Alle Artikel von Elke Rossmann

Traumland, Adam Soboczynski

Vielleicht kennen Sie das auch, wenn ich ein Sachbuch oder ein politisches Buch, manchmal sogar eine Satire lese, dann arbeite ich mit diesen kleinen bunten Klebezetteln. Sinn und Zweck dieser ist, sich Sätze oder Stellen zu markieren, die erwähnenswert oder einfach gut sind. Besonders wichtig, wenn man eine Rezension schreiben möchte. Bei Adam Soboczynskis Traumland verbrauchte ich eine ganze Menge der Klebezettel. Wenigstens eine Stelle werde ich am Ende der Besprechung einfach mal zitieren, damit Sie, liebe Leser, wissen, was ich meine.

Traumland ist eine liebevolle, witzige, manchmal wahrscheinlich mit Absicht klischeehafte und sehr kluge Beobachtung seine Wahlheimat Deutschland. Die vierköpfige Familie Soboczynski zieht von Polen nach Deutschland. Fort von einem noch umkämpften Erhalt des Kommunismus, der jedoch stetig mehr in sich zusammenfällt. Adam ist sechs Jahre, als er im idyllisch, bürgerlichen Koblenz ankommt. Die Erzählungen beginnen mit seiner Kindheit, den Studienjahren im biederen Bonn bis zu den wilderen Jahren in Berlin, wo er sich als Journalist etablieren kann. Er blickt nach Moskau, über den großen Teich zum Populisten Trump, aber auch in die kleinen mannigfach gelebten Universen in Berlin.

Seine scharfen Beobachtungen über den Osten und den Westen sind, wenn es um die Menschen geht, witzig, klug und liebenswert. Was die politischen Systeme und ihre Vertreter angeht eher klar und kompromisslos. Er zeichnet ein Bild über die Veränderung der Gesellschaft, über Demokratie und die wundersame, satte und friedliche Zeit, die wir in den letzten vierzig Jahren erleben durften. Der Autor identifiziert sich selbst mit den ewig kritisierenden Deutschen, der sein Land zu bieder und unerträglich findet. Aber die Freude an der Freiheit so etwas öffentlich äußern zu dürfen, sieht er als eine Errungenschaft, der besten aller möglichen Welten in der wir leben dürfen, dem Traumschloss Deutschland.

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Wisteria, Adalyn Grace, dritter und letzter Teil der Trilogie um die Liebe des Todes

Die Trilogie über die Liebes des Todes, des Schicksals, des Lebens und einer Schnitterin geht zu Ende. Ich trenne mich davon nicht so wehmütig wie von der Twilight-Saga, die ja dieses Jahr mit Film 6 ins Kino kommt.

Auch fühlte sich das dritte Buch, das doch eher der Liebe des Schicksals und Blythe gewidmet ist, am Ende ein bisschen nach Deus ex Machina an. Denn aus dem Hut gezaubert wird eine rachsüchtigen Rothaarigen, die kurzerhand das Chaos darstellt. Wie ich es schon bei den ersten beiden Büchern erwähnte, ist es ein nettes Märchen für junge Leute, vorwiegend romantisch veranlagten jungen Frauen. So kann man es lesen und auch die nach Haufrauenerotik anmutenden Erotikszenen akzeptieren. Das Schönste am letzten Band ist wohl der Einband. Aber wenn man eine Trilogie angefangen hat, will man auch wissen, wie es zu Ende geht. Es hätte am Ende etwas besser sein können, es hinterlässt den Eindruck, auch Adalyn Grace war irgendwie froh, das letzte Kapitel zuzuklappen. Etwas zu banal, wie man den Tod mit seiner Liebe und das Schicksal mit seiner Herzensfrau dann von der Bühne abgehen lässt.

Aber urteilen Sie selbst, ob die Figuren Sie weiter begleiten oder wieder in der Versenkung verschwinden. Auf jedenfalls bleiben drei wunderschön bedruckte Bücher zurück, allein deren Anblick einen erfreut!

