Alle Artikel von Elke Rossmann

Chemische Elemente, Memo Wissen, Kindersachbuch ab 8 Jahren

Obwohl ich recht gut war in Chemie, war das Periodensystem mit seinen damals nur 106 Elementen eine echte Herausforderung. Man muss sich das mal vorstellen: Wir haben damals die Gruppen und Perioden noch auswendig gelernt. Ist dadurch viel hängen geblieben? Nicht wirklich! Auch hatten wir damals noch nicht das Verständnis der quantenmechanischen Auswirkungen auf unser statisches Atommodell und die kinetische Wirkung der Elektronen. Aber dadurch ist das Periodensystem mit den Jahren eigentlich noch komplizierter geworden.

Als ich mir den Memo-Wissensband „Chemische Elemente“ durchlas, bekam ich noch mal eine ganz andere Sicht auf diese spannenden Dinge. Dieses Sachbuch weckt regelrecht das Interesse an den Elementen, ihrer Nutzung, ihrem Vorkommen, ihren Entdeckern und Entdeckerinnen, und endlich kann man sich diese Elemente auf den Fotos ansehen. Denn die meisten wurden im Labor mittlerweile hergestellt. Solch einen schönen Helfer hätte auch ich damals in der Schule gebrauchen können. Dann hätten wir unseren Chemielehrer wahrscheinlich nicht mit dem 1976 vom Spielzeughersteller Mattel auf den Markt gebrachten grünen Slime in den Wahnsinn getrieben. Denn in dem Buch „Chemische Elemente“ hätten wir erfahren, dass der gummiartige Spielschleim nicht nur wie eine zähe Flüssigkeit durch die Finger fließt und sich beim Zusammendrücken wie ein Feststoff verhält, sondern auch, dass er vom Element Bor abstammt. Das erste Element in der zweiten Periode und dreizehnten Gruppe. Borax ist eine Verbindung von Sauerstoff und Natrium und ist ein anderer Name für Slime in der kleinen grünen Plastikmülltonne. Dieses Spielzeug hatte ja gerade wieder eine Renaissance und einige von Ihnen erinnern sich bestimmt daran.

Chemie wird mit diesem bunten Sachbuch, den vielen Bildern, Grafiken und Modellen zu einem spannenden Abenteuer und definitiv etwas, mit dem sich jedes Kind gerne beschäftigt. Auch ich blättere immer mal wieder in dem Bildband und bin erstaunt, mit wie vielen der Elemente ich tagtäglich zu tun habe. Ein absolut kindgerechtes Sachbuch, das interessant, lehrreich, spannend und herausfordernd ist. Machen Sie Chemie für ihr Kind etwas einfacher mit diesem Sachbuch. Denn so kann Lernen zum Abenteuer und Hobby werden und das Preis-Leistungs-Verhältnis von 13,00 Euro ist unschlagbar.

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Cold Cases, meine spannendsten Fälle als Mordermittler, Helmut Eigner

True Crime hat eine fast morbide Anziehung auf uns Menschen, und zwar für Personen aller Couleur und auch jeden Alters. Und es ist kein Phänomen, das mit CSI, New York, Las Vegas oder Miami in die Freizeitunterhaltung Einzug hielt. Bereits meine Oma saß beim Gläschen Kellergeister schon 1968 vor dem Fernsehen und sah sich Zimmermanns Aktenzeichen XY – ungelöst an. Als ich dann alt genug war, durfte ich auch mitschauen. Was dieses Buch gerade so spannend macht und sich von den vielen anderen Sachbüchern zu dem Thema unterscheidet, ist die Zeitspanne, von der Helmut Eigener redet. Es geht um Fälle, die in den Jahren von 1962 bis 2014 stattfanden und in denen er als Cold Case-Ermittler arbeitete. Nicht jeder Fall konnte gelöst werden, auch wenn er mehr als einmal aufgerollt wurde. Manche scheiterten trotz genügend Indizien an juristischen Fragen und in manchen der Fälle war der Mörder bereits verstorben. Manche Taten konnten aufgeklärt werden und den noch überlebenden Angehörigen konnte durch die Verhaftung des Täters endlich ein Abschluss gewährt werden. Anhand der beschriebenen Fälle und ihres Alters erklärt Helmut Eigner sehr anschaulich, wie sich die Forensik, die juristischen Verfahren und besonders durch den Einzug des Internets und der sozialen Netzwerke, sich die Ermittlungen der Kriminalbeamten und Kriminalbeamtinnen grundlegend verändert haben.

