind gebrannte Kinder, die im kalten Winter 1879 kaum das Holz zum Heizen haben. Felix Bloom, der Schatten von Berlin, war ein Meisterdieb und lebte in sehr gehobenen Verhältnissen, bis er drei Jahre in Moabit absitzen musste. Mathilde Voss fand den Absprung aus einem der beliebtesten Bordelle in Berlin. Doch ihre Detektei läuft nicht, denn das Büro liegt in einem der ärmsten Viertel. Hunger und Kälte zwingen Sie nun, aktiv auf ihre Kunden zuzugehen. Daher schleichen Sie sich gut gekleidet auf eine noble Hochzeit ein und tatsächlich können sie einen Auftrag ergattern. Auf dem Berliner Friedhof wurde in eine Gruft eingebrochen, ein Sarg geschändet, aber nichts gestohlen. Man ist bereit, gut zu zahlen, wenn die Frage des Warums für die schockierte Witwe geklärt werden kann.

Hätte Felix gewusst, dass er damit seinem alten Boss, der Nummer eins in der Berliner Unterwelt, Arthus Lugowski, wiederbegegnet und auch noch über zwei Ritualmorde stolpert, dann hätte er wohl lieber gefroren. Außerdem ist ein neuer Kommissar in der Stadt, der es gemeinsam mit seinem Assistenten Bruno auf Blom abgesehen hat. Aber zusammen mit Mathilde, die oft mehr Widerstand und Durchsetzungsvermögen beweist als Felix, kommen sie sowohl dem Mörder als auch dem Einbruch auf dem Friedhof näher. Klar, das hängt auch alles zusammen, genau wie ein Château Haut-Brion Premier Cru Classé, ein seltenes Bild von Dürer und der Kaiser. Na, da sind Felix und Mathilde ja in guter Gesellschaft. Nur gut, dass die beiden mehr Verstand haben, als alle Gauner und Polizisten Berlins zusammen.

Tolle Unterhaltung, spannender Krimi und nebenbei erbauliche geschichtliche Ausflüge in die Zeit Bismarcks und der Verfolgung der Sozialisten nach der gescheiterten Revolution 1948/49. Die Protagonisten Mathilde und Felix sind ebenbürtige Partner, die sich respektieren und sowohl mit Eleganz als auch mit hartem Berliner Hinterhofjargon punkten können. Eine Reihe, die man lesen sollte, wenn man auch die Romane von Volker Kutscher über Gereon Rath liebt, die Pate standen für die Verfilmung von Berlin/Babylon.

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Frau Morgenstern und die Offenbarung, Marcel Huwyler

Am 8.10.2025 rutschte der Krimi auf Platz eins der Schweizer Bestseller-Liste und das zu recht, denn er ist einfach köstlich! Witzig, liebevoll und mit einem Haufen Ironie gewürzt.

Violette Morgenstern ist eine pensionierte Lehrerin und Auftragskillerin und arbeitet im Team mit dem Miguel, einem ehemaligen Söldner, bei Tell, dem Regierungsgeheimdienst der Schweiz. Aber auch privat bilden sie jetzt eine Einheit, da Miguel mit seinen fünfjährigen Zwillingstöchtern bei Violette Morgenstern eingezogen ist und sie damit zur Oma oder auch Omistern genannt, gemacht hat. So ein Privatleben mit Kindern, Omapflichten und Killerkommandos kann schon mal stressig werden. Besonders wenn man auch noch zwei Liebhaber hat und das Jugendamt endlich mal Papiere für die Kinder von Miguel will. Nur übel, dass er seine Meitlis nach dem Tod der leiblichen Mutter aus Frankreich entführen musste. Mit Papieren ist es da weit her. Aber hey, immerhin arbeiten sie für den Geheimdienst, da geht doch was. Wenn nur nicht dieser Großauftrag mit elf Zielpersonen zu erledigen wäre. Es ist schon eigenartig, das ausgerechnet ein Ägyptologe der Universität mit seinem Team auf der Todesliste steht. Aber als Killer hat man keine Fragen zu stellen, man führt den Auftrag aus, auch wenn ungute Gefühle im Raum stehen, oder auch nicht?

Tolle Kriminalstory, bei der man unentwegt schmunzelt und häufig laut loslacht. Außerdem bekommen die Behörden, egal ob Geheimdienst oder Jugendamt, die in dem Roman ›Pädagogisch engagierter Schutz-Truppe‹, kurz PEST, genannt, ordentlich ironische Schläge ab. Machen Sie sich liebe Leser selbst eine Freude und lassen Sie sich auf die Abenteuer von Frau Morgenstern ein. Für mich war es auch nicht das letzte Buch der Reihe, das ich mir selbst schenken werde. Weiterlesen

Huuu-Berta, Ein kleines Gespenst zum Geburtstag, Annette Langen, Sabine Sauter, Kinderbuch ab 5 Jahren

