Kategorie: Buchbesprechungen

Talión, Santiago Díaz

Talion – Die Gerechte von Santiago Diaz

Marta ist eine sehr spezielle Frau, eine erfolgreiche, mutige Journalistin, die selbst Waffenhändlern trotzt. Dabei hübsch, sexy und etwas gefühlskalt in ihren Beziehungen. Als ihr zwei Tage lang etwas schwindelig ist, denkt sie schwanger zu sein, doch der Schnelltest ist negativ. So sucht sie eher nebenbei einen Arzt auf, der ein CT machen lässt. Zur gleichen Zeit wird ein kleines Mädchen in Madrid aus einem Vorgarten entführt und wenig später vergewaltigt und ermordet aufgefunden. Man verhaftet den vorbestraften Jonás Bustos, da er in der Nähe des Mädchens gesehen wurde. Man kann ihm jedoch nichts nachweisen. Am Tag seiner Entlassung erfährt Marta Aguilera, dass sie einen Gehirntumor hat und nur noch acht Wochen zu leben. Sie muss jetzt das Beste aus der noch verbleibenden Zeit machen. Und dann wird der Mörder des kleinen Mädchens plötzlich selbst bestialisch getötet. Ein sehr spannender Thriller der mit leisen Tönen anfängt und sich dann zu einem Racheblutrausch entwickelt. Bei den bösen Buben, denen es dann an die Wäsche geht, spürte selbst ich eine gewisse Befriedigung. Nichts für schwache Nerven!

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Marc Elsberg: Der Fall des Präsidenten

Ein politischer Thriller der in vielfacher Weise aus dem üblichen Genre herausragt. Er ist top aktuell und er ist in außergewöhnlicher Weise gut recherchiert. Das Werk führt uns intensiv vor Augen, wie sich die Supermächte Amerika, China und Russland außerhalb der regulären Rechtsprechung als unantastbar für Verbrechen von deren Bürger halten. Sie, die Supermächte, halten die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshof für nicht gegeben. Für Amerika gilt, das der Präsident jegliche Mittel einsetzen kann, um amerikanische Bürger aus der Haft von Staaten die den Strafgerichtshof anerkennen, zu befreien. Das Buch schildert außerdem ausführlich welche Mittel zur Desinformation der Bevölkerung und Repressalien eingesetzt werden um Nationen willfährig zu machen. Insgesamt kann gesagt werden dass das Buch sehr realistisch ist. Es lässt die Dinge die zur Zeit geschehen in einem anderen realistischeren Bild erscheinen. Weiterlesen

Sechs Tage im Herbst, Bernd Ohm

Der Roman ist von Anfang bis Ende eine rasante Achterbahnfahrt. Als auf den so unbescholtenen zweifachen Familienvater Henning während eines Abendessens geschossen wird, sind alle ratlos. Wem galt das missglückte Attentat, ihm, seinem Freund Kai, seiner Frau? Auch die Polizei kann kein Licht ins Dunkel bringen. Doch Henning, der IT-Spezialist, hat eine Ahnung. Denn es gab einmal eine Zeit in seinem Leben, von der niemand in seiner Familie weiß. Und als er die Handvoll Menschen im Internet sucht, die eingeweiht sind, dass sein Deckname Little Crow war, findet er nur Todesanzeigen. Drogentod, Autounfall und all das erst vor Kurzem. Jemand ist hinter ihnen her, der Gruppe, die vor vielen Jahren einmal die RAF unterstützte und für kurze Zeit Teil der Familie war. Henning bleibt nichts anderes übrig, als die Attentäter zu suchen, denn es gibt niemanden, den er um Hilfe bitten könnte. Der Gejagte wird zum Jäger.

Atemlose Spannung mit richtig guter Aufarbeitung der damaligen politischen Verhältnisse. Ein unglaublich unterhaltsamer Thriller, nachdem man sagt: So hätte es sein können!

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Marie-Pierre Moine, Gui Gedda: Die Küche der Provence

Fast jeder kennt den Begriff Provence.  Auch wenn man noch nicht da war, verbindet man es mit Bildern aus den Medien, die unendlichen lila Lavendelfelder, soweit das Auge reicht. Doch wo liegt es denn wirklich.  Die Provence liegt im Süden Frankreichs und grenzt an Italien. Was beide Länder gegenseitig kulturell befruchtet hat. Im Westen grenzt es an das Rhone-Delta mit seinen Roseweinen, im Süden liegt es an dem Mittelmeer und beschert der provenzalischen Küche ihren Fischreichtum und im Norden wird die Provence von den Haut-Alpes eingeschlossen. Die klassische französische Küche, sowie die daraus entstandene Novelle Cuisine ist uns über Paris bekannt. Doch die Provence hat immer ihre eigene beständige Küche behauptet. Weiterlesen

Helene Sommerfeld: Das Leben, ein ewiger Traum

Ein Roman, der tief bewegt. In einer Großstadt wie Berlin am Anfang der Zwanzigerjahre sammeln sich viele Menschen hier ein Leben führen und Überleben wollen. Jede/r auf seine Art und Weise und jeder nach seinem Können. Was aber zutiefst in diesem Roman bewegt, ist das Schicksal von Kindern. Es sind mehr 100.000 Kinder die obdachlos und ohne Erziehung auf den Straßen zu finden sind. Sie sind und werden auf die vielfachste Weise ausgebeutet. Die Sozialsysteme sind nicht in der Lage deren Situation zu verbessern. Hier bringt das Autorenduo Polizeiärztin, Pflegerinnen und andere Institutionen ins Spiel. Wenn kriminelle Kinder als Handelsware nutzen ist der Tiefpunkt der Kriminalität erreicht. Das Buch beleuchtet aber auch die gesellschaftliche Situation von Frauen die Emanzipation anstreben. Weiterlesen

Fabio Paretta: Tödliches Capri, Ein neuer Fall für Commissario De Santis

Wenn bei Capri die Sonne im Meer versinkt…..Wer kennt nicht dieses Lied aus den 50ziger? Dieses Lied hat dazu beigetragen, dass tausende Italienreisende davon träumen Capri zu sehen und zu erleben. Doch sicherlich nicht sehen und sterben! So wie es Fabio Paretta auf seinem Klappentext formuliert.