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Geht so, Beatriz Serrano

In ihrer Danksagung zitiert die Autorin, Beatriz Serrano, einer ihrer Freundinnen. Manu sagt zu dem Roman: »Das hier ist echt geile Scheiße« Sagen wir mal so, wenn ich dreißig Jahre jünger wäre, würde ich das wohl auch sagen. Denn eines ist die Geschichte bestimmt: Völlig abgedreht.

Im Endeffekt wird über das Leben einer jungen, aber bereits völlig depressiven Frau berichtet, die sich nur mit Beruhigungspillen, Alkohol oder Joints über Wasser hält. Außerdem ist sie Internet, in ihrem Fall Youtube süchtig. Der morgendliche Gang ins Büro wird zur Sisyphos-Arbeit. Die Meetings in der Werbeagentur zum Alien-Treff und immer ist sie die außenstehende Beobachterin. Sie hangelt sich durch, träumt von einem Wegeunfall, sodass sie nie wieder arbeiten muss. Aber ein Tag reiht sich an den anderen und nur ihre Wochenenden geben Erlösung. Bis zu dem Wochenende, an dem ein Betriebs- und Motivationsausflug geplant ist. Mit genug Drogen, um das zu überstehen, sitzt Marisa im Bus. Umzingelt von ihren Zombie-Kollegen heißt es dann nur, es geht ums Überleben.

Der Roman ist natürlich nicht nur spritzig und komisch, denn man darf nicht vergessen er beschreibt einen Burn-out, eine Angststörung und verdammt viel Einsamkeit. Jedoch nimmt die Geschichte am Ende eine derart lustige Wendung, dass man bei der Protagonistin sogar den Verlust von drei Fingern akzeptiert.

Eine neue junge Geschichte einer Autorin, die weiß wovon sie spricht oder eine exzellente Beobachterin ist. Weiterlesen

Woran ich lieber nicht denke, Jente Posthuma

Erst einmal muss man sich an den Stil des Romans gewöhnen. Kurze Kapitel, die sprunghaft und von Gedanken, Situationen, manchmal Gesprächen oder Erinnerungen geprägt sind. Als Leser heißt es erst einmal, orientiere dich. Und hat man begonnen zu verstehen, ist kaum im Text angekommen, endet das Kapitel schon wieder. Auch die Gefühle, die sich hauptsächlich mit ihrem Bruder auseinandersetzten, sind sprunghaft und sehr ambivalent. Ich liebe dich, liebe ich dich? Du bist mir nah, du bist wie ich, eigentlich kennen wir uns nicht, so fremd bist du mir. Dennoch geht es um zwei Menschen, die immer zusammen waren, dabei so selbstverständlich, wie man sich selbst nahe ist. Und all diese zum Teil verstörenden Gefühle gehen nicht nur von der überlebenden Schwester aus. Eigentlich wir hier von der Tiefen Trauer des Bruders berichtet, der sein emotionales Leben nie in den Griff bekam und daher den für ihn einzig möglichen Schritt machte. Ein Schritt, der seine Seelenverwandte, sein Zwillingsschwester zurückließ.

Was wie ein zerstückeltes Tagebuch anmutet, versucht ein Gefühl der Leere wieder zu begraben, welches aufreißt, wenn ein geliebter Mensch in den Freitod geht. Jente Posthumas Stil ist jung, spritzig und für eine bereits fünfzigjährige Autorin erstaunlich konventionslos. Es ist ein Buch, das man schnell lesen kann, weil es einen verleitet noch ein Kapitel und noch ein Kapitel anzugehen, doch auch ein Buch, das einem am Ende nur schwer entlässt. Definitiv eine Leseempfehlung! Weiterlesen

Haus der Geister, Frank Goldammer

Für mich ist es mein erster Goldammer Krimi. Aber mein Kollege Stephan Schwammel hat alle Romane der Max Heller Serie besprochen. Auch hatten wir auf der Frankfurter Buchmesse ein schönes Interview mit diesem so durch und durch sympathischen und geerdeten Autor gemacht.

