In der Realität ist es Hochsommer, seit sehr langer Zeit glüht die Sonne dieses Jahr auf die Erde und hat kein Erbarmen. Die Hitze hat den Boden ausgetrocknet, das Getreide ist zehn Tage früher reif und die wenigen Getreideehren müssen geerntet werden. Endlich kam der ersehnte Regen. Das Wasser war eine Freude für Menschen, Tiere und Pflanzen. Zu dieser aufmunternden Stimmung kam auch das neueste Buch von Elke Nansen „Tödlicher Irrglaube in Ostfriesland“ heraus. Was für eine doppelte Freude. Die Kriminalromane von Elke Nansen sollte man nicht verpassen. Ich verpasse keinen. Ich weiß nicht, wo diese geniale Autorin immer ihre Ideen herhat. Jedes Mal wartet sie mit einem neuen Thema auf. Meine Hochachtung vor Elke Nansen, sie hat auch dieses Mal ein Meisterwerk ihrer mörderischen Literatur in ein Buch verpackt. Nicht nur ist es ein mitreißender, spannender Krimi, sie hat, wie in allen ihren Büchern, viel Wissens- und Lesenswertes in das Thema eingebunden. „Tödlicher Irrglaube in Ostfriesland“ beschäftigt sich mit Sekten. Wie solche vermeintlich, neuen religiösen Bewegungen entstehen, welche Personengruppen aufgrund ihrer persönlichen Lebenssituation anfällig dafür sind und wie sie in ihrem Irrglauben alles dafür aufgeben.
Natürlich zum Leidwesen der Angehörigen, die ihre Kinder oder Partner an eine Gruppe verlieren, gegen die man keine Handhabe hat, weil die meisten Mitglieder freiwillig dabei sind. Auch wenn man von vielen Sachen teilweise etwas gehört oder gelesen hatte, sind die Aufklärungen von Elke Nansen immer eine Bereicherung.
Hörbe ist ein Hutzelmann und für einen Hutzelmann hat er nicht nur einen besonders großen Hut, er ist auch abenteuerlustig. Denn anstatt seine Preiselbeeren für den Winter einzukochen, beschließt er kurzerhand, an diesem schönen Tag zu wandern. Die anderen Hutzelmänner schütteln nur den Kopf, denn sie haben den Siebengiebel-Wald nie verlassen. Man weiß ja, dass ein Ungeheuer, der Plampatsch drüben in den Worlitzer Wäldern lebt. Und wie es das Abenteuer so will, landet Hörbe gerade dort. Wobei »landen« das falsche Wort ist, er wird aus den reißenden Fluten des Flusses gerettet. Von einer komischen Kreatur, etwas der Plampatsch?
Unser Chefredakteur und Freund hat seinen letzten Weg angetreten



Peter Lynch lässt Bolivar, einen erfahrenen mexikanischen Fischer und Hektor, einen Anfänger, trotz Sturmwarnung hinaus auf See fahren. Dass sie in Seenot geraten ist vorhersehbar, aber für die Geschichte nicht relevant, da Lynch den Fokus auf die beiden gegensätzlichen Charaktere legt, wie sie Animositäten überwinden, sich kennen lernen, eine Beziehung aufbauen und darauf, wie sie mit der Situation umgehen. Allein weit draußen auf dem Meer ohne Rettung in Sicht, sind sie gezwungen, sich auf einander zu verlassen. Es gibt niemand sonst. Als das Boot zu sinken droht, kehrt der verängstigte Hektor zu seinen Wurzeln zurück und betet. Er sieht die Ereignisse als Strafe an für Dinge, die er getan hat. Während er betet und um Beistand und Rettung bittet, kämpft Bolivar mit den Elementen und rettet sie beide. Im Grunde verachtet Bolivar Hektor und kann und will sich seine eigenen Unzulänglichkeiten nicht eingestehen, ist ganz konzentriert auf ihre Rettung.
Christopher Klöble erzählt in seinem neuen Roman „Durch das Raue zu den Sternen“ die Geschichte eines 13-jährigen Mädchens – eines musikalisch hochbegabten Mädchens. Oder besser gesagt, er lässt die Geschichte von der Protagonistin Arkadia Fink, die von der Mutter „Moll“ genannt wird – offensichtlich neigt sie zur Melancholie – erzählen. Arkardia lebt mit ihren Eltern in einem Dorf in der Nähe von München. Selbst in Bayern aufgewachsen, bewegt Klöble sich auf sicherem Terrain, schafft eine atmosphärische Dichte mit glaubwürdigen, gelungenen Charakteren. Er besticht und zieht mit seiner schlichten, schönen, manchmal poetischen Sprache in seinen Bann. 