Upps, Das große Haibuch (nicht nur für Kinder), Gerhard, Johanna, Michel & Fridolin

Gerhard und Johanna haben schon etliche wunderschöne Bildbände zum Thema Hai gemacht, genau wie ihre vielen Kinderbücher, die von Michel dem kleinen Hai und Fridolin seinem Freund dem kleine Krebs handeln. Geschichten aus dem Meer für Erwachsene, Naturschützer, begeisterte Taucher und kluge Kinder die mehr vom Meer wissen möchten. Mit seinem neuen großformatigen Buch Upps haben er und Johanna beides zusammengepackt. So entstand ein wirklich tolles informatives großes Haibuch, das, wie der Titel schon sagte, nicht nur für Kinder gedacht ist. Und der Titel hält, was er verspricht. Denn als passionierte Taucherin haben mich nicht nur die vielen Fotos, die unglaublichen Informationen über Haie, sondern auch die spielerische Art und Weise der beiden Cartoon-Figuren Michel und Fridolin, die all die aufregenden Geschichten herüberbringen, völlig begeistert.

Fazit: Ein wunderschönes Nikolaus- oder auch Weihnachtsgeschenk, für jeden, den die Natur, das Meer und die Haie interessieren. Vor allem aber für Kinder, um ihnen den Hai als faszinierendes Geschöpf näher zu bringen und ein für alle Mal mit dem Mythos des menschenfressenden Ungeheuers aufzuräumen. Und weil das Buch natürlich sehr lehrreich ist, gibt es am Ende einen Test, bei dem jeder sein Diplom als junior Hai-Experten erwerben kann. Ein tolles Buch!

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Jennifer B. Wind (Hrsg), Einmal kurz die Welt retten, Krimis

Einmal kurz die Welt retten

Heute ist der 15. September 2023. Seit langem hört man mal wieder etwas von „Friday for future“. Die Pandemie hat Greta Thunberg und ihren weltweiten Aufruf zum Umdenken in der Politik, doch etwas für die Zukunft zu tun und die Klimaerwärmung zu verhindern, jäh gestoppt. Der brutale Angriffskrieg des russischen Diktators Putin hat das übrige getan. Die Politiker hatten erstmal andere Probleme. Dabei ist unsere Zukunft und das Stoppen der Erderwärmung das dringendste Thema. Heute haben in über 250 Städten in Deutschland mit mehr als 250 000 Teilnehmern friedliche Protestmärsche stattgefunden, damit die Politik endlich handelt. Ich bin froh, dass es doch so viel Engagement für die Zukunft unsere Kinder und Enkelkinder gibt. Auch heute habe ich gerade das Buch „Einmal kurz die Welt retten“ von der Herausgeberin Jennifer B. Wind, Gmeiner Verlag durchgelesen. Die 24 Autoren jetzt einzeln vorzustellen, würde die Rezension sprengen und wahrscheinlich vom Thema ablenken. Daher nur namentlich genannt: Dieter Aurass, Raoul Biltgen, Katja Brandis, Veronika A. Grager, Anne Grießner, Petra K. Gungl, Reinhard Kleindl, Regine Kölpin, Bearix, Klamlovsky, Uwe Laub, Mari März, Günter Neuwirth, Regina Schlebeck, Claudia Schmidt, Ursula Schmid-Spreer, Ingrid Schmitz, Alex Thomas, Heidi Troi, Eva Maria Nielsen, Fenna Williams, Barbara Wimmer, Janet Zentel und Jennifer B. Wind.

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Die Toten von Wien, Karl Ritter

Wien im Jahr 1922. Eine Stadt der Gegensätze, Armut, Hunger und Kriegsversehrte auf der einen Seite, Reichtum, Überfluss, Feste und alter Adel auf der anderen Seite. Die Welt ist im Umbruch und jeder hofft auf bessere Zeiten. Nicht so Kommissär Alexander Baran, der eigentlich ein ungarischer Baron ist, doch verarmt durch eine Familientragödie. Sein Schwester Szonja verschwand 1913 kurz nach ihrer Heirat mit Graf von Waldstetten. Eine Verbindung, die ihre Eltern nicht guthießen. Doch als sie spurlos verschwand, nahmen sich ihr Vater und die mittlerweile depressive Mutter das Leben. Das Gut in Ungarn ging in Flammen auf und Alexander Baran ist plötzlich völlig mittellos. Er fängt in Wien bei der Polizei an und wird recht schnell ein angesehener Kommissär, der durch seinen Scharfsinn bekannt ist. Nie gab er sie Suche nach seiner Schwester auf, und als eine junge Frau, mit völlig zertrümmertem Gesicht in der Nähe des Fischmarkts gefunden wird, ist er sofort zur Stelle. Doch es ist nicht Szonja, dieses Mädchen muss eine Tänzerin gewesen sein. Ihre Füße und der Muskeltonus sprechen für sich. Noch bevor Baran dem Täter auch nur näherkommen kann, gibt es eine zweite Frauenleiche, wieder am Fischmarkt.

