Es scheint gerade so, als hätte die deutschsprachige Kritikerelite auf Martin Mosebachs neuen Roman „Die Richtige“ gewartet und feiert ihn begeistert und gebührend. Aber auch die Juroren diverser Preise haben reagiert und „Die Richtige“ zum Beispiel auf die Shortlist für den Buchpreis der Leipziger Buchmesse gesetzt.
Nun, Maler und Modell haben schon immer die Fantasie der schreibenden Zunft beflügelt, später waren sie auch Inspiration für Filmschaffende und so ist es nicht nur der bildhaften Sprache des Autors zu verdanken, dass man schon gleich auf der ersten Seite eine eigene Vorstellung vom Atelier des Malers Louis Creutz hat. Martin Mosebach ist im Wort-Zirkus der Wort-Akrobat, der Wort-Jongleur, der Bändiger der Worte, balanciert sie auf dem Drahtseil, wirft die Wörter in die Höhe, fängt sie geschickt und geradezu elegant wieder auf, dreht Pirouetten und – reiht die Worte zu einer wunderbaren Sprache aneinander. Nach Weiterlesen
Klaus Bädekerl, ein erfahrener Geschichtenerzähler und Drehbuchautor mit Oscar-Nominierung, hat sicherlich nicht zufällig die Form und den Stil seiner Erzählung gewählt, die an die Fernsehspiele der 60iger und 70iger Jahre des letzten Jahrhunderts erinnert. Es ist ein reizvoller Kontrast. Auf der einen Seite ein Mann in den Achtzigern, der sich mit einem Gutachter auseinandersetzt, um die von seiner Tochter Melanie beantragte Entmündigung abzuwehren und auf der anderen Seite dieser alte Mann, der sich mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und virtueller Realität seine Traumfrau erschafft. Das Treffen mit dieser Traumfrau hätte ihm fast das Leben gekostet, dennoch will er sie wiedertreffen, was seine Tochter notfalls mit der Entmündigung verhindern will. Der alte Mann hat sich gut auf den Termin mit dem Gutachter vorbereitet. Er ist zynisch, sarkastisch, 
Als die Erstausgabe von Leon Morells „Der sixtinische Himmel“ 2013 erschien, feierten die Fresken, die im Mittelpunkt des Historienromans stehen ihren 500. Geburtstag. Ob Zufall oder Kalkül – wer will das wissen. Bemerkenswert hingegen, dass die italienische Renaissance die Menschen immer noch fasziniert, begeistert und dazu inspiriert, sich mit dieser Zeit und ihren Künstlern auseinander zu setzen und 4 Jahre des eigenen Lebens mit der Recherche und dem Schreiben einer Geschichte über diese Zeit zu verbringen. 4 Jahre, so lange hat Michelangelo benötigt, um die Fresken der Sixtinischen Kapelle fertigzustellen. Nun, Morell hat die Zeit gut genutzt und zeichnet ein stimmiges, vielschichtiges Bild des Italiens des 16. Jahrhunderts sowie ein lebendiges Bild des Vatikans zu dieser Zeit. Dabei thematisiert
Man muss nicht Geige spielen, um der Magie und dem Charme des Geschichtenerzählers Edvard Hoem zu erliegen. Seine bildhaften, poetischen Beschreibungen lassen das ausgehende 18. und das beginnende 19. Jahrhundert lebendig werden und ziehen die Lesenden in seinen Bann. Wie überall war auch in Norwegen das Leben der Bauern hart und entbehrungsreich, Bildung kaum jemandem zugänglich, dafür die Kirche all gegenwärtig. Hoem hat seine interessanten Protagonisten und Charaktere detailliert ausgearbeitet. Man merkt, er mag sie. Zusammen mit den ausführlichen Beschreibungen des täglichen, bäuerlichen Lebens zeichnet er ein umfangreiches, überzeugendes und authentisches Bild der damaligen Zeit. Hoem veranschaulicht die ländlichen Strukturen der norwegischen Westküste, die Macht der Dienstherrschaft und zeigt dabei auf, wie abhängig und ausgeliefert das Gesinde war. Bald zeichnet sich ab, das Lars, das
