
Streiten ist wichtig für Kinder, denn nur so erfahren sie, wie schön Versöhnung ist. Und dass man manchmal auch ›Entschuldigung‹ sagen muss, um Freunde zu gewinnen und zu behalten. Ruppi der kleine Rüpelfisch ist auch so ein Kerlchen, der alle immer ärgert und neckt, doch nicht merkt, wenn er es übertreibt. Und bevor er sich versieht, ist er alleine und keiner will mehr etwas mit ihm zu tun haben. Da ist guter Rat teuer.
Wie Ruppi dann ein großes Abenteuer besteht und dabei versteht, dass Freundlichkeit mehr erreicht als ein Rüpel zu sein, genau davon handelt dieses hinreißend von Simone Leiss-Bohn illustrierte Kinderbuch. Man merkt auch sofort, das Rouven Stenneken, der Autor, als Gruppenleiter in einem Kindergarten täglich eine Menge Erfahrung mit den Interaktionen von Kindern macht. Seine Geschichte in Versform, fast wie ein Lied, lässt Kinder ungezwungen und spielerisch die Schönheit von Freundschaft erfahren. Und apropos Lied, wenn man den QR-Code auf dem Buch scannt, kommt man zu Lübbe Audio. Dort wird einem das Buch von Moritz Pliqet vorgelesen. Ganz nebenbei eine wunderbare Stimme für dieses Kinderbuch und zusätzlich gibt es acht tolle Songs über das Meer, die Fische und Abenteuer. Die sind im Übrigen auch von Rouven Stenneken geschrieben, der als Bassgitarrist einer Rockband diese coolen Kindersongs komponiert hat und selbst singt.
Ich würde mal sagen, da wird einem Kind richtig viel geboten, denn es ist ein echt niedliches, doch peppig illustriertes Kinderbuch mit Vorlesefunktion und auch noch acht tollen Liedern. Und weil die Lieder von der Melodie und den Texten derart kindgerecht sind, werden die Kleinen bald acht neue Lieblingslieder haben, die sie rauf- und runtersingen. Viel Spaß mit diesem tollen Kinderbuch!
Eine Buchbesprechung von Lutz Reigber:




Definitiv hinterlässt das Buch etwas beim Leser und man denkt doch noch einmal darüber nach, obwohl man es eigentlich nicht möchte. Es ist kein leichter Stoff, sondern die Geschichte von vier Menschen, die ein völlig unerfülltes und belangloses Leben führen mussten. Zwei von ihnen, weil sie schwule Männer sind und das in China der Achtziger nicht nur ein Tabu ist, sondern tödliche Folgen haben kann. Und zwei Frauen, die als Ehefrauen der sogenannten Sissys ein Leben in Kauf nehmen mussten, das voller verletztem Stolz, schlechtem Gewissen und unerfüllter Liebe ist. Selbst, als sie nach Amerika immigrieren, ändert sich nichts daran. Erst am Ende ihres verbrauchten Lebens stellen die beiden Frauen sich ihren Lebenslügen, eine zerbricht daran, die andere findet einen eigenartigen Frieden.
Der zweite Roman um die Wendlandermittlerin Carla Seidel ist für meinen Geschmack besser gelungen, denn er wirkt wesentlich realistischer, als sein Vorgänger. Während einer großen Gesellschaftsjagd wird einer der Gäste mit mehreren Messerstichen brutal ermordet. Die Gastgeber, Familie von Boennings entspricht so ganz dem Klischee von Landadel. Mächtig, reich, anmaßend und anscheinend jede Menge Leichen im Keller. Jedoch lässt sich die Kriminalbeamtin der Polizeistation Dannenberg nicht so schnell einschüchtern. Auch wenn jemand die Frechheit hat, es als Jagdunfall zu bezeichnen, war es definitiv Mord, und zwar eine geplante Tat. Denn der abgebrühte Mörder sah dem Opfer beim langsamen Sterben zu. Als es weitere Tote gibt, stellt sich langsam die Frage, warum man ausgerechnet diese Menschen tötete. Denn die Oper, Gäste von auswärts, sind vor langer Zeit zusammen als Kinder und Jugendliche im Wendland groß geworden.