Auf jeden Fall ist Seishi Yokomizo ein japanischer Arthur Conan Doyle oder das asiatische Pendant von Agatha Christie. Genau wie die beide, wohl weltweit berühmtesten Krimigenies, kreierte auch Seishi Yokomizo einen liebenswürdigen, dennoch eigenartigen Ermittler. Er ist weniger frustriert als Sherlock es war und auch weniger exaltiert als Poirot, aber… Kosuke Kindaichi ist ein junger Mann, etwas heruntergekommen und mit einem leichten Stottern, wenn er aufgeregt ist. Aber er ist bereit ein angesehener Privatdetektiv, der die größten Mysterien zu knacken vermag. So auch den Tod eines frisch getrauten Ehepaars. Die beiden wurden mit einem Dolch erstochen, in einem Haus, ohne Fluchtweg, weil alle Türen und Fenster von innen verschlossen waren.
In seinem ersten Fall um Kosuke Kindaichi greift der Autor gleich einen „Locked-Room-Murder Mystery“ auf. Es ist wunderbar dieses Buch zu lesen, denn es trifft den Tonfall der alten Christie und Doyle Geschichten. Ein Sonntagsnachmittagsbuch, das Freude bereitet, auch wenn es sehr spannend ist.
Der rumänisch-stämmige Schweizer Autor Catalin Dorian Florescu erzählt vordergründig eine Familiengeschichte über 5 Generationen, in der die männlichen Erstgeborenen der Stoica-Dynastie zur Feuerwehr gehen und somit der Feuerturm, einst Bukarest‘ höchstes Gebäude, eine zentrale Stelle im Roman einnimmt. Aber es ist auch der Roman der Stadt Bukarest und des Lebens in dieser von ständiger Fremdherrschaft gebeutelten Stadt. Den politischen Strömungen und Entwicklungen wird genauso viel Platz eingeräumt wie Freundschaft und Liebe. Vor allem aber ist es die Annäherung des Autors an seine Wurzeln. Was sich für mich darin zeigt, dass die Geschichte zögerlich beginnt und im Verlauf immer mehr an Fahrt aufnimmt. Florescu hat für seinen Roman die Hausaufgaben gemacht. Gut recherchiert und aus der Position des
China, das Reich der Mitte, ist hier im deutschsprachigen Raum mit Kriminalromanen wenig vertreten. Der vorliegende Roman ist sehr spannend und spiegelt die gesellschaftliche Situation in China wider. Der Autor behandelt nicht nur die Struktur der Polizei, des Parteiapparats sondern auch die Religiosität der Chinesen. Außerdem werden die wirtschaftlichen Verhältnisse, die Korruption und die Organisation dieses gewaltigen Reiches mit 1,4 Milliarden Menschen leicht verständlich geschildert. Kriminalromane sind halt auch Mittel fremde Kulturen und Lebensweisheiten von Menschen zu vermitteln.
Nach ihrem fulminanten Debütroman Die Frauen von Brewster Place ließ Gloria Naylor fünf Jahre später den fiktiven Roman» Linden Hills« folgen. Was es ihr und ob es ihr etwas bedeutet hätte, dass die beiden Bücher neuaufgelegt in deutscher Sprache erschienen sind, werden wir nicht erfahren und müssen uns mit Mutmaßungen begnügen. Wahrscheinlich wäre sie stolz und zufrieden. Zieht man in Betracht wie sie sich zeitlebens mit gesellschaftspolitischen Themen auseinandergesetzt hat und Literatur und Kreatives Schreiben an diversen amerikanischen Universitäten unterrichtet hat, würde sie sich vielleicht fragen, ob aus dem derzeitigen Hype um schwarze Literatur ein dauerhaftes Interesse an dieser bleibt. Thema ihres zweiten Romans ist der amerikanische Traum. Naylor schreibt darüber leidenschaftlich, scharf und schnörkellos und gewährt dem Leser einen anspruchsvollen Einblick in die moderne Klassenhierarchie, eingebettet in die schwarze Kultur.
Es geht um die Weihnachtsgeschichte mit Maria, Josef und dem Christkind, das in Bethlehem geboren wurde. All das erzählt und gezeichnet von Kindern.
Dass der Schwarzwald schon immer eine kulinarische Hochburg war, ist unter Kennern bekannt. Angefangen mit dem Pionier von einer Gasthofküche zur französischen Haut cuisine Franz Keller Senior, mit seinem Schwarzen Adler in Oberbergen, bis hin zu den Sternetempeln in einem Feinschmeckerdorf Baiersbronn, die Traube Tonbach und Bareis, die als das Mekka der guten Küche im Schwarzwald gelten. Und nun auch Donaueschingen mit dem Öschberghof. Vom Golfhotel zum Fine-Dining-Tempel. Zu verdanken haben wir dies Alexander Aisenbrey, dem Geschäftsführer des Öschberghof. Aisenbreys Jahre in der Traube Tonbach haben ihn dazu bewogen, aus dem Öschberghof ein Luxusresort zu machen. Baulich hatte er das verwirklicht und was gehört zu einem Luxusresort, die Sterneküche – ein neues Mekka – ein kulinarisches Highlight mit dem Ösch Noir – im Öschberghof. Dass dieses ihm gelungen ist, beweisen die zwei Sterne, die das Restaurant schon hat und nun auch noch das eigene Kochbuch von dem Eigengewächs Manuel Ulrich als Küchenvirtuose im Fine Dining Restaurant dem Ösch Noir.

Dieser Roman sticht unter dem historischen Kriminalromanen deswegen heraus, weil er dem Leser der Leserin das Gefühl gibt Geschehen zu stehen und die Entwicklung der jungen Republik und ihrer Menschen mitverfolgen zu können. Die Handlung ist der brutale Mord an einem Uhrmacher und Fotografen durch eine 16-jährige und deren erwachsene Mittäter. Was aber im Laufe der Ermittlungen herauskommt ist, dass der Uhrmacher junge Mädchen in die Prostitution vermittelt. Herauskommt auch das ein junges Mädchen bei einer Siegesfeier der SA zu Tode kommt. Eine mediale Schlacht der sozialdemokratischen Zeitungsdienstes und der Presse der NSDAP klären die Leser über die Sachverhalte aus der jeweiligen Sicht auf. Im Hintergrund zieht der Gauleiter Goebbels seine Fäden und schickt seine braunen Horden auf die anderen Journalisten. Diese Tatsachen werden durch Original Reportagen belegt. Dadurch wird das Klima dieser Zeit besonders deutlich ja fast greifbar. 