
Tom Rob Smith, der mit Kind 44, Kolyma und Agent 6 drei erstklassige russische Thriller der Stalinzeit hingelegt hat und zum internationalen Bestsellerautor aufstieg, wagt sich mit »Kälte« an einen Endzeitroman mit Sci-Fi-Charakter heran. Ich war erst skeptisch, doch Smith ist einfach ein genialer Erzähler und damit auch genreübergreifend in seinem Schreibstil authentisch und fesselnd. Mich hat das Buch sehr stark an »Der Schwarm« von Frank Schätzing aus dem Jahr 2004 erinnert. Und viele wissen noch, dass »Der Schwarm« einigen Menschen das Leben rettete, als Schätzings Vision eines Tsunamis dann im Dezember 2004 Thailand und Indonesien überrollte. So hoffe ich, dass Tom Rob Smith Roman »Kälte« uns nicht im realen Leben mit Außerirdischen konfrontiert, die uns dreißig Tage geben, um die Antarktis zu erreichen.
Ich war bereits bei den ersten Worten der Geschichte gefesselt. Eine einleuchtende gute Erzählung, die nur am Ende ein wenig zu schnell abgehandelt wurde. Dort hätten weitere hundert Seiten dem Roman gutgetan. Es sei denn, der Autor plant einen zweiten Band. Alles möglich, denn die Antarktis ist groß, kalt und hat noch viel zu bieten!


Das Buch beginnt im Jahr 1905 und bis zur historischen und sehr tragischen Geschichte von Smyrna zeigt uns Defne Suman das Leben in einer intakten politischen und religiösen kosmopolitischen Stadt mit ihren Protagonisten. Die Hauptgeschichte beginnt 1918, der erste Weltkrieg ist vorbei und es kommt zur Auflösung des Osmanischen Reiches durch die Alliierten. Das Osmanische Reich hatte sich im ersten Weltkrieg auf die Seite von Deutschland-Ungarn gestellt und somit den Krieg mit verloren. Der Vielvölkerstaat Osmanischen Reiches verfiel und der damalige amerikanische Präsident Wilsen hat das Selbstbestimmungsrecht der nichttürkischen Völker verfügt. So haben sich rund ums Mittelmeer und der Levante die heutigen Staaten gebildet. Das türkische Volk selbst sollte sich nur noch auf das Gebiet Anatoliens zurückziehen. Die gesamte Küste wurde zum Spielball der Alliierten inklusive Griechenland. Die Griechen nahmen sich einfach große Teile der Küstenregion, dabei die Gebiete um Smyrna, heute Izmir. Die Griechen beließen es aber nicht dabei, sondern zogen plündernd und mordend ins Hinterland. Die vermeintliche Übermacht der Alliierten war so groß, dass sie in ihrer Arroganz und Überheblichkeit nicht mitbekommen haben, dass sich unter Mustafa Kemal (später Atatürk genannt) ein Aufstand der Türken formiert hat. Unter Mustafa Kemal kam es zum großen Befreiungskampf. Die Griechen wurden besiegt und die Schlacht endete mit einem Großbrand in Smyrna. Es kam zur Vertreibung der Griechen in einer großen Schlacht um Smyrna, die in einem Großbrand endete.
Eintopfgerichte oder Ein Topf Gerichte. Bekannt sind bei uns natürlich die herzhaften Eintopfgerichte, wie Linsen-, Bohnen- oder Erbseneintopf. Nun gibt es auch Ein Topf – Gerichte. Schon mal beschrieben in einer vorherigen Rezension, bei uns im Eschborner Stadtmagazin, mit der Aussage: „Wer macht schon gerne den Abwasch?“ daher alles in einem Topf, Pfanne oder Gargeschirr zubereitet. Zugegeben, das hat schon viel für sich und wenn sie es mal ausprobiert haben, finden auch sie gefallen daran. Gönnen sie sich dazu als Anleitung, nicht nur als veganer, sondern für alle kulinarischen Präferenzen, dieses Buch von Sabrina Fauda-Rôle „Vegan one Pot“. Beim ersten Blättern fing ich an zu Schmunzeln und bekam dann leuchtend, begeisterte Augen, denn das Buch, besser gesagt die Gerichte mit ihren Rezepturen sind für mich genial gemacht. Linke Seite abgebildet alle Zutaten mit Mengenangaben und wenn es ging, sozusagen gepasst hat und das hat es bestimmt bei 75% der Gerichte, wurden die ganzen Zutaten gleich in der Pfanne, Topf oder Gargeschirr angerichtet. Und linke Seite war das fertige Gericht in dem jeweiligen Gargeschirr zu sehen, mit der kurzen Anleitung zum Garen. Besser geht es gar nicht! Leicht nachzumachen!