Abschied von einem geliebten Menschen zu nehmen ist schwierig. Nichts von dem, was man im Leben gelernt und erlebt hat, bereitet darauf vor, selbst wenn dem endgültigen Abschied eine lange Krankheit vorausgeht. Im Fall von John Bayley und Iris Murdoch war es ein Abschied auf Raten, der sich über 5 Jahre hinzog. Iris Murdoch, diese brillante britische Schriftstellerin, von der Queen für ihre Werke geadelt, erkrankte an Alzheimer in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts. Zumindest in Deutschland war zu dem Zeitpunkt nicht viel über diese Krankheit bekannt, weitläufig sah man sie als Folge von übermäßigem Alkoholmissbrauch, weshalb Angehörige aus falscher Scham die Diagnose verschwiegen und dadurch unweigerlich in die Isolation gerieten. Wie sie oder die Lebenspartner, die den Mut hatten mit der Diagnose offensiv umzugehen, wie sie die Zeit an der Seite der Erkrankten erlebten, ist
Ein Thriller, in dessen Mittelpunkt eine Floristin steht. Irgendwie drängt sich mir der Gedanke an Patrick Süßkinds „Das Parfüm“ auf. Unvergessen seine Beschreibungen der einzelnen Düfte. Würde Pattison ebenfalls überzeugen können? Mich hat sie das auf der ganzen Linie. Und zwar nicht nur mit ihren wunderbaren Beschreibungen der außergewöhnlichen Blumenarrangements, der Düfte, die die Blumen verströmen, sondern auch mit dem spannenden Plot, der mich von der ersten Seite an gefangen genommen hat und mich das Buch erst nach der letzten Seite aus der Hand legen ließ.
Ich war sehr auf dieses etwas andere Gartenbuch gespannt. Nicht, dass ich keine ansehnliche Sammlung unterschiedlichster Gartenbücher hätte. Aber: ich haben meinen 100 m² großen Garten gegen etwas Größeres getauscht. Wenn es nach der Autorin Anya Lautenbach geht, habe ich noch nicht alles falsch gemacht. Nicht gleich alles rausgerissen, Großeinkauf im Gartencenter und neu angepflanzt, sondern erst einmal abgewartet, was da alles in der Erde steckt. Zeit ist beim Gärtnern mit wenig Geld offensichtlich die wichtigste Zutat. Trotzdem wurde ich in Folge Kundin des Monats in Gartencenter. Um das zu vermeiden und nachhaltig mit unseren Ressourcen umzugehen, setzt die Autorin auf gute Planung und Vorbereitung. Welche Pflanzen bleiben stehen? Welche Pflanzen können und werden
Erinnern Sie sich daran wo und mit wem Sie seinerzeit die erste Mondlandung gesehen haben? An Neil Armstrongs Worte: ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Sprung für die Menschheit? Oder an das tragische Ende der Challenger Mission?
Die Garten-Junkies unter uns kennen diesen Ruf und werden sich angesprochen fühlen. Und das ist auch gut so. Denn: Klaudia Blasl legt mit ihrem neuesten Buch nicht einfach nur ein weiteres Gartenbuch im herkömmlichen Sinne vor. Es ist vielmehr ein autobiografischer Gartenroman in dem die Autorin, Gartenliebhaberin mit Faible für Giftpflanzen und umfassendem Wissen über eben diese bösen Blumen von ihrer Gartenleidenschaft und den gesammelten Erfahrungen erzählt und mit Hintergrundwissen und historischen Fakten abrundet. Neben ihrem „normalen“ Garten bewirtschaftet Blasl einen Giftgarten, der ihr ein Quell an Inspiration für die Giftmorde in ihren Gartenkrimis ist.