
Was für ein Buch! Es zeichnet sich durch Klugheit, Sarkasmus, Witz und den Mut aus, unverblümt zu sagen, was man denkt! Und diese Gedanken sind verdammt logisch und durch zwölf Seiten Quellenangaben zur Recherche untermauert. Klar, das ist auch kein Wunder, Herr Ebert ist ein Physiker und diese Spezies von Mensch braucht Fakten. Das Buch ist ein Rundumschlag durch die deutsche Gesellschaft und wer sich die Überschriften der Kapitel so ansieht, weiß bereits, worum es geht. Überschriften wie »Vom Durchblick zum Irrsinn«, »Von der analogen Rebellion zur digitalen Angepasstheit« und »Wer denken will, muss fühlen« sprechen schon für sich selbst. Eines ist das Buch von Herrn Ebert nicht, es entspricht bestimmt nicht dem Zeitgeist und wird vielen Moralaposteln nicht gefallen. Aber das sagte der Autor ja selbst, dass sein Buch hoffentlich nicht jedem gefällt. Und das wird es nicht, denn der eine oder andere, der verlernt hat, was Ironie, Sarkasmus, Zynismus oder auch was Humor bedeutet, wird bestimmt völlig beleidigt die Nase rümpfen.
Ich, lieber Herr Ebert, habe mich köstlich amüsiert. Hurra, es lebe die Satire, und Sie haben recht, auch wenn sie nicht politisch korrekt ist, sollte dies nie die Freiheit in der Kunst beschränken.
Ferdinand von Schirachs Gedanken, in seiner neuen Kurzgeschichtensammlung, »Der stille Freund« ähneln dem Buch, »Kaffee und Zigaretten«. Dieses Mal jedoch eher subtiler und, wie es mir scheint, persönlicher. Er spricht zum Beispiel über den Tod mit der Stimme einer totkranken Freundin, was ich an der Stelle zitieren möchte: Den Tod darf man nicht zu ernst nehmen. Wenn man verzweifelt ist, stirbt man. Wenn man nicht verzweifelt ist, stirbt man. Besser also, man ist nicht verzweifelt. Oder er führt den Lesern, in seiner kleinen Erzählung über seinen stillen Freund Massimo, die Unfähigkeit der Menschheit vor Augen, aus Geschichte und Erfahrung irgendetwas lernen zu können. Handfester wird dann schon die Geschichte, »Wirklichkeit und Wahrheit«. Vom Stil her eher eine Zusammenfassung von Ereignissen zum Terroranschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 auf israelische Zivilisten. Es geht um die Geiseln, die auf abscheulichste Art und Weise den Tod fanden, während in den westlichen Ländern Menschen über den Terroranschlag jubelten und kurz danach in London 100 000 Demonstranten für die Palästinenser auf die Straße gingen. Wenn man sich die ethische oder philosophische Definition von Wahrheit und Wirklichkeit ansieht, ist diese in unserer Zeit wirklich in Auflösung begriffen, und das, durch die Macht der sozialen Medien. Alles in allem steht wie immer der Mensch im Mittelpunkt der Geschichten. In all seiner Größe, seiner Niedertracht, seinem Mut, seiner Unsicherheit und auch seinem Genie und dessen Teufel und Gott.






Hörbe ist ein Hutzelmann und für einen Hutzelmann hat er nicht nur einen besonders großen Hut, er ist auch abenteuerlustig. Denn anstatt seine Preiselbeeren für den Winter einzukochen, beschließt er kurzerhand, an diesem schönen Tag zu wandern. Die anderen Hutzelmänner schütteln nur den Kopf, denn sie haben den Siebengiebel-Wald nie verlassen. Man weiß ja, dass ein Ungeheuer, der Plampatsch drüben in den Worlitzer Wäldern lebt. Und wie es das Abenteuer so will, landet Hörbe gerade dort. Wobei »landen« das falsche Wort ist, er wird aus den reißenden Fluten des Flusses gerettet. Von einer komischen Kreatur, etwas der Plampatsch?