Frank Goldammer: Zwei fremde Leben. Interview mit dem Autoren

Als gebürtiger Dresdner hat Goldammer wieder seinen Roman in seiner Heimatstadt angelegt. Als in der DDR aufgewachsener hat er erlebt was es hieß in einem Land zu leben in dem der Staat alles für seine Bürger kontrollierte und bestimmte. Das begann schon, und hier setzt der Autor an, bei der Geburt. Da wurden schon Kinder von Eltern die nicht systemkonform waren in Staatsobhut genommen. Der Staat wollte ja dem Sozialismus ergebene Menschen „züchten“. Diese Linientreuen Staatsbürger mit höheren Funktionen hatten alle Möglichkeiten der Lebensführung, sprich Westprodukte und Reisemöglichkeiten. Goldammer zeigt in seinem Werk sehr deutlich diese Atmosphäre der Unterdrückung und Bespitzelung durch den Staat. Ein Roman der in einem deutschen Staat spielt, den es heute nicht mehr gibt, dessen mentalen Auswirkungen noch heute deutlich zu spüren sind. Weiterlesen

Transfusion, Jens Lubbadeh

Als der Autor diesen Thriller schrieb, dachte noch niemand an Corona. Daher ist der Roman jetzt so brisant. Es geht zwar nicht um einen Virus und eine Ansteckungsgefahr, doch es geht um den Kampf gegen Alzheimer und Parkinson. Wie weit würden Pharmakonzerne gehen, um ein Heilmittel für diese Krankheiten zu entwickeln. Wer würde die Last tragen und vor allem, wem gibt man die Injektion, wenn das Mittel nur begrenzt vorhanden ist.

Ein superspannender, sehr schneller Thriller der in Hamburg, Indien und in Russland spielt. Die Skrupellosigkeit einiger der Protagonisten ist so realistisch, dass man ein solches Schreckensszenario für durchaus möglich hält. Fantastische Unterhaltung.

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Nächte des Zorns, Anna Tell

Mir wurde einmal gesagt, um gute Bücher zu schreiben, braucht man 90% Werkzeug und 10% Talent. Aber ohne das Talent geht es nicht.

Anna Tell hat nicht nur das Werkzeug, denn sie weiß, worüber sie als ehemalige Militärangehörige und Kriminalpolizistin schreibt. Sie hat auch ein ungeheures Talent diese Geschichten zu erzählen. So entsteht aus ihrer Feder nicht nur ein unglaublich spannender, realistischer und schockierender Thriller, ihr Schreibstil ist so gut, dass man unwillkürlich in die Geschichte hineingesogen wird. Anna Tell ist auf jeden Fall ein neuer Stern am Thriller Himmel. Von ihren so lebensechten Protagonisten, der starke und unabhängige Amanda und den Kollegen beim Sondereinsatzkommando, Bill und Tore, werden wir hoffentlich noch sehr viel hören.

Nächte des Zorns ist der zweite Teil der Serie um die Unterhändlerin Amanda Lund. Als Kenner der besten Thriller dürfen Sie diese Serie nicht verpassen.

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Tina Wagner Lange, Maurice K. Grünig, Judith Gmür-Stalder: Gong Fu Cha, Tee als Handwerkskunst und das bewusste Genießen

Die Beziehung zum Tee drückt Wünsche und Träume aus. Welchen Tee wir lieben, bestimmt die Zugehörigkeit zu einer spezifischen sozialen Gruppe. Dahinter stehen persönliche Bedürfnisse, politische Strategien und die soziale Realität einer Gesellschaft. (Auszug aus dem Buch Gong Fu Cha Seite 219). Was der Barrista für den Kaffee, ist der Zeremonienmeister für den Tee. Gong Fu Cha – die Chinesische Teezeremonie war die Inspiration für dieses Buch. Cha – bedeutet Tee.

 

 

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Martin Walker: Connaisseur; Der zwölfte Fall für Bruno, Chef de police

Wieder gelingt es dem Autoren einen spannungsgeladenen Roman abzuliefern, der auch als Reiseführer und auch als Kochbuch Verwendung finden kann. Es ist die unnachahmliche Art wieder Schotte Walker seine Geschichte erzählt und dabei immer tiefer in die Geschichte Frankreichs, und die Art des Lebens im Périgord eindringt. Wie immer, wenn Bruno recherchiert, tauchen die vertrauten Freunde aus den vorhergehenden Romanen auf und sind an den Lösungen der Fälle beteiligt. Es ist immer wieder eine Freude, in diesen Zeiten, in denen man nicht reisen kann, sich virtuell in anderen Landstrichen und Gesellschaften zu bewegen. Weiterlesen

Madelyne Meyer: Endlich Wein verstehen

Das Buch sieht aus, als bekäme man eine lustige Mädchengeschichte. Frech, witzig, amourös. Abgebildet ist ein gezeichnetes junges Mädchen auf dem Rücken liegend. Die Beine mit nackten Füssen in die Höhe gestreckt. In der Hand eine Flasche Wein mit Strohhalm. Ist das nun eine lustige Mädchengeschichte, ein amouröser frecher Mädchenroman oder wie der Titel sagt ein Sachbuch, um Wein zu verstehen? Es ist ein Sachbuch. Ein Sachbuch besonderer Art. Einfach. Klar. Ungefiltert. Weiterlesen

Der Atlas für Neugierige, Ian Wright

Ein Atlas nicht nur für Neugierige. Es ist ein Kartenwerk von kuriosen, verrückten und zum Teil völlig unwesentlichen Fakten. Aber falls Sie mal erfahren wollen wie viele Ortsnamen mit mehr als 20 Buchstaben sich auf der Welt befinden und wo, dann gibt Ihnen dieser Atlas Antwort. Auch über Dinge wie die Mündigkeit für heterosexuellen Sex, wo in welcher Form die Todesstrafe noch vollstreckt wird, welche Länder die giftigsten Tiere beherbergen oder über die Schneewahrscheinlichkeit in Europa.

