Marco Maurer: Meine italienische Reise

 

Meine italienische Reise von Marco Maurer

Wenn im Frühjahr die Reiselust der Menschen überhandnimmt und sie wieder in bella italia einfallen, haben viele den Wunsch einmal eine Reise zu machen wie sie in in diesem Buch beschrieben wird. Ein italienisches Auto zu kaufen, der mezzo Litro, (Fiat 500), ist wohl das italienischste Auto überhaupt, und dann über die “Dörfer“ nach Hause zu fahren. Mit Leuten zu sprechen, Geschichten zu hören, Rezepte zu erfahren und die Landschaft in sich auf zu nehmen. Der Autor hat sich einen 500er „Gardinetta“ gekauft und auch dessen Geschichte erkundet. Von Sizilien bis nach Deutschland in einem Auto für Puristen. Mutig und unvergleichlich. Wer einmal mitgefahren ist weiß von was ich spreche. Die Geschichte und die Wegebeschreibungen sind wunderschön und können als Vorlage für eigene Wegeplanungen dienen. Weiterlesen

Christine Brand: Wahre Verbrechen

Dass die Autorin als ehemalige Redakteurin der Neuen Zürcher Zeitung schreiben kann, nehmen wir als gegeben. Dass sie eine große Leserschaft hat, zeigt der rote Aufkleber auf dem Titelbild des Buches SPIEGEL Bestseller-Autorin. Warum sie aber 6 alte Kriminalfälle, über die sie und Kollegen bereits in den Printmedien und im Netz im deutschsprachigen Raum Land auf und Land ab berichteten und für Schock und Entsetzen sorgten, für ein Buch aufbereitet, erklärt sich für mich nur so: Man muss von dem Genre fasziniert sein. Christine Brand sagt unter anderem zu dem vorliegenden Buch: „Es ging mir um die Geschichte hinter den Menschen“. Auf die Frage, wie geht es den Überlebenden, Hinterbliebenen, den Menschen vor dieser Geschichte mit diesem Buch, werden wir wohl keine Antwort erhalten. Wer sich also für die menschlichen Abgründe interessiert und nicht sonderlich zart besaitet ist und im Hinterstübchen behält: Nicht jeder Onkel ist ein Kinderschänder und nicht jeder nette Nachbar entledigt sich seiner Ehefrau kostengünstig im Säurebad, für den sind die 16 € für Wahre Verbrechen gut angelegt. Weiterlesen

Healing Kitchen, Shabnam Rebo, Gesund mit Anti-Entzündlicher Ernährung – besser Essen zur Stärkung unseres Immunsystems

Selbsterfahrung ist der beste Lehrmeister und wenn einem der Körper sagt, es stimmt etwas nicht, die Ärzte einem außer einer Therapie zu empfehlen, nichts haben, die Therapie mal hilft und dann doch alles wieder viel schlimmer wird als bisher, gibt es nur zwei Möglichkeiten, entweder man gibt auf oder man beginnt mit Versuchen, einen Ausweg zu finden.

 

 

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Leichenschilf, Anna Janssom

Als Rezensentin von Krimis und Thrillern ist man geübt darin, den Killer recht schnell auf die Spur zu kommen. Doch ich muss sagen, bei dieser neuen Krimi-Serie von Anna Jansson, wusste ich bis zum Schluss nicht, was eigentlich Sache ist. Die Protagonisten reichen von schrullig über krank, boshaft aber auch irgendwie liebenswert. Als Leser geht man hier mit. Man kann es fast nicht aushalten, wenn eine der Personen wieder mal völlig dumm handelt. Auch gerät man in Wut, weil Kommissar Bark Unrecht getan wird. Das sind alles Anzeichen dafür, dass man voll und ganz in der Geschichte ist und vor allem mitgerissen wird!

Einen neue Krimi-Serie, die es in sich hat und echte Thriller Fans begeistern wird. Grusel, Grusel!

