
Das Jahr 1935 war an sich schon ein harte Zeit, doch in dem Dorf Talberg im Bayrischen Wald an der Grenze zu Österreich ist die Zeit viel früher stehen geblieben. Noch lecken sich die Familien die Wunden des Ersten Weltkriegs in dem die meisten einen oder alle ihre Söhne verloren haben. Die Menschen auf den Höfen sind bis zur Erschöpfung abgearbeitet und dennoch haben sie Angst vor dem Hunger in den Wintermonaten. Nur wenigen Bauern geht es finanziell gut, darunter der Waldbauer. Sein Sohn der studierte Dorflehrer, ist seit sechs Jahren verheiratet mit der als Hexe verrufenen einzigen Schönheit der Gegend. Er ist genauso ein Choleriker, wie sein Vater Josef Steiner. Der will unbedingt einen Enkel und Erben und macht seiner Schwiegertochter Elisabeth bittere Vorwürfe. Das Dorf ist durchsetzt von Boshaftigkeit, Geheimnissen und sehr viel Zorn. Als man den Dorfschullehrer eines Nachts tot unterhalb des Aussichtsturms auf dem Berg findet, scheint die jahrelange böse Energie des Dorfes aufzubrechen. In dem ersten Teil der Trilogie nimmt sich Max Korn Zeit, seine Protagonisten richtig vorzustellen. So erfährt der Leser von den meist missglückten Lebenswegen der Menschen in Talberg. Es gruselt einen, denn das Dorf ist dunkel düster und gemein. Doch die Spannung ist zu hoch, um das Buch weglegen zu können. Teil II und Teil III erwarte ich bereits ungeduldig.
Der Autor Michael Jensen ist uns durch seine historischen Kriminalromane Totenland und Totenwelt besonders aufgefallen, weil er nicht nur kriminelle Handlungen während und nach dem Zweiten Weltkrieg schildert, sondern auch die Innenansichten der jeweiligen handelnden Personen. (Siehe auch frühere Rezensionen). Mit der neuen Krimiserie Syndicat Berlin führt er seine Leserschaft durch seine ausgezeichnet recherchierten Romane in das Berlin von 1918. Der Kaiser hat abgedankt, das Volk hungert und die Kriegsgewinnler versuchen aus der Niederlage finanzielle Erfolge zu erzielen. Die Protagonisten in dieser explosiven Zeit sind die Familie Sass, Kleinkriminellen die nach höherem Streben, rechtsnationale industrielle und Kapitalisten sowie unter Waffen stehende Freischärler. Bezeichnend ist auch in diesem Roman der Blick des Autoren hinter die Kulissen, die sich doch erheblich von der in der Schule vermittelten Tatsachen unterscheiden. 


Wie kommt man zu den Olympischen Spielen? Trainieren, trainieren, trainieren! Das war 1936 so und hat sich auch im 21. Jahrhundert nicht geändert. Historisch zurückblickend Licht auf die Leben dreier amerikanischer Olympionikinnen von Berlin zu werfen ist eine Sache. Aber es auf eine emotional-hollywoodreife Art zu tun, die mich abholt, mitleiden, mitfreuen, mittriumphieren und auch mitweinen lässt, mich kurzum für die Thematik öffnet, ist eine Fähigkeit, um die man Amerikaner beneiden kann. Als die drei Protagonistinnen Betty, Louise und Helen ihren Kampf mit dem amerikanischen Olympischen Komitee um die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Berlin aufnehmen, kämpfen bereits seit fast drei Jahrzehnten weltweit Frauen in der Frauenbewegung u. a. um die Gleichstellung der Geschlechter und die Neubewertung der tradierten Geschlechterrollen, um insbesondere im Geschlechterverhältnis Bevormundung, Ungerechtigkeiten und soziale Ungleichheiten zu beseitigen. 
Gartenwissen Pflanzenschnitt von Andrew Mikolajski ist gerade rechtzeitig erschienen, bevor der Garten aus dem Winterschlaf erwacht und wir uns wieder an die Arbeit machen. Während fast jeder Pflanze eine Pflegeanleitung mit Hinweis auf den bestmöglichen Standort angeheftet ist, schweigt des Sängers Höflichkeit hinsichtlich der Schnittinformationen. Ist man zu zaghaft – warum sonst hat man die Pflanze gehegt und gepflegt, gedüngt und gewässert – wundert man sich im nächsten Jahr, dass die Blütenpracht hinter all den Erwartungen zurück bleibt. Geht man mit der Machete dran, nach dem Motto: viel schneiden hilft viel, hebt sich die Pflanze zumindest in ihrer Mickrigkeit von allen anderen ab. Wieso das so ist, kann einem dann keiner sagen. Der Autor will uns mit seinem Sachbuch mit Standardwerk-Qualitäten vor solchen Fehlschnitten bewahren. 
Mit seiner neuen Serie von Kriminalromanen setzt der Dresdner Schriftsteller die Schilderung der Verhältnisse in Ostdeutschland, kurz vor und nach der Wende, fort. Es ist schon bemerkenswert, wie dicht der Autor die Gefühlslage eines jungen Polizisten schildert, der bei einer Montagsdemonstration in Leipzig eingesetzt wird und sich einer riesigen Menschenmenge gegenüber sieht. Auch die geschilderten Zustände die sich ergeben, nachdem die DDR zwar noch existiert aber sich die Befehlsstrukturen gänzlich geändert haben werden sehr realistisch widergegeben. Das Misstrauen der Bevölkerung und die Unsicherheit in das eigene Handlungsvermögen bestimmen die Handlung dieses Kriminalromans. Er macht aber auch deutlich, was sich in den letzten 30 Jahren geändert hat und welche Intentionen hinter dem Wunsch nach Reisefreiheit und Freiheit in der Lebensführung zum Umsturz geführt haben.