Ein sehr spannender Querschnitt durch alte und neuere Fälle, über die mit Würde und Respekt berichtet wird und die sich nie in reißerischen Floskeln verlieren. Wenn Sie neben Ihren geliebten Krimis mal etwas aus der realen Welt in puncto Verbrechen der letzten sechzig Jahre lesen wollen, dann sind Sie bei Helmut Eigners Buch absolut richtig.

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Dirty Bistro, Max Strohe, das Debüt-Kochbuch des Spitzengastronoms

Dieses Kochbuch war für mich eine echte Herausforderung, und die bestand darin, es überhaupt erst aufzuschlagen. Hat man den ersten Schritt jedoch gemacht, ist man im Traumland des Genusses. Die Rezepte sind allein nur beim Lesen eine Freude und man möchte alles unbedingt probieren. Man versteht sofort, was der Koch meint, wenn er sagt: Genuss ist, wenn man sich selbst nicht mehr hört. Wenn man plötzlich mal kurz weg ist, sich verliert und verändert wiederkommt. Und beim Lesen und Betrachten der Rezepte schlemmt man schon mal auf platonischer Ebene. In dieser Hinsicht gebe ich diesem Kochbuch zehn von zehn Sternen und drei Sonderfunkel. Aber – und natürlich kommt ein Aber, wenn man meinen ersten Satz liest: Ich frage mich nämlich, warum man ein solch fantastisches Kochbuch schmälert mit so zum Teil abstoßenden Fotos. Warum inszeniert sich Max Strohe auf dem Cover wie ein völlig in der Midlife-Crisis steckender Mitvierziger mit pubertären Anwandlungen? Er empfängt die Leser mit einem Mittelfinger rechts, einer Kippe in der linken Hand und einem T-Shirt mit der Message: No one is thinking about you! Ich finde so etwas als Leser nicht cool noch hip, sondern reichlich abtörnend. Das gilt auch für einige Fotos seines jungen Teams. Ist denn Provokation die Lösung, um auch junge Menschen auf einen sinnlichen Umgang mit Essensgenuss zu bringen? Nein, das glaube ich nicht. Denn so sinnlich die Rezepte in diesem Kochbuch sind, so feinsinnig ist auch die Fotografie der Resultate: ansprechend, einladend und irgendwie verführend. Leider ist das Cover zu vergleichen mit einem Löffel Kartoffelpüree, das auf einen angeschlagenen, dreckigen Teller geklatscht wurde, da hilft es dann auch nicht, wenn Sommertrüffel drin sind.

Aber, wie gesagt, der Inhalt ist nichtsdestotrotz im Gegensatz zum Cover erste Sahne! Ich werde mir wahrscheinlich einen richtig hübschen Buchumschlag nehmen und diese Perle von einem sehr besonderen Kochbuch darin einwickeln. Dann passt es und ist seinen Preis allemal wert!

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Der Schrein, Nanami Kamona, Bestseller Horrorroman aus Japan

Haben Sie den Horrorfilm ›Der Ring‹ gesehen? Er wurde im Jahr 2002 mit Naomi Watts verfilmt, doch das Original stammt aus Japan und basiert auf einem Roman des Autors Kōji Suzuki. Und damit nicht genug: Er soll aufgrund wahrer Ereignisse zur Legende aus dem vierzehnten Jahrhundert geworden sein. Und genauso ist das in Japan: viel Mystik, Aberglaube und eine gewisse Spiritualität, die nicht mehr unbedingt auf religiöser Frömmigkeit basiert. So handeln die sogenannten Kaidans, Gruselgeschichten auch heute noch von Totengeistern, Dämonen und Kobolden. Und jetzt kommt der eklatante Unterschied japanischer Horrorgeschichten zu denen, die wir im Westen und vor allem aus dem US-amerikanischen Kino kennen. Es benötigt keines Blutbades und Gemetzels, um den Leser das Grauen zu lehren. So spielt auch der Schrein mit dem unausgesprochenen, allgegenwärtigen Grusel, dem sich die Protagonisten nicht entziehen können. Es passieren kleine unerklärliche Dinge, doch erst einmal gibt es keinen Toten. Es schleicht sich etwas ein in dieses Buch, diese Geschichte, sodass der Leser sich bald fühlt wie Minami, die Protagonistin im ›Schrein‹. Der wahre Grusel spielt sich im Kopf ab und das Unheimliche, das Böse schleicht sich in den Alltag, das Leben und die Seele der Charaktere. Dadurch, dass in Japan so viele unausgesprochene Regeln gelten und man nie mit der Tür ins Haus fällt, werden solche Gefühle auch nicht rege ausgetauscht, und so muss jeder der Protagonisten selbst entscheiden, ob er verrückt wird oder wirklich Geister hinter ihm her sind. Nicht jedermanns Sache, ich liebe diese japanischen Gruselgeschichten und auch Thriller und Krimis, gerade wegen der kulturellen Unterschiede.

