Nächte des Zorns, Anna Tell

Mir wurde einmal gesagt, um gute Bücher zu schreiben, braucht man 90% Werkzeug und 10% Talent. Aber ohne das Talent geht es nicht.

Anna Tell hat nicht nur das Werkzeug, denn sie weiß, worüber sie als ehemalige Militärangehörige und Kriminalpolizistin schreibt. Sie hat auch ein ungeheures Talent diese Geschichten zu erzählen. So entsteht aus ihrer Feder nicht nur ein unglaublich spannender, realistischer und schockierender Thriller, ihr Schreibstil ist so gut, dass man unwillkürlich in die Geschichte hineingesogen wird. Anna Tell ist auf jeden Fall ein neuer Stern am Thriller Himmel. Von ihren so lebensechten Protagonisten, der starke und unabhängige Amanda und den Kollegen beim Sondereinsatzkommando, Bill und Tore, werden wir hoffentlich noch sehr viel hören.

Nächte des Zorns ist der zweite Teil der Serie um die Unterhändlerin Amanda Lund. Als Kenner der besten Thriller dürfen Sie diese Serie nicht verpassen.

Fotocopyright: Helén Karlsson

Anna Tell lebt in Stockholm und ist Politologin und Kriminalkommissarin. Sie verfügt über zwanzig Jahre Polizei- und Militärerfahrung und war sowohl in Schweden als auch im Ausland im Einsatz. «Vier Tage in Kabul» ist ihr Debütroman und Auftakt zu einer Reihe um die schwedische Unterhändlerin Amanda Lund.

Kaum ist Amanda nach ihrem Elternurlaub wieder beim Sondereinsatzkommando, wird sie auch bereits mit ihrem Kollegen Tore auf den Balkan geschickt. Ein im Kosovo stationierter Polizeibeamter, Jönsson ist verschwunden und man rechnet mit einer Entführung. Als die beiden in Pristina ankommen, und von dem Kollegen des Verschwundenen Bloom abgeholt werden, merken die beiden sofort, dass etwas in der Angelegenheit nicht stimmt. Nur zögerlich gibt Bloom zu, dass Jönsson in einem Bordell verschwand. Außerdem hat er etliche Handys in seinem Wagen versteckt, und als endlich die Entführer anrufen, geht es um ein vermasseltes Drogengeschäft. Die Lieferanten haben Jönsson und wollen von Bloom das Geld für die Drogen, die an der Grenze konfisziert wurden. Dass Bloom ein durch und durch korrupter Bulle ist und die Lage im Kosovo für seine miesen Geschäfte nutzt, ist jetzt klar. Doch wie kommt der Entführte dort ins Bild? Ist er ein unschuldiges Opfer oder hat er mit Blooms Machenschaften zu tun. Dass irgendetwas mit Jönsson auch nicht koscher, beweist sich, als ihr Kollege Bill die Frau des Entführten aufsucht. Nicht nur hat einer Kameras in deren Garten installieren lassen, in dem Gartenhaus findet Bill auch eine benutztes Kondom und ein abgerissenes Kettchen. Dinge, die nicht zu dem bereits älteren Ehepaar passen. Mehr durch Zufall kommt Amanda im Kosovo den Entführern auf die Schliche, doch als sie zuschlagen will, verpasst sie die Männer nur um ein paar Stunden. Doch Jönsson scheint in Lebensgefahr, sie findet einen Finger, den man ihm erst vor kurzem abgetrennt hat. Als sie endlich einen Plan haben, wie man das Geld übergeben kann, melden sich die Entführer und verabschieden sich mit den Worten: Der Deal ist erfüllt, das Geld bezahlt.   Die Ermittler sind schockiert, denn keiner weiß, wer das Geld zahlte und wo sich Jönsson jetzt befindet. Erst als seine Frau Magdalena ebenfalls verschwindet, erhalten sie eine dubiose Information, dass Jönsson mittlerweile wieder in Schweden sein könnte.

Großartig inszenierter Thriller mit sehr realem Background.

Nächte des Zorns, Anna Tell, Rowohlt Polaris, Broschiert, Seiten 347, ISBN 978-3-499-27385-8, Euro 16,00 Euro. Auch als Kindle und MP3 erhältlich.

 

 

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