
Vorsicht, liebe Leser, hier schreibt ein Fan der Krimis von Seishi Yokomizo. Ich liebe mittlerweile die Kriminalgeschichten mit dem kauzigen Meisterdetektiv Kosuke Kindaichi, die Mitte der fünfziger Jahre in Japan spielen. ›Die Spatzenmorde von Onikobe‹ erinnerten mich sehr an Agatha Christies ›Mord im Spiegel‹. Eine verwirrende Geschichte mit weiten Strängen in die Vergangenheit, einer berühmten Sängerin, die in ihr Heimatdorf zurückkehrt, und natürlich unserem schrulligen Detektiven, der, am Ende alle durchschaut.
Eigentlich braucht Kosuke Kindaichi Urlaub und sein guter Freund Kommissar Isokawa empfiehlt ihm nicht ganz uneigennützig das Schildkrötenbad in Onikobe. Denn dort passierte vor mehr als zwanzig Jahren ein Mord. Er konnte nie aufgeklärt werden und wurde quasi ›der weiße Wal‹ von Kommissar Isokawa, der damals noch ein junger Assistent bei der Polizei war. Nie haben ihn die Ereignisse losgelassen, bei denen Frau Rika vom Schildkrötenbad ihren Ehegatten verlor. Kaum ist Kosuke angekommen und genießt die wunderbaren Bäder, verschwindet der Dorfvorsteher Hoan und seine Hütte sieht nach einem Tatort aus. Gerade Kosuke ist untröstlich, weil er glaubt, dem Mörder oder der Mörderin, verkleidet als alte Frau, auf dem Pass begegnet zu sein. Kosuke kann nicht anders und beginnt zu ermitteln, und wahrlich scheint das Verschwinden des alten Mannes mit dem Mord von 1932 im Zusammenhang zu stehen. Womit aber niemand rechnet, ist, dass nur Tage später die junge, hübsche Tochter der mächtigen Familie Yura ermordet aufgefunden wird. Ein Ritualmord, der an ein altes, vergessenes Lied erinnert, in dem es um drei Spatzen geht.
Ein superspannender Krimi, den man mal so eben weglesen kann, ohne Aufregung, dennoch in der Logik herausfordernd. Auch wenn man sich am Anfang ein bisschen mit den japanischen Namen schwertut, hat man doch die Möglichkeit, immer wieder ins Personenregister zu blättern. Aber schon in der Mitte dieses wunderbaren Sonntagnachmittag-Krimis ist man bereits in Onikobe und seinen skurrilen Mitbewohnern wie zu Hause. Ich für meinen Teil werde den nächsten Kosuke-Kindaichi-Krimi nicht verpassen!
Auf jeden Fall ist Seishi Yokomizo ein japanischer Arthur Conan Doyle oder das asiatische Pendant von Agatha Christie. Genau wie die beide, wohl weltweit berühmtesten Krimigenies, kreierte auch Seishi Yokomizo einen liebenswürdigen, dennoch eigenartigen Ermittler. Er ist weniger frustriert als Sherlock es war und auch weniger exaltiert als Poirot, aber… Kosuke Kindaichi ist ein junger Mann, etwas heruntergekommen und mit einem leichten Stottern, wenn er aufgeregt ist. Aber er ist bereit ein angesehener Privatdetektiv, der die größten Mysterien zu knacken vermag. So auch den Tod eines frisch getrauten Ehepaars. Die beiden wurden mit einem Dolch erstochen, in einem Haus, ohne Fluchtweg, weil alle Türen und Fenster von innen verschlossen waren.


„Ganz Einfach und Einfach Perfekt“ die Worte der Autorin Tanja Dusy. Seit 15 Jahren schreibt sie erfolgreich qualifizierte Kochbücher. Lange Zeit hat sie als Redakteurin einer Kochsendung gearbeitet und geht jetzt ihrer Lieblingsbeschäftigung nach, Kochrezepte zu entwickeln.
Das Medium Kriminalroman ist faszinierend. Mit Spannung aufgeladene Gesellschaftsbeschreibung, wie es dieser vorliegende Roman zeigt, sind neben vielen anderen Gesichtspunkten möglich. Tote gibt es in den meisten Krimis. Aber die Art der Aufklärung, die Methoden der Ermittler, die Charaktere der Handelnden sind doch sehr unterschiedlich. Völlig anders ist die Ermittlungsarbeit der Japaner. Es ist erstaunlich welche Methoden sie ansetzen, wie das Zusammenspiel der Ermittler ist. Hierarchien spielen eine gewaltige Rollen.