Schlagwort: Nachkriegsdeutschland

Thomas Christos: 1965 – Der erste Fall für Thomas Engel

Die 1960er Jahre wurde in der Kriminalliteratur bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dies waren die Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs. Die Jugend war es satt die Regeln des patriarchalischen und Führersystems zu befolgen. Das löste bei der bürgerlichen Mehrheit Deutschlands erhebliche Unruhe aus. Diese war gehorsam gewohnt, bzw. war ihr eingeprügelt worden. Deswegen wurden beispielsweise langhaarige Männer grundlos verprügelt. Die „Negermusik“ schon den Nazis ein Graus, wird versucht zu unterdrücken. Beatles, Rolling Stones sind die Idole der Jugend. Aber die Altnazis sind noch immer an der Macht und setzen diese gnadenlos durch. Der Autor zeichnet hie ein spannendes und genaues Bild dieser Zeit. Weiterlesen

Harald Gilbers: Hungerwinter, Ein Fall für Kommissar Oppenheimer, Band 5

Wir sehen in diesen Tagen Bilder und Filme aus den letzten Tagen des Krieges und dem Elend der nachfolgenden Jahre. Harald Gilbers hat diese Jahre literarisch in einigen Kriminalromanen verarbeitet. Dabei verbreitet er das Gefühl mit uns durch die Ruinen von Berlin zu wandern und Menschen zu begegnen, die entweder auf der Flucht, in Kellerlöchern oder sonst wie auf ihre bloße Existenz reduziert, leben. In seinen Romanen blendet der Autor auch nicht die politischen Hintergründe die es zu dieser Zeit in den verschiedenen Sektoren in Berlin gegeben hat. Die Sowjets versuchen über die Gewerkschaften die Parteien Einfluss zu nehmen. Die Amerikaner versuchen durch eine Charmeoffensive die Herzen der Berliner für sich zu gewinnen. Dabei geht es Ihnen aber darum qualifizierte Menschen für sich an Land zu ziehen um ihre Rüstungsprojekte fortzuführen. Alte Nazis werden dabei gerne genommen. Weiterlesen

Jutta Hajek: Siehst du die Grenzen nicht, können sie dich nicht aufhalten

Eine blinde Familie beweist, dass man jedes Hindernis überwinden kann.Die Geschichte erzählt Jutta Hajek. Da sie Journalistin ist berichtet sie, ohne zu werten. Sie überlässt der Leserschaft der eigenen Vorstellungskraft und der eigenen Lebenserfahrung wie man selbst mit solch einer Situation umgehen würde. Sie erzählt dies ohne Larmoyanz und mitleitstriefende Rührseligkeit die man oft in solchen Büchern findet. Deswegen ist das Buch lesenswert. Es ist die wahre bewegende Geschichte einer blinden Familie, die der lebende Beweis dafür ist, dass man jedes Hindernis im Leben bewältigen kann – mit starkem Willen. Weiterlesen

Frank Goldammer: Juni 53

Es ist nunmehr 30 Jahre her, dass die innerdeutsche Grenze der Vergangenheit angehört. Dabei vergessen wir meistens, dass es bereits im Juni 1953 zu einem Aufstand der Arbeiter und Angestellten der DDR kam. Dieser Aufstand wurde blutig niedergeschlagen und es gab viele Tote. Das ist die Rahmenhandlung in der der fünfte Fall für Max Heller spielt. Wieder wird sein kriminalistisches Gespür auf eine harte Probe gestellt, da es einen Widersacher des Ministeriums für Staatssicherheit gibt. Der Autor Frank Goldammer nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und zeigt mit aller Deutlichkeit, die das damalige Regime mit seinen Bürgern umgegangen ist. Hoch spannende Literatur die auch der jetzigen Generation deutlich machen kann was es heißt in einer Diktatur zu leben. Weiterlesen

Jürgen Heimbach: Offene Wunden

Offene WundenFür historische Kriminalromane die die jüngste Bundesdeutsche Vergangenheit intensiv beleuchten ist Jürgen Heimbach bestens bekannt. Jetzt legt er den dritten Fall „Offene Wunden“ um den Kommissar Paul Koch vor. Heimbach knüpft nahtlos an die beiden Vorgänger an: Wieder schickt er seinen Kommissar Koch auf Verbrecherjagt im Nachkriegsdeutschland, genauer gesagt im Mainz der 1950er Jahre. Doch dieser Fall nimmt eine unerwartete und für Koch persönlich höchst tragische Wende.

 

 

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