In seiner neuen Serie ist Gustav Heller, Max Großvater, Rittmeister, Kriminalrat und die Romane spielen noch vor dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1881. Noch reitet man als Kriminaler auf seinem Pferd durch das nächtliche Dresden. Noch sind Séancen eine Art gesellschaftliche Unterhaltung, ein Prickeln, das man sich in gehobenen Kreisen gönnt. Denn Geistererscheinungen sorgen für einen unterhaltsamen Abend. Wenn jedoch bei solchen Gruselabenden Gäste einen Herzinfarkt bekommen oder sich noch in der gleichen Nacht in besagte Villa erhängen, dann wird es ein Fall für die Königlich-Sächsische Polizei. Ausgerechnet Kriminalrat Heller, der durch und durch Realist ist und an all solchen Hokuspokus nicht glaubt, soll den Fall aufklären. Kurzerhand nimmt er selbst an einer dieser Séancen teil, und Glaube hin oder her, ein Geist gibt ihm den entscheidenden Hinweis.

So genial die Max Heller Serie ist, so brillant ist auch die Serie um Gustav Heller die im neunzehnten Jahrhundert spielt. Frank Goldammer trifft nicht nur den Ton der Zeit, er erschafft auch wieder einen sympathischen Polizisten mit Ecken und Kanten. Es macht einfach Spaß zusammen mit Gustav Heller zu ermitteln. Weiterlesen

Zwei Leben in Deutschland, Hans Rosenthal, Autobiografie

Ich gehöre noch zu der Generation, die Samstagabend als Kind mit meiner Oma vor dem Fernseher ›Dalli Dalli‹ gesehen haben. Und wenn immer die Kandidaten besonders gut waren, sprang der kleine sympathische Showmaster in die Luft und rief: Das war spitze! Die Zeiten der Spiel- und bunten Unterhaltungsshows sind lange vorbei, ihre Stars sind gestorben, genau wie meine Oma.

Zum hundertsten Geburtstag von Hans Rosenthal, der leider schon 1987 verstarb, brachte der Quadriga Verlag seine 1980 erschienene Autobiografie erneut heraus. Da war es ein Muss für mich, über die zwei Leben des Entertainers und der noch so viel mehr war, zu lesen. Und es hat mich umgehauen, denn ich wusste bis dato nichts von dem anderen Leben, das Hansi, wie er genannt wurde, in Deutschland hatte. Hans Rosenthal war als jüdischer Junge und Jugendlicher bitter von den Schergen der Nationalsozialisten verfolgt worden. Er war jedoch immer zur rechten Zeit nicht am falschen Ort gewesen und entging so mindestens drei Mal der Deportation in ein Konzentrationslager. Aber es war wahrscheinlich nicht nur pures Glück. Durch seine flinke und fröhliche Art, durch die dem späteren Showmaster ebenfalls die Herzen zuflogen, fanden sich immer wieder Menschen, die ihn versteckten und ihre kargen Lebensmittel mit dem jüdischen Jungen teilten. So blieb Hansi am Leben, während sein zehnjähriger kleiner Bruder die Todesreise in ein Lager antreten musste.

Eine sehr bewegende Autobiografie, über die Zerstörung einer Familie, Schicksalsschläge und den Nazi-Terror an den Juden. Aber auch über den starken Lebenswillen, der Hans Rosenthal in der damaligen Ostzone erst beim Berliner Rundfunk prägte und später bei Rias Berlin,  der von den Amerikaner gegründet wurden, erfolgreich werden ließ. Die Geschichte eines Menschen, für den Aufgeben selbst in den schlimmsten Zeiten keine Alternative war.

