
Es brauchte bis zum zweiten Teil der Geschichte bis bei mir der Groschen viel. Die Geschichte von den Rules of Magic, die sich mit Practical Magic fortsetzte, war mir nicht unbekannt. Aber nicht, weil das Buch, dass 1995 in den USA erschien, jemals vorher auf dem deutschen Buchmarkt kam. Es war der Film, der mit zwei wunderschönen sehr jungen Schauspielerinnen, Sandra Bullock und Nicol Kidman 1998 erschien. Wie es jedoch fast immer ist, das Buch ist so viel besser. Natürlich ist der Roman der bezaubernden Schwestern ausführlicher, einfühlsamer und ein kleines magisches Schmankerl.
Wenn Sie Spaß an einer mystischen Geschichte haben, die eine berührende Familiensaga erzählt und in der die Liebe auch nicht zu kurz kommt, kann ich das Buch von Alice Hoffmann nur empfehlen. Beide Teile Rules of Magic und auch Practical Magic können unabhängig voneinander gelesen werden.
Geballte Frauenpower. Wenn zwei Frauen sich zusammentun, haben sie Macht. Wer ist Freund oder Feind? Was ist gerecht oder führt zur Gerechtigkeit. Das zweite Buch von Julie Clark, die mit ihrem Erstlingswerk „Der Tausch“ auf Anhieb als Nummer eins der Spiegel-Bestsellerliste gestartet ist, da muss und kann dieses Buch „Der Plan“ nur anschließen.
Pupsen ist international und bei den meisten Kids immer noch Lachsalven wert. Darum sollten sie auch ruhig erfahren, was es mit den Winden aus dem Darm auf sich hat.
Dank Marion Lagoda und ihrem gelungenen Debütroman »Ein Garten über der Elbe« müssen wir nicht mehr neidvoll Richtung England und seine berühmten Gärtnerinnen schauen. Auch wir haben eine Gertrude Jekyll namens Else Hoffa. Lange unbekannt und wäre nicht das 100-jährige Jubiläum des Gartens über der Elbe 2013 gefeiert worden, würde die Protagonistin, im Roman Hedda Herzog, wohl immer noch auf ihre Entdeckung warten. Nun aber hat sie ihren verdienten Platz in der Reihe großer Pionierinnen als erste Obergärtnerin Deutschlands. Als würde der Beruf ihr nicht schon genug abverlangen, stellt der Nationalsozialismus die Halbjüdin wie Ihre jüdischen Arbeitgeber vor eine schwierige Herausforderung. Während die Bankiersfamilie nach Amerika auswandert, entscheidet sich Hedda für England.
Es ist unglaublich wie es der Autor immer wieder schafft seine Leserschaft mit spannenden neuen Büchern zu überraschen. In seinem neuesten Werk hat er neben den sogenannten Rosenholz Dateien, das ist die Liste der Stasi Spione über die ganze Welt verteilt sind, den Klimawandel, den Nachwuchs seines Hundes Balzac und natürlich die herrliche Landschaft des Perigaux untergebracht. Diese Rosenholz Dateien spielen auf dem Geheimdienstsektor zwischen den Verbündeten eine ungute Rolle weil hier mit verdeckten Karten gespielt. Das macht der Autor deutlich indem er diese Papiere als roten Faden durch seine Handlung laufen lässt. Natürlich lässt er seinen Flic Bruno einige Gerichte kochen, die zur Nachahmung empfohlen sind. Hochspannung entsteht durch die Schilderung der Waldbrände die auch dieses Jahr im August mit grausamer Wirkung Wälder und Landschaften verwüsten.
Vielen Menschen in unserer Republik sagt der Name Walter Rathenau nicht viel. Dabei ist Rathenau ein Politiker der am 24. Juni 1922 ermordet wurde. Kein Mord hat in dieser Republik je mehr Menschen zum Protest auf die Straßen gebracht als dieser an Walther Rathenau. Er war deutscher Reichskanzler in der Weimarer Republik und hat als weitsichtiger Politiker für Stabilität gesorgt. Von seiner Ausbildung als Unternehmer, als Jude, als Homosexueller und Künstler bot er rechtsradikalen Kreisen immer ein Angriffsziel für politische Hetze. Das vorliegende Buch zeigt deutlich die Zerrissenheit des Ausnahmepolitikers mit sich, seiner Familie und den Ansprüchen, die diese Republik an ihn stellte. Der Autor hat hier meisterlich ein Bild gezeichnet, dass wir in unserer Zeit auch auf dem Wege sind, den Kräften Boden zu überlassen, die dabei sind unsere Republik zu destabilisieren und unter ihre Kontrolle zu bringen.
Wer wie ich in einem fast 400 Jahre alten Haus lebt, wundert sich nicht, dass die »Große Didaktik« von Johann Amos Comenius die Jahrhunderte überdauert und unzählige Generationen geprägt hat und offensichtlich kommende Generationen prägen wird – und das weltweit. Denn Comenius war ein Kosmopolit. Nicht, dass er alle ausländischen Einladungen wie zum Beispiel aus Amerika angenommen hätte. Aber er folgte dem Ruf nach Schweden und reformierte dort das Bildungssystem und wirkte unter anderem in England und Ungarn, um nur einige Stationen zu nennen. Im Gegensatz zu einem 400 Jahre alten Haus, das immer wieder Renovierungsarbeiten erforderlich macht, sind die Gedanken von Comenius von einer Allgemeingültigkeit, die beeindruckt: »Der Mensch ist zum Leben in Freiheit und Würde bestimmt: Dieses Plus Ultra wiegt mehr als Gesundheit und materielles Wohl« oder »Die Jugend muss gemeinschaftlich in Schulen gebildet werden« sind nur 2 von 33 Kapiteln. Comenius erlebte den 30-jährigen Krieg, musste flüchten, kannte die Pest und war Exilant. Aber vor allem war er ein hochgebildeter Mann, der erkannt hatte, dass Bildung den Menschen ausmacht. Comenius hat das, was er in seiner Großen Didaktik beschreibt, vorgelebt und ist für seine Überzeugungen fest eingetreten.
Es ist mittlerweile das dritte Buch aus der Reihe, der Wissenschaft für Kinder, das wir hier besprechen. Man wird esvauch nicht müde, diese wunderbaren Kindersachbücher zu loben, denn sie sind in ihrem Konzept geradezu genial. Dieses Mal geht es um Elektrizität und dem damit eng verbundenen Magnetismus. Jedes Kind weiß, dass wir ohne Elektrizität ziemlich aufgeschmissen wären. Wir kochen damit, erleuchten alles, spielen auf dem Computer, benutzen das Internet und die Smartphones. Aber was ist dieses Ding, Elektrizität, eigentlich?
Gastrezension: Dr. Ulrike Bolte