Kategorie: Buchbesprechungen

Max Oban, Blutroter Wein, Ein Krimi aus Südtirol

Schon auf den ersten Seiten erkennt man sofort, hier ist der Autor ein Genießer von gutem Essen und dazu ein guter Wein. Der Protagonist ist ständig damit beschäftigt, wie beschreibt es der Autor so schön in diesem Roman, dass Landgasthäuser und gute Restaurants ihn ständig vor dem Hungertod bewahren müssen. Weil zu jeder Speise ein Getränk gehört, dann ein richtig gutes Glas Wein. Daran gerochen, probiert, goutiert und beschrieben. Als Leser bekommt man Appetit und bedauert, dass man nicht das gleiche Glas probieren kann.

 

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Elise Hooper: Fast Girls

Wie kommt man zu den Olympischen Spielen? Trainieren, trainieren, trainieren! Das war 1936 so und hat sich auch im 21. Jahrhundert nicht geändert. Historisch zurückblickend Licht auf die Leben dreier amerikanischer Olympionikinnen von Berlin zu werfen ist eine Sache. Aber es auf eine emotional-hollywoodreife Art zu tun, die mich abholt, mitleiden, mitfreuen, mittriumphieren und auch mitweinen lässt, mich kurzum für die Thematik öffnet, ist eine Fähigkeit, um die man Amerikaner beneiden kann. Als die drei Protagonistinnen Betty, Louise und Helen ihren Kampf mit dem amerikanischen Olympischen Komitee um die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Berlin aufnehmen, kämpfen bereits seit fast drei Jahrzehnten weltweit Frauen in der Frauenbewegung u. a. um die Gleichstellung der Geschlechter und die Neubewertung der tradierten Geschlechterrollen, um insbesondere im Geschlechterverhältnis Bevormundung, Ungerechtigkeiten und soziale Ungleichheiten zu beseitigen. Weiterlesen

Feuerschuh und Windsandale, Kinderbuch ab 6 Jahre

Es ist wunderbar, dass immer mal wieder Kinderbücher aus früheren Zeiten, in diesem Fall den sechziger Jahre, neu aufgelegt werden. Feuerschuh und Windsandale ist solch ein Kinderbuch und erinnerte mich sehr an Erich Kästners berühmte Kinderwerke. Es ist eine wunderschöne Geschichte über eine arme, aber sehr liebevolle Familie. Der kleine Tim ist ein Moppelchen und wird in der Schule gehänselt, denn Mobbing gab es schon immer unter Kindern. Eigentlich möchte er ein ganz anderes Kind sein, reich, schlank und auch beliebt. Da schenkt ihm sein Vater zum Geburtstag rote Wanderschuhe und einen Rucksack. Gemeinsam wollen sie in den Ferien auf die Wanderschaft gehen und bei den Bergbauern arbeiten.

Eine bezaubernde Geschichte über Liebe, Werte und Selbstbewusstsein, das man schon als kleiner Zwerg entwickeln kann, wenn man so einen prima Papa und eine so liebe Mama hat wie Tim. Weiterlesen

Andrew Mikolajski: Gartenwissen Pflanzenschnitt

Gartenwissen Pflanzenschnitt von Andrew Mikolajski ist gerade rechtzeitig erschienen, bevor der Garten aus dem Winterschlaf erwacht und wir uns wieder an die Arbeit machen. Während fast jeder Pflanze eine Pflegeanleitung mit Hinweis auf den bestmöglichen Standort angeheftet ist, schweigt des Sängers Höflichkeit hinsichtlich der Schnittinformationen. Ist man zu zaghaft – warum sonst hat man die Pflanze gehegt und gepflegt, gedüngt und gewässert – wundert man sich im nächsten Jahr, dass die Blütenpracht hinter all den Erwartungen zurück bleibt. Geht man mit der Machete dran, nach dem Motto: viel schneiden hilft viel, hebt sich die Pflanze zumindest in ihrer Mickrigkeit von allen anderen ab. Wieso das so ist, kann einem dann keiner sagen. Der Autor will uns mit seinem Sachbuch mit Standardwerk-Qualitäten vor solchen Fehlschnitten bewahren. Weiterlesen

Der Sucher, Tana French

Die New York Times hat es richtig beschrieben: „Tana French schreibt große Romane in denen auch Verbrechen geschehen.“ Ihr Buch „Der Sucher“ ist eine Sozialstudie eines kleinen irischen Dorfes, in dem eigene Gesetze und Machtgefüge herrschen. Das merkt der ehemalige amerikanische Cop Calvin aus Chicago recht schnell. Doch er wird dort gut aufgenommen und man hilft ihm mit der Renovierung seines kleinen Hauses. Er soll einer von ihnen werden und besonders sein alter, cleverer Nachbar Mart sorgt dafür. Wahrscheinlich wäre das  auch geglückt, wenn nicht ein Jugendlicher, Trey, bei ihm aufgetaucht wäre. Das Kind ist wild und tendiert ins Asoziale, doch es ist auch verletzt, denn sein größerer Bruder ist spurlos verschwunden. Der Instinkt des ehemaligen Cops wird bei Cal geweckt und er will dem Kind helfen. Anscheinend ist das der größte Fehler, den er machen konnte.

