
Endlich verstehen, was biologische Vielfalt für unser Leben bedeutet. Schön, dass die beiden Autorinnen Frauke Fischer und Hilke Oberhansberg ein Aufklärungsbuch für eine sinnvolle Überlebensstrategie der Menschen, für ihre selbstverschuldete Klimakatastrophe, geschrieben haben. Nach der Lektüre dieses Buches, und eigentlich habe ich es gewusst, stellt sich hier vorab die Frage: „Sind wir Menschen es überhaupt Wert zu überleben, wenn wir unsere Welt nicht wertschätzen. Sondern nur ausbeuten, verpesten, abholzen und verwüsten? Das durch uns verursachte große Artensterben von Pflanzen, Tieren und Insekten. Ist es da nicht sinnvoll, dass der Mensch genauso ausstirbt. Erdgeschichtlich sind wir dann nur kurz dagewesen. So wie wir mit unserem Lebensraum umgehen, wertschätzen wir nicht, was uns umgibt. Wachstum, Wirtschaftlichkeit und Macht ist anscheinend mehr wert.
Das schön gestaltete Buch von einem Autorenkollektiv von Kunsthistorikern – sogar auf dem Cover kann man den Pinselduktus van Goghs haptisch erfassen – führt fulminant durch die Kunstgeschichte. Angefangen mit den steinzeitlichen Höhlenmalereien von vor 40000 Jahren, die wahrscheinlich dem Jagdzauber oder schamanischen Praktiken dienten, geht die Reise zu den ägyptischen Grabanlagen, die ganz mit Malereien und Hieroglyphen zum Geleit der Seele im Jenseits bedeckt waren und weiter zur eingeritzten, silhouetteartigen, schwarzfigurigen und aufgemalten naturalistischeren, rotfigurigen Vasenmalerei der Griechen. Daneben werden die verschiedenen Anwendungsgebiete in der Geschichte einer Farbe wie z. B. rot thematisiert als roter Ocker, Mennige, Zinnober, Karmin aus Cochenilleläusen, Krapplack oder Kadmiumrot.
Ein Krieg, wirft auch nach den Kampfhandlungen weiterhin seinen langen Schatten auf die übrig Gebliebenen. Ein besonderer Brennpunkt nach dem Zweiten Weltkrieg war die vier Mächte Stadt Berlin. Ihr versuchten die Siegermächte ihr jeweiliges Regierungssystem durchzusetzen. Das führte relativ schnell zu Spannungen, dass besonders die Zivilbevölkerung traf. Es kulminierte besonders im Jahr 1948 als die Westmächte ihre Westwährung durchsetzten. Bei der Spaltung der Stadt Berlin in zwei Teile war natürlich auch die Polizei stark betroffen. Sie spaltete sich machte kriminalistische Arbeit nahezu unmöglich. Neben der prekären Lebenssituation der Betroffenen, die der Autor drastisch vor Augen führt, feierte der Schwarzmarkt fröhliche Urständ und führte oft zu ekelhaften Situationen. Eine grauenhafte Mordserie, angelehnt an eine tatsächliche Serie, hat der Autor spannend in Szene gesetzt.
Begonnen hat Ken Follett seine Schriftstellerkarriere dem Bestseller “die Nadel“ der auch verfilmt wurde. Mit seinem neuen Roman hat er wieder ein Thema angepackt das uns fast täglich über die Bildschirme oder die Zeitungen vermittelt wird. Konflikte zwischen Nationen, Menschen und Religionen die mit Hass und Machtwillen ausgetragen werden. Da die meisten Länder sich in Bündnissen befinden, können kleine Konflikte sich schnell zu Flächenbränden oder Weltkriegen entwickeln. Follett nimmt hier einen Konflikt in Afrika und einen in Asien als Thema der realistische Hintergründe hat. Bekannter Manier schraubt er die Spannung immer höher und vergisst auch nicht die menschliche Seite die die Protagonisten in ihrem Handeln beeinflusst. Ist zur letzten Seite dieses Buch hofft man, dass sich die Vernunft nicht der Machthunger durchsetzt.
Wer Harlan Coben und Sebastian Fitzek mag, kommt mit diesem Debütroman von Henri Faber voll auf seine Kosten! Für seinen im Thriller-Genre angesetzten Roman hat sich der Autor eigens ein Pseudonym zugelegt. Unter seinem bürgerlichen Namen Rudolf Ruschel bleibt er „dem Schwarzhumorigen natürlich treu, aber parallel dazu schreibe ich auch „klassische“ Spannungsliteratur“. Die Umschlaggestaltung ist schlicht, stylish und verrät nicht allzu viel über den Inhalt. Und der hat es in sich. Es ist spannend, man mag das Buch nicht aus der Hand legen, bevor man weiß, wie es ausgeht. Faber wechselt zwischen den Charakteren Noah, Elias, Linda und auch dem Täter hin und her, dadurch entsteht eine enorme Dynamik. Das wird auch durch die kurzen, durchnummerierten Kapitel verstärkt.
