Alle Artikel von Elke Rossmann

Männer und Frauen, Yosano Akiko

Yosano Akiko wurde 1878 in Japan geboren. Eine Frau, die ihrer Zeit und ihrer Kultur lange voraus war. Sie war zu vergleichen mit Anita Augspurg 1857 geboren als Tochter eines Anwalts. Beide Frauen arbeiteten in den Geschäften ihrer Väter. Während Augspurg Juristin, Fotografin und eine Hauptfigur in der Frauenbewegung wurde, war Akikos Leben nicht weniger abenteuerlich. Sie bildete sich bereits in jungen Jahren im Eigenstudium in Literatur der großen Dichter Japans, um in späteren Jahren selbst zu einer Meisterin der Tanka-Gedichte, Essays und Manuskripte zu werden. Wobei für sie Frauenrechte, Frauenpolitik und ein gleichberechtigtes Verhältnis zwischen Frau und Mann als das natürlichste der Welt betrachtet wurde.

Eine Stimme die über hundert Jahre alt und dann noch aus Japan so klingt, als ob sie die Welt gestern erst ermahnt hätte, Frauen ihr natürliches gleiches Recht auf alles zu geben, was Männer schon immer für sich eingefordert haben. Ein wunderbares kleines Buch und so passend in einer Zeit, in der Feminismus und Frauenrechte vielerorts wieder mit Füßen getreten werden.

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Sturmrot, Tove Alsterdal

Wenn man als Polizistin aus der Großstadt zurück aufs Land geht, ist so etwas meist nicht freiwillig. Eira Sjödin muss wieder bei ihrer Mutter wohnen, die langsam aber sicher dement wird. Leider kümmert sich ihr älterer Bruder Magnus nicht um sie, da er mal mit Drogen und Alkohol zu kämpfen hatte. Das Kleinstadtleben einer Polizistin kann langweilig sein, doch als ein alter Mann erstochen unter der Dusche gefunden wird, kommt eine Lawine ins Rollen, die schon bald alles unter sich zu begraben droht. Denn der Mann, der seinen Vater tot auffindet, ist niemand anderer, als der als vierzehnjähriger Junge verurteilte Vergewaltiger und Mörder Olof Hagström. Er soll damals die sechzehn Jahre alte Linda Stavred missbraucht und erdrosselt haben. Man fand jedoch nie die Leiche, auch wenn Olof nach langen Befragungen die Tat gestand. Als Eira die alten Spuren aufnimmt, sieht die ganze Sache etwas anders aus. Und was sie entdeckt, ist alles andere als erbaulich, vor allem für sie selbst.

Der tolle Beginn einer Serie mit einer menschlich komplizierten Ermittlerin, die mehr in den alten Fall verwickelt ist, als sie es möchte. Auch wenn der Thriller vielleicht fünfzig Seiten weniger vertragen hätte, ist es ein sehr spannender Fall, bei dem man immer wieder falsche Vermutungen anstellt. Weiterlesen

Todesrache, Andreas Gruber

Maarten S. Sneijder, der wohl skurrilste Profiler des BKA ist in großen Nöten. Er glaubt, fast alle seines Teams verloren zu haben, vor allem Sabine Nemez, sein Eichkätzchen. Er sah die junge BKA-Beamtin in einem Schiffswrack untergehen. Oder auch nicht? Denn als er gerade aufgeben will, erhält er einen kurzen Telefonanruf und ist sich sicher, das war Nemez. Danach gibt es kein Halten mehr, ein neues Team wir zusammengestellt und die Schnitzeljagd der Suche ihres Aufenthaltsorts beginnt. Gut das Sneijder wenigsten den Interimschef Drohmeier als Verstärkung hat. Zeitgleich werden ein Richter und fälschlicherweise die Freundin der Tochter von einem Campingplatz entführt. Schnell wird klar, das Verbrechen steht im Zusammenhang mit Nemez Verschwinden. Und an der Stelle trifft Sneijder auf den Vater des entführten Mädchens, Kommissar Pulaski aus Leipzig. Damit vereint Andreas Gruber die Protagonisten von zwei seiner Serien zu einem schlagkräftigen Team.