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1966, Thomas Christos

Eine Zeit des Aufbruchs, das Wirtschaftswunder beginnt langsam und Berlin eine Trotzburg der Amerikaner mitten in der Ostzone, das ist 1966. Den jungen Kriminalkommissar Thomas Engel und seine Verlobte Peggy zieht es nach Berlin, um neu anzufangen. Doch wie brisant die Situation ist, merken sie am ersten Tag, als sie mit ansehen müssen, wie ein Flüchtiger der DDR erschossen wird. Der Verfassungsschutz, die CIA, und die Interne bei der Polizei geben sich die Hand. Es wimmelt von Geheimagenten, Doppelagenten und Abtrünnigen. Anstatt bei der Kripo zu landen, schickt man den jungen Engel zum Observieren. Und dann stellt er einen der linken Studentenführer, wie er mit blutverschmierten Händen über der Leiche eines amerikanischen Professors steht, der seinerseits ebenfalls ein CIA-Mitglied ist.

Der Roman treibt den Leser voran und ist ungemein spannungsgeladen. Doch der wahre Reiz bestand in dem Zeitgefühl, was Thomas Christos in 1966 erschafft. Man taucht ein in fast unglaubliche Zeiten, die eigentlich nur etwas mehr als fünfzig Jahre zurückliegen. Großartiger Krimi aus der Thomas Engel Serie. Weiterlesen

Pierre Lemaitre: Die Farben des Feuers

Pierre Lemaitre würzt die ohnehin an Katastrophen reiche Zwischenkriegszeit, in der er seine figuren- und handlungs-reiche Geschichte ansiedelt. Mit Intrigen, die er um das Erbe der im Mittelpunkt stehenden Bankiers-Familie Péricourt entspinnt und einem Rachefeldzug einer betrogenen Frau, als Antwort für die Neider, die auf das Verderben der Familie hinarbeiten. Er bestätigt erneut, dass er mit Ironie und immer wieder neuen Wendungen einfallsreich Spannung und intelligente Unterhaltung erzeugen kann und die Handlung durch Wechsel zwischen den Nebenhandlungen und Perspektiven flott und plausibel forciert, während im Hintergrund Börsenkrach, Korruption, Steuerbetrug, soziale Spannungen, Machtantritt faschistischer Regime die Weltpolitik bestimmen. Für den Titel hat Lemaitre eine Verszeile aus dem Gedicht „les lilas et les rose“ (1941) von Louis Aragon gewählt und dem Roman ein Zitat von Jakob Wassermann aus „Der Fall Mauritius“ vorangestellt: „Es gab, genau besehen,  nicht Gute und Böse, Ehrliche und Schwindler, Lämmer und Wölfe, es gab nur Bestrafte und Unbestrafte, das war der ganze Unterschied.“ Lemaitres Charaktere sind lebendig und vielschichtig – namentlich Paul und Madeleine. Nicht alle Protagonisten sind charmant oder liebenswert, manche gar abstoßend. Aber auch bedingt dadurch, entsteht ein äußerst lesenswertes, aussagekräftigtes Sozialepos der 1930er Jahre in Frankreich, bei dem vor allem die Oberschicht nicht gut wegkommt. Weiterlesen

Film: Adam

Der sehr berührende Film Adam ist eine kurze Momentaufnahme im Leben zweier sehr unterschiedlicher Frauen in Casablanca. Der viel zu ernste Witwe Abla, die nach dem Unfalltod ihres Mannes mit ihrer kleinen Tochter eine Bäckerei führt, um sich über Wasser zu halten. Und die junge Samia, die Friseurin war und jetzt alleine und hochschwanger nach Unterkunft und Arbeit sucht. Mehr erfährt man nicht über den Hintergrund der beiden Frauen. Denn ihre kurze Zeit miteinander braucht keine weiteren Erklärungen. Es geht um Gemeinsamkeit, Vertrauen und solidarische Unterstützung. Vor allem aber Gefühle, die auch an dem Publikum dieses Films nicht vorbeigehen können. Ein sehr ergreifender und aufwühlender Film, der ohne viele Worte und Aktionen auf den Punkt kommt.