Tana French ist die irische Version von Juli Zeh. Sie ist eine Beobachterin und Menschenkennerin par excellence und führt die Leser mit einer unheimlichen Leichtigkeit in menschliche Abgründe. Das nenn ich gute Literatur! Weiterlesen

Frank Goldammer: Im Schatten der Wende, Kriminaldauerdienst Ost-West; Interview mit dem Autoren

Mit seiner neuen Serie von Kriminalromanen setzt der Dresdner Schriftsteller die Schilderung der Verhältnisse in Ostdeutschland, kurz vor und nach der Wende, fort. Es ist schon bemerkenswert, wie dicht der Autor die Gefühlslage eines jungen Polizisten schildert, der bei einer Montagsdemonstration in Leipzig eingesetzt wird und sich einer riesigen Menschenmenge gegenüber sieht. Auch die geschilderten Zustände die sich ergeben, nachdem die DDR zwar noch existiert aber sich die Befehlsstrukturen gänzlich geändert haben werden sehr realistisch widergegeben. Das Misstrauen der Bevölkerung und die Unsicherheit in das eigene Handlungsvermögen bestimmen die Handlung dieses Kriminalromans. Er macht aber auch deutlich, was sich in den letzten 30 Jahren geändert hat und welche Intentionen hinter dem Wunsch nach Reisefreiheit und Freiheit in der Lebensführung zum Umsturz geführt haben. Weiterlesen

Heike Stöhr: Der Pesthändler

Pest allein reicht nicht. Aber wenn man wie Heike Stöhr gründlich recherchiert, es einem nicht auf die eine oder andere Leiche ankommt, die nicht der Pest zum Opfer fällt, das Ganze mit einer Amour Fou würzt, den Leser miträtseln lässt und überrascht, hat man das, was dieser Rezension zugrunde liegt: einen überaus spannenden  Kriminalroman, der im Mittelalter angesiedelt ist. Die Handlung ist fesselnd und gut durchdacht und hält den Leser bei der Stange. Mir gefällt die Sprache. Zusammen mit den historischen Begebenheiten und Orten, den Beschreibungen des Lebens zu Zeiten der Pest oder etwa der Alltag einer Witwe oder das harte Leben der Bergleute, ergibt es ein rundes, authentisches Bild jener Zeit. Alles von der Autorin sehr gut recherchiert, man spürt, dass die Autorin Pirna sehr gut kennt und u.a. Geschichte studiert hat. Wer darüber hinaus mehr über die Pest, die Medizin und den Bergbau im 16. Jahrhundert erfahren möchte, dem empfehle ich das Nachwort. Die Charaktere sind lebendig und die Weiterentwicklung des Protagonisten Valentin, der auf der Suche nach der Wahrheit ist und seinen Bruder vor dem Henker retten will und der Protagonistin Magdalena, der jungen Witwe, die zu einer mutigen, starken Frau reift, gibt der Geschichte einen besonderen Dreh und erhöht die Kurzweiligkeit. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, einiges lernen können und Lust bekommen die Altstadt von Pirna zu entdecken. Weiterlesen

Jo Nesbø: Eifersucht

Mit diesem Werk macht der norwegische Autor den Menschen eine Freude die sich nur für kurze Zeit mit Krimis zurückziehen können. Aber diese sieben Kurzgeschichten haben es in sich. Wie seinerzeit Roald Dhal oder Ellery Queen schaffte es seine Leserschaft zunächst auf die falsche Fährte zu locken um dann mit einer Volte ein überraschendes Ende zu präsentieren. Beste Unterhaltung auf höchstem Niveau ist garantiert. Bei der Titelgeschichte, Eifersucht, beschreibt der Autor diesen menschlichen Ausnahmezustand so genau, dass die meisten der Leser diesen Zustand nachvollziehen können weil die meisten von uns in schon einmal erlebt haben. Weiterlesen

Heimwehküche Vegetarisch, Madeleine und Florian Ankner

Die Serie Heimwehküche vom DK Verlag ist von sich aus eine gelungene Sache. Der Titel Heimwehküche lädt ein zu einer Küche mit deutschen Wurzeln von Nord nach Süd, von Ost nach West. Gerichte die regional gekocht werden, aber woanders wenig bekannt sind. Also eine Einladung über den Tellerrand hinauszuschauen. Es sind schon erschienen Heimwehküche „Lieblingsessen aus Omas Küche“ und Norddeutsche Heimwehküche „Die besten Rezepte von Ostfriesland bis Rügen“.

Jedes Mal von einem anderen Autorenteams. Dieses Mal von dem Ehepaar Madeleine und Florian Ankner.

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Olia Hercules, Landküche, Traditionelle Rezepte und Geschichten aus der Ukraine

Wer heute ein Kochbuch schreibt, der befasst sich nicht nur mit den Rezepten und Bildern zu den Gerichten. Man erzählt mehr, z.B. bei einem Buch mit Wildgerichten von der Jagd, der Hege und Pflege und wie gesund Wildfleisch ist oder bei einem veganen Kochbuch, wo die Gemüse herkommen, aus China, Georgien oder Südamerika. Wie man sie lagert und ganzheitlich verarbeitet. Olia Hercules „Landküche“ mit dem Beititel „Traditionelle Rezepte und Geschichten aus der Ukraine“. Auch wenn die Rezepte überwiegen, liegt in diesem Buch die Betonung auf die Geschichten.

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