
Spaeter von Stephen King
In meiner Jugend liebte ich es, mich mit Stephen King zu gruseln. Ich war so verrückt auf die Romane, dass ich den Vorabdruck von Friedhof der Kuscheltiere über ein Jahr im Sternmagazin las. Unglaublich! Gibt es Vorabdrucke noch? Eher nicht. Jedenfalls war es dann irgendwann mit der Stephen King-Ära bei mir vorbei. Ich hätte nie geglaubt, dass ich noch einmal einen King in die Hand nehmen werde. Doch wie Sie sehen, habe ich es getan.
Später ist wohl eine Horrorstory, doch man merkt, dass der Autor sie auch später geschrieben hat. Denn sie ist voller Verständnis, voller Gelassenheit, ironisch und manchmal sogar komisch. Außerdem ist sein Protagonist, in Anbetracht des Lebens, das ihn erwartet, bereits als Kind, als Jugendlicher und auch als junger Erwachsener eine total coole Socke. Ganz klar, kommt da die Erfahrung eines älteren Autors durch und genau das war so wahnsinnig reizvoll an Später.
Daher kann ich nur jedem Leser, der Stephen Kind nicht kennen sollte, empfehlen, lernen Sie ihn mit Später kennen. Dann haben Sie vielleicht auch den Mut, sich seine alten Hardcore-Horror-Romane wie Shining und Es vorzunehmen. Sind Sie aber eher von der alten Riege, die jung und damals mutig genug waren, King zu lesen, wird Später einer Überraschung für Sie. Aber keine schlechte!

Selbst als Verurteilter im Jugendknast kann man den tiefen Wunsch hegen, Priester zu werden. Aber für Daniel ist dieser Weg mit seinen Vorstrafen verschlossen. Als er in der Kleinstadt ankommt, in der er in einem Sägewerk arbeiten soll, reitet ihn der Teufel und er gibt sich als Priester aus. Ein Glück für die Gläubigen, denn ihr Pfarrer fällt wegen Krankheit oder besser gesagt Trunksucht erst einmal aus. So fängt Daniel an nicht nur zu predigen, er geht auf die Menschen zu und bewirkt plötzlich Vergebung, Nächstenliebe und Solidarität.




Es ist nicht so einfach, dieses Buch neutral zu besprechen. Doch als agnostischer Atheist also als so etwas wie ein toleranter Nichtgläubiger, kann ich die Bibel oder Heilige Schrift und ihre Geschichten erst einmal ohne große Kritik sein lassen, was ich glaube, dass sie sind: sehr alte Erzählungen unserer Vorfahren.
Der Untertitel, Annäherung an ein verschlossenes Land, trifft das Buch genau. Denn Rudolf Bussmann hat sich mit der Journalistin und Übersetzerin Hoo Nam Seelmann, genannt Yu-Mi, auf die Reise gemacht. Die beiden Schweizer Staatsangehörigen erhielten Visa, um von China in den Norden Nordkoreas einzureisen. Eine Reise die von der Sonderwirtschaftszone Rasŏn, bis runter zum Ch’ilbo Gebirge führt, von dem es nur einhundert Kilometer sind, bis zum Atomtestgelände P’unggye-ri.