Eine Buchbesprechung von Lutz Reigber:
Eins der größten Probleme zurzeit sind weltweit die Falschaussagen, die man leicht mit Fakten widerlegen kann. Doch nutzen gerade die bekanntesten Politiker das Internet und andere Medien, um ihre Thesen zu verbreiten und zig Millionen Menschen halten das für wahr, verbreiten sie weiter und verteidigen diese Unwahrheiten. Auch wenn man mit diesen Personen diskutiert und sie von der Wahrheit überzeugen will, scheitert oder verzweifelt man an deren Argumentation. Man sagt sich, das lohnt nicht zu diskutieren. Doch wenn es einen persönlich betrifft und man massiv bedroht ist, aber niemand einem glaubt, zweifelt man an sich selbst oder ist reif für die Psychiatrie. „Wenn niemand dir glaubt“ ist das neueste Thema der Erfolgsautorin und Spiegelbestsellerin Claire Douglas.
Kurz vor ihrem 90. Geburtstag hat sich die Großmutter des Autors letztlich dem schmerzvollen Prozess des Erinnerns unterzogen und niedergeschrieben, wie sie – 35-jährig – die Flucht für die Familie und die Bediensteten der beiden Güter in Götzlack und Kukehnen vorbereitete und den Treck drei Monate vor Kriegsende mutig anführte: 84 Personen, 11 vollbeladene Wagen gezogen von insgesamt 38 Pferden. Die 60-seitige „grüne Kladde“ seiner Großmutter Else, in der diese über das Familienleben und ihre Flucht aus Ostpreußen schreibt, bildet die Grundlage für Jochen Buchsteiners neues Sachbuch „Wir Ostpreußen“. Buchsteiner hat es sich nicht leicht gemacht und ist respektvoll und gewissenhaft mit diesem „Schatz“ umgegangen. Zusammen mit seinem Vater und seinem Sohn reiste er in die Heimat seiner 
Das Wunder von Essen ist nicht nur deshalb Das Wunder von Essen, weil die deutsche Frauenfußball Nationalmannschaft das Spiel gegen die Niederlande gewann, sondern vor allem, weil es überhaupt stattfand. Noch 1 Jahr zuvor, 1955, beschloss der DFB auf seinem Verbandstag, das Fußballspielen mit Damenmannschaften zu verbieten. In der damaligen Begründung hieß es, dass „diese Kampfsportart der Natur des Weibes im Wesentlichen fremd ist“, dass „im Kampf um den Ball die weibliche Anmut schwindet und Körper und Seele unweigerlich Schaden erleiden“, und dass die „Zurschaustellung des Körpers Schicklichkeit und Anstand verletzt“. Aber die Frauen, wie unsere Protagonistin Elise, ließen sich nicht mehr ins Korsett schnüren und in die Küche verbannen. Sie haben für ihre
Man kann dieses Buch in 2 Stunden lesen. Aber warum sollte man und warum will man das? Denn James Norbury verbindet auf sehr elegante Weise Schlichtheit mit profunden philosophischen Einblicken. Die Geschichte lässt sich leicht lesen, bietet aber gleichzeitig eine Tiefe, die lange nachklingt. Für Norbury, als Jemand, der sein Zuhause mit seiner Frau und 7 Katzen teilt, ist es wohl kein Zufall, dass die Protagonistin und Ich-Erzählerin eine Katze ist. Eine namenlose Katze. Aber eine Katze mit einer Mission. Dazu eine weise und gelassene Katze, die die Menschen mit auf eine Reise zur Erleuchtung nimmt und Einblicke in Zen- 


„Die Welt gewinnen“ ist ein interessantes, lesenswertes und vor allem sehr persönliches Buch der Autorin Kathrin Hartmann. Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass Hartmann die Ich-Erzähler- Rolle übernimmt und der Eindruck entsteht, dass ich in ihrem Tagebuch lese. Man spürt, dass ihr das Thema, das sie seit vielen Jahren begleitet, am Herzen liegt. Anders als in ihren vorangegangenen Veröffentlichungen legt sie im aktuellen Buch weniger den Finger in die Wunde, sondern zeigt auf, wie erfolgreich Privatinitiativen sein können. Es wird denjenigen eine Stimme verliehen, die nicht dank ihrer Prominenz, ihres Wohlstandes oder ihrer Macht sich leicht Gehör verschaffen können. Es geht um Menschen, die
592 Seiten oder laut meiner Digitalwaage 911 g Geschichte. Die Geschichte eines Mannes, einer Familie, die sehr eng mit der deutschen Vor- und Nachkriegsgeschichte verbunden ist, denn obschon Literaturnobel-Preisträger und davon gibt es immerhin nur 10 deutsche Schriftsteller: innen, musste Thomas Mann 1933 die Gelegenheit während einer Vortragsreise nutzen und ins Schweizer Exil gehen, galt er als einer der schärfsten Kritiker Hitlers. Von dort wanderte die Familie 1938 in die USA aus. Der New York Times sagte Mann am 22. Februar 1938: „Es [das Exil] ist schwer zu ertragen. Aber was es leichter macht, ist die Vergegenwärtigung der vergifteten Atmosphäre, die in Deutschland herrscht. Das macht es leichter, weil man in Wirklichkeit nichts verliert. Wo ich bin, ist Deutschland. Ich trage meine deutsche Kultur in mir. Ich lebe im Kontakt mit der Welt und ich betrachte mich selbst nicht als gefallenen Menschen.“