Daher bin ich der Meinung, solche Geschichten sind die wahren Horrorerzählungen, die mit den unvorstellbaren Wahnvorstellungen der Psyche spielen und dennoch offenlassen, ob es nicht doch real ist. Mir läuft bei solcher Lektüre ein Schauer über den Rücken und ich prüfe, bevor ich ins Bett gehe, noch einmal, ob alle Fenster und Türen verschlossen sind. Lassen Sie sich vom ›Schrein‹ einfach mal das Gruseln beibringen.

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Die Drüsenfabrik, Eine Reise durch dein Inneres – Von Schleimdusche bis Ohrenschmalzmaschine -, Rachel Poliquin und Clayton Hanmer, Kinderbuch ab 8 Jahren

Alle Kinder und gerade die bis acht Jahre jubilieren, wenn das Wort Schnodder, Popel oder Ohrenschmalz ausgesprochen wird. Nicht umsonst gab es bei Harry Potter die Gummibärchen (Jelly Beans) mit Ohrenschmalz- und Popel-Geschmack. Aber wo kommt das ganze Zeug in unserem Körper her und wofür ist es gut, dass wir Menschen manchmal eine schleimige Angelegenheit sind? Das von Clayton Hanmer so fantastisch illustrierte Kinderbuch nimmt uns mit kindgerechten, einfach zu verstehenden Texten von Rachel Poliquin genau dorthin mit auf eine Besichtigung, in die Drüsenfabrik unseres Körpers. Mit der Fabrikdirektorin und ihrem Assistenten besuchen wir die Mundmaschine mit ihren Speicheldrüsen, verstehen, was ein Glibbersack ist, entgehen in der Rotzdusche gerade noch so einem Nieser und verstehen, was Tränenkugeln sind. Und wenn wir dann in die Schaltzentrale, den Hypothalamus, kommen, verstehen wir so langsam, was für ein komplizierter Mechanismus unser eigener Körper ist. Vor allem aber leuchtet uns jetzt ein, wofür Rotz, Schleim, Glibber, Schweiß, Tränen und Ohrenschmalz eigentlich gut sind. Denn ohne diese manchmal ekeligen Ausscheidungen von Drüsen, wären wir ziemlich aufgeschmissen und wahrscheinlich ständig nur krank.

Ein irres Kinderbuch mit viel Spaß und einem hohen Lernquotienten. Genau richtig für neugierige Kinder, die mit Lachen und Spannung etwas Neues lernen wollen. Sowohl die Autorin als auch der Illustrator haben es auf den Punkt gebracht. Ich wüsste nicht, wie man die Drüsenfabrik unseres Körpers besser erklären sollte.

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Todesspur, Andreas Gruber, Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez ermitteln Nr. 8

Während die BKA-Führung mit ihrem Präsidenten, der „Eisernen Faust“ Drohmeier, endlich mal Maarten S. Sneijder und seinem skurrilen Team freundlich gesinnt ist, wächst die Gefahr von außen. Bei der Observation einer Zielperson geht so ziemlich alles schief, was schiefgehen kann. Ein Haus brennt nieder, Dr. Paul Conrad, die Schlüsselperson der neuen RAF-Generation, kann fliehen und Sneijders Team liefert sich eine wilde Verfolgung mit den Terroristen. Doch die Umstände werden immer schwieriger und plötzlich verliert sich jede Spur zur R4F, wie sich die vierte Generation der RAF nennt. Sneijder und Nemez bleibt nichts weiter übrig, als sich undercover in Mallorca als Doktor Pacula und Tochter auszugeben. In einer pikfeinen Luxusferienanlage, soll der Misanthrop Sneijder einen Mentalcoach mimen und den Superreichen das Glücklichsein lehren. Wer Sneijder kennt, weiß, dass das keine besonders gute Idee ist. Zeitgleich in Kufstein will Lea Fuchs Geburtstag mit ihrer Cousine Vicky feiern, da ihr Lebenspartner Gernot zu seiner kranken Mutter ins Pflegeheim im Schwarzwald gerufen wurde. Doch Vicky stürzt unglücklich und liegt tot auf der Treppe. Da Lea früher als Polizistin schon einmal wegen fahrlässiger Tötung angeklagt wurde, vertuscht sie kurzerhand den Unfall. Vickys Leiche wird kurzerhand im neuen Anbau des Wintergartens vergraben und Lea reist mit Vickys Reisepass und ihrem Ticket kurzerhand nach Mallorca, um Vickys Person dort für immer verschwinden zu lassen. Und ab da beginnt eine abstruse, aber durchaus glaubwürdige Verwechslungsgeschichte, in der Lea, als Vicky, genauso wenig Ahnung hat wie Sneijder, Nemez und die Profikillerin der R4F, die als Assistentin von Pacula fungiert. Alle tappen irgendwie im Dunkeln und müssen ohne Netz und doppelten Boden agieren.