Imkerei ist ein beliebtes Hobby geworden. 280.000 t Honig werden jährlich produziert. Das davon nicht alles von Bienen stammt, ist vor allen Dingen der Lebensmittelchemie und Lebensmittelfälschern zu verdanken. Dieses Thema hat sich der Autor in seinen kulinarischen Krimis gewidmet. Er untersucht dabei die jeweiligen Lebensmittel akribisch. Im vorliegenden Werk kümmert er sich die Welt des Honigs und der Bienen. Er lässt uns quasi in die Zukunft der Imkerei schauen und macht uns mit der Herstellung von Honig vertraut. Er zeigt aber auch auf wie mit raffinierten Methoden sog. Honig ohne Bienen gewonnen wird. Immer dann wenn viel Geld zu verdienen ist wird getäuscht, betrogen und wie bei einem Krimi üblich, gemordet. Wieder einmal ist es dem Autor gelungen eine spannende und atmosphärisch dichte Geschichte zu erzählen und uns dabei durch das kleine Luxemburg zu führen.
Wieder einmal ist es Andreas Pflüger gelungen einen Roman vorzulegen der in vielfacher Hinsicht besticht. Zum einen hat der Autor eine Unmenge an Daten und Fakten recherchiert und sie in einen Kontext gebracht der für viele eine Überraschung sein wird. Zum andern lässt er uns einen Blick auf ein Deutschland und besonders auf ein Frankfurt am Main und Umgebung werfen der uns in der heutigen schnelllebigen Zeit vielleicht ein Stück innehalten lässt. Auf dem Cover Bild des Buches ist das IG Farbenhaus, das die Universität Frankfurt heute beheimatet, zu sehen. Die IG Farben waren seinerzeit, vor dem Krieg, eng mit anderen multinationalen Firmen verflochten. Geschäfte wurden vor und während des Krieges gemacht. Dabei wurde die Partei der Nationalsozialisten großzügig unterstützt und das Deutsche Reich mit Milliarden gestützt. Diese Verflechtungen und der Vernichtung jüdischen Lebens in Deutschland und in eroberten Gebieten nehmen breiten Raum in diesem Roman ein. Er zeigt ein intensives Bild von außen auf die Jahre 1943-1948 in Deutschland, dass man so selten findet. 
Wieder ist es dem Laban Verlag gelungen die Werke der großartigen Cartoonisten Deutschlands in einem Buch zu versammeln. Die Lektoren hatten die Auswahl aus 3000 eingereichten Cartoons die besten auszuwählen. Für mich sind die besten Bilder Bücher immer ein besonderer Jahresrückblick. Denn Cartoons bringen es auf den Punkt was lange Artikel meist nicht vermögen. Sie sind vielschichtig und klarsichtig manchmal einfach nur auf ihre Art böse. Mit diesem Werk hat man auch in späteren Jahren die Möglichkeit nachzuschlagen was die Menschen im Jahre 2021 besonders berührt hat. Zweifellos war es wieder Siegerentwurf von AD Karnebogen zeigt, der Klimawandel in Verbindung mit Wahlkampf.
Wenn ein Debüt-Autor von seiner Geschichte so überzeugt ist, dass er sie von vorneherein als Mehrteiler anlegt und sein Verlag bereit ist, diesen Weg mitzugehen, wird man neugierig. Um es gleich zu sagen: ich wurde nicht enttäuscht! Aber was kann die Protagonistin Natalja Iwanowa, was andere Ermittler nicht können? Als Frau in einem korrupten System, die ihre Kindheit in Deutschland verbrachte und davon geprägt ist, schaut sie vielleicht genauer hin und hört im Zweifelsfall auch auf ihr Bauchgefühl. Natalja ist keine abgewrackte, desillusionierte und korrupte Kommissarin, die Dienst nach Vorschrift schiebt, sondern – wenn sie es als erforderlich erachtet – gegen die Vorschriften handelt und für die Wahrheit kämpft. Die Protagonistin ist ein Familienmensch, die bewusst auf eigene Kinder verzichtet, sich aber um Anton, den Sohn ihres Mannes Mikhail kümmert und dafür sorgt, dass rechtzeitig die Schmiergelder bezahlt werden, damit es mit der Karriere von Anton voran geht. G.D. Abson führt den Leser in das reale St. Petersburg des 21. Jahrhunderts. Es gelingt ihm, mit seinem Schreibstil eine atmosphärische Dichte aufzubauen, gepaart mit Gespür für das richtige Tempo. Er hält den Spannungsbogen, unterstützt von unerwarteten Wendungen gekonnt bis zum Ende und löst ihn sauber auf. Ich gratuliere G.D. Abson zu seinem gelungenen Debüt und bin gespannt auf den nächsten Fall für Natalja Iwanowa und hoffe, dass er nicht zu lange auf sich warten lässt.