Schlagwort: Geschwisterliebe

Ben Mantle, „Der allertollste Bruder der Welt“ , Bruderliebe mit Stolpersteinen, für Kinder ab 4 Jahre

Wenn man als reiferer Mensch nicht unbedingt die Erziehungsverantwortung für Kinder hat, macht es Freude, kleine Kinder zu beobachten und zu sehen, wie sie miteinander umgehen. Dass die Kleineren die größeren Geschwister nachahmen ist logisch und somit lernen sie voneinander, ohne dass die Eltern eingreifen.

Bei uns gegenüber ist ein junges Pärchen mit zwei kleinen Kindern eingezogen. Da wir in einer Spielstraße wohnen, spielt sich das Leben bei uns vor der Haustür ab und wir dürfen an dem Aufwachsen der beiden Mädchen (5 Jahre und 3 Jahre) teilhaben. Da die Fünfjährige sehr geschickt ist, hat sie früh Fahrradfahren ohne Stützräder gelernt. Die Kleine kam natürlich auch gleich und sagte: „ICH AUCH!“. Macht die große Schwester ein Puzzle, kommt die Kleine mit ihrem: „ICH AUCH!“ Wenn das dann der der älteren Schwester zu viel wird oder sie sich nur gestört fühlt, lehnt sie ihre Schwester mit dem üblichen Geschrei ab. Zuletzt passierte es dann, dass die Kleine zum Puzzle dazu gestoßen ist und gleich von Anfang an meinte: „NUR GUCKEN!“ Genau solche Situationen hat Ben Mantle in diesem Buch, „Der allertollste Bruder“, verständlich dargestellt und sehr anschaulich selbst illustriert.

Weiterlesen

Woran ich lieber nicht denke, Jente Posthuma

Erst einmal muss man sich an den Stil des Romans gewöhnen. Kurze Kapitel, die sprunghaft und von Gedanken, Situationen, manchmal Gesprächen oder Erinnerungen geprägt sind. Als Leser heißt es erst einmal, orientiere dich. Und hat man begonnen zu verstehen, ist kaum im Text angekommen, endet das Kapitel schon wieder. Auch die Gefühle, die sich hauptsächlich mit ihrem Bruder auseinandersetzten, sind sprunghaft und sehr ambivalent. Ich liebe dich, liebe ich dich? Du bist mir nah, du bist wie ich, eigentlich kennen wir uns nicht, so fremd bist du mir. Dennoch geht es um zwei Menschen, die immer zusammen waren, dabei so selbstverständlich, wie man sich selbst nahe ist. Und all diese zum Teil verstörenden Gefühle gehen nicht nur von der überlebenden Schwester aus. Eigentlich wir hier von der Tiefen Trauer des Bruders berichtet, der sein emotionales Leben nie in den Griff bekam und daher den für ihn einzig möglichen Schritt machte. Ein Schritt, der seine Seelenverwandte, sein Zwillingsschwester zurückließ.

Was wie ein zerstückeltes Tagebuch anmutet, versucht ein Gefühl der Leere wieder zu begraben, welches aufreißt, wenn ein geliebter Mensch in den Freitod geht. Jente Posthumas Stil ist jung, spritzig und für eine bereits fünfzigjährige Autorin erstaunlich konventionslos. Es ist ein Buch, das man schnell lesen kann, weil es einen verleitet noch ein Kapitel und noch ein Kapitel anzugehen, doch auch ein Buch, das einem am Ende nur schwer entlässt. Definitiv eine Leseempfehlung! Weiterlesen

Nichts weniger als ein Wunder, Markus Zusak

Nichts weniger als ein Wunder ist tief und berührend, wie es schon die Bücherdiebin war. Die Geschichte einer Familie, die durch Tod und Trauer zerbricht und von denen nur fünf Brüder übrig bleiben. Einer von ihnen ist Clay, der beschließ für sich, seinen Vater und seiner Brüder eine Brücke zu bauen. Eine Brücke, die die Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpft und die Trauer der Familie heilen soll. Auch wenn es ihm nur schwer gelingt, diese Brücke zu bauen, so wird allein der Vorsatz es zu tun, jeden seiner Brüder berühren und für immer verändern.

Sprachgewaltig, traurig, wunderschön und hoffnungsvoll, eben Zusak!

Weiterlesen