Andreas Hollard, Ayurveda für Zuhause Gesund und ganzheitlich essen mit regionalen und saisonalen Zutaten

Hippokrates: Lass deine Nahrung deine Medizin sein. Mit den heutigen ernährungsphysiologischen Kenntnissen ist diese Lehre aktueller als je zuvor. Der berufliche und familiäre Stress lässt uns viel zu häufig zu Fertigprodukten und Fastfood greifen, ohne zu merken, dass wir uns eigentlich Schaden.  Die Ayurvedische Gesundheitslehre und Philosophie hat das schon 1500 vor Christi proklamiert. „Essen ist die beste Medizin und wächst direkt vor deiner Tür“. Tue noch etwas für die Umwelt. Ernähre dich regional und saisonal. Geht das mit der Ayurvedischen Küche? Andreas Hollards Ansatz für dieses Buch ist die Transformation von der indischen ayurvedischen Ernährung auf unsere europäische Klimazone, mit den saisonalen und regionalen Lebensmitteln. Für mich beim Lesen, genau der richtige Ansatz. Denn ayurvedische Kochbücher gibt es genügend. Andreas Hollard ist davon überzeugt, dass die Tradition und Kenntnisse unserer Mütter und Großmütter, die auch ihre Kräuter und Hausmittel aus ihren Überlieferungen schon immer zur Gesunderhaltung oder Genesung angewandt haben und dass man diese Tradition mit der ayurvedischen Philosophie verbinden kann.

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Michael Jensen: Blutiger Schnee

Nun ist er also erschien, der dritte lang erwartete Band über die berühmte Bankräuberfamilie Sass. Die Familie Sass hat in den zwanziger Jahren der Weimarer Republik für Furore gesorgt, weil sie auch die dicksten Banktresore ausgeraubt hat. Der Autor Jensen lässt sie mit den politischen und gesellschaftlichen Größen der Weimarer in Kontakt treten und verwebt die geschichtlichen Fakten in absolut nachvollziehbarer Weise. Dabei werden Fakten deutlich, die so nur wenigen Menschen bekannt sind. Völlig neu war mir zum Beispiel die Verflechtung der Firma Bayer mit der Verteilung und Produktion von Heroin. Amerikanische Gangster treffen in dieser Zeit auf ein schwaches Staatswesen und die Gier von Chemieriesen. Jensen hat auch mit diesem Band bewiesen dass er historische Kriminalromane auf höchstem Niveau schreiben kann. Weiterlesen

Ralph Ruthe: 20 Jahre Shit happens, Cartoons

Seit mehr als 20 Jahren gibt es die Witz Cartoons von Ralf Ruthe. Aus diesem Grund hat der Lappan Verlag einen Band herausgebracht indem er das schöpferische Werk dieses Ausnahmezeichners würdigt. In dem Werk werden zusätzlich 50 Cartoons veröffentlicht die es sonst nicht gibt. In seinen Cartoons nimmt er die verschiedensten Themen zum Anlass sie auf den Punkt zu bringen. In den verschiedensten Publikationen setzt er mit seinen Cartoons immer erfrischende Pointen. Ralf Ruthe geht auch mit seinen Cartoons auf Lesereise und bringt ganze Säle zum Lachen. Er arbeitet gerade an einem abendfüllenden Kinofilm. Wir sind gespannt. Weiterlesen

Maaza Mengiste: Der Schattenkönig

Die Autorin Maaza Mengiste ist eine mehrfach preisgekrönte Autorin und nach wenigen Seiten weiß man warum: sie überzeugt mit ihrer einfühlsamen, poetischen Sprache. Sie ist eine ausgezeichnete Romanautorin mit einem vielschichtigen Schreibstil epischen Ausmaßes. Wie ihr Erstlingsroman »Beneath the Lion’s Gaze« spielt auch der vorliegende Roman in Äthiopien, dem früheren Abessinien. Es gelingt ihr, die unterschiedlichen Blickwinkel auf die Kriegstragödie, ihre Auswirkungen sowie ihre kritische Rolle bei den kriegsbedingten Veränderungen der Menschen, einzufangen und die Schicksale der Frauen zu beleuchten, alle wie sie da sind, zeigt auf, was sie erdulden: Missbrauch, Vergewaltigung, aber vor allem ihre Widerstandsfähigkeit und bemerkenswerte Stärke im Krieg, die das Rückgrat dieser Geschichte bilden. Folgerichtig stellt sie eine Frau – die Dienerin Hirut – in den Mittelpunkt des Romans. Weiterlesen