Das war mal wieder ein Maarten S. Sneijder, der so richtig gut war. Andreas Gruber hat sich da eine Verwechslungsgeschichte einfallen lassen, die es in sich hat. Und Hut ab, vor seiner Protagonistin Lea Fuchs, die zwar leicht einen an der Klatsche hat (sie spricht andauernd mit ihrem toten Zwilling), aber sonst eine ziemlich schlagkräftige und skrupellose Frau sein kann. Das muss selbst Sneijder am eigenen Leib erfahren. Nun, das war der vorletzte Maarten S. Sneijder, und man kann nur gespannt sein, was uns der Autor im letzten Band bieten wird. Denn es wird bestimmt nicht einfach den coolen Thriller ›Todesspur‹ zu toppen.

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Messias, Science-Fiction, Andreas Brandhorst

Ein Mann in einem Businessanzug, er ist sympathisch und will anscheinend nur das Beste für die Menschen. Wer ist er? Ein Gott? Ein Alien? Ein Schwindler? Alles fing mit einer Art Polarlichtern über Südamerika an und dann wird eine Lichtquelle auf dem Mond lokalisiert. Kurz danach taucht Simon auf und er kann Wunder vollbringen? Dabei geht es jedoch nicht darum Wasser in Wein zu wandeln, es geht um ein Lazaruswunder. Welche Macht kann Tote wiederbeleben? Er muss ein Messias sein, und es dauert nicht lang, bis die Mehrheit der Menschheit hinter Simon steht, der nichts verlangt als Frieden.

Das beängstigt die Mächtigsten der Mächtigen. Jeder große Religionsführer, inklusive des Papstes, fürchtet zu Recht den Verlust des Status quo. Aber nicht nur die Religionen verlieren ihre Gläubigen, auch Regierungschefs verlieren ihre Bürger, die Reichen ihre Arbeitstiere und die Gangster ihre Opfer, als Simon Terra Nova ausruft. Die neue Welt, in der alle Menschen glücklich leben werden. Da dauert es nicht lange, bis Auftragskiller für Unsummen den einen Auftrag bekommen: Tötet Gott!

Ein spannender Science-Fiction-Roman, erzählt aus verschiedenen Perspektiven. Einmal dem idealistischen Wissenschaftler Jayden, der schon als Kind vom Erstkontakt mit Aliens geträumt hat. Nathan, der wohl gefährlichste Killer der Welt. Rhea, eine junge Astronautin auf ihrem Weg zum Mond. Eric, Simons erster Jünger und von den Toten zurückgeholter Selbstmörder, und Pius, seines Zeichens Papst, der einen Machtverlust nicht akzeptiert und zum Äußersten geht. Na, konnte ich Sie für das Buch interessieren?

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Ninas Monster, falsch geliefert, Rüdiger Bertram, Kinderbuch ab 8 Jahren

Wenn man klein und ängstlich ist und die Eltern noch nicht mal ein Auto haben, dann kann das Leben schwer sein, denkt Nina. Auf dem Weg zur Schule ist der böse Hund, der sie täglich ankläfft, und in der Schule wird sie gehänselt, weil sie morgens zu Fuß zum Unterricht kommt. Außerdem spielt sie nicht gerade gut Basketball. Da kann man schon traurig werden oder auch wütend. Da wünscht man sich am besten ein Monster, mit langen Zähnen, das den Schulkameraden und auch den blöden Hund so richtig Angst macht. Ist es dann ein Zufall, dass ausgerechnet der Katalog einer Monsteragentur Nina bei einem Sturm ins Gesicht weht? Da gibt es gefährliche, heimtückische, große, aber auch kleine und ängstliche Monster. Nein, ängstlich ist Nina selbst, sagt sie sich, da braucht sie den großen unheimlichen Walter, doch der kostet 999,99 Euro. Selbst wenn Nina den in Raten vom Taschengeld zahlt, braucht sie zehn Jahre, um Walter abzuzahlen, und auf Raten verschickt die Firma Franken & Stein kein Monster. Gut, dass es Oma gibt, die hat immer die besten Ideen. Endlich hat das Warten ein Ende! Doch dann kommt anstatt Walter, das Gruselmonster, die kleine, gelbe und plüschige Monster-Mimi, die zu allem Überfluss noch mehr Schiss hat als Nina. Da ist guter Rat teuer!