Ein solider Krimi, der im historischen Wien des Jahres 1922 spielt und perfekt die Szenerie, die politischen Intrigen und das damalig Flair der österreichischen Hauptstadt einfängt. Sehr gute und spannende Unterhaltung, die ich mir im Urlaub gegönnt habe.

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Ingenium, das erste Rätsel, Danielle Trussoni

Es war 2010, als ich meine erste Rezension verfasste, für das Buch Angelus von Danielle Trussoni. Ich war damals angetan von der Fantasie-Autorin. Jetzt 2023 hat Danielle Trussoni wieder einen mystischen Thriller herausgebracht und ich konnte natürlich nicht an diesem Buch vorbeigehen. Ingenium ist definitiv ein schneller, atemloser Thriller, der ungemein gut recherchiert wurde und es mit dem Da Vinci Code aufnehmen kann. Sie baut nicht nur das Savant-Syndrom, eine Inselbegabung, in diesem Fall, die Fähigkeit Muster und Rätsel zu erkennen in ihren Roman ein. Es geht vor allem um den jüdischen Glauben und die Legende von Rabbi Löw, der um 1580 in Prag eine von ihm gefertigte Tonfigur, einen Golem, für kurze Zeit mit Leben erfüllt hat. Die alten Mythen, jede Menge Rätsel, habgierige Milliardäre, die nach ewigen Leben trachten und eine unschuldige junge Frau, die im Gefängnis sitzt für einen Mord, den sie nicht begangen hat, halten den Leser in Atem!

Das ist dann der Stoff, aus dem die Bücher geschrieben sind, die man in einem Rutsch liest, weil man sie einfach nicht aus der Hand legen kann. Ich bin auf jeden Fall dabei, wenn nächstes Jahr der nächste Teil kommt.

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Sabine Kügler: Ich schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind

Sabine Küglers Welterfolg „Das Dschungelbuch“ ist damals an mir vorbeigegangen. Vermutlich weil ich ein Kind im Kindergartenalter hatte und andere Lektüre vorlas. Denn, die Abenteuer, die die Autorin in ihrer frühen Kindheit und Jugend erlebt – überlebt – und bestanden hat, haben so gar nichts mit Pipi Langstrumpf oder „Die drei Fragezeichen“ zu tun. Es sind Abenteuer, die selbst Daniel Defoe Robinson Crusoe und Freitag nicht auferlegte und: sie entsprangen seiner Fantasie. Küglers Alltag in Papua-Neuguinea ist Realität. Es ist kein Videospiel in dem es darum geht, das nächste Level zu erreichen. Es geht darum, den nächsten Tag zu überleben. Ob es richtig oder falsch von den Eltern war, bewusst mit kleinen Kindern im Dschungel zu leben, steht nicht zur Diskussion. Weiterlesen

Blinde Tunnel, Tove Alsterdal

Tove Alsterdal bekannt durch ihre Trilogie um die Kriminalromane der Ermittlerin Eira Sjödin legt den ersten Standalone in Deutschland nach. Der Roman aus dem Jahr 2019 ist sehr wahrscheinlich vor ihrem Durchbruch mit der Trilogie entstanden. Es nennt sich zwar ein Kriminalroman, doch ist eher eine Erzählung, die sich im Heute abspielt und auf Verbrechen der Vergangenheit zurückblickt. Verbrechen, die begangen wurden von den Nazis an den damaligen Sudetendeutschen jüdischer Abstammung. Wer von den Opfern nach Kriegsende die Deportation überlebte und nicht schnell genug aussiedeln konnte, wurde anschließend wieder zum Opfer, weil er als Deutscher angesehen wurde und dieses Mal als Kriegsverbrecher bestraft wurde. Im Grunde genommen ist es die Erzählung einer Ungerechtigkeit, die einem die Haare zu Berge stehen lässt, die jedoch erst einmal ganz harmlos anfängt: Mit dem Kauf eines Weingutes in Tschechien.