Wenn man die Kriminalromane von Sven Stricker liest fragt man sich, woraus resultiert sich der besondere Erfolg diese Bücher? Ein großer Teil der Romane machen die unvergleichlichen Protagonisten aus, die sich alle nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens bewegen. Allen voran hat Kriminalhauptkommissar Sörensen mit seinen Angststörungen beim Aufbau von Beziehungen mit Menschen zu kämpfen. Sein Umfeld ist eben bei all seinen Unternehmungen nicht gerade behilflich dies zu ändern. Die immer bereitet die Sprachakrobatik des Autoren große Freude beim Lesen. Ab und an wird der Lesefluss gestoppt wenn Stricker so im vorbei gehen eine tiefe Lebensweise einflicht, über die man einige Zeit nachdenken muss. Lebensweisheiten garniert mit einem spannenden Krimi, das ist die Marke Sörensen.
Vorne weg gesagt: all diejenigen, die skandinavische Krimis zu ihrer Lieblingslektüre zählen, kommen bei diesem Krimi nicht auf ihre Kosten. Kein Blut, das aus den Seiten fließt, keine Nackenhaare, die sich vor Spannung aufstellen. Stattdessen britischer Humor, viel Lokalkolorit, eine stimmige Geschichte und liebenswerte, skurrile, schön ausgearbeitete Charaktere, von denen mir Lilly, die 8-jährige Tochter des Tierarztes Sam besonders gefällt. Sie ist keine vorlaute Göre, gibt nichts von sich, was einer 12-jährigen zur Ehre gereichen würde, sondern führt altersgerechte Dialoge und ist eine echte Bereicherung für die Geschichte. Und den, der die britische, ländliche Lebensart schätzt und es sich zum Lesen gerne gemütlich auf der Couch macht, erwarten 319 Seiten unterhaltsame Lektüre über eine vermeintliche,
Lamborghini, Ferrari und Maserati, das sind Namen und Auto, die für Luxus, Eleganz und den Jetset stehen. Doch was sind die Geschichten hinter den Erfolgen? Der Film Lamborghini, Der Mann hinter der Legende, nimmt genau diese Erzählung auf. Denn Ferruccio Lamborghini kam als junger mittelloser Soldat aus dem Krieg zurück auf den Hof seiner Eltern. Doch schon damals wollte er mehr und so tat er sich mit seinem Kriegskameraden zusammen, um erst einmal Traktoren zu bauen. Doch Ferruccio will mehr. In dem Film wird auch die Feindschaft zwischen Enzo Ferrari und Ferruccio Lamborghini aufgegriffen, die bis heute mal als Wahrheit, mal als Legende erzählt wird. Angeblich ärgerte sich Ferruccio Lamborghini über seinen eigenen Ferrari so sehr, dass er selbst einen Sportwagen baute und ihn Ferrari anbot. Der soll daraufhin dem Autogenie die kalte Schulter gezeigt haben und ihn zu seinen Traktoren zurückgeschickt haben. Es wird der wirtschaftliche Aufstieg der Lamborghini Sportwagen aber auch der familiäre Abstieg der Familie gezeigt.
Es sind die exotischen Regionen in denen die Ermittler der Autoren des Union Verlags ihre Fälle lösen. Der schon verstorbene Tony Hillerman hat mit seinen Romanen über den Polizeileutnant der Navajo Police Joe Leaphorn viele Preise gewonnen. Der Autor lässt uns an den Gedanken und dem Fühlen des Indianers teilhaben. Wir erleben die Gegend das Monument Valley aus einer Perspektive die nur wenige Menschen zu Gesicht bekommen. Tradition und Schamanismus der Navajos vermittelt uns der Autor mit einer Selbstverständlichkeit und Intensität die absolut preiswürdig ist. 