Oliver Pötsch, Das Kochbuch der Henkerstochter

Oliver Pötsch bekannt durch seine Historienromane, zuletzt „Die Henkerstochter und die Schwarze Madonna“ und nun dazu sein Kochbuch „Das Kochbuch der Henkers-tochter“. Keine Angst, es geht nicht um das letzte Mahl für den Delinquenten. Henker oder Scharfrichter galt im Mittelalter als Beruf und dieser musste sogar vor anderen Scharfrichtern sein Meisterstück abliefern. Hört sich sehr makaber an, aus unserer Sicht war es sicherlich auch so. Versuchen wir es auf die damalige Zeit zu schieben. Obwohl der Scharfrichter ein anerkannter Beruf war, gehörte dieser Personenkreis doch zu den nicht gern gesehen Mitbürgern. In der Kirche mussten sie in der hintersten Ecke sitzen und im Wirtshaus in der dunkelsten Ecke, meist in der Nähe des Aborts. Ebenso galten sie nicht unbedingt als sesshaft, man wanderte in die Orte, indem Aufträge oder Anstellungen zu erwarten waren. Diese Reise oder Wandertätigkeit brachte es mit, dass die Familien aus den verschiedenen Regionen die spezifischen Gerichte mitgebracht haben. Und wenn es sich ergab, dass eine schöne Henkerstochter in einen neuen Ort kam, hat sich schon der eine oder andere Jüngling drin verguckt. Sowie Heinrich Heine zu seiner ersten großen Liebe zum roten Sefchen, der Tochter des Scharfrichters. Und wenn diese dann noch Kochen konnte, war es um den Jüngling geschehen.

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Kommst du mit zum Mond, Nicolás Schuff und Ana Sender, Kinderbuch ab 3 Jahre

Bei den spanischen Kinderbüchern fällt mir immer wieder auf, dass sie entweder richtig lehrreich sind für Kinder oder einfach nur wunderschön und zum Träumen einladen. Kommst du mit zum Mond ist fürs Träumen und Wohlfühlen gedacht. Denn es erzählt die Geschichte von Emilio, der in den Ferien seinen Opa besucht. Sein Opi ist ein ganz großartiger alter Mann. Er lebt in einem einsamen Haus in den Wäldern und kennt tolle Geschichten. Aber vor allem kann man mit Opa herrliche Abenteuer erleben, zum Beispiel den Mond besuchen.

 

Man verliebt sich sofort in die Illustrationen von Ana Sender. Die Geschichte hinterlässt selbst bei Erwachsenen ein Gefühl der Behaglichkeit und ein Lächeln auf den Lippen. Es ist ein Kinderbuch zum Ansehen und Vorlesen ab drei Jahre.

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Hans Rath: Jetzt ist Sense | Interview: Fünf Fragen an den Autor

Genau! Zeit für geistreiche, unterhaltsame Lektüre! Und Hans Rath hält mit seiner Geschichte was Titel und Cover – in Anlehnung an Dennis Hoppers kultisches Gemälde Nighthawks – versprechen. Eine spannende Story, in der die Protagonistin, die Psychologin Olivia, Bekanntschaft macht mit einem äußerst attraktiven Griechen namens Zino alias Thanatos, Gott des sanften Todes. Ist es wirklich ein Irrtum, dass er bei ihr klingelt? Aber irren sich Götter? Die engagierte Therapeutin muss erkennen, dass einem Unsterblichen nicht zu helfen ist. Warum sollte er aufhören zu rauchen? Was würde sich für ihn ändern, wenn er keinen Alkohol mehr tränke? Und sein Burnout-Syndrom könnte nur von Hades, dem Gott der Unterwelt, durch eine Generalamnestie behandelt werden. Aber eine ausgeglichene Work-Life-Balance ist im Weiterlesen

Lügen über meine Mutter, Daniela Dröscher

Es ist ein berührendes, tief bewegendes Buch, über das ich noch lange nachdenken musste, nachdem es gelesen war.