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Briefe von morgen, die wir gern gestern schon gelesen hätten, Timur Vermes

Ach, wenn es nur nicht so ein realistisches Orakeln wäre, dass Timur Vermes uns in seinen Briefen von morgen präsentiert. Es ist pure Satire, die beißt und brennt, vor allem, wenn die Zeiten genau in diese Richtung zeigen. Als Erstes wird uns ein Brief an den neuen Bundeskanzler Herrn Merz präsentiert, den er aber erst zur nächsten Wahl lesen soll, wenn Herr Merz schon lange aus dem politischen Geschäft gedrängt wurde und er der AFD die Wege zur Macht geebnet hat. Das ist allerdings so bitter, dass mir der Lacher im Hals stecken blieb. Ganz anders der Brief einer Dame an ihre Versicherung, mit der Bitte die Kosten für einen zerschlagenen Pflegeroboter zu übernehmen. Auf dem Weg zu Vernichtung dieses Teils kann man wirklich in sich hineinkichern. Gut gefallen hat mir auch ein Brief von besorgten Eltern an die Direktorin eines Gymnasiums. Klein Meghan aus der 4b, wird nämlich ständig benachteiligt. Oder man füllt das Formular BBbyDesin aus, um sein Wunschkind schon vor der Geburt zu kreieren.

Ein genialer Querschnitt von KI über Politik, die Unterhaltungsindustrie und auch die Religion bekommt ihr Fett ab. Manchmal bleibt einem die Luft weg, denn einiges ist mehr als vorstellbar. Dennoch nennt man so etwas noch gute Satire. Nur schade, dass kein Brief in die USA verschickt wurde, doch wahrscheinlich kamen dem Autor bei dem Gedanken selbst die Tränen. Sehr lesenswert, wenn Sie den Zeitgeist mit Humor nehmen können.

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Das ist Glück, Niall Williams

Dies Buch ist wie ein kleiner, gemütlicher und liebenswürdiger Kurzurlaub im letzten Winkel von Irland. Das Dörfchen Faha dürfen wir, wie unsichtbare Voyeure kennenlernen. Es ist Noes Erzählung, die uns Leser mitten in dieses Idyll katapultiert. Noe noch keine zwanzig Jahre alt verbringt einige Zeit in den siebziger Jahren dort bei seinen Großeltern. Der Tod seiner geliebten Mutter hatte ihn nach der Schule ins Priesteramt getrieben. Doch plötzlich ging ihm der Glaube verloren und er muss sich eine Auszeit nehmen, um alles zu überdenken. Obwohl Ganga, der Großvater und Doady, seine Oma, jeden Sonntag wie alle Bewohner Fahas in die Kirche gehen, machen die beiden dem Jungen keinen Druck. Sie setzten eher auf Zeit und das ihr Noe schon die richtige Lösung findet. Außerdem ist es das Jahrzehnt, in dem endlich die Elektrizität auch die letzten Dörfer Irlands erreichen soll. Mit den Masten und Bauarbeitern kommt auch Christy. Ein welterfahrener, älterer Mann, der für das Stromunternehmen arbeitet. Er richtet sich zur Untermiete bei Noes Großeltern ein. Und mit diesem Mann kommt nicht nur eine ganz neue Welt zu Noe, er lernt die Liebe kennen und versteht zum ersten Mal, was Glück bedeutet. Und dass es etwas Magisches ist, das mit Christy ins Dorf kommt, merkt jeder einzelne seiner Dorfbewohner. Denn es hört plötzlich auf zu regnen!

Es ist eine Geschichte die zu Herzen geht, die innere Uhr etwas langsamer ticken lässt und sich voller Humor und Liebenswürdigkeit einem an die Seele schmiegt. Eine Geschichte die nicht viel berichtet, nur das Wichtigste, was man im Leben erfahren kann. Sie sollten dieses Buch nicht verpassen. So verzückt von einem Buch war ich das letzte Mal bei der Bücherdiebin von Markus Zusak. Weiterlesen