Buch sieben der BKA-Reihe wird mit der Rache-Serie um Kommissar Pulaski gekreuzt, so wie man das schon bei den CSI-Serien im Fernsehen miterleben durfte. Für Fans von Andreas Gruber ein echtes Bonbon. Wer die Pulaski Serie jedoch nicht kennt, erlebt einen siebten Sneijder und wird erleichtert feststellen, dass bestimmt noch ein achter Teil folgen wird. Denn diese Serie ist immer gute Thriller-Unterhaltung.

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Solothurn blickt in den Abgrund, Christopf Gasser

Bomben in den Briefkästen linker Politikerinnen, ein Brand in einer Frauenrechtsorganisation und die Entführung von Rana Amidi halten Solothurn in Atem. Ausgerechnet die Syrerin Rana ist eine gute Freundin von Pia, der Tochter des Polizeihauptmanns Dornach. Und da Pia sich immer gerne mit ihrem Wagemut in Schwierigkeiten bringt, ist Dornach, die Staatsanwältin Casagrande und sein Team plötzlich mittendrin in den Fällen. Als dann auch noch einer der Kettenhunde der ›Helvetischen Wacht‹, dem Sicherheitsdienst der rechten Fortschrittspartei, ermordet wird, fliegt Dornach ein politisches Donnerwetter um die Ohren. Denn plötzlich geht es um einen skrupellosen arabischen Emir, arabische Diplomaten und deren Killerbrigaden.

Christof Gasser hat aktuell brisante Themen aufgegriffen und zu einem politischen Actionthriller verarbeitet. Denn als Krimi kann ›Solothurn blickt in den Abgrund‹ nicht mehr durchgehen. Neben dem bitteren Sujet der Handlung brilliert Gasser mit liebenswerten Protagonisten, viel Familienwärme und Schweizer Charme. Ein richtig toller Thriller!

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Nachmittage, Ferdinand von Schirach

Die kurzen Geschichten in dem neuen Band »Nachmittage« von Ferdinand von Schirach sind leise Erzählungen. Auch wenn sie zum Teil von einer tiefen Melancholie geprägt sind, wirken sie weder mutlos noch machen sie den Leser traurig. Es sind Geschichten aus dem Leben, deren Atmosphäre fast greifbar ist und von denen man nicht genug bekommt. So musste ich das Buch, das ich am Abend begann, lesen bis zum Ende und dabei spielte es keine Rolle, dass es tiefe Nacht geworden war.

Es ist sehr tröstlich, dass es noch Autoren gibt, die mit Worten eine gewisse Magie erschaffen können. Und trotz der unglaublichen Beobachtungen, die einen an unserer jetzigen Welt fast verzweifeln lassen, gibt Ferdinand von Schirach Hoffnung mit.

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Film: Death of a Ladie’s Man -DVD und Bluray-

Death of a Ladies‘ Man, so hieß auch Leonard Cohens fünftes Studioalbum, ein umstrittenes Werk, sowohl von Cohen selbst als auch von vielen seiner Fans beanstandet. So wird wahrscheinlich auch dieser gleichnamige Nischenfilm gesehen werden. Entweder man ist hellauf begeistert, wie ich es bin oder man schüttelt den Kopf. Denn die Geschichte ist bizarr, melancholisch und was den Tod angeht, von einer fast unheimlichen Leichtigkeit. Grandios umgesetzt durch die enorme schauspielerische Leistungen von Gabriel Byrne, der meines Erachtens im Erscheinungsbild große Ähnlichkeit mit Leonard Cohen hat, aber auch von Jessica Paré, der späten Liebe und Brian Gleeson, der den Vater des trinkfesten College-Professors spielt.

So wird nicht nur die Geschichte des sterbenden Ladies‘ Man Samuel erzählt, sie wird auch besungen, von Cohen selbst, denn die Musik seines gleichnamigen Albums ist wie ein weiteres Mitglied des Filmcast. Großartige, skurrile und in ihrer Gesamtfassung fast geniale Filmkunst.

