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Marion Lagoda: Ein Garten über der Elbe

Dank Marion Lagoda und ihrem gelungenen Debütroman »Ein Garten über der Elbe« müssen wir nicht mehr neidvoll Richtung England und seine berühmten Gärtnerinnen schauen. Auch wir haben eine Gertrude Jekyll namens Else Hoffa. Lange unbekannt und wäre nicht das 100-jährige Jubiläum des Gartens über der Elbe 2013 gefeiert worden, würde die Protagonistin, im Roman Hedda Herzog,  wohl immer noch auf ihre Entdeckung warten. Nun aber hat sie ihren verdienten Platz in der Reihe großer Pionierinnen als erste Obergärtnerin Deutschlands. Als würde der Beruf ihr nicht schon genug abverlangen, stellt der Nationalsozialismus die Halbjüdin wie Ihre jüdischen Arbeitgeber vor eine schwierige Herausforderung. Während die Bankiersfamilie nach Amerika auswandert, entscheidet sich Hedda für England. Weiterlesen

Michael Jensen: Totenreich

Totenreich, ein Buch das sich nicht in eine Schublade stecken lässt. Es ist spannend wie ein Krimi, es schildert die Zustände am Ende und kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs in Deutschland und es ist eine Betrachtung des psychischen Zustands der handelnden Menschen. Nicht nur der Deutschen sondern auch der Amerikaner und Engländer die darüber scheinbar publiziert haben. Ein ehemaliger Kriminalkommissar durchläuft Lebenssituationen die er nicht gewollt aber die er nicht verhindern konnte um nach dem Krieg als Kriegsverbrecher da zu stehen. Es ist detailgenau in diesem Werk geschildert wer seine Haut wie gerettet hat und welche Interessen die Alliierten Mächte hatten. Durch die Profession des Autoren blickt man tief in die Psyche des Kommissars. Ich möchte ungewöhnlicher Weise von diesem Werk auf einen anderen Spionagethriller, Ritchie Girl von Andreas Pflüger verweisen, der diese Zeit auch beleuchtet hat. Dieses Buch kann als selbstständiger Roman gelesen werden obwohl die Werke Totenland (sie Rezensionen im Stadtmagazin) und Totenwelt sehr zu empfehlen sind. Weiterlesen

Boris Meyn: Sturmzeichen, Historischer Kriminalroman

Meyen hat die Zeit vor 90 Jahren wahrhaft anschaulich aufleben lassen. 1929 war die Zeit als der Nationalsozialismus massiv in Erscheinung getreten ist. Als kleine Partei hat die NSDAP vom Kampf der Sozialdemokraten gegen Kommunisten profitiert. Von Profiten haben einige Banker und Kriminelle geträumt und windige Geschäfte angeleiert. Da haben sich die Polizeikräfte und eine Journalistin heftig eingemischt. Der Autor versteht es die Atmosphäre aufzunehmen und daraus einen starken Roman zu machen. Lokalkolorit gepaart mit fundierten historischen Kenntnissen machen diesen Roman sehr lesenswert.

 

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