Tolles Kinderbuch, wenn es um Unsicherheiten, Ängste vor der Schule, dem Leben und vor allem um Monster geht. Die Zeichnungen sind lustig, und niedlich und passen genau zur Geschichte. Für alle Kinder ab 8 Jahren zum langsamen Lesen, oder vielleicht liest es die Oma einfach vor. Ein kindgerechtes Buch, von dem man viel lernen kann und das einfach Spaß macht.

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Oscar Wilde, die Comic-Biografie, Tommaso Vitiello, Licia Cascione

Oscar Wilde war wohl der berühmteste schwule Autor seiner Zeit (1854–1900). Ein Vorreiter, der seine sexuelle Neigung, als so normal ansah, wie wir es heute tun. Der für seine Homosexualität ins Gefängnis musste und trotz seiner vielen Erfolge danach verarmt und von der Gesellschaft geächtet in Paris starb. Aber Wilde war wesentlich komplexer, nicht nur der arme, geniale, schwule Autor, dem so viel Unrecht angetan wurde. Er war auch ein Provokant, arrogant im Umgang mit fast jeder Person, aber besonders der sogenannten englischen Gesellschaft. Und leider war er recht rücksichtslos gegenüber den Menschen, die ihn liebten, was früher oder später zu seiner Vereinsamung und Mittellosigkeit führte. Mit Zitaten wie: »Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.« Oder: »Wenn mir die Menschen zustimmen, habe ich immer das Gefühl, ich müsse falschliegen.« Und: »Man solle seinen Feinden immer vergeben, denn nichts ärgere sie so sehr.«Daran merkt man schon, wie dieser brillante Schriftsteller durchs Leben ging.

Was mir so gut gefällt, ist, dass genau dieser Mensch in der Graphic Novel so gezeichnet wurde. Man ist als Leser nicht immer auf der Seite des eleganten Lebemanns, besonders wenn man die Sicht seiner Ehefrau einnimmt. Daher kann man es nicht anders sagen: Tommaso Vitiello hat seinem Wilde die richtigen Worte in den Mund gelegt und die Illustratorin Licia Cascione zeichnet den teils naiven, recht selbstsüchtigen, aber dennoch zutiefst verletzlichen Schönling so, wie ich mir Oscar Wilde immer vorgestellt habe.

Eine tolle Comic-Biografie oder Graphic Novel, um etwas über Oscar Wildes Leben und Werk zu erfahren. Und vielleicht bekommt man Lust, auch mal eines seiner Werke, wie zum Beispiel ›Das Bildnis des Dorian Gray‹, zu lesen.

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Methusalem kauft Artischocken, Marco Presta, Roman

Och nein, ist dieses Buch wirklich schon zu Ende? Kennen Sie das, liebe Leser, ein Buch, von dem man sich wünscht, dass es immer so weitergeht! Zu solchen Büchern gehört „Methusalem kauft Artischocken“. Es ist eine fesselnde, bizarre und vor allem kluge Geschichte über einen einhundertdreiunddreißig Jahre alten Mann in Rom. Und ja, ich glaube, es braucht einen Italiener, um solch einen wunderbaren Roman zu schreiben. Marco Presta hat mit diesem Buch eine Jahrhundertgeschichte geschrieben, die nicht nur mit privaten und geschichtlichen Rückblicken verzaubert, sondern auch die heutige Gesellschaft scharf beobachtet. Mit viel Liebe und Geduld stattet er seinen alten Mann Enrico aus, mit Verantwortungsbewusstsein und Pflichtgefühl seinen Ispettore Gizzi, der sich im Laufe der Geschichte noch ganz anders entwickelt, und dann gibt es da Eunice. Bei der Haushälterin braucht es Zeit, sie zu durchschauen.

Aber egal, wie sehr Ihnen die einzelnen Charaktere gefallen, Sie werden an den Lippen von Enrico hängen und sich irgendwie wünschen, diesen Mann kennenzulernen. Auch wenn man kaum versteht, aber nur kaum, warum er so von der Welt gehasst wird.

Literarisch eine Praline, der Inhalt ist eine cremige Ganache aus einer wunderbaren Geschichte und der Blick auf die heutige Gesellschaft ist das Chili, welches dieses Buch abrundet. Probieren Sie diesen Roman und er wird Ihnen auf der Zunge zergehen!

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