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Abrechnung in Brodersby, Stephanie Ross

Dieses Mal wird in Brodersby abgerechnet. Und zwar mit einer sehr alten Sache, die den sympathischen Landarzt und ehemaligen Leiter einer Bundeswehrspezialeinheit bis heute verfolgt. Dabei fängt es ganz harmlos an, mitten in der Vorbereitung seiner Hochzeit, treibt sich plötzlich eine rechtsradikale Gruppe in Brodersby rum. Dann bricht jemand in Jörg und Andreas Haus ein. Gleichzeitig meldet sich Jans ehemaliger Chef von der Bundeswehr und möchte ihn für einen Fall gewinnen. Man vermutet kriminelle Subjekte, die mit Diebstahl von Waffen ein Vermögen gemacht haben und definitiv Insider waren. Das wahrscheinlich auch Jans letzter Einsatz, bei dem er seinen Kameraden und besten Freund Michael verlor, mit den miesen Geschäften zu tun hatte, erleichtert Jan die Zusage. Immer noch kämpft er mit posttraumatischen Belastungsstörungen, wegen dieses Einsatzes und wird das Gefühl nicht los, dass sein Team verraten wurde.

Was die Geschichten von Brodersby so toll machen, ist eine Mischung aus knallharter Action und den tiefen Freundschaften von anständigen Menschen. Darum liest man die Abenteuer von Jan Storm so gerne, weil man weiß, das Gute wird siegen. Und ganz nebenbei, der Krimi ist eigentlich immer ein Thriller mit einem James Bond ähnlichen Showdown.

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Practical Magic, zauberhafte Schwestern, Alice Hoffman

Es brauchte bis zum zweiten Teil der Geschichte bis bei mir der Groschen viel. Die Geschichte von den Rules of Magic, die sich mit Practical Magic fortsetzte, war mir nicht unbekannt. Aber nicht, weil das Buch, dass 1995 in den USA erschien, jemals vorher auf dem deutschen Buchmarkt kam. Es war der Film, der mit zwei wunderschönen sehr jungen Schauspielerinnen, Sandra Bullock und Nicol Kidman 1998 erschien. Wie es jedoch fast immer ist, das Buch ist so viel besser. Natürlich ist der Roman der bezaubernden Schwestern ausführlicher, einfühlsamer und ein kleines magisches Schmankerl.

Wenn Sie Spaß an einer mystischen Geschichte haben, die eine berührende Familiensaga erzählt und in der die Liebe auch nicht zu kurz kommt, kann ich das Buch von Alice Hoffmann nur empfehlen. Beide Teile Rules of Magic und auch Practical Magic können unabhängig voneinander gelesen werden.

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Das geheime Leben der Pupse und Rülpser, Nariona Tolosa Sisteré, ab 4 Jahre

Hallo mein Name ist Pups, und das ist mein Cousin Rülps.“ Ja und dann geht es los mit den Pupsen und Rülpsern. Egal wie jung ihr Kind ist, es wird eine Menge Spaß haben an dem Kindersachbuch. Nebenbei wird erklärt, was Gase sind und warum so wichtig für den Körper, welche Arten von Pupsen es gibt und warum manche stinken und manche nicht. Es gibt eine kleine Lebensmittelkunde und wir erfahren, welche Tiere auch hin und wieder einen fahren lassen. Und so unglaublich es klingt, es gibt sogar eine historische Pupsgeschichte und Worte von berühmten Menschen über die Gase aus dem Po.

?Pupsen ist international und bei den meisten Kids immer noch Lachsalven wert. Darum sollten sie auch ruhig erfahren, was es mit den Winden aus dem Darm auf sich hat.

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Professor Albert und die Faszinierende Welt der Elektrizität, Sheddad Kaid-Salah Ferrón, Eduard Altarriba, Kindersachbuch ab 8 Jahre

Es ist mittlerweile das dritte Buch aus der Reihe, der Wissenschaft für Kinder, das wir hier besprechen. Man wird esvauch nicht müde, diese wunderbaren Kindersachbücher zu loben, denn sie sind in ihrem Konzept geradezu genial. Dieses Mal geht es um Elektrizität und dem damit eng verbundenen Magnetismus. Jedes Kind weiß, dass wir ohne Elektrizität ziemlich aufgeschmissen wären. Wir kochen damit, erleuchten alles, spielen auf dem Computer, benutzen das Internet und die Smartphones. Aber was ist dieses Ding, Elektrizität, eigentlich?

Wieder geben Sheddad Kaid-Salah Ferrón seines Zeichens Physiker und Pharmazeut und Eduard Altarriba, Grafiker und Illustrator kindgerechte Antworten, die Spaß machen und sehr, sehr lehrreich sind.

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