Daniela Dröscher führt uns durch vier Jahre ihrer Kindheit, durch vier Jahre Ehe ihrer Eltern, die man als subtile Ehehölle bezeichnen sollte. Durch vier Jahre eines kaum auszuhaltenden Hunsrücker Landleben und dennoch durch Jahre einer relativ normalen Familie dieser Zeit. So leidet ihre Mutter, die nie mit Vornamen genannt wird unter ihrer Herkunft als Kriegsflüchtling aus Schlesien, unter ihrer Schwiegermutter, die sich was Besseres für den Sohn gewünscht hätte und vor allem unter ihrem Mann, der das Glück und den Frieden der Familie an jedem Gramm Körpergewicht seiner Frau festmacht. Und dennoch behält sich diese Frau, gefangen in familiären Konventionen und den gehassten Kilos immer ihren Blick für das Wesentliche. Den Mut jeden Tag für die zu kämpfen, sie sonst untergehen würden und weiter zu existieren, obwohl der Mensch in ihr, unter all den Fettpolstern nie gesehen wird.

Als Frau fand ich manche Erzählungen unerträglich und mich hielten die erklärenden Retrospektiven der Autorin nach jedem Kapitel über Wasser. Manches Mal störten mich die Anmerkungen der Autorin und mittlerweile erwachsenden Tochter. Doch ich konnte mir meine Meinung bilden und empfinde Respekt für die Mutter, die es viele Jahre aushielt, bis das letzte Kind alt genug war, um ihre persönliches Lebensinferno hinter sich zu lassen.

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Alexander Oetker, Sternenmeer, Luc Verlains delikatester Fall

Jetzt der Krimi zum Kochbuch „Chez Luc“ von Alexander Oetker. Wie schon bei meiner Rezension zum Kochbuch, veröffentlicht am 13. Dezember 2022 im Eschborner Stadtmagazin, bin ich aus persönlichen Erlebnissen voreingenommen. Wie man dort lesen kann, habe ich die Ausbildung zum Koch gemacht und wollte unbedingt meine Kenntnisse bei dem damals angesagtesten Koch Michel Guérard in Eugenie-le-Bain erweitern. Der Kriminalroman von Alexander Oetker spielt genau in dem Metier der Sternegastronomie „Sternen – Meer“, in Frankreichs Südwesten dem Aquitaine. Die Region von der spanischen Grenze dem Baskenland, Saint-Jean-de-Luz über Biarritz, Eugenie-le-Bain, Bordeaux mit seinen unterschiedlichen Weinanbaugebieten, bis hin zur Gironde-Mündung, Soulac-sur-Mer. Ich verstehe Alexander Oetker, dass er seine Kriminalromane in diese Region gelegt hat. Ich war auch dort und mir ist vieles in bester Erinnerung.

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Dror Mishani: Vertrauen

Der vorliegende Krimi führt uns direkt in das Seelenleben eines israelischen Kriminalbeamten. Unzufrieden mit seiner persönlichen beruflichen Situation beschäftigt er sich mit einem zunächst banal erscheinenden Verschwinden eines Touristen. Sein Bauchgefühl das im krassen Gegensatz zu den Anweisungen seines Vorgesetzten steht ermittelt er weiter. Als Vorgesetzter einer Mitarbeiterin hat der Kontakt zu einem Fall von Kindsmord der sich dann aber mit seinem anderen Fall überschneidet und deren Lösung auch in Paris liegt. Bei den handelnden Personen springt der Ball „Vertrauen“ verschiedentlich hin und her. Es scheint so, dass nur dann Vertrauen aufgebaut wird wenn die Menschen der gleichen gesellschaftlichen Schicht untereinander kommunizieren. Bei Obrigkeiten kann und wird in diesem Kriminalroman kein Vertrauen entwickelt werden. Ein gefühlsdichter Roman. Weiterlesen