Auf jeden Fall gibt es eine Menge zu entdecken und wer weiß das schon, vielleicht finden Sie genau das, was Sie schon immer mal wissen wollten. Aufgeteilt ist diese Kartografie nach Themenbereichen: Menschen und Bevölkerung; Religion und Politik; Macht; Kultur; Sitten und Bräuche; Freunde und Feinde; Geographie; Geschichte; Nationale Identitäten, Verbrechen und Strafen; Natur und besitzt ein umfangreiches Quellenverzeichnis. Es ist bestimmt eine Geschenk für Menschen, die sich gerne Fakten ansehen und eigentlich schon alles haben.

Ian Wright betreibt die Webseite »Brilliantmaps«, eine der beliebtesten und meistbesuchten Kartographieseiten im Internet. Neben seiner Passion für Landkarten erkundet Ian Wright die Welt auch gerne zu Fuß. Er war der erste Mensch, der 2015 die komplette Londonder U-Bahn-Karte entlanglief. Ian Wright stammt aus Kanada und lebt heute in London.

Der Atlas für Neugierige, Ian Wright, Blanvalet, Bildband-Kartenwerk, Seiten 219, ISBN 978-3-7645-0875-3, Euro 24,00.

 

Film: Gelobt sein Gott, DVD und Bluray

Missbrauch in der Katholischen Kirche. Von allen beleuchtet, in Büchern verfasst und nicht das erste Mal auf eine Filmleinwand gebracht. Warum ist aber dieser Film so besonders? Weil in diesem Film die ehemaligen missbrauchten Kinder nicht als Opfer stigmatisiert werden, sondern mutig kämpfen, um etwas zu bewegen. Weil der Täter nicht leugnet und alles abstreitet, sondern über ihn die schützende Hand der Organisation Kirche  gehalten wird. In diesen Film geht es um die Firma Kirche, die sich vor ihre Pädophilen Geistlichen stellt, ignoriert und aussitzt, obwohl die Taten bekannt und zugegeben waren. Er stellt die strikte, blinde Hierarchie der Kirche in Frage! Auch wenn der Papst versprochen hat alles zu tun, um gegen den Missbrauch anzugehen und den Opfern zu helfen, scheint das bei einigen Bischöfen und Kardinalen noch nicht angekommen zu sein. Weiterlesen

Harald Gilbers: Hungerwinter, Ein Fall für Kommissar Oppenheimer, Band 5

Wir sehen in diesen Tagen Bilder und Filme aus den letzten Tagen des Krieges und dem Elend der nachfolgenden Jahre. Harald Gilbers hat diese Jahre literarisch in einigen Kriminalromanen verarbeitet. Dabei verbreitet er das Gefühl mit uns durch die Ruinen von Berlin zu wandern und Menschen zu begegnen, die entweder auf der Flucht, in Kellerlöchern oder sonst wie auf ihre bloße Existenz reduziert, leben. In seinen Romanen blendet der Autor auch nicht die politischen Hintergründe die es zu dieser Zeit in den verschiedenen Sektoren in Berlin gegeben hat. Die Sowjets versuchen über die Gewerkschaften die Parteien Einfluss zu nehmen. Die Amerikaner versuchen durch eine Charmeoffensive die Herzen der Berliner für sich zu gewinnen. Dabei geht es Ihnen aber darum qualifizierte Menschen für sich an Land zu ziehen um ihre Rüstungsprojekte fortzuführen. Alte Nazis werden dabei gerne genommen. Weiterlesen

Der Luna-Effekt, Lincoln Child

Jeremy Logan ist Experte für unerklärliche Phänomene, doch dieses Mal aus einem ganz anderen Grund in einer einsamen Lodge im Adirondack-Nationalpark. Eigentlich wollte er seine vor Jahren begonnene Monographie beenden, als ihn ein Jugendfreund besucht, der jetzt Ranger in dem Park ist. Er bittet Logan sich zwei mysteriöse Todesfälle anzusehen, die in dem unzugänglichen Park passierten. Es sieht nach Bärenangriffen aus, so zerfetzt, wie die Körper gefunden wurden. Doch die Bissspuren deuten eher auf einen Wolf hin. Dass beide Wanderer bei Vollmond getötet wurden, ist auch nicht gerade hilfreich. Eigentlich will Jeremy sich nicht damit beschäftigen, doch das Wort Werwolf kann der Wissenschaftler nicht im Raum stehen lassen. Denn eines weiß er, Werwölfe gibt es nicht.

Sehr spannender etwas mystischer Thriller, der ganz ausgezeichnet unterhält!

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