Tove Alsterdal ist eine brillante Erzählerin, das merkt man schon an diesem Buch und sie hat sich in ihrer Trilogie um Eira Sjödin noch gesteigert. Ihr starkes Auge für zwischenmenschliche Beziehungen tragen ihre Kriminalfälle.

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Olivia Ford: Der späte Ruhm der Mrs. Quinn

Der Debütroman von Olivia Ford ist die herzerwärmende Geschichte der 77-jährigen Jenny Quinn, die unerwartet das Casting übersteht und als Teilnehmerin in der britischen TV Show „Back Duell“ landet. Dort reüssiert sie mit ihren Rezepten, inspiriert die Zuschauer, dass es nie zu spät ist seine Träume zu verwirklichen und avanciert zum Liebling der TV-Nation. Aber das allein reicht nicht für einen großen Roman. Abgesehen von wunderbaren, fein herausgearbeiteten Charakteren, die man gerne in seinem Freundeskreis hätte, erzählt Ford die Liebesgeschichte von Jenny und Bernard, die seit fast sechzig Jahren verheiratet sind aus der Sicht von Jenny. Rückblenden in Jennys Kindheit und Jugend runden das Bild von Jenny ab. Eine weitere Weiterlesen

Abdel Alaoui, Marokko, 100 einfache Rezepte

Choukran – ist arabisch und heißt Danke. Dieses Buch von Abdel Alaoui ist eine Hommage, ein Dankeschön an seine Mutter, die trotz des Aufenthaltes in Frankreich ihrem   Sohn mit dieser Küche, liebevoll die kulinarische Tradition erhalten hat. Harissa, Datteln, Minze, Ras el – Hanout, selbst eingelegt Salzzitronen (kann man auch fertig kaufen), Sardinen, Grüner Tee, Orangenblüten- und Rosenwasser, wenn sie das zusammen haben, ist Marokkos Küche bei ihnen zu Hause. Keine Angst vor fremden Küchen! Wie steht es auf dem Umschlag in goldenen Lettern. 100 einfache Rezepte. Und um das zu unterstreichen hat Abdel Alaoui zu jedem Gericht den Schwierigkeitsgrad angegeben. Von sehr einfach, einfach und mittelschwer. Schwer kommt erst gar nicht vor. Eine gelungene Einladung sich an Gerichte zu trauen, auch wenn das dazu gehörige Bild etwas anderes suggeriert. Auch muss man sich keinen Tajine zulegen. Diesen markanten typisch marokkanischen Schmortopf mit einer Haube auf der Garschale aus Lehm oder Ton. Ein guter Schmortopf, am besten gusseisern tut es auch.

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Uli Stein: Uli Stein Jubiläumsausgabe

Das Werk ist eine Hommage an einen der bekanntesten deutschen Cartoonisten. Uli Stein. Wer kennt ihn, bzw. seine Pinguine, Mäuse, nicht die in viele Journalen und Büchern abgebildet wurden. Wer ist dieser Mensch? Wie sind seine Anfänge? Was macht seinen Erfolg aus? Diese und andere Fragen beantwortet der Prachtband ausführlich mit Text und Bildern. Natürlich fehlen nicht die Cartoons von den Anfängen und jetzt. Sein zum Teil tiefschwarzer Humor findet seinen Niederschlag im Buch wie auch seine gesamte Tierwelt. In den 40 Jahren seines Schaffens ist da einiges zusammen gekommen. Weiterlesen

Frankfurter Buchmesse 2023: Eine Nachlese

Die 75. Frankfurter Buchmesse ist zu Ende gegangen. Ein positives Fazit: Das Interesse an Büchern ist ungebrochen, und zwar bei Jung und Alt. Mein Kollege Stephan Schwammel und ich haben uns wie so viele andere in das Getümmel gestürzt und sind begeistert von der Stimmung und dem Angebot. Während Stephan Schwammel sich bei den renommierten, großen Verlagen umgesehen hat und mit vielen Rezensionsexemplaren zurückkam und wir uns schon jetzt auf die Buchvorstellungen freuen können, habe ich mich bei den „kleinen“, spezialisierten Verlagen und den Indie Verlagen umgesehen. Weiterlesen