Graphic Novel: Thomas Mann 1949

Am 6. Juni 2025 würde Thomas Mann 150 Jahre alt werden. Er war einer der größten deutschen Autoren des Zwanzigsten Jahrhunderts und erhielt 1929 für sein Werk ›Die Buddenbrooks‹ den Literaturnobelpreis. Aber bereits 1933 nach Machtergreifung der Nationalsozialisten musste er während einer Reise emigrieren. Nach verschiedenen Zwischenstationen kam Thomas Mann mit seiner Familie, noch bevor die Nazis ihn in Schutzhaft nehmen konnten in die USA. 1949 kehrt Thomas Mann für eine Reise und um den Goethe Preis entgegen zu nehmen, ins zerbombte Nachkriegsdeutschland zurück. Diese Reise durch Deutschland und nicht durch Zonen, wie Thomas Mann es nannte, ist in dieser Graphic Novel sehr beeindruckend beschrieben. Denn die Illustrationen sowie der Text erfassen den richtigen Ton, wie auch die Stimmung. Denn man weiß aus Manns Tagebucheinträgen und den Reiseberichten, dass es für ihn und seine Frau Katia keine einfache Reise war. Ich habe mich gefragt, was würde Thomas Mann wohl über das heutige Deutschland aber auch über die heutige USA denken?

Die Graphic Novel ist sehr gelungen, sowohl die künstlerische Gestaltung als auch die Texte. Und zum 150 Geburtstag eine Ehrung an den großen deutschen Schriftsteller als auch eine Mahnung die dunkelsten Jahre Deutschlands nie wieder heraufzubeschwören.

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Kohle, Stahl und Mord, Das 13. Opfer, Elin Akay und Jana Fäller ermitteln

Ich glaube nicht, dass man wie ich aus dem Pott sein muss, um diese, Krimi zu lieben. Klar hilft es aus Castrop-Rauxel zu kommen, wo mein Oppa nach dem Krieg noch auf Zeche Viktor Kumpel war. Wo ich als Sechsjährige morgens sauber und adrett zu Frau Kuptschicks Laden ging und gegen Mittag dreckig war vom Ruß ausse Schlote. Klar, wenn man das kennt, ist man in dem Roman Kohle, Stahl und Mord vom ersten Satz an zu Hause, auch wenn ich mehr als fünfzig Jahre von Zuhause fort bin.

Dennoch liebe Leser lassen Sie sich fangen in einer Atmosphäre aus Kohle, Staub und Freundschaft. Es geht um die Grube, um Kumpels, um Ruhrpott Kneipen, um die Vergangenheit und den Zusammenhalt der Kumpels im Berg vor vierunddreißig Jahren. Es geht um ein Unglück, bei dem zwölf Männer der Zeche Ludwig in Essen ihr Leben verloren aber nie gefunden wurden. Das wandernde Dutzend genannt. Als der alte Steiger Werner wieder auf Ludwig einfährt, geht es nur um eine Überprüfung der Elektrik, damit das zukünftige Bergbaumuseum auf Sohle sieben in tausend Meter Tiefe endlich gebaut werden kann. Der junge Mann an seiner Seite ist ein Frischling und weiß nicht, dass Werner einer der Überlebenden des damaligen Unglücks ist. Kaum sind sie unten, bebt der Berg. Wassereinbruch und das Leben hängt am seidenen Faden. Der Berg ist gnädig zu den beiden, doch spült Leichen auf die Sohle sieben. Die Knochen des wandernden Dutzends wurden endlich freigegeben, doch der Schädel, der vor Werner liegt, ist Nummer dreizehn und hat ein Einschussloch.

Eine tolle Story, mit viel Hintergrund über die Zechen, die Kumpel und den Kohleabbau. Woran ich mich als Kind erinnere, ist alles haargenau getroffen, als wäre es gestern passiert. Dazu kommt eine spannende Ermittlung, die sowohl in der Gegenwart spielt als auch ergreifende Rückblicke auf die jungen Bergmänner und ihre Familien preisgibt. Gelungen, spannend, aktuell und mit Protagonisten, die man einfach lieben muss. Das nenne ich einen richtig guten Regio-Krimi! Weiterlesen