Huuu-Berta ist alles andere als ein schauerliches Gespenst, sie und ihre beste Freundin, Flitzi, sehen auch nicht gruselig aus. Darum wird Huuu-Berta auch immer von ihren Cousinen Valderia, Dezibella und Schauderlich gehänselt. Und eigentlich darf die Berta auch nicht mir Flitzi befreundet sein, denn nach Gespensterregel 122 ist es verboten, sich mit kleinen frechen Fledermäusen herumzutreiben. Von Menschenkindern mal ganz abgesehen. Aber da Berta dem Menschenjungen Ben gegen ein paar rüpelige Klassenkameraden geholfen hat, soll sie natürlich jetzt zu seinem siebten Geburtstag kommen. Als die beiden mitten in der Nacht, mit einer Staubflockentorte an Bens Bett stehen und schaurig schräg ein Geburtstagslied singen, ist Ben doch etwas erstaunt. Doch die Geburtstagsnacht wird noch unheimlich spannend, wenn die drei auf Schatzsuche in Bens Haus gehen. Denn sie finden nicht nur versteckte Nachrichten und ein Geheimtür, sondern ihnen begegnet jemand, mit dem noch nicht mal Huuu-Berta gerechnet hätte. Was ein Abenteuer!

Eine hübsche und spannende Vorlesegeschichte, mit einem Rezept für eine Staubflockentorte, einer Bastelanleitung für Flitzi und gruseliger Tortendekoration. Die Illustrationen sind modern, sehr ansprechend und passen ausgezeichnet zum Text. Eine definitive Empfehlung, wenn Sie ein schönes Vorlesebuch für ihre Kleinen suchen.

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Satu Rämö, HILDUR – Die Spur im Fjord, Kriminalroman.

Atmosphärisch, emotional und mitreißend – Der Erste Fall für Islands wagemutigste Ermittlerin. Island, der zweitgrößte Inselstaat Europas nach Großbritannien. Die größte Vulkaninsel der Welt. Von den Wikingern als Eisland bezeichnet, woraus Island wurde. Das kommt nicht von ungefähr. Island liegt nur knapp unter dem Polarkreis. Die Nähe zum Polarkreis beschert Island ein raues Klima mit langen dunklen Wintern. Die spärliche Vegetation kann nur existieren, weil Island im Golfstrom liegt. Genau hierhin, zu den gerade mal 366 000 Einwohnern, den vielen Schafen und den robusten kleinen Island-Ponys, die dieses Klima ertragen können, hierhin hat es die Finnin Satu Rämö verschlagen. Als Austauschstudentin hat Satu Rämö sich entschieden nach Island zu gehen und ist geblieben. Ihr persönliches Interesse an Sagen und Geschichten hat sie zu Hildur geführt.

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Der böse Hirte, Jeffery Deaver – Colter Shaw Reihe –

Jeffery Deavers Thriller sind Bücher eines Experten im Geschichten erzählten. Ein Autor, der über vierzig Romane geschrieben hat, die teilweise verfilmt und weltweite Millionenbestseller wurden, weiß einfach, was er tut. Seine neue Reihe um Colter Shaw den Prämien-Privatermittler führt zu einer Gruppe, die als Selbsthilfeorganisation getarnt, eher eine lebensgefährliche Sekte ist. Undercover ermittelt er dort als Neuzugang und muss schnell feststellen, dass Mord und Selbstmord ein Teil ihrer perfiden Philosophie darstellt.

Spannend und interessant, wenn auch sehr amerikanisch, was das Ambiente und die Mentalität der Protagonisten angeht. Dennoch wird man bestimmt die anderen Bücher der Reihe lesen wollen, denn es geht auch um einen zweiten Fall, dem Familiengeheimnis von Colter Shaw, der unterschwellig mitläuft.

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Blutrote Tulpen, Ibon Martín

Aufgrund der schrecklichen Ermordung einer Radioreporterin wird eine spezielle Polizeieinheit im Baskenland gegründet, die Unidad Especial de Homocidios de Impacto, deren Chefin Ana aus Gernika wird. Sie und ihr junger Kollege Aitor bilden zusammen mit der Kommissarin Julia, der Psychologin Silvia und einem eher unangenehmen, arroganten Zeitgenossen von Interpol, Txema, das Team. Die Arbeit lässt nicht auf sich warten, denn schon bald gibt es eine zweite Tote. Eigentlich nahm man an, dass die ältere Dame aus dem Fenster fiel, bis auch bei ihr eine Tulpe gefunden wird, genau wie bei der Reporterin Natalia. Das Morden geht weiter, bis eine Spur in die Vergangenheit zu einem Kloster führt, indem die Nonnen aber wenig kooperativ sind.

Spannende Unterhaltung aus dem Baskenland, mit komplexen Hintergründen. Ein toller Thriller, der richtig gerockt hätte, wenn der Autor sich 100 Seiten gespart hätte. Doch das schmälert die Geschickte keineswegs.

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