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Zarah Philips: Munteres Morden

Wenn man schon mordet, kann man es auch fröhlichen Herzen tun. Dann kommt es auch nicht auf die eine oder andere Leiche an. Wenn der Schauplatz für den Auftragsmord allerdings Hamburg ist, werden die Karten neu gemischt. Denn: Elli Gint und ihre Oma Frieda Gint halten den Kiez sauber. Und wie schon im ersten Band dieser Krimikomödien-Reihe, gelingt der Autorin eine spannende und bis zuletzt undurchsichtige Handlung. Wie dicht Hamburg an England liegt, zeigt sich, wenn der durchaus schwarze Humor aufblitzt. Also: wer auf Authentizität zugunsten schräger Gestalten am Rand der Glaubwürdigkeit verzichten kann, sagt ja zu diesem Roman. Wer darauf verzichten kann, dass das Blut beim Öffnen des Buches entgegen geflossen kommt, sagt ja zu Munteres Morden. Wer nichts gegen ein bisschen Amore im Krimi einzuwenden hat, sagt ja zu diesem Krimi. Für wen jedoch nur ein ≪ ernsthafter Krimi≫ ein richtiger Krimi ist, lässt besser die Finger davon. Allen anderen steht bestes Lese-Vergnügen ins Haus. Weiterlesen

Schwarze Schwäne, Gaito Gasdanow -Erzählungen-

Nie hatte ich von Gaito Gasdanow gehört, bis ich die wunderschöne Rezension von Bettina Hartz in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung las. Und so versank ich ebenfalls in den wehmutsvollen brillant erzählten Band Schwarze Schwäne. Es sind Kurzgeschichten eines jungen Mannes, der heimatlos gestrandet war im Paris der zwanziger Jahre. Und heimatlos war Gaito Gasdanow, denn das Russland seiner Heimat war mit der Oktoberrevolution für immer verloren. Es gab kein Zurück mehr. Das merkt man seinen Geschichten an, die von endgültigen Verlusten sprechen, jedoch nie jammervoll, nie anklagend wirken. Der Autor ist eher ein Augenzeuge seiner Texte, berichtet, wird urplötzlich Protagonist und erlebt eine Fiktion. Eine Fiktion, die Bettina Hartz als absurde Märchen betitelt.

Wunderschöne Erzählungen mit einem Nachwort der Übersetzerin Rosemarie Tietze, dass sie unbedingt als Erstes lesen sollten. Denn dann werden die einzelnen Erzählungen aus Sicht des Autors noch eine Tick besser! Richtig gute, großartige Prosa. Weiterlesen

Markus Gasser: Verschwörung der Krähen

Ein Zustandsbericht aus dem Jahre 1700 und folgende, der die politischen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zustände in England speziell in London thematisiert. Diese Beschreibungen sind hoch spannend, witzig und sehr detailreich. Daniel de Foe, weltberühmt durch seinen Roman Robinson Crusoe, ist aber auch ein vielschreibender und kritischer Betrachter seiner Zeit. Da er auch ein Herausgeber von verschiedenen Zeitungen ist, deren Artikel den Herrschenden nicht gefällt, befindet er sich ständig auf der Flucht und ist meist zahlungsunfähig. Aber Eulenspiegelhaft windet er sich aus grotesken Situationen heraus und düpiert seine Ankläger. Der Autor, versteht es bestens uns dieses Sittenbild, einer durch und durch korrupten Gesellschaft, zu vermitteln. Viele politische Schachzüge der damaligen Zeit kommen uns heute sehr bekannt vor. Er erzählt uns über Armut, Seuchen und Krieg, den schmalen Grat zwischen Schuld und Unschuld, über die Entstehung des investigativen Journalismus unter dem Druck von Zensur, Fake News, Populismus und Paranoia – und über die Liebe in liebloser Zeit. Weiterlesen