 

 

 

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Martin Walker: Französisches Roulette, Der dreizehnte Fall für Bruno, Chef de police

Was hat der Tod eines Schafzüchters im Périgord dem Ukrainekonflikt gemeinsam. Diese literarische Schere schließt Martin Walker in bekannt raffinierter Weise. Dabei bringt er natürlich wieder Gerichte und Landschaft des Périgord werbewirksam mit ins Spiel. Wie immer lässt Walker seinen Helden „Bruno Chef de Police“ ein paar Gerichte kochen und macht damit der Leserschaft den Mund wässrig. Auch in diesem Roman des schottischen Schriftstellers, hat der Held es mit internationalen Verbrechern zu tun und muss auf sein regionales Netzwerk zurückgreifen das vom Bürgermeister angefangen hin zu Restaurantbesitzern geht. Nebenbei erklärt uns der Autor die Hintergründe des Konflikts der Ukraine mit Russland. Weiterlesen

Hillary, Curtis Sittenfeld

Hillary von Curtis Sittenfeld

Auf dem Cover ein Originalfoto von Hillary Clinton geb. Rodham als ganz junge Frau. Der Titel: Hillary. Und schon hat man im Kopf, dass es eine wahre Geschichte ist. Aber weit gefehlt, es ist ein fiktiver Roman über Hillary Clinton und auch Bill Clinton, den sie in dieser Geschichte nicht heiratet. Es ist ein Roman über eine sehr ehrgeizige junge Frau, die für das größte Amt ihres Lebens, die Präsidentschaft der USA, alles gibt. Sie heiratet Bill nicht und akzeptiert Trumps Unterstützung, der wenigstens in diesem Buch wegen Steuerhinterziehung vor Gericht muss. Stilistisch ist der Roman ein Sahnestück, daher frage ich mich ernsthaft, warum so eine halbwahre Geschichte ersonnen wurde? Auch wenn der Roman sehr unterhaltsam ist, musste ich mich immer wieder daran erinnern, dass es keine wahre Geschichte ist. Dennoch lohnt es sich, das Buch zu lesen. Genießen Sie die Geschichte einfach als reine Fiktion und schon ist es ein wunderbarer Roman.

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Clemens Murath: Der Libanese

Der Kriminalroman ist ein echter Hard Boild Roman der mit Sicherheit sehr gut zu verfilmen ist. Ich stelle mir in der Hauptrolle Til Schweiger vor, wie er als Kriminalkommissar der nicht immer auf regelkonformen Wegen wandelt und die Berliner Unterwelt krachend umgedreht. Dabei legt er schon mal die Samthandschuhe ab und wendet Tricks an, die zwar ein wenig Realismus fern aber dafür gut zu lesen sind. Der Autor lässt auch kein genrespezifisches Mittel aus. Von Clankriminalität, Unterschlagung von Asservaten und Drogengeldern bis hin zur psychologischen Untermauerung von S/M Praktiken ist alles vorhanden was einen rasanten, actionreichen Kriminalroman ausmacht. Unterhaltung ist garantiert und wie wir lesen können, wird dieses Buch auch eine Fortsetzung erfahren. Weiterlesen

Blutnebel, Thriller, Thomas Enger, Jørn Lier Horst, Serie aus Norwegen

Blutnebel von Thomas Enger

Blutnebel ist der zweite Band aus der norwegischen Serie um die Reporterin Emma Ramm und dem Kriminalhauptkommissar Alexander Blix. Was wie ein Terroranschlag in der Silvesternacht am Osloer Rathauskai anmutet, entpuppt sich als etwas völlig anderes. Die beiden Freunde Ramm und Blix, die zwar nicht direkt zusammenarbeiten, sich aber immer mit Informationen auf dem Laufenden halten und dadurch so erfolgreich sind, stehen plötzlich einem sehr alten und perfiden Fall gegenüber. Denn die Frau, die Blix aus dem Eiswasser des Hafens rettet, ist die Mutter, der vor zehn Jahren gekidnappten zweijährigen Patricia. Das Kind tauchte nie wieder auf und jetzt kämpft auch ihre Mutter Ruth-Kristine mit ihrem Leben. Aber auch Emma steht unter Schock, denn sie war vor Ort, als die Bombe hochging. Doch das ist noch nicht alles …

Ein dunkles Geheimnis, Rache, Zorn und Skrupellosigkeit zeichnen diese Geschichte aus. Man merkt, dass zwei Experten den Thriller geschrieben haben. Denn Thomas Enger war selbst Reporter und Jørn Lier Horst bei der Kriminalpolizei in Norwegen. Die Kriminalgeschichte ist solide, spannend und ich werde mir auf jeden Fall dann mal den ersten Band „Blutzahl“ besorgen.

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