
Erst einmal muss man sich an den Stil des Romans gewöhnen. Kurze Kapitel, die sprunghaft und von Gedanken, Situationen, manchmal Gesprächen oder Erinnerungen geprägt sind. Als Leser heißt es erst einmal, orientiere dich. Und hat man begonnen zu verstehen, ist kaum im Text angekommen, endet das Kapitel schon wieder. Auch die Gefühle, die sich hauptsächlich mit ihrem Bruder auseinandersetzten, sind sprunghaft und sehr ambivalent. Ich liebe dich, liebe ich dich? Du bist mir nah, du bist wie ich, eigentlich kennen wir uns nicht, so fremd bist du mir. Dennoch geht es um zwei Menschen, die immer zusammen waren, dabei so selbstverständlich, wie man sich selbst nahe ist. Und all diese zum Teil verstörenden Gefühle gehen nicht nur von der überlebenden Schwester aus. Eigentlich wir hier von der Tiefen Trauer des Bruders berichtet, der sein emotionales Leben nie in den Griff bekam und daher den für ihn einzig möglichen Schritt machte. Ein Schritt, der seine Seelenverwandte, sein Zwillingsschwester zurückließ.
Was wie ein zerstückeltes Tagebuch anmutet, versucht ein Gefühl der Leere wieder zu begraben, welches aufreißt, wenn ein geliebter Mensch in den Freitod geht. Jente Posthumas Stil ist jung, spritzig und für eine bereits fünfzigjährige Autorin erstaunlich konventionslos. Es ist ein Buch, das man schnell lesen kann, weil es einen verleitet noch ein Kapitel und noch ein Kapitel anzugehen, doch auch ein Buch, das einem am Ende nur schwer entlässt. Definitiv eine Leseempfehlung! Weiterlesen
Jemand wie Shane Martin, der seine Frau und seine fünf Kinder bekocht und bebackt, hat eine gute Vorstellung davon, womit man seine Mitmenschen – und sich selbst – verwöhnen und erfreuen kann. Das spiegelt sich eindeutig in der Rezeptauswahl für das gerade eben im Südwest Verlag erschienene Backbuch „Vegan Brot & Brötchen Backen“ des erfolgreichen Food-Bloggers wider. Denn: gesunde, umweltverträgliche und nachhaltige Ernährung schließt Genuss nicht aus! Mir gefällt die entspannte Art und Herangehensweise des Autors. Nicht wissenschaftlich-akademisch, mehr Probieren geht über Studieren und so möchte Martin dazu inspirieren „Experimente zu wagen und das Brotbackabenteuer selbst zu gestalten“. Die
Fast auf den Tag genau vor 2 Jahren erschien das erste Buch von Hika Harada auf Deutsch: 3000 Yen fürs Glück, eine Familiengeschichte und eine Geschichte über das Sparen, mittlerweile ein Nr. 1 Bestseller in Japan, erfolgreich verfilmt und von mir an dieser Stelle besprochen. Und nun „Das kleine Antiquariat von Tante Sango-San“. Wieder eine Familiengeschichte, wieder geht es unter anderem auch ums Sparen, vielmehr um FIRE – Financial Independence, Retire Early, also finanzielle Unabhängigkeit und frühzeitige Rente, im besten Fall mit 30. Nach wenigen Seiten erkläre ich meinem Mann, dass ich ihm unbedingt etwas vorlesen müsse, weil die Sprache so schön ist. Bald teilt er meine Begeisterung und es geht uns wie der Protagonistin Mikiki, die sagt „…und als ich neulich auf dieses Paradebeispiel stieß, wollte ich erst mal nur überfliegen, Sanuki no Suke (japanischer Autor aus der Heian Zeit, 794 -1192) jedoch schilderte alles mit solch eindringlichen Worten, dass ich am Ende ganz darin versank“. 
Ein Debütroman – in diesem Fall ein young-adult-Debütroman – ist für alle Beteiligten eine aufregende Angelegenheit. Ich frage mich dann immer, ob der oder die Schreibende vielleicht eine Entdeckung ist, die mich in den nächsten Jahren literarisch begleiten wird. Bereits die Aufmachung von Yulin Kuangs Erstlingswerk ist aufwendig und gelungen. Die Messlatte liegt hoch. Und so beginnt Kuang ihre Geschichte mit einem unerwarteten Paukenschlag, nämlich mit der Beerdigung von Helens, unsere Protagonistin, Schwester Michelle. Also nicht nur eine Liebesgeschichte, nicht nur die Geschichte von Helen und Grant (unser Protagonist), nicht nur ein Blick durch die rosa Brille. Davon ist Kuangs Geschichte weit entfernt, dafür aber ganz dicht am richtigen Leben. Intuitiv weiß die Autorin wieviel sie den Lesenden zumuten 

Ich bin zu folgenden Erkenntnissen gekommen: Erstens: Der Mut stellt sich die Wege kürzer vor! Soviel ist mir klargeworden, nachdem ich – der Anweisung des Autos folgend, um den „größten Gewinn“ zu erzielen – das Buch durchgeblättert und mich damit vertraut gemacht habe. Und zweitens sollte man sich nicht von dem Porträt (Abb. Seite 4), welches der 7-jährige Künstler Satyajit Sinari von seiner Großmutter zeichnete, entmutigen lassen. Nun, 
