Satu Rämö, HILDUR – Die Spur im Fjord, Kriminalroman.

Atmosphärisch, emotional und mitreißend – Der Erste Fall für Islands wagemutigste Ermittlerin. Island, der zweitgrößte Inselstaat Europas nach Großbritannien. Die größte Vulkaninsel der Welt. Von den Wikingern als Eisland bezeichnet, woraus Island wurde. Das kommt nicht von ungefähr. Island liegt nur knapp unter dem Polarkreis. Die Nähe zum Polarkreis beschert Island ein raues Klima mit langen dunklen Wintern. Die spärliche Vegetation kann nur existieren, weil Island im Golfstrom liegt. Genau hierhin, zu den gerade mal 366 000 Einwohnern, den vielen Schafen und den robusten kleinen Island-Ponys, die dieses Klima ertragen können, hierhin hat es die Finnin Satu Rämö verschlagen. Als Austauschstudentin hat Satu Rämö sich entschieden nach Island zu gehen und ist geblieben. Ihr persönliches Interesse an Sagen und Geschichten hat sie zu Hildur geführt.

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Mateo Zielonka, Pasta Masterclass, Handgemachte Nudeln in allen Formen

Hochmut kommt vor dem Fall! Ehrlich gesagt, ich habe mit etwas Arroganz auf dieses Buch geschaut. Was will denn Mateo Zielonka noch über Nudeln und Nudelgerichte erzählen. Ich war der Meinung, ich als Nudelliebhaber und Passionist kann und weiß schon alles um die Nudeln. Weit gefehlt. So ehrlich bin ich nun mal, auch zu mir selbst. Aus diesem Buch „Pasta Masterclass“ von Mateo Zielonka habe ich noch sehr viel dazugelernt. Viele Sachen die ich noch nicht kannte, viele Kniffe, Tipps und Tricks. Meine Empfehlung, gönnen sie sich dieses Buch und lernen spielerisch Pasta Masterclass dazu. Kennen sie Malfetti, Mezzelone, Trofie oder Pangrattato, was zum Beispiel süchtig machen soll und vieles mehr. Muss man denn alles selbst machen? Vieles kann man in den heutigen Frischeläden Nudelmanufakturen frisch kaufen. Hält man sich aber an Mateo Zielonka, übrigens kein Italiener, sondern polnischer Herkunft, erfährt man, wie viel Freude es einem bereitet, die verschiedenen Teige zu Kneten und Ausformungen zu lernen und in den entsprechenden Saucen zu servieren. P.S. man serviert nie die Sauce extra, nur das fertige Gericht. Und man gibt immer die Nudel in die Sauce, nie umgekehrt.

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Otto Waalkes: Ganz große Kunst

Mensch Otto, sehr geehrter Herr Waalkes, herzlichen Glückwunsch zu ihrem gelungenen Crossover! Wo hängen die Bilder? Wo kann ich mir die Originale ansehen? Das Buch übertrifft meine Erwartungen um ein Vielfaches. Es ist vom Cover bis zur letzten Seite sehr persönlich und strahlt so viel Positives aus. Ich hätte dem hibbeligen, quirligen Komiker Otto nicht so viel Geduld zugetraut, wie sie der Maler Otto Waalkes an den Tag legt. Schon „Der arme Poet“ auf dem Cover verheißt Gutes und Unterhaltung. Man muss genau hinschauen, um all die versteckten Otto-Details – wie den Leuchtturm in der Ferne oder die Ostfriesen Weiterlesen

Andreas Pflüger: Wie sterben geht

Jahrzehntelang beflügelte der Kalte Krieg die Phantasie von Autoren weltweit und das Genre Spionage stand in voller Blüte. Spannende Konflikte, mutige und unerschrockene Agenten der CIA und des MI5 – allen voran James Bond, retteten die westliche Welt vor den Machthabern im Kreml. Leser: innen, die glauben, alles zu diesem Thema gelesen und gesehen zu haben, sollten erst Andreas Pflügers neuen – heute erscheinenden Thriller Wie sterben geht – vor einer endgültigen Einschätzung lesen. Wie schon in seinen vorangegangenen Thrillern besticht Pflüger mit seiner aufwendigen Recherche und siedelt seinen spannenden, glaubwürdigen Plot in den frühen 1980er Jahren an und setzt ihn in Kontext mit den weltpolitischen Ereignissen dieser Zeit. Pflüger schickt eine Agentin ins Rennen: Nina Winter, jung, ehrgeizig und wagemutig, die die erste Chance, die sich ihr bietet nutzt und den Schreibtischjob gegen den aktiven Dienst – in Moskau – tauscht. Dass sie russisch wie ihre Muttersprache spricht ist selbstverständlich. Dass sie dem russischen KGB-Offizier Rem Kukura durch ihre Stellungnahmen aus ihrer Zeit als Analystin bekannt ist, deutet darauf hin, dass er kein kleines Licht auf der KGB-Torte ist. Pflüger mag seine Protagonistin, man kann es lesen und spüren, auch wenn er ihr nichts schenkt. Weiterlesen

Christian Rach, Susanne Walter, Deutsche Küche

Vor kurzem hatte ich festgestellt, dass zurzeit die interessantesten und auch sehr guten Kochbücher aus dem Land, mit dem Nimbus kommen, keine gute Küche zu haben, nämlich aus Großbritannien. Es gab wenige deutsche Kochbuchautoren. Wenn es etwas Hochwertiges gab, waren es Bücher von Sterneköchen, die durch die Unterstützung ihres Patrons, Patronin Bücher mit exquisiten Rezepten, tollen Vorstellungen der Betriebe/Hotels/Restauration/Weinkellers zum Inhalt hatten. Und jetzt liegt mir das Buch „Deutsche Küche“ von Christian Rach und seiner Co-Autorin Susanne Walter vor.

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Prue Leith, Toast it! Krosse Brotscheiben üppig belegt

„Toast zu machen ist eine Kunst für sich und Prue Leith perfektioniert sie“. Yotam Ottolenghi. Wenn der zurzeit angesagteste Koch, Gastronomieberater und Kochbuchautor eine Köchin oder Koch lobt oder hier sogar als Aufmachung und Einladung zu diesem Buch steht, ist das eine besondere Ehre, auf die man sich verlassen kann. Dann ist der Griff dazu immer etwas Wertvolles. Man hat ein besonderes Kochbuch in der Hand. Was macht man mit altem Brot. Frisches Brot mit Butter beschmiert und ein Prise Salz ist etwas Herrliches. Oder im Frühjahr mit Radieschenscheiben und im Sommer mit den köstlichen, wenn möglich selbstgeernteten Tomaten. Aber altes Brot? Wir haben oder hatten es nie richtig registriert, die Italiener haben es schon immer vorgemacht – Bruschetta mit Tomatenwürfel und Basilikum. Man nehme altes Baguette oder gebackenen Pizzateig vom Vortag, schneide es in Scheiben, röste es mit etwas Olivenöl in der Pfanne, auf einen Teller gelegt, gewürzte Tomatenwürfel drauf, fertig ist die Vorspeise. Dazu ein Glas Wein und die Welt ist in Ordnung.

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Juri Gottschall, Mercedes Lauenstein: SPLENDIDO

Nach April 2022 folgt nun das zweite Buch von beiden Experten über die italienische Kochkunst. Das erste Werk war ein fulminanter Erfolg. Das vorliegende Werk geht nun darauf ein wie man mit Qualitätsprodukten gutes Essen machen kann. Wie auch im ersten Band ist es eine Lust in diesem 1,5 Kilo schweren Buch zu blättern und sich einzulesen. Jeder der italienische Küche liegt hat schon gewisse Vorstellungen von einzelnen Produkten. Dies wird hier nun in gut lesbarer Form vertieft. Mir hat zum Beispiel der Bericht über den Grana, den italienischen Hartkäse, einige neue Erkenntnisse gebracht. Ein Bekannter hat im Grana Pandano Gebiet eine Käserei in der er über 5000 Käselaibe zur Reife bringt. Diese Begegnung mit dem Käse und dessen Herstellung ist im Buch nachzuempfinden. Wo dieses Grana Pandano Gebiet verläuft, welche Gebiete es gibt und wo es die verschiedensten Grana Sorten zu finden sind, schildert dieses Buch auf das Beste. Weiterlesen

Aurélie Bastian backt

Sympathisch lächelnd ziert Aurélie Bastian das Cover ihres neuen Backbuches. Mit Vorfreude öffne ich das Buch und mir gefällt was ich sehe: das Inhaltsverzeichnis ist originell gestaltet, mit einem jeweiligen kleinen Foto des Kuchens bzw. der Torte in vier Kapitel unterteilt. Die folgenden Begriffserläuterungen unter Basics erscheinen mir willkürlich und zufällig zusammengestellt. Und – die erfahrenen Bäcker und Bäckerinnen, die die aufwendigen und komplizierten Rezepte nachbacken können, fühlen sich – wie auch ich – zu Recht auf den Schlips getreten. Wem die Begriffe nicht geläufig sind, wird feststellen, dass noch ein langer Backweg vor ihm/ihr liegt, bis eines der Rezepte umgesetzt werden kann. Ich fange noch einmal von vorne an. Weiterlesen

Film: Verlorene Illusionen nach einem Roman von Honoré de Balzac, DVD und Blu-Ray

Verlorene Illusionen hat berechtigt seine Awards bei der César Verleihung 2022 erhalten, denn bei dem Film stimmt einfach alles. Die Geschichte, die Schauspieler und die dramaturgische Umsetzung von Xavier Giannoli. Auch wenn Honoré de Balzacs Roman, nach dem der Film adaptiert wurde, um 1821 spielt, ist er heutzutage aktueller denn je. Das mag daran liegen, dass zweihundert Jahre später, jeder dem es gerade einfällt, sich in den sozialen Netzwerken zum Kritiker aufschwingt. Leider entartet es oft zum schieren Dampf ablassen und das gezielt unter der Gürtellinie. Es liegt daran, dass es viel einfacher ist zu kritisieren, als zu kreieren.

Man kann jedoch daraus auch ein perfides, skrupelloses Spiel machen, wie der Film ›Verlorenen Illusionen‹ uns lehrt. Jedes Statement, jeder Roman, jede Handlung kann in sich verkehrt werden. Wie heißt es in dem Film so schön, ist ein Roman romantisch, ist er naiv und ist er klar, nimmt er alles vorweg. So wurde im Paris des neunzehnten Jahrhunderts mit spitzer Feder, beißendem Spott und viel Wortgewandtheit über Werke geurteilt, die der sogenannte kritische Journalist noch nicht einmal gelesen hatte. Hauptsache die Kasse, die Bestechung und Gegenbestechung stimmte. Der am meisten Zahlende gewann. Leider sind die Aufschreie, die Wellen der Empörung in den heutigen Medien nicht halbwegs so intelligent oder auch mal amüsant, wie bei Balzac verfilmter Geschichte im Jahr 1821 beschrieben.

So muss, um zu überleben, der junge Lucien de Rubempré vom Romantiker zum Kritiker aufsteigen, mit den Wölfen heulen, reich und verhasst werden, um am Ende sowohl vom Pariser Adel, als auch von den Kritikerwölfen wieder in die Gosse ausgespuckt zu werden. Eine großartige Verfilmung, die gerade wegen der aufwendigen Gestaltung der Kostüme und des historischen Pariser Ambientes dem Zuschauer etwas Luft lässt. Denn man kann sich so der Empfindung erwehren, dass diese Art vernichtender, schamloser Fake-Berichterstattung ausschließlich in die Vergangenheit verbannt wurde. Definitiv ein Film, den man sich ansehen sollte, in vieler Hinsicht!

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Elke Nansen, Tödliches Ostfriesengold, Ostfrieslandkrimi

Ich kann es immer kaum erwarten und dann ist er endlich da! Im Klarant-Verlag erschien dieser Tage der neuste Ostfrieslandkrimi von Elke Nansen „Tödliches Ostfriesengold“. Wie immer spannend, interessant geschrieben und sehr gut recherchiert. Das Thema bespickt mit vielen Facetten und hervorragender Aufklärung, verpackt in einem imposanten Kriminalroman. Hochachtung an Elke Nansen. Elke Nansen muss ihre Heimat sehr lieben, denn ihre örtlichen Beschreibungen lassen einen die Umgebung von Leer und Emden miterleben.  Man könnte nach dieser Lektüre sich ohne Navigationsgerät orientieren und wüsste immer, wo man ist. Meine Empfehlung: lesen Sie den neusten Krimi „Ostfriesengold“ von Elke Nansen. Sie werden danach die anderen 14 Bücher ebenso lesen. „Ostfriesengold ist schon der 15. Band. Jeder Band für sich ist immer ein abgeschlossener Fall mit dem herzlichen Emdener Ermittlungsteam um Richard Faber, Rike Waatstedt, dem extrovertierten Forensiker Schorlau und Opa Knut. Jeder Band hat auch immer interessante, zum Teil brisanten Themen. Im neusten Buch gibt es hervorragende Information um die Numismatik und den Besitzerverhältnissen gefundener Schätze. Denn das ist rechtlich nicht so einfach, auch wenn sie auf dem eigenen Grundstück